Bewerbung Blog
Blogs sind aus der Medienwelt nicht mehr wegzudenken. Als digitale Tagebücher gestartet, dienen sie heute vielen als Austauschplattform, Einnahmequelle und Marketinginstrument. Nicht wenige haben sich damit ein passives Einkommen geschaffen oder eine Bühne für Ihre Dienstleistungen. Blogs können aber noch mehr: Auch für Bewerber sind sie relevant und wichtig bei der Jobsuche. Die Bewerbung per Blog ist hierzulande noch eher unbekannt - zu Unrecht. Mittels Bewerberblog lassen sich eigene Kompetenzen hervorragend präsentieren und obendrein ein klares Profil für die künftige Karriere aufbauen. Darauf sollten Sie achten...

Definition: Was ist ein Blog?

Photosani/shutterstock.comDas Wort Blog ist eigentlich ein Kunstwort, es setzt sich zusammen aus den Begriffen Web (für Internet) und Logbuch (wie ein Tagebuch). Es ist damit die Kurzfassung für Weblog oder eben Blog.

Weil es diesbezüglich immer wieder zu Irritationen kommt: Es heißt das Blog. Im Deutschen bestimmt sich der Artikel bei zusammengesetzten Worten immer aus der Form des letzten Wortes - indem Fall Logbuch oder Buch. Da es das Buch heißt, ist auch die Bezeichnung das Blog korrekt.

Von normalen Webseiten unterscheiden sich Blogs vor allem durch drei Kennzeichen:

  • Blogs listen Beiträge entgegengesetzt chronologisch auf. Also mit dem neusten Artikel zuerst. Damit ist der Inhalt der Homepage praktisch unendlich, da jeden Tag neue Inhalte dazu kommen können.
  • Blogs sind meist persönlich geschrieben. Der Autor vertritt eine (seine) klare Meinung, berichtet über persönliche Erfahrungen und tritt auch sonst erkennbar in Erscheinung.
  • Blogs fördern dem Dialog. Zum Beispiel durch eine integrierte Kommentarfunktion, durch Verlinkungen zu anderen Blogs oder Sozialen Netzwerken.

Viele Homepages und Nachrichtenseiten bieten das heute auch. Dadurch lassen sich Blogs nicht immer klar abgrenzen. Fakt ist aber: Sie haben damit massiv die Medienwelt im Internet in den vergangenen Jahren massiv verändert und bereichert.

Bewerbung per Blog: Darauf kommt es bei der Jobsuche an

Ob eine Bewerbung per Blog für Sie infrage kommt, hängt wesentlich von zwei Faktoren ab:

  • Den Gepflogenheiten Ihrer Zielbranche.
  • Ihrer Affinität fürs Bloggen.

Nach wie vor gibt es Branchen und Unternehmen, in denen Blogs, soziale Netzwerke und Online-Bewerbungen eher skeptisch betrachtet werden. Das wird sich zwar im Laufe der Jahre verändern. Dennoch hat es natürlich wenig Sinn, Personaler oder Chefs über ein Medium anzusprechen, das diese nicht nutzen oder sogar ablehnen. Je nachdem kann das Engagement hier sogar bei der Jobsuche schaden und als Profilierungssucht missverstanden werden.

Zugegeben, es ist nicht leicht, im Vorfeld herauszufinden, wer so denkt. Manchmal hilft die Suche nach Presseinterviews oder die Lektüre unseres Arbeitgeberchecks.

Doch selbst wenn Sie zurzeit eine Karriere in einer eher konservativen Branche anstreben, kann ein eigenes Blog für Bewerber - langfristig - sinnvoll sein und sich auszahlen. Vor allem dann, wenn Sie beispielsweise...

  • später mal in eine andere, modernere Branche wechseln wollen.
  • einen Ausstieg in die Selbstständigkeit planen.
  • Headhunter und Recruiter auf sich aufmerksam machen wollen.

Tatsächlich sind Bewerbungsblogs weniger dazu gedacht, um sich aktiv für eine konkrete Stelle zu bewerben. Der Aufwand wäre auch zu groß. Vielmehr dienen sie der sogenannten passiven Jobsuche, auch Bewerbung 2.0 genannt.

Das bedeutet: Sie verschaffen sich mit dem Blog eine stetig wachsende Reichweite und Aufmerksamkeit sowie ein klar erkennbares Kompetenzprofil. Alles zusammen lockt schließlich andere Blogger, Experten, Mitarbeiter an, die früher oder später über Sie reden werden und Sie empfehlen. Oder anders formuliert: Nach einer (durchaus mühsamen) Aufbauphase kommen die Interessenten und Jobangebote irgendwann zu Ihnen.

Voraussetzung ist allerdings, dass Ihr Blog wirklich interessant und relevant ist. Wer hier nur Blabla liefert, kann sich natürlich damit auch herrlich selbst sabotieren.

Gegenargumente: Bitte bloß kein Blog!

So viele Vorteile und Chancen die Bewerbung per Blog auch bietet - es gibt auch Gründe, die dagegen sprechen. Deshalb möchten wir an der Stelle die durchaus vorhandenen Risiken und Nebenwirkungen von Blogs nicht unerwähnt lassen.

Womöglich sollten Sie kein Blog starten, wenn...

  • Ihre Kernthemen und Kompetenzen sind Ihnen noch nicht klar.
  • Sie hassen das Schreiben und können sich nichts Quälenderes vorstellen.
  • Themen fallen Ihnen viele ein - nur begeistert Sie keines davon.
  • Ihre Themenideen reichen gerade mal für drei bis vier Artikel.
  • Sie haben zum Bloggen keine Stunde am Tag Zeit.
  • Sie sehen das Blog als temporäres Projekt, dass innerhalb weniger Wochen Erfolge generieren muss.
  • Sie wollen das Blog nutzen, um andere darauf hinzuweisen, was sie falsch machen.
  • Sie sind nicht bereit, Freizeit und Geld in Ihr Blogprojekt zu investieren - vor allem in die Technik.

