Selbsttest: Welcher Networking-Typ sind Sie?
Vitamin B, netzwerken, networking, Kontakte knüpfen - es gibt viele Ausdrücke dafür, Beziehungen zu neuen Menschen aufzubauen. Im beruflichen Umfeld sind diese Beziehungen sehr wertvoll, denn Sie ermöglichen es einem, sich weiterzuentwickeln, Ideen und Neuigkeiten auszutauschen und von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. In manchen Fällen helfen Sie sogar dabei, sich selbstständig zu machen, einen neuen Job zu finden oder befördert zu werden. Einigen fällt es dabei leichter, auf ihre Mitmenschen zuzugehen, andere kostet das Überwindung. Finden Sie in unserem Selbsttest heraus, zu welchem Networking-Typ Sie zählen...

Worauf kommt es beim Networking an?

Ein berufliches Netzwerk aufbauen, das förderlich für die Karriere ist - leichter gesagt, als getan. Für viele ist Kontaktpflege ein reines Zahlenspiel, insbesondere im Internet: Je mehr Kontakte, desto besser. Fehler! Wenn Beziehungen wirklich wirken sollen, geht es nie um Quantität, sondern um Qualität. Oder anders formuliert: Man muss nicht viele Leute kennen, sondern die richtigen.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen: Wer sind denn die richtigen Leute? Das hängt immer von den eigenen Karrierezielen und -plänen, der Branche und dem Job ab. Aber im Kern – und das ist der Trick – sollten Sie in ihrem Netzwerk zwei Arten von Menschen (ver)sammeln:

  • Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie. Diese Gruppe sollte nicht allzu groß ausfallen, weil sonst erfahrungsgemäß der Austausch leidet, und es immer schwieriger und aufwändiger wird, diesen regelmäßig zu organisieren. Mit dieser Gruppe tauschen Sie sich über Arbeitgeber, Karriereerfahrungen, Weiterbildungen, Kongresse und Tagungen aus.
  • Menschen, die schon dort sind, wo Sie hinwollen. In dieser Gruppe befinden sich Ihre Mentoren. Menschen, die viel Erfahrung und Insiderwissen haben. Davon können Sie viel lernen.

Wie der Selbsttest funktioniert

Der Selbsttest besteht aus zehn Fragen. Für die Antworten wird eine unterschiedliche Punktzahl vergeben. Bitte addieren Sie jeweils die Punktzahl Ihrer Antworten zusammen. Am Ende gelangen Sie so zu Ihrer Auswertung.

Welcher Networking-Typ sind Sie?

1. Frage: Wie viel Networking-Veranstaltungen besuchen Sie durchschnittlich jeden Monat?

  • Puh, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. (3 P.)
  • Och, so ein bis zwei werden es wohl sein. (1 P.)
  • Moment, jeden Monat?! Das ist mir viel zu stressig. Ich nehme nur an großen Events einmal jährlich Teil. (2 P.)

2. Frage: Wie lange bleiben Sie auf Stammtischen, Tagungen und ähnlichen Events?

  • Ich schaue kurz vorbei, gehe dann aber relativ schnell wieder. (1 P.)
  • Ich gehöre eigentlich immer zu den letzten, die gehen. Man trifft einfach so viele Leute und hat so viel zu erzählen. (3 P.)
  • Das kommt ganz darauf an, wie viele Menschen mich ansprechen. (2 P.)

3. Frage: Wie knüpfen Sie neue Kontakte?

  • Freunde und Bekannte stellen mir diese vor. (2 P.)
  • Ich warte ab, bis ich angesprochen werde. (1 P.)
  • Ich gehe auf neue Menschen zu, stelle mich vor und komme ins Gespräch. (3 P.)

4. Frage: Mit wem gehen Sie Essen oder einen Kaffee trinken in der Mittagspause?

  • Das wechselt, mal mit den Kollegen aus der Buchhaltung, mal mit einem Kunden und mit meinem Büronachbarn. (3 P.)
  • Wer gerade Zeit und Lust hat. (2 P.)
  • Ich gehe immer mit den Kollegen, die in meinem Büro sitzen, essen. Wir verstehen uns sehr gut. (1 P.)

5. Frage: Sie sitzen mit den Kollegen beim Mittagstisch und diese unterhalten sich über das Wochenende. Wie nehmen Sie am Gespräch teil?

