Das öffentliche Sprechen vor Publikum gehört zu den wichtigsten Disziplinen im Job: Ob bei Kundenpräsentationen, Vorträgen, Vorlesungen oder Präsentationen vor der Geschäftsleitung – Informationen interessant vermitteln kann nur der, der sein Handwerk versteht. Umfassende Informationen zur Rede mit Powerpoint & Co. lieferten wir daher bereits an anderer Stelle.
Die folgenden zehn Ratschläge und Basics des Vortragens sind als Ergänzung zu anderen Artikeln zu verstehen – und als Chance, bereits Bekanntes noch einmal zu wiederholen. Denn das macht schließlich einen begeisternden Redner aus: Er hat das Prozedere so oft geübt und verinnerlicht, dass er einen souveränen Vortrag mit außergewöhnlichen Ideen zu etwas Besonderem machen kann, ohne sich aus dem Konzept zu bringen. Aus diesem Grund hier nun also die…
10 Grundlagen eines guten Vortrags
- Schaffen Sie einen interessanten Einstieg. Verdeutlichen Sie die Wichtigkeit Ihres Vortrages anhand einer Statistik, einer interessanten Frage oder eines Zitates. Sie können auch das Publikum zum Start direkt mit einbeziehen – hierfür stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen.
- Liefern Sie relevante Informationen. Der unterhaltsamste Vortrag ist wertlos, wenn die eigentliche Botschaft den Zuhörern egal ist. Beginnen Sie daher mit einem Hinweis darauf, welchen Sinn Ihr Vortrag verfolgt: Löst er ein persönliches oder praktisches Problem, soll er motivieren, stellt er Untersuchungsergebnisse dar? Beschreiben Sie zunächst die Problemstellung, bevor Sie die Lösung erörtern – so schaffen Sie etwas Dramaturgie und Spannung.
- Benutzen Sie Anekdoten aus Ihrem Leben. Im besten Fall haben Sie eine oder zwei Geschichten parat, die das zu vermittelnde Thema perfekt untermalen. Das hat neben der tollen Veranschaulichung den Vorteil, dass Sie Ihre Storys lebensnah und ohne Ablesen vortragen können. Falls Sie kein eigenes Erlebnis anbringen können, machen Sie es wie die meisten Komiker und verbinden Sie das Thema mit etwas aus dem täglichen Leben.
- Vergessen Sie aufwändige Powerpoint-Präsentationen, die mit Informationsmassen gefüllt sind – eine gute Rede ist einfach gehalten, mit knapper Einleitung, informativem Hauptteil und knackigem Schluss. Fokussieren Sie sich auf ein Thema und streichen Sie unnötigen Wortschmuck. Reden sind eine wenig effektive Kommunikationsform – beim Zuhören wird nur wenig Information hängen bleiben. Also beschränken Sie sich aufs Nötigste.
- Lassen Sie Ihren Körper sprechen – im wahrsten Sinne des Wortes: Die alten Weisheiten darüber, dass man die Arme nicht vor dem Körper verschränken sollte etc., kennt man zur Genüge. Viel interessanter ist aber, wie man es stattdessen richtig macht. Beispielsweise hielt einer meiner Professoren Vorträge grundsätzlich mit einer Hand in der Tasche. Da er mit der anderen jedoch stets treffend gestikulierte, war dieser vermeintliche Lapsus überhaupt nicht relevant. Schluss also mit Standardvorgaben; fühlen Sie sich einfach wohl beim Gestikulieren!
- Trainieren Sie Ihren Sprach- und Stimmeinsatz. Neben dem Üben der Inhalte und der Körpersprache ist das der wichtigste Übungsfaktor. Je passgenauer Sie Ihre Aussagen durch eine gewisse Stimmlage untermauern, desto besser werden sich Zuhörer daran erinnern. Beispielsweise kommen erstaunliche Fakten noch erstaunlicher rüber, wenn Sie sich selbst auch nach dem tausendsten Vorlesen noch überrascht anhören. Die Variation der Stimmhöhe und -lautstärke verhindert zudem monotones und langweiliges Vortragen.
- Binden Sie sich nicht an gestochene Formulierungen. Gerade bei längeren Vorträgen kann die eine oder andere umgangssprachliche Redewendung die Stimmung auflockern. Aber alles in Maßen: Sie sollen aus einem wissenschaftlichen Vortrag keine Stammtischpräsentation machen. Hier und da eine lockere Umschreibung in der Fachbegriff-Wüste wird Ihre Glaubwürdigkeit aber nicht pulverisieren.
