Vielleicht füllt Sie Ihr Studium ja nicht vollkommen aus. Beispielsweise, weil Ihnen ein paar Inhalte fehlen oder weil sich erst aus der Kombination mit anderen Fächern interessante berufliche Perspektiven ergeben. Möglicherweise haben Sie aber einfach auch noch andere Interessen, die über Ihr Studienfach hinausgehen.
Fürs Reinschnuppern in weitere Themen bleibt im engen Korsett der Bachelor- und Masterstudiengänge aber wenig Zeit. Doch mit etwas Geschick und Selbstdisziplin – und vielleicht auch dem Mut, für ein Mehr an Bildung die Regelstudiendauer zu überziehen – lässt sich der notwendige Freiraum dafür schaffen.
Und das ist prinzipiell das Beste, was Sie als Student tun können: Weil in der Studienzeit ein Füllhorn an Möglichkeiten bereitsteht, ist es nie wieder so leicht, den eigenen Horizont zu erweitern. Außerdem fördert selbstbestimmtes Lernen die Motivation fürs eigentliche Studium – Sie verbessern so Ihre Prüfungsergebnisse. Mehr noch: Wenn Sie im Studium weitere Bildungsangebote nutzen, lernen Sie quasi nebenher Dinge, die Sie im weiteren Leben gut gebrauchen können.
Kurse an der Uni
Jede Hochschule bietet ein Menge an Bildungsmöglichkeiten jenseits des Studienkanons. Ein großer Pluspunkt dieser Angebote ist: die meisten sind kostenlos.
Grundlagenkurse: Studentenwerke und Institute bieten ein weites Angebotsspektrum von der Einführung ins wissenschaftliche Schreiben über die Grundlagen von Präsentation und Zeitmanagement bis hin zu EDV- und Sprachkursen für verschiedene Levels.
Studium generale: Um dem humanistischen Bildungsauftrag nachzukommen, bieten die Hochschulen fachübergreifende Veranstaltungen an, die sich mit wesentlichen kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen und Gegenwartsproblemen beschäftigen.
Ringvorlesungen: In diesen Lehrveranstaltungen werden aktuelle Probleme aus der Sicht verschiedener Disziplinen betrachtet – etwa die ökonomischen, psychologischen und soziologischen Dimensionen der europäischen Einigung. Sie sind die ideale Gelegenheit, über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinauszuschauen.
Kolloquien: In Kolloquien werden vor Fachpublikum Forschungsergebnisse vorgestellt, hinterfragt, verteidigt – und aus der Verhandlung weiterentwickelt. Hier können Sie nicht nur Feedback für die eigene Abschlussarbeit einholen. sondern viel früher schon Impulse fürs Studium beziehen.
Gasthörerstatus: Als sogenannter Gasthörer können Sie jede Lehrveranstaltung besuchen, die Ihnen interessant erscheint – allerdings keine Prüfungsleistung ablegen. So können Sie Ihr Studium um Inhalte anreichern oder auch einfach Ihren Interessen folgen.
Das Gesamtverzeichnis der Lehrveranstaltungen gibt Auskunft darüber, welche Möglicheit Ihre Hochschule Ihnen bietet. Es ist in der Regel in den Studentensekretariaten, der Universitätsbuchhandlung oder auf der Uni-Homepage verfügbar.
Angebote anderer Anbieter
Auch außerhalb der Hochschule gibt für Hochschüler kostengünstige Möglichkeiten, ihren Bildungshunger zu stillen, denn die meisten Kursanbieter winken mit Studentenrabatten.
Volkshochschulen: Weil die Kurse für Jedermann gemacht sind, bewegen sich die Preise der Volkshochschulkurse auf niedrigem Niveau. Für die Kursinhalte gilt das allerdings nicht – im Gegenteil: Die VHS bieten ein hochwertiges, breit gefächertes Bildungsspektrum, das das Angebot Ihrer Hochschule optimal ergänzt.
