Manche Geschäftsideeen sind so genial, dass sie beim Betrachter erst mal nur ungläubiges Staunen auslösen: Was, das gibt’s wirklich? Und davon kann einer leben? Der Clou an originellen Geschäftsideen ist, dass sie den Bedarf einer Zielgruppe so genau decken, dass sie schnell vom Geheimtipp zum Selbstläufer werden. Noch faszinierender ist allerdings, dass diese Ideen selten abgehoben sind. Die meisten dieser Geschäftskonzepte sind derart naheliegend, dass fast schon jeder selbst darauf kommen könnte.

Oft genug beginnt so ein genialer Plan mit einem “Man müsste mal…” oder “Wenn es dieses Angebot gäbe…”. Doch dabei bleibt es – leider – meistens. Die Gründer dieser Unternehmen zeichnet aus, dass sie ihre Einfälle nicht gleich wieder verwerfen. Das Argument: “Wenn es tatsächlich so einfach wäre, hätte es doch schon jemand gemacht” lassen sie nicht gelten. Sie machen sich statt dessen gezielt an die Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Idee. Und der Erfolg gibt ihnen recht.

Idee 1: Kondome nach Maß

Kondomkauf ist Vertrauenssache: Weil die Latexmembran zuverlässig Ansteckungen und ungewollte Schwangerschaften verhüten soll, existieren strenge Normen für Präservative. Doch die Körperteile, die sie dicht, aber nicht zu eng umschließen sollen, sind grundsätzlich verschieden. Dem tragen die Hersteller zwar Rechnung, indem sie verschieden große Produkte anbieten, nur leider schreiben sie selten auf die Umverpackung, für welchen Umfang und welche Länge die Verhüterlis in der Schachtel denn jetzt taugen.

Doch das eigentliche Problem liegt wonaders: Selbst wenn auf den Schachteln Größenangaben stünden, hätten wohl die wenigsten Männer ihre Maße im Kopf, um auch dann das richtige Kondom zu finden – vor allem wenn die Lieblingsmarke mal aus ist. Durchprobieren bis eines passt ist – im Gegensatz zu Kleidungsstücken – natürlich unmöglich. Also bleibt nur der Kauf auf Verdacht und die Hoffnung, eines zu erwischen, das wie angegossen sitzt.

Diesem Problem hat sich Jan-Vinzenz Krause mit seinem Portal Vinico angenommen: Für die individualisierte Kondomberatung kann sich jeder Kaufinteressent zuerst ein Maßband ausdrucken, um seinen Penis zu vermessen. Mit der Hilfe des Kondom-Guides findet anschließend jeder Mensch in sechs Schritten sein Lieblings-Kondom, denn das Sortiment umfasst mittlerweile 120 verschiedene Modelle.

Idee 2: Individuelle Geschenke

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – insbesondere, wenn sie voll den Geschmack des Beschenkten treffen. Am Besten geht das natürlich mit ganz individuellen Präsenten. Wer danach in Geschäften sucht, muss aber viel Zeit mitbringen – und kann trotzdem scheitern, wenn es vor Ort die passenden Artikel nicht zu erwerben gibt. Auch im Internet ist die Suche mitunter schwierig, weil Geschenke in Online-Shops in der Regel nur Beiprogramm sind.

Auf der Seite Your Presents finden sich hingegen nur Geschenkartikel: In elf verschiedenen Kategorien von Getränken und Süßigkeiten über Kleidung und Düfte bis hin zu Technik und Wohn-Accessoires findet sich wohl für wirklich jeden Geschmack etwas Passendes. Das Besondere dabei: Alle diese Artikel lassen sich personalisieren. Neben der simplen Widmung lassen sich etwa indviduelle Schokolinsen ebenso bestellen wie Sektflaschen mit Etiketten, die zum jeweiligen Anlass passen.

Martin Jost, der Inhaber des Portals, stellt diese ganzen schönen Sachen natürlich nicht selbst her, sondern hat für seinen Online-Shop die Geschenkideen verschiedener Hersteller zusammengetragen. Er selbst nimmt nur die Bestellungen auf und leitet sie an die Hersteller weiter – so spart er sich das Geld für die Lagerhaltung.