- Setzen Sie Fixpunkte im Publikum. Augenkontakt ist wichtig, aber bei Nervosität schwieriger hinzubekommen als man denkt. Suchen Sie daher am besten einige freundliche Gesichter im Publikum heraus, die Sie öfters anschauen können. Gerade in größeren Sälen werden sich die umher sitzenden Zuschauer ebenfalls angeschaut fühlen. Aber starren Sie nicht allzu lange einzelne Personen an – das wirkt eher bedrohlich als freundlich.
- Üben Sie Ihre Rede im Vorfeld. Eigentlich selbstverständlich. Das oft empfohlene Üben vor dem Spiegel kann jedoch gerade bei Anfängern mehr verwirren als nutzen. Sprechen Sie lieber vor kleinem Publikum mit einem bis vier Zuschauern und versuchen Sie, Laute wie „äh“ und „öhm“ durch kurzes Schweigen zu ersetzen. Gleiches gilt für Füllworte wie „also“, „eben“ und „halt“.
- Der wichtigste Tipp: Freuen Sie sich auf Ihren Vortrag, und genießen Sie das öffentliche Sprechen. Wenn Sie das Ganze nur als unnötige Qual ansehen, stehen Sie sich selbst im Weg und können die Redekunst nie perfektionieren. Dazu gehört auch die Erfahrung eines gelungenen Vortrags – verzweifeln Sie also nicht an einzelnen Fehlversuchen. Die gehören selbst bei Fast-Kanzlern zum Repertoire.







Torsten
Bahh, das erinnert mich an solche Animations-Bomber. Jeder Seitenübergang und die Einblendungen von Grafiken mit den schlimmsten Effekten. Die ganze Seite voller Text. Zitate über eine halbe Seite. Und dann noch ein richtiges no-go – die fehlende Gliederung. Jaja, man kann viel verkehrt machen und die Zuhörer in Grund und Boden langweilen.
Felix Hinkeldey
@Torsten: Ich bin auch kein Fan des “Effekt-Overloads”. Sehr interessant finde ich aber die Vortragsweise von Dick Hardt, der seine Zuhörer geradezu mit Folien bombardiert – und trotzdem nur das Nötigste sagt: http://bit.ly/srhP
Pingback: Schule meistern – Online-Nachhilfe » Blog Archive » Vortragfähigkeit: Die 10 Grundlagen eines guten Vortrags
smiley
Hi an alle Leser,
wer Don McMillan noch nicht kennt, muss sein “Death by Powerpoint” einmal gesehen haben.
Er nimmt auf lustige und witzige Art und Weise das Überladen von Powerpointpräsentationen auf die Schippe. Ein Muss für jeden, ob Zuhörer oder Vortragender.
Death by Powerpoint:
http://www.youtube.com/watch?v=KbSPPFYxx3o
Viele Grüße,
Smiley
Martin Wedgwood
Manche glauben, dass es genügt, Powerpoint zu reduzieren. Was mich beeindruckt: es gibt tausend Bücher darüber wie gute Präsentationen funktionieren, fast jeder hat schon mehrfach Seminare dazu besucht, jeder weiß wie es geht und dennoch wird man in 7 von 10 Präsentationen als Teilnehmer gequält.
Die mangelnde Bereitschaft, am eigenen Stil zu arbeiten, über den eigenen Schatten zu springen und sich in die häufig unbequeme Situation des Präsentierens zu begeben ist verwirrend. Zumal die Fähigkeit souverän vor einer Gruppe zu sprechen ein durchaus ausschlaggebender Faktor dafür ist, die eigenen Ziele zu erreichen oder nicht.
Die drei wesentlichen Faktoren für eine Erfolgreiche Präsentation nach meinem Dafürhalten:
- Ein sehr klares und eindeutiges Ziel.
- Eine Struktur und Dramaturgie, welche diesem Ziel dient.
- Klarheit darüber, welche Prozesse ich bei den Teilnehmern / Zuhörern in Gang bringen möchte.
Wenn diese drei klar sind, dann ist der Rest ein Kinderspiel. Aber auch das ist erstaunlich: meistens halten wir uns den Großteil der Zeit mit dem Rest auf.
Pingback: „Powerpoint – 50 Tipps für bessere Präsentationen“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Pingback: „Lampenfieber! – 20 Tipps wie Sie Ihre Redeangst in den Griff bekommen“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Pingback: „Lampenfieber ade – Nicht präsentieren, plaudern Sie!“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!