handschlagOnline-Netzwerken ist kinderleicht: Bei einem Social Network wie Xing, Linkedin, Facebook, Myspace oder StudiVZ anmelden, Leute raussuchen, anklicken, Freundschaftsanfrage mailen, fertig. Für latent Schüchterne und um Worte verlegene Menschen ist das eine enorme Erleichterung. Wer die Netze jedoch genauer anschaut, stellt schnell fest: Wer sich besser kennenlernen will, möchte sich irgendwann auch physisch treffen. Spätestens dann braucht es einen guten Gesprächseinstieg und etwas Smalltalk, um eine reputierliche Figur abzugeben.


Klar, zuerst stellt man sich immer einmal selbst vor, nennt seinen vollen Namen, sagt zwei, drei Sätze zu seinem Beruf und warum man hier ist. Doch spätestens dann gilt es auch Interesse am Gegenüber zu zeigen – idealerweise mit ein paar Fragen. Denn so gut wie jeder Mensch liebt es, über sich selbst zu sprechen. Bei diesem ersten Smalltalk geht es noch nicht um eine Geschäftsbeziehung, ein echtes Gespräch hat immer die Beziehung im Fokus. Es verbindet zwei Menschen, die nicht nur Ideen austauschen wollen, sondern sich wirklich einander öffnen und zuhören wollen. Aber ohne gegenseitiges Vertrauen ist das aber unmöglich. Sonst kratzt die Konversation nur an der Oberfläche. Dahin muss man aber erst einmal kommen. Was also sind gute Fragen zum Anwärmen und Auflockern?

Hier zehn Vorschläge:

  • Was machen Sie beruflich? Das ist der Klassiker und eröffnet eine ganze Reihe von Anschlussfragen, etwa zum Unternehmen, der Branche, der Position, in der Ihr Gegenüber arbeitet. Die Frage ist zweifellos gut, allerdings auch ein wenig abgedroschen. Durch Originalität fällt man dadurch deshalb nicht auf.
  • Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Zweifellos der originellere Opener. Denn er bringt den anderen dazu, über sich selbst zu reflektieren – und das inspiriert Sie beide. Die Frage eigenet sich freilich nicht nur als Gesprächseinstieg, sondern ebenso als Diskussionsauftakt in einer bereits etablierten Gruppe.
  • Welches Buch lesen Sie gerade? Auch diese Frage zielt letztlich auf Inspirationsquellen. Kann aber auch Hobbys, private Interessen sowie Werte offenbaren. So oder so: Danach haben Sie eine Menge Gesprächsstoff.
  • Was haben Sie davor gemacht? Diese Frage können Sie stellen, nachdem sich der andere ausgiebig vorgestellt hat. Allerdings sollte sie nie so klingen, als würden Sie sich nicht für seinen aktuellen Job interessieren. Sonst ist Ihr Gegenüber zurecht beleidigt. Aber ein bisschen über den Werdegang herauszufinden, verrät Ihnen viel über die Profession und die Erfahrungen Ihres Gesprächspartners.
  • Haben Sie studiert? Was? Wo? Falls Ihr Gesprächspartner das noch nicht erwähnt hat, ist die Frage nach dem ehemaligen Campus ein wunderbarer Auftakt, um über das Unileben, attraktive Städte und vielleicht gemeinsame Bekannte zu sprechen.
  • Und was machen Sie hier? Obacht: Die Frage lässt sich so und so betonen. In der einen Variante klingt sie nach Verhör. Gemeint ist aber die zweite: Sie interessieren sich dabei vor allem wie es Ihr Gegenüber auf diese Veranstaltung, zu diesem Vortrag oder zu der Party verschlagen hat und in welchem Verhältnis er oder sie zum Veranstalter steht. Und spätestens da haben Sie schon die erste Gemeinsamkeit, denn auch Sie kennen den Veranstalter ja irgendwo her.
  • Wie fanden Sie den Vortrag? Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es eine solche Präsentation gegeben hat. Wichtig ist jedoch, dass Sie dabei nicht gleich Ihre eigene Meinung herausposaunen. Insbesondere wenn Sie den Vortrag doof fanden. Sonst verbreiten Sie gleich zu Beginn negative Stimmung. Und das blockiert. Eine inhaltliche und intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Gesagten betont indes ihre Gemeinsamkeit als Zuhörer und schafft neue Gesprächspunkte.
  • Das sieht wirklich lecker aus! Wo haben Sie das her? Zugegeben, die Frage ist eher etwas für Mutige und Extrovertierte und Partys mit Büffet. Dafür kommt sie meistens extrem gut an, denn in ihrem humorvollen Kleid steckt Lob: Sie haben Geschmack! Und das bringt Ihnen sofort Symopathien ein. Außerdem können Sie sich, nachdem Sie sich dasselbe geholt haben, sofort dazu stellen und präsentieren: Entschuldigung, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist…
  • Möchten Sie etwas trinken? Der ideale Opener für jemanden, der noch einsam und allein an einem Tisch steht. Sie offenbaren damit nicht nur Aufmerksamkeit und gute Manieren, sondern schaffen zugleich ein Reziprozitäts-Verhältnis, das zu Ihren Gunsten spielt. Alternativ: “Soll ich Ihnen auch etwas von der Bar mitbringen?” Falls Sie jedoch einer attraktiven Frau begegnen und mit ihr ins Gespräch kommen wollen, empfiehlt sich die klassischere Gentleman-Variante: Bringen Sie ihr den Drink gleich mit. Vorher aber bitte eventuelle Vorlieben beobachten.
  • Wie könnten wir vielleicht kooperieren? Bitte nicht! Diese Frage sollten Sie allenfalls am Schluss eines sehr inspirierenden und angenehmen Gesprächs stellen und erst nachdem Sie zueinander Vertrauen entwickelt haben. Wer sofort mit der Tür ins Haus fällt, ist ein Eindringling. Und mit denen kooperiert man nicht. Die schmeißt man sofort wieder raus.

Apropos: Wenn Sie sich jetzt noch fragen, wie Sie, falls Sie einem Langeweiler aufgesessen sind, elegant den Konversations-Notausgang finden: Kein Problem. Lesen Sie hierzu einfach noch diesen Artikel: Ich bin dann mal weg – Wie Sie Konversationen elegant beenden