Definition: Was macht eine Personalvermittlung?
Personalvermittler (Synonym: Headhunter, Recruiter) suchen Mitarbeiter für freie Stellen von Unternehmen – oder Jobs für Arbeitnehmer und Bewerber. Handelt die Personalvermittlung im Auftrag von Arbeitgebern, erstellt sie zuerst ein Anforderungsprofil und gleicht dieses mit Kandidaten in einer eigenen Bewerberdatenbank ab (sog. Profiling). Umgekehrt können Sie sich dort auch bewerben, um in die Datenbank aufgenommen zu werden oder sich direkt vermitteln zu lassen.
Was kostet eine Personalvermittlung?
Die meisten Personalvermittlungen sind für Arbeitnehmer und Bewerber kostenlos. Komplett kostenlos ist der Service, wenn Ihnen der Ex-Arbeitgeber aufgrund von sozialverträglichen Entlassungen eine sog. Outplacement-Beratungen bezahlt. Wer als Arbeitssuchender bei der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter gemeldet ist, kann überdies einen Vermittlungsgutschein beantragen, der die Kosten abdeckt. Ansonsten wird eine Personalvermittlung häufig auf Contingency-Basis bezahlt: Erst bei Zustandekommen eines neuen Arbeitsvertrags erhält der Dienstleister ein zuvor vereinbartes Honorar – meist 20-30 % des ersten Jahresgehaltes.
20 Personalvermittlungen für Arbeitnehmer und Bewerber
In der folgenden Liste finden Sie 20 seriöse Personalvermittlungen in Deutschland für Arbeitnehmer und Bewerber (in alphabetischer Reihenfolge):
Personalvermittlung |
Ort |
Link |
| Actief Personalmanagement | Karlsruhe | Link |
| Adecco | Düsseldorf | Link |
| Amadeus Fire | Frankfurt | Link |
| Arwa Personaldienstleistungen | Nieder-Olm | Link |
| Bindan Personal | Stuhr | Link |
| Dekra Arbeit | Stuttgart | Link |
| Gi Group | Düsseldorf | Link |
| Hapeko | Hamburg | Link |
| Hays | Düsseldorf | Link |
| I. K. Hofmann | Nürnberg | Link |
| Iperdi | Weinheim | Link |
| ManpowerGroup | Eschborn | Link |
| Office People | Münster | Link |
| Orizon | Augsburg | Link |
| PEAG Personal | Duisburg | Link |
| Persona Service | Lüdenscheid | Link |
| Piening | Bielefeld | Link |
| Randstad | Eschborn | Link |
| RGF Staffing Germany | München | Link |
| Robert Half | Frankfurt | Link |
| Tempton Group | Essen | Link |
| YER Germany | Düsseldorf | Link |
Wie kann ich mich bei einer Personalvermittlung bewerben?
Nimmt der Personaler direkten Kontakt zu potenziellen Kandidaten auf, spricht man von Active Sourcing. Was aber, wenn Sie selbst gerade auf Jobsuche sind? Zunächst funktionieren die meisten Personalvermittlungen ähnlich wie eine Jobbörse: Sie können auf deren Webseiten oft gleich nach vakanten Stellen suchen. Ergibt Ihre Suche einen Treffer, bewerben Sie sich direkt bei der Personalfirma. Wie die Bewerbung im Detail aussehen muss, entnehmen Sie den jeweiligen Anforderungen. In vielen Fällen reicht ein Kurzprofil. Ansonsten liegen Sie mit folgenden Bewerbungsunterlagen richtig:
Zusätzlich können Sie diese Unterlagen ergänzen:
- Deckblatt
- Bewerbungsfoto
- Motivationsschreiben
- Empfehlungsschreiben
- Referenzen
- Praktikumszeugnisse
- Fortbildungen
- Führerschein, Führungszeugnis
- Arbeitsproben
Die Bewerbung kann teils per E-Mail erfolgen oder als Online-Bewerbung, indem Sie die erforderlichen Formulare und Dokumente bei der Personalvermittlung hochladen. Dafür ist jedoch meist eine vorherige Registrierung notwendig. Die Personalvermittlung prüft dann im ersten Schritt, ob Sie die notwendigen Kriterien erfüllen – und reicht Ihre Bewerbung im positiven Fall an das ausschreibende Unternehmen weiter.
Experten-Tipp für Bewerber
Personalvermittlungen sind daran interessiert, dass die Bewerbung erfolgreich verläuft. Viele Dienstleister bieten daher Hilfe beim Bewerbungsprozess an, indem sie Bewerbungsunterlagen optimieren. Viele geben auf ihrer Seite Bewerbungstipps, wie Sie Ihren Lebenslauf optimieren können oder sich im Vorstellungsgespräch verhalten sollten. Nutzen Sie diese kostenlosen Tipps!
Checkliste: Darauf sollten Bewerber achten
Die meisten Personalvermittlungen arbeiten seriös. Wie in jeder Branche gibt es aber auch hier halbseidene Anbieter. Um sicherzugehen, dass Sie mit einem professionellen Vermittler zusammenarbeiten, der Ihre Interessen schätzt, sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Fragen Sie, ob konkrete Suchaufträge von Unternehmen vorliegen oder ob die Personalvermittlung die Unterlagen ohne Auftrag verschickt.
- Lassen Sie sich Details zu Unternehmen und Position geben. Arbeitgeber geben Beratern und Personalvermittlungen häufig ein Dossier an die Hand, das alle wichtigen Informationen enthält.