Bewerbung per Blog: Finden Sie Ihr Ziel und die thematische Nische

Damit Sie von Ihrem Blog fachlich und beruflich profitieren sowie die Bewerbungschancen verbessern, brauchen Sie drei Zutaten:

  • Ein klares Ziel
  • Eine thematische Nische
  • Ein professionelles Blog

Gerade bei der Zielsetzung sollten Sie sich vorab unbedingt fragen: Warum betreibe ich dieses Blog?

Zum Beispiel weil ich...

  • mein Netzwerk ausbauen will.
  • mir einen Namen machen möchte.
  • Referenzen für meine Bewerbungsunterlagen brauche.
  • meine Kompetenzen darstellen will.
  • neue Fähigkeiten trainieren möchte.
  • nebenbei Geld verdienen will.

Natürlich lassen sich auch mehrere Motive miteinander verbinden und schließen sich nicht gegenseitig aus. Entscheidend ist lediglich, dass Sie sich selbst darüber im Klaren sind, warum Sie bloggen und wofür.

Für den inhaltlichen Schwerpunkt - das Thema des Blogs - sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Neben der fachlichen Relevanz für Ihren Beruf und Ihre (künftige) Karriere sollten Sie vor allem darauf achten, dass das Thema Sie wirklich interessiert und Sie auch mittel- bis langfristig dazu etwas schreiben und auch dranbleiben können. So mancher Blogger ist schon als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet... Bloggen ist ein Marathon, kein Sprint.

Ein Blog ist immer ein perspektivisch angelegtes Projekt. Es wäre fatal, wenn Sie nach wenigen Wochen merken, dass Ihnen das Thema eigentlich gar nicht liegt oder Sie das 371. Blog zum Thema gestartet haben. Deshalb kommen Sie vorab auch an ein wenig Marktanalyse und Netzrecherche nicht vorbei.

Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Welche Blogs befassen sich bereits mit dem Thema?
  • Welche Aspekte des Themas greifen diese auf?
  • Welche Aspekte fehlen, wo tun sich Lücken auf, die besetzt werden könnten?
  • Wie groß ist diese thematische Nische?
  • Und ist sie groß genug, um ausreichend Aufmerksamkeit (oder Einkommen) zu gewinnen?
  • Wie kann ich mich sonst - positiv - von vorhandenen Themenblogs abheben?
  • Wie lassen sich vorhandene Blogger-Netzwerke nutzen?

Beantworten Sie diese Fragen selbstkritisch und ehrlich, so gewinnen Sie in kürzester Zeit einen Überblick über die Blog-Landschaft Ihres Fachgebiets und können einschätzen, wie viel Erfolgspotenzial Ihr neues Blog hat.

Langfristig ist vor allem wichtig, dass Sie zu Ihrem gewählten Thema wirklich fundiertes Know-how und Erfahrungen weitergeben können und mit Spaß und Leidenschaft weiterbloggen.

Soll ich das Blog im Lebenslauf erwähnen?

Extra-Tipp-IconImmer wieder erreicht uns von Lesern die Frage: "Soll ich mein Blog und meine Online-Aktivitäten im Bewerbungsschreiben oder Lebenslauf erwähnen?"

Die Antwort ist ein klares: Das kommt darauf an... Ernsthaft: Entscheidend ist, was der Personaler dort zu lesen bekommt und ob das zur Zielbranche und zur Zielposition passt. Wenn Sie sich beispielsweise als Controller bewerben und ein Food-Blog betreiben, können Sie das unter Hobbys erwähnen. Für den Job selbst hat es aber kaum Relevanz. Ganz anders sieht das aus, wenn Sie beispielsweise Projektmanager, Softwareentwickler oder Programmierer sind und dazu ein Fachblog schreiben. In dem Fall belegen Sie mit der Erwähnung tieferes und aktuelles Fachwissen, weitere Kompetenzen und nicht zuletzt auch ein möglicherweise großes Netzwerk zu anderen Experten. Nicht zuletzt dient das Blog auch als Beleg für die Qualität Ihrer Arbeit. All das steigert Ihren Marktwert und damit auch die Karrierechancen.

Es versteht sich von selbst, dass das Blogs dazu unbedingt ein Mindestmaß an Professionalität ausstrahlen muss - beim Design und der gewählten Sprache ebenso wie beim Dialog mit den Lesern und der Technik dahinter. Es ist eben auch immer eine Art Arbeitsprobe und Visitenkarte.

Das eigene Blog als Netzwerk

Sergey Nivens/shutterstock.comIst so ein Blog erst einmal installiert und online, muss es natürlich mit Inhalten befüllt und bekannt gemacht werden. Dazu dienen gerade zum Beginn Verlinkungen zu anderen Blogs, deren Erwähnung in eigenen Artikeln und das Aufgreifen und Weiterspinnen von Themen aus anderen Blogs - natürlich immer mit Quellenangabe und einem verweisenden Link.

Nicht alle Blogger werden darauf reagieren oder sich anschließend auch mit Ihnen vernetzen wollen. In manchen Themengebieten ist der Konkurrenzgedanke leider stärker als der Kooperationswille. Das sollte Sie jedoch nicht davon abhalten, aktiv Ihr Netzwerk zu pflegen und zu erweitern...

  • Erstens, weil Google eine gute interne wie externe Verlinkung mit anderen Blogs belohnt.
  • Zweitens, weil sich so die eigene Reichweite und inhaltliche Tiefe deutