Selbstannahme lernen: 3 Übungen
Ich find' mich gut. Kleiner Satz, große Wirkung. Und große Herausforderung, denn es ist gar nicht so leicht, diesen Satz zu sich selbst zu sagen und auch so zu meinen. Selbstannahme ist vielen zwar ein Begriff, doch nur ein kleiner Teil betreibt diese auch aktiv. Die meisten sind stattdessen unzufrieden mit sich, konzentrieren sich nur auf die eigenen Schwächen und haben an sich selbst immer etwas auszusetzen. Doch Selbstannahme lässt sich auch lernen...

Selbstannahme: Eine kurze Definition

Das Konzept der Selbstannahme ist einfach und im Grunde steckt die Bedeutung bereits im Wort selbst: Es geht darum, die eigene Persönlichkeit anzunehmen, sich selbst gut zu finden und sagen zu können, dass man sich genau so zu schätzen weiß, wie man ist.

Was so einfach klingt, ist für viele Menschen nur schwer in die Tat umzusetzen. Es findet sich immer etwas, dass man an sich selbst ändern möchte. Mehr Spontaneität, ein selbstbewussteres Auftreten, mehr Sportlichkeit, das Erlernen einer Fremdsprache oder die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Die Möglichkeiten sind endlos. Doch es ist falsch anzunehmen, dass all diese Wünsche auf Veränderung oder Verbesserung der eigenen Persönlichkeit der Selbstannahme im Weg stehen würden. Stattdessen geht es darum, sich gerade mit seinen eigenen Schwächen, Potenzialen oder auch persönlichen Fehler auseinanderzusetzen und zu dem Ergebnis zu kommen: Genau so, wie ich bin, ist es richtig.

Gelingt es, sich selbst so anzunehmen, wie man eben ist, öffnet man sich selbst die Tür zu vielen positiven Entwicklungen.

  • Sie entwickeln ein größeres Selbstbewusstsein. Selbstannahme verleiht ein ganz neues Gefühl der Sicherheit, das die Grundlage von selbstbewussten Handlungen und Entscheidungen bilden kann.
  • Sie können sich weiterentwickeln. Zu wissen, wo man steht und den Status Quo zu akzeptieren, bedeutet nicht, dass man es dabei belassen muss. Vielmehr kann es der Startpunkt sein, um die Dinge anzugehen, in denen Sie sich gerne weiterentwickeln würden.
  • Sie können besser mit Kritik umgehen. Kritik ist besonders dann verletzend, wenn sie unserem Selbstbild widerspricht, uns unvorbereitet trifft oder einen Punkt anspricht, an dem wir leicht zu verletzen sind. Wer sich jedoch selbst annimmt, kennt seine Schwachstellen und kann die Kritik positiv aufnehmen, anstatt diese persönlich zu nehmen.
  • Sie können ehrlich zu sich selbst sein. Es ist nicht immer einfach, ehrlich zu sich selbst zu sein. Wir belügen uns selbst, um uns zu schützen oder ein besseres Bild von uns selbst behalten zu können. Dies geschieht meist unbewusst, doch wer sich selbst annimmt, kann aufhören, sich die eigenen Fehler schön zu reden.
  • Sie haben mehr Spaß an Ihrem Leben. Selbstannahme kann die gesamte Wahrnehmung positiv beeinflussen. Mit sich selbst im Reinen zu sein, macht es gleichzeitig auch möglich, alle Dinge im Leben mit anderen Augen zu sehen. Sie werden sowohl dankbarer als auch glücklicher werden, wenn es Ihnen gelingt, sich selbst zu akzeptieren.
  • Sie sind zufriedener mit sich selbst. Jeder erwartet von sich selbst besonders viel. Immer die besten Leistungen und fehlerfreie Ergebnisse sind das Mindeste. Die eigenen Schwächen anzunehmen, bedeutet aber auch, zufrieden mit sich selbst zu sein, wenn es mal nicht so perfekt läuft, wie man es sich vorgestellt hat - und trotzdem an die eigenen Stärken zu glauben.

3 Übungen mit denen Sie Selbstannahme lernen können

PathDoc/shutterstock.comNur den wenigsten Menschen gelingt es ohne weiteres, sich selbst so anzunehmen, wie sie sind. Die Ansprüche sind zu hoch, die eigenen Fehler zu schwerwiegend oder der Gedanke, mit sich selbst zufrieden zu sein, zu abwegig. Doch Selbstannahme lässt sich lernen, wenn Sie bereit sind, ein wenig Zeit und vor allem Ehrlichkeit zu investieren. Wir haben drei Übungen für Sie aufgelistet, die Ihnen dabei helfen können, sich selbst anzunehmen.

  1. Machen Sie eine Bestandsaufnahme

    Um zu lernen, sich selbst anzunehmen, ist es sinnvoll, sich überhaupt mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Zwar sind wir oft der Meinung, uns selbst am besten zu kennen, doch liegen Selbstbild und Fremdwahrnehmung meist weit auseinander. Hinterfragen Sie also Ihre Stärken und Schwächen - und holen Sie dazu auch ehrliches Feedback von Freunden und Familie. Mit dieser Bestandsaufnahme erhalten Sie ein vollständiges Bild und stellen vielleicht sogar bereits fest, dass Sie weit weniger Schwächen haben, als Sie gedacht haben.

  2. Loben Sie sich selbst

    Viele Menschen sind geübt darin, sich selbst zu kritisieren und für Fehler zu rügen. Das Gegenteil praktizieren hingegen nur wenige, weil es einen schlechten Ruf hat. Eigenlob stinkt heißt es im Volksmund, doch sich selbst für eine Leistung oder auch einfach ohne Grund zu loben, ist eine wichtige Voraussetzung, um sich selbst zu akzeptieren. Wenn Sie sich nicht selbst von Zeit zu Zeit loben, macht es vielleicht auch kein anderer und zurück bleiben nur Zweifel, ob die eigenen Errungenschaften und Stärken vielleicht doch nicht so gut waren, wie man selbst dachte.

  3. Lernen Sie Ihre eigenen Erwartungen kennen

    Oft haben wir das Gefühl, den verschiedensten Erwartungen gerecht werden zu müssen. Die einzigen, die dabei leider meist unbeachtet bleiben, sind die eigenen. Schreiben Sie auf, welchen Erwartungen Sie an sich selbst haben. Was wollen Sie erreichen, wo wollen Sie noch hin oder auch was erwarten Sie von sich selbst? Sich an den eigenen Erwartungen zu messen, kann ein wichtiger Schritt sein, um zu akzeptieren, wer man selbst ist und welche Schritte gemacht werden müssen, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

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