Sprachinstitute: Durch die Internationalisierung der Wirtschaft werden Sprachkenntnisse immer wichtiger. Sie können aber auch einfach aus Spaß an der Freude eine Sprache Ihrer Wahl lernen. Die Hochschulen selbst haben oft ein reichhaltiges Angebot, aber auch private Anbieter tragen der studentischen Lernbegier durch großzügige Rabatte Rechnung.
Die Bildungsangebote Ihrer Hochschulstadt finden Sie in den Städteportalen wie Meine Stadt und Branchenverzeichnissen wie den Gelben Seiten.
Lernen im Internet
Das Internet bietet ebenfalls ein großes Spektrum an Bildungsmöglichkeiten – und das Niveau hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Nach wie vor ist es allerdings schwierig, in der schieren Unendlichkeit der Möglichkeiten das passende Angebot zu finden. Aber auch dafür gibt es ein paar äußerst nützliche Seiten, die wir Ihnen natürlich nicht verschweigen wollen.
Fernstudium: Das ist sicherlich der Klassiker unter den universitären Fortbildungen. Doch wo vor dem Internet-Zeitalter dafür dicke Skripte per Post verschickt wurden, sind die Kurse nun in virtuellen Klassenzimmern oder per E-Learning verfügbar. Eine Übersicht der Angebote finden Sie zum Beispiel bei Onlinestudium oder Studieren im Netz.
Online-Campus: Die Idee stammt aus den Vereinigten Staaten, verbreitet sich aber auch hierzulande schnell: Hochschulen stellen ihre Lehrveranstaltungen online. Entsprechende Angebote finden Sie auf den Seiten der meisten Hochschulen, aber auch bei Web-Portalen wie Coursera, EDX oder der University of People. Das Verfolgen der Kurse ist auf diesen Seiten meist kostenlos möglich – allein fürs Ablegen von Prüfungen fällt eine Gebühr an.
Youtube & Co.: Auf den Video-Portalen finden Sie ebenfalls hochwertige Unterrichtsmaterialien – entweder als Mitschnitte universitärer Veranstaltungen oder Unterrichts-Videos verschiedenster Fachleute. Online-Alternativen sind Peer-to-peer-Plattformen wie Digital Tutors, die in Learning Management-Systemen (LMS) teils hochwertige Inhalte bereitstellen.
So bleibt genügend Zeit
Durch den Extra-Zeitaufwand darf natürlich Ihr eigentliches Studium nicht leiden, denn darauf baut schließlich baut Ihre berufliche Zukunft auf. Wenn Sie allerdings diese drei Dinge berücksichtigen, sollten Sie damit keine Probleme haben:
Zeitmanagement: Teilen Sie sich Ihre Aufgaben genau ein und halten sich an die Planung. Sie verhindern so nicht nur, vor lauter anstehender Dinge ins Schwimmen zu kommen, sondern schaffen sich ein Mehr an Freizeit.
Fokussieren: Trotz vielfätiger Möglichkeiten ist weniger in der Regel mehr. Tatsächlich lernen Sie effektiver, wenn Sie wenige Dinge gleichzeitig machen, die dafür aber gründlich erledigen und anschließend zum nächsten Thema übergehen.
Prioritäten setzen: In der Vorlesungszeit ist Raum für Zusatzinteressen vorhanden, in der Prüfungszeit nicht. Deswegen sollten sie rechtzeitig anderweitige Aktivitäten zurückfahren und sich allein auf die Klausuren konzentrieren.
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Career Service - Uni Würzburg
Eine ganz wichtige Einrichtung an Universitäten für Weiterbildungen – besonders im Bereich der Soft Skills – sind die Career Center, die in diesem Artikel leider gar nicht erwähnt werden …
Jochen Mai
Hier geht es ja auch schwerpunktmäßig um den Blick über den Tellerrand und nicht das gezielte Erlernen von Soft Skills.