Idee 3: Lieferservice-Finder

Dieses Problem kennen vor allem Leute, die viel vorm Computer sitzen: Irgendwann knurrt der Magen, doch der Kühlschrannk ist leider leer. Auswärts essen kommt zu teuer, und außerdem müsste man dafür ja den Rechner verlassen – doch das geht gar nicht. Abhilfe schafft hier der Lieferservice, dessen Nummer der Nerd natürlich im Kopf hat. Leider aber nur diese eine. Und so bleibt irgendwann doch nur die Recherche nach einer weiteren, denn Pizza wird selbst dann irgendwann langweilig, wenn man aus zwanzig verschiedenen Belägen wählen kann.

Rettung findet der abwechslungshungrige Magen auf der Seite Lieferheld: Wer hier seine Adresse eingibt, erhält eine Auswahl von Lieferdiensten in seiner Umgebung angezeigt und kann unter verschiedenen Küchen wählen. Innerhalb der getroffenen Auswahl klickt er sich zur Homepage des bevorzugten Anbieters, ordert online und kann seine Bestellung gleich auch noch bezahlen. Kurze Zeit später klingelt dann der Bote an der Tür und macht dem Hunger ein Ende.

Dieses Modell rechnet sich für den Anbieter, weil die gelisteten Lieferdienste pro Bestellung einen Teil des Umsatzes zahlen. Für die Gastronomen rentiert sich dieser Einsatz, weil sie sich so einen weiteren Vertriebskanal erschließen. Und der Computerfreak profitiert, weil er so fast perfekt an sein Essen kommt: Nur ausdrucken wäre noch schöner.

Idee 4: Prepaid-Karten fürs Ausland

Wer im Ausland sein Handy nutzen will. flucht hinterher oft über die Gebühren, die er für die dauernder Erreichbarkeit zahlen muss. Wer selbst telefoniert oder auch nur SMS verschickt, darf noch tiefer in die Tasche greifen. Zwar hat die EU gerade die Roaming-Gebühren drastisch beschnitten, doch es gibt ja noch andere Destinationen, und da besteht das Problem nach wie vor.

Abhilfe schaffen da Prepaid-Karten des jeweiligen Aufenthaltslandes. Bloß: Einmal am Flughafen oder Zielort angekommen hat man selten die Muße, aus dem Kartensortiment die richtige Wahl zu treffen, denn die ist in der Regel entweder ziemlich beschränkt oder beinahe unüberschaubar. Weil dann oft auch noch Verständigungsprobleme dazu kommen, bleibt oft nur der Kauf auf gut Glück.

Besser ist es, die Telefonkarte bereits in Deutschland zu kaufen. Boris Hartmann, der Mensch hinter der Prepaidbox, ist ein alter Hase im Mobilfunkgeschäft und kennt sich deswegen im weltweiten Tarifdschungel aus. So kann er seinen Kunden genau die Karte verkaufen, die ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht – egal, ob sie auf Urlaubs- oder Geschäftsreise gehen.

Idee 5: Modische Accessoires

Modeartikel haben nur einen Zweck: gut auszusehen. Und natürlich müssen sie trendy sein. Wenn es sein muss, kaufen Modebewusste deswegen auch Brillen mit hippen Gestellen, obwohl sie gar keine Sehhilfe brauchen. Simples Fensterglas sorgt dafür, dass sie dabei keine Probleme mit der Optik bekommen.

Trotzdem sind solche Augengläser leider kein billiges Vergnügen. Für Preisbewusste – aber nicht nur für die – sind die Papp-Brillen des Berliner Designers Cantemir Gheorghiu gerade richtig. Sie kommen ohne Gläser daher, sind aus verschiedenen Kartons gefertigt, mit modischen Accesoires versehen – und ein echter Hingucker.

Was letztes Jahr als Party-Idee und Persiflage auf die Brillen-Nerds gestartet wurde, avancierte durch geschicktes Marketing schnell zum Trend und landete gar im Sortiment verschiedener namhafter Brillenläden. Dieses Jahr blieb’s allerdings recht ruhig um die neckischen Gesichtszierden. Es scheint, als ob die an sich nette Idee nur ein Strohfeuer war. Dem Designer selbst wird sie allerdings auch so nützen: Er hat sich damit einen Namen gemacht.

Natürlich ist das nur eine winzige Auswahl beindruckender Geschäftkonzepte. Wir brennen darauf, weitere kennenzulernen. Wenn Sie also eine solche Klasse-Idee kennen: Schreiben Sie uns!