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Ob privat oder im Job, jeder Mensch möchte respektiert werden. Studienergebnisse des Forschungsprojekts Respect Research Group zeigten, dass Respekt an zweiter Stelle der Dinge steht, die sich Arbeitnehmer im Job wünschen. Nur interessante Aufgaben waren den Studienteilnehmern wichtiger. Respekt und das damit verbundene Ansehen stehen über Gehaltserhöhungen und Boni. Doch gleichzeitig zeigte die Studie auch, dass auf dem Gebiet viel Verbesserungspotential besteht und sich die Befragten mehr Respekt im Job wünschen - vor allem von Vorgesetzten. Doch bleibt die Frage unbeantwortet, wie man sich mehr Ansehen und Respekt im Job verschaffen kann. Wir haben Tipps für mehr Respekt im Job gesammelt...

Respekt - Was bedeutet das eigentlich?

Respekt Definition Respekt Synonym Respekt Sprüche Respekt ZitateRespekt kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Rücksicht oder Berücksichtigung. Gemeint ist damit eine Form der Wertschätzung und Anerkennung. Synonyme für Respekt sind beispielsweise Ehrfurcht, Hochachtung oder auch Höflichkeit. Diese Begriffe drücken je nach Situation noch etwas anderes aus.

Im Englischen ist Respekt neutraler besetzt und bedeutet eher Achtung. Im Deutschen Sprachgebrauch kann Respekt eine Form der Unterwerfung darstellen. So hat Respekt auch eine unterschiedliche Gewichtung, je nach Status oder Amt. Viele Menschen werden hohen Würdenträgern automatisch respektvoll begegnen ohne sie persönlich zu kennen.

Gleichzeitig hat sich gesellschaftlich in den letzten Jahrzehnten ein Wandel vollzogen: Respekt im Sinne von (Ehr-)Furcht haben Schüler beispielsweise nicht mehr in dem Maße wie noch vor 60 Jahren etwa, als die Prügelstrafe noch angewandt wurde.

Andererseits - ein Mangel an Respekt wurde schon immer beklagt:

Respekt zu bezeugen ist heutzutage fast ebenso schwer, wie Respekt zu verdienen. (Joseph Joubert)

Wenn die jungen Leute wüßten, wie wir von der älteren Generation haben auf Zack sein müssen, um überhaupt so alt zu werden, hätten sie mehr Respekt vor uns. (Unbekannt)

Es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis als Person wahrgenommen und geschätzt zu werden. Dieser Wunsch entsteht mit der Geburt und begleitet uns ein Leben lang. Wir wollen stolz sein können auf das, was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten zu leisten in der Lage sind.

Auf Fragen keine Antworten zu bekommen oder nicht ernst genommen zu werden - ein Mangel an Respekt ist schmerzlich. Es schädigt das Selbstwertgefühl. Zweifel entstehen: Bin ich es überhaupt wert gut behandelt zu werden? Hat der andere mit seinem respektlosen Verhalten vielleicht doch recht? Anerkennung von außen beeinflusst, was wir selbst über uns denken.

Respekt am Arbeitsplatz: Deshalb ist er wichtig

Je besser die Zusammenarbeit im Job funktioniert, desto besser sind die Ergebnisse. Doch was so einfach klingt, ist im Arbeitsalltag mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Wertvorstellungen und Arbeitsweisen prallen aufeinander. Damit spielt der Umgang miteinander eine entscheidende Rolle. In seinem Buch Respekt schreibt René Borbonus folgendes dazu:

Respekt ist das Schmiermittel der Gesellschaft. Er definiert unsere Beziehungen und unser gesamtes Sozialverhalten wie kein anderer Faktor menschlichen Miteinanders.

Auch der Psychologe Niels Van Quaquebeke von der Kühne Logistics University forscht zu Respekt am Arbeitsplatz. Zwei unterschiedliche Arten von Respekt gibt es, den vertikalen Respekt und den horizontalen:

  • Vertikaler Respekt

    Hier wird die Differenz als besonders positiv wahrgenommen. Man zollt dem anderen Respekt, da wir in ihm herausragendes Wissen, besondere Fähigkeiten und Leistungen oder Eigenschaften entdecken, die wir hoch schätzen, vielleicht sogar bewundern. Bei vertikalem Respekt folgen andere freiwillig und gerne der Person, jedenfalls in den Bereichen, für die man besonders achtet. Aufgrund der Hierarchie - jemand ist höhergestellt, da er über Erfahrung und Fachwissen verfügt - kommt diese Form des Respekts häufig zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter vor.