  • Ich höre größtenteils zu. (1 P.)
  • Ich erzähle von meinen Plänen, tausche mich mit den Kollegen über die besten Ziele für Kurztrips aus und gebe Empfehlungen. (3 P.)
  • Das kommt auf meine Laune an. Mal diskutiere ich mit, mal bin ich genervt. (2 P.)

6. Frage: Welche Kontakte sind in Ihrem beruflichen Netzwerk?

  • Eigentlich alle, mit denen ich so zu tun habe. (2 P.)
  • Kollegen, mit denen ich mal zusammengearbeitet habe. (1 P.)
  • Ich suche mir meine Kontakte gezielt aus. (3 P.)

7. Frage: Wie verbringen Sie Ihren Freitagabend?

  • Am liebsten gehe ich aus, entweder zu einer Party, essen mit Freunden und Bekannten. Irgendetwas ist immer. (3 P.)
  • Gemütlich auf der Couch mit einem guten Buch oder Spielfilm. (1 P.)
  • Meistens ruft einer von meinen Freunden oder Bekannten an und wir unternehmen etwas. Gerne auch ein Feierabendbier mit den Kollegen. (2 P.)

8. Frage: Sie haben sich auf einem Networking Event gut mit jemandem verstanden. Was passiert danach?

  • Ich hoffe, die Person meldet sich bei mir. Wir haben die Kontaktinformationen ausgetauscht. (1 P.)
  • Einige Tage später melde ich mich bei der Person und vereinbare ein weiteres Treffen. (3 P.)
  • Ich muss zugeben, oft vergesse ich mich zu melden. (2 P.)

9. Frage: Sie lernen jemand neues kennen. Wie stellen Sie sich vor?

  • Ich nenne meinen Namen und lächle schüchtern. (1 P.)
  • Ich lächle, stelle Augenkontakt her, stelle mich vor und erfrage Details zu meinem Gegenüber. (3 P.)
  • Ich grinse, sage kurz "Hi" und bin auch schon wieder weg. In der anderen Ecke habe ich einen Bekannten gesichtet. (2 P.)

10. Frage: Wie gehen Sie mit beruflichen Erfolgen um?

  • Ich leiste gute Arbeit und will auch, dass meine Kollegen und mein Chef das wissen. Fortschritte und Erfolge teile ich gerne. (3 P.)
  • Es ist mir peinlich, über Erfolge zu sprechen. Es heißt doch Eigenlob stinkt. (1 P.)
  • Meine Leistungen sprechen für sich oder? (2 P.)

Soziale Netzwerke: Frauen kommunizieren, Männer konkurrieren

Michael Szell und Stefan Thurner analysierten die Daten von 300.000 Nutzern sozialer Netzwerke, die Anzahl ihrer Freunde, wie oft diese miteinander interagierten, ob sie in kleinen Gruppen organisiert und wie stabil die Beziehungen letztlich waren. Die beiden Forscher staunten jedoch nicht schlecht: Es gab deutliche Unterschiede zwischen den Männern und den Frauen.

Kurz gesagt: Während sich Frauen um stabile Beziehungen bemühen, konkurrieren die Männer vornehmlich untereinander.

Tatsächlich unterscheiden sich die Netzwerk-Strategien von Männern und Frauen schon im Ansatz: Frauen zum Beispiel sammeln keine Kontakte, sondern haben laut Studie wesentlich mehr Online-Partner, mit denen sie auch kommunizieren; sie pflegen echte Freundschaften; organisieren diese in einzelnen Grüppchen und Zirkeln und achten darauf, dass diese Beziehungen stabil bleiben. Gegenüber Freundschaftsanfragen - vor allem den von Männern - sind sie eher zurückhaltend.

Zum Vergleich: Männer suchen vornehmlich den Kontakt zu Multiplikatoren und Rädelsführern; ihre Freundschaften pflegen sie weitaus weniger intensiv, auch sind sie weniger kooperativ und unterstützend - nicht zuletzt, weil Männer mehr konkurrieren. Untereinander! Bekommen Sie indes von Frauen eine Freundschaftsanfrage, sagen die meisten sofort "Ja".

Die Ergebnisse sind zwar keine Raketenwissenschaft, dennoch decken sich in Teilen mit unseren Erfahrungen, vor allem in einem Punkt: Wer kurzfristig Unterstützer sucht, kann sich online eher auf die Hilfe der Freundinnen verlassen als auf die der Freunde. Männer geben einem eher das Feedback: Du willst doch bloß Aufmerksamkeit, Links, Traffic, Geld verdienen... Frauen dagegen kommentieren: Schöne Aktion! Das empfehle ich gleich weiter...

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