- Fragen Sie nach, wie Ihre Bewerberdaten genutzt werden und wer sie erhält. Vereinbaren Sie, dass man Ihre Unterlagen nur mit Ihrer Zustimmung an einen potenziellen Arbeitgeber weiterleiten darf.
- Lassen Sie sich fortlaufend über den Ablauf der Personalvermittlung informieren. So sind Sie immer im Bilde, wenn Ihre Bewerbungsunterlagen verschickt werden, und erfahren, wie Unternehmen darauf reagieren.
Personalvermittlung, Beratung oder Zeitarbeitsfirma?
Im Arbeitsmarkt kursieren für die Jobvermittler unterschiedliche Namen und Begriffe. Zur besseren Abgrenzung erhalten Sie hier eine Definition der wichtigsten Unterschiede:
Ein Headhunter oder Personalberater sucht ausschließlich im Auftrag eines Unternehmens – meist Fach- und Führungskräfte. Werden Top-Manager und Vorstände gesucht, spricht man von Executive Search.
Zeitarbeitsfirmen stellen eigenes Personal „mietweise“ einem anderen Unternehmen zur Verfügung. Alternative Bezeichnungen sind Leiharbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung. Hierbei geht es vorrangig darum, Auftragsspitzen oder kurzfristige Personalengpässe abzudecken.
Eine Personalvermittlung vermittelt offene Stellen von Arbeitgebern an Arbeitnehmer – oder hilft Unternehmen bei der Besetzung. Der Hauptunterschied zur Zeitarbeit liegt darin, dass Bewerber hierbei einen festen Job erhalten und den Arbeitsvertrag direkt mit dem auftraggebenden Unternehmen abschließen.
Lebenslauf-Händler sind die schwarzen Schafe der Branche. Sie agieren ohne konkreten Auftrag von Unternehmen und senden Profile und Lebensläufe von potenziellen Mitarbeitern an Unternehmen und verlangen bei Vermittlungserfolg eine Provision. Das Geschäftsmodell benötigt einen großen Pool an potenziellen Kandidaten, den diese CV-Händler etwa per Telefon, E-Mail oder auf Linkedin oder in öffentlichen Datenbanken ergaunern – oft ohne das Wissen der Arbeitnehmer.
Was sind die Vor- und Nachteile einer Personalvermittlung?
Unserer Erfahrung nach, lohnt es sich erst, eine Personalvermittlung einzuschalten, wenn alle anderen Wege bisher erfolglos geblieben sind. Sie können und sollten bei Ihrer Bewerbungsstrategie zwar deren Jobbörsen einbeziehen. Einen selbstbezahlten Vermittlungsvertrag abzuschließen, empfehlen wir aber nur, wenn die jeweiligen Vorteile die Nachteile überwiegen. Die folgenden Listen helfen Ihnen bei der Abwägung und Entscheidung:
Vorteile für Arbeitnehmer
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Zeitersparnis
Spezialisierte Personalvermittlungen haben meist gute Kontakte in die jeweilige Zielbranche und kümmern sich um viele Details. Im Idealfall wird der Bewerber über den gesamten Bewerbungsprozess betreut. Das spart wertvolle Zeit.
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Bewerbungschancen
Viele Vermittler haben einen guten Überblick über Anforderungen und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Sie besitzen teilweise Insiderkenntnisse von Stellen, die nicht öffentlich ausgeschrieben sind. Davon profitieren Sie als Bewerber.
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Matching
Da die Personalvermittlung beim Profiling die Stärken und Schwächen der Bewerber analysiert, können oft passgenauere Stellen identifiziert werden. Die Wahrscheinlichkeit auf eine dauerhafte Anstellung steigt.
Nachteile für Jobsuchende
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Kosten
Wenn Sie die Jobvermittlung aus eigener Tasche zahlen, können schnell einige tausend Euro zusammenkommen. Deshalb empfehlen wir auch, immer zuerst andere Wege zu nutzen.
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Auswahl
Manche Jobvermittler stellen hohe Anforderungen an Kandidaten. Entsprechen Sie nicht deren Wunschprofil, kassieren Sie eine Absage.
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Einschätzung
Geraten Sie an einen Anfänger oder einen unseriösen Personalberater, der Ihre Kompetenzen und Erfahrungen falsch einschätzt, bekommen Sie auch keine guten Jobangebote.
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Köder
Viele Personalvermittlungen verdienen nur im Erfolgsfall ein Honorar. Um suchenden Unternehmen einen Kandidaten schmackhaft zu machen, kann es sein, dass zusätzlich weniger passende Bewerber vorgeschlagen werden (siehe: Decoy-Effekt). Wenn Sie Pech haben, spielen Sie also nur den Lockvogel. Auch machen manche Personaler falsche Versprechungen. Diese haben wir in einem PDF zusammengefasst.
Keine Frage: Die Zusammenarbeit mit einem Personalvermittler ist manchmal ein Eingeständnis, dass es alleine nicht klappt. Es kann aber genauso ein cleverer und strategischer Schachzug sein, um nicht länger arbeitssuchend zu bleiben und immer weiter Absagen zu kassieren. Mit einem Branchen-Insider an Ihrer Seite sichern Sie sich primär den exklusiven Zugang zu Positionen auf dem verdeckten Stellenmarkt. Das kann als Sprungbrett für den Berufseinstieg, als Beschleuniger beim Branchenwechsel oder als diskreter Türöffner für den nächsten Aufstieg dienen…
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