  • Horizontaler Respekt

    Man nimmt den anderen als gleichwertig wahr und behandelt ihn entsprechend. Weil das Gegenüber als gleichwertig erkannt wird, geht man in seinen Handlungen auf dessen Wünsche ein. Horizontaler Respekt kennt keine Abstufungen, nur unterschiedliche Intensität. Er kann sich in Höflichkeit ausdrücken, muss es aber nicht. Horizontaler Respekt ist vor allem unter Kollegen zu finden.

Nur wer sich von seinem Chef und seinen Kollegen respektiert fühlt, ist bereit Entscheidungen mitzutragen, Informationen weiterzugeben, den Dialog zu suchen und ist motiviert sein Bestes zu geben.

Fühlen sich Mitarbeiter von Ihrem Chef nicht respektvoll behandelt, beispielsweise weil dieser sie nicht für voll nimmt, über ihren Kopf hinweg Entscheidungen trifft oder Meinungen einfach übergeht, schalten viele auf stur. In der Regel bedeutet das, dass sie nur noch Dienst nach Vorschrift schieben oder das Unternehmen ganz verlassen.

Dabei entsteht durch mangelnde Anerkennung und Achtung jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von nahezu 100 Milliarden Euro - so die Ergebnisse der aktuellen Gallup-Studie (PDF). Zumindest im Führungsstil sollte ein respektvoller Umgang ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur sein.

Umgekehrt können allerdings auch Mitarbeiter es an Respekt ihrem Chef gegenüber fehlen lassen. Das kann der Fall sein, wenn eine junge, noch unerfahrene Person die Rolle des Vorgesetzten einnimmt. Die Mitarbeiter fühlen sich dann mindestens ebenbürtig, in fachlicher Hinsicht womöglich gar überlegen.

Aber auch älteren Chefs gegenüber kann es an Respekt mangeln - etwa wenn sie zu geringes Durchsetzungsvermögen zeigen. Dies wird von vielen Mitarbeitern als Schwäche ausgelegt.

Respekt: Wie bekommt man Respekt?

Viele verstehen jedoch nicht, dass Respekt eine innere Einstellung ist und sich damit nicht erzwingen lässt. Der erste Schritt, um respektiert zu werden, ist, anderen Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen. Nur dann können Sie darauf hoffen, ebenso behandelt zu werden.

Wohlgemerkt hoffen, eine Garantie oder gar einen Automatismus gibt es dafür nicht und es gibt auch nicht unbedingt einen direkten Zusammenhang zwischen Ihrem Verhalten, dem Ihrer Kollegen und dem Ihres Chefs.

Es kann durchaus vorkommen, dass Sie Kollegen und Vorgesetzte respektvoll und wertschätzend behandeln und im Gegenzug abfällige Bemerkungen, offensichtliches Desinteresse oder Ablehnung und Anfeindungen erleben. Das ist glücklicherweise zwar nicht die Regel, kann aber vorkommen.

Hier kommt es auf Ihre Haltung und Intention an. Begegnen Sie Ihren Kollegen mit Respekt und Wertschätzung, weil dies wirklich Ihre Grundüberzeugung ist und Sie Ihre Mitmenschen tatsächlich schätzen, werden solche Rückschläge zwar nicht angenehm sein, können Sie jedoch auch nicht völlig demotivieren.

Respekt wird somit zum Selbstzweck. Wer nur respektvoll auftritt, um damit selbst mehr Respekt zu erhalten, wird schnell feststellen, dass er mit seinem Verhalten nicht weiterkommt und dass sein Umfeld sein Vorhaben schnell durchschauen wird. Aufrichtiger Respekt anderen gegenüber ist nur möglich, wenn man aus Überzeugung handelt und keine Hintergedanken hat.

Respekt: Auch eine Frage der Wertschätzung

Wie bekommt man Respekt Respekt verschaffen Arbeit Respekt am ArbeitsplatzRespekt und Wertschätzung sind eng miteinander verknüpft, doch fällt es vielen schwer, ihre Wertschätzung auszudrücken.

Stattdessen lässt man es entweder ganz bleiben oder wählt Formulierungen, die alles andere als passend sind. Diese drei Tipps können Ihnen helfen, Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen:

  • Seien Sie ehrlich. Wertschätzung muss vor allem ehrlich sein, Ihre Körpersprache wird Sie verraten, wenn Sie es nicht sind. Ihre Mimik und Gestik wird Ihrem Gegenüber zeigen, was Sie wirklich denken. Nur wenn Sie echte Wertschätzung empfinden, werden Sie diese auch glaubhaft ausdrücken können.
  • Werden Sie konkret. Auch wenn es das bei Wertschätzung nicht zwingend braucht – es hilft: Sagen Sie explizit, warum und wofür Sie jemanden schätzen. Verzichten Sie auf ein allgemeines gut gemacht, sondern heben sie die gelungenen Aspekte einer Aufgabe hervor.
  • Lassen Sie Ihr Gegenüber die erste Geige spielen. Die Wertschätzung für eine andere Person bedroht gleichzeitig das eigene Ego. Sie fragen sich vielleicht: Ist der andere besser als ich? Wer sein eigenes Ego nicht ab und zu zurücknehmen kann, wird auch keine echte Wertschätzung zeigen können. Überlassen Sie daher die Leitung eines Projekts auch mal dem Kollegen. Damit zeigen Sie diesem, dass Sie ihm zutrauen, wichtige Aufgaben zu übernehmen.

Respekt verschaffen: Arbeit an der Persönlichkeit

Respekt fliegt einem nicht einfach so zu, sondern muss verdient werden. Neben dem respektvollen und wertschätzenden Umgang mit Ihren Kollegen und Ihrem Chef gibt es einige Eigenschaften, mit denen Sie sich den Respekt sowohl von Arbeitskollegen, Vorgesetzten, Kunden, aber auch von Freunden und bekannten zu erarbeiten. Dazu gehören...

Nun könnte man durchaus anmerken, dass einige dieser Eigenschaften - besonders Ehrlichkeit und auch klare Standpunkte - nicht unbedingt bei jedem gut ankommen und daher auch keinen Respekt verschaffen. Das mag auf den ersten Blick - und in manchen Unternehmen auch nach dem zweiten und dritten Blick - stimmen. Daraus sollte aber keine falsche Schlussfolgerung über den Respekt gezogen werden.

Es mag sein, dass Ihr Chef oder Ihre Kollegen über schonungslose Ehrlichkeit nicht gerade erfreut sind und darauf mit Abwehr und Vorwärtsverteidigung reagieren. Es ist schließlich nichts Neues, dass klare Standpunkte anecken und Konflikte provozieren können.

Doch das bedeutet nicht unbedingt, dass Ihre Kollegen oder Ihr Chef Sie nicht respektieren. Verwechseln Sie Respekt nicht mit Sympathie, denn diese beiden Eigenschaften gehören nicht zwingend zusammen und können wunderbar getrennt voneinander existieren.

Nicht selten genießen Menschen, mit denen Sie viele Konflikte und Diskussionen austragen müssen, gleichzeitig Respekt und hohe Anerkennung, auch von Ihnen selbst.

Respekt: Umgang mit schwierigen Kollegen

Respekt verschaffen bei Männern Respekt am ArbeitsplatzAber was machen Sie, wenn Sie mit schwierigen Kollegen zu tun haben? So manches Verhalten stellt uns vor Herausforderungen, Horrorkollegen gibt es zur Genüge, etwa den Choleriker.

  • Was ist es, was Sie so massiv an Ihrem Kollegen stört?
  • Wie empfinden Sie das Verhalten - sind Sie eher eingeschüchtert, erbost, genervt oder enttäuscht?
  • Worüber regen Sie sich bei ihm auf?
  • Welche Fehler macht Ihr Kollege?
  • Welche positiven Seiten sehen Sie an ihm?
  • Welche Sachen macht er gut?

Versuchen Sie mit diesen Fragen ein möglichst faires Bild zu zeichnen und sich darüber klar zu werden, was genau an Ihrem Kollegen Sie unsympathisch finden oder auch nicht. Nehmen Sie sich die Zeit, sein Verhalten zu analysieren und Ihre Empfindungen zu verstehen.

Manchmal vermissen solche Kollegen womöglich Anerkennung für ihre Arbeit. Auch kann es hilfreich sein, sich in diese Person hineinzuversetzen: Welchen Nutzen zieht sie aus diesem Verhalten? Vielleicht helfen Ihnen auch Erlebnisse in der Vergangenheit dabei, in der gegenwärtigen Situation mit ihm umzugehen: Wie haben Sie sich da verhalten, lässt sich die Situation vielleicht übertragen?

Sie sollten sich nach Möglichkeit vergegenwärtigen, dass Respekt eben auch Achtung des Andersseins beinhaltet - ohne dass Sie deren Verhalten übernehmen müssten.

Respekt verschaffen: Tipps für mehr Ansehen im Job

Sie können niemanden dazu zwingen, Sie zu respektieren. Schon der Versuch führt meist ins genaue Gegenteil und endet darin, dass Sie bei der betroffenen Person jegliche Anerkennung verlieren. Ob Sie respektiert werden oder nicht, hängt von Ihrer Außenwirkung, Ihrem Auftreten, Ihren Entscheidungen und Ihrem Verhalten ab.

Mit Ihrem Verhalten können Sie indirekt auf Ihre Mitmenschen einwirken, ohne dass diese sich gedrängt oder gar genötigt fühlen. Dies wird in der Regel einige Zeit in Anspruch nehmen, lassen Sie also nicht gleich frustriert den Kopf hängen. Hier einige Anregungen, wie Sie mehr Respekt und Anerkennung im Job verschaffen können.

  • Respektieren Sie sich selbst.

    Um Respekt von anderen zu erhalten, muss man sich diesen zunächst selbst entgegenbringen. Wer sich immer klein macht, lädt andere dazu ein dies auch zu tun. Fällt Ihnen das schwer, vergegenwärtigen Sie sich Ihre Stärken und Erfolge. Hier ist nicht die Rede davon, sich plump einzureden Ich bin toll, sondern davon, sich ganz konkret Situationen vor Augen zu führen, in denen man stolz auf sich selbst war. Mit der nötigen Selbstachtung werden auch andere Menschen Ihnen respektvoller begegnen.

  • Achten Sie auf Ihr Äußeres.

    Auch Ihre Kleidung signalisiert, was Sie von sich selbst denken. Kleiden Sie sich nachlässig oder ist Ihnen ein gepflegtes Äußeres wichtig? Wer Wert auf seine Kleidung und sein Äußeres legt, sendet damit die Botschaft: Ich habe Achtung vor mir selbst. Diese Botschaft erreicht auch Ihr Umfeld. Nicht ohne Grund orientieren sich viele Menschen an der englischen Redewendung dress to impress.

  • Achten Sie auf Ihre Körpersprache.

    Wenn Sie schweigen, spricht Ihr Körper weiter. Gestik und Mimik verraten unsere wahren Gefühle und Gedanken. Insbesondere Frauen neigen in ihrer Körpersprache dazu, Hilfsbedürftigkeit auszudrücken, beispielsweise indem sie die Hände hinter dem Rücken verschränken oder den Kopf schief legen. Wer jedoch eine aufrechte Körperhaltung einnimmt, den Blickkontakt sucht und mit einem festen Händedruck aufwartet, strahlt Selbstbewusstsein aus und nötigt seinem Gegenüber mehr Respekt ab.

  • Glänzen Sie mit Fachwissen und Leistung.

    Zeigen Sie, was in Ihnen steckt und wo Ihre Stärken liegen. Sie haben ein klares Profil und ein Gebiet auf dem Sie brillieren können. Mit dem richtigen Eigenmarketing werden auch Ihr Chef und Ihre Kollegen darauf aufmerksam. Wer durch herausragende Leistungen und besondere Fähigkeiten positiv auffällt, wird respektiert und erarbeitet sich einen Ruf.

  • Scheuen Sie sich nicht vor Diskussionen.

    Stehen Sie zu Ihren Werten und Ansichten. Ja-Sager oder Menschen ohne Rückgrat und Haltung ernten sicherlich vieles, nur ganz sicher keinen Respekt. Kollegen und Vorgesetzte sollten sehen, dass Sie eine eigene Meinung haben. Versuchen Sie daher nicht, es allen recht zu machen. Es kann manchmal unangenehm sein, doch Respekt verschaffen Sie sich, wenn Sie auch mal widersprechen können und Ihre Position mit guten Argumenten verteidigen.

  • Bleiben Sie sachlich.

    Manche Diskussion artet aus, indem Teilnehmer Dinge persönlich nehmen beziehungsweise auch persönlich werden: Besser ist es, sich an Fakten zu halten. Wer nicht nur wilde Behauptungen aufstellt, sondern das Gesagte ruhig belegen kann, wird von anderen respektiert und geschätzt werden.

  • Verstellen Sie sich nicht.

    Sie geben nicht vor, jemand anderes zu sein als Sie sind. Sie kennen Ihre Stärken, aber auch Ihre Schwächen und stehen dazu. Wer authentisch ist, ist aufrichtig zu sich selbst und zu anderen. Das macht glaubwürdig und sorgt für Respekt, da viele Menschen sich genau dies nicht trauen.

[Bildnachweis: deviyanthi79 by Shutterstock.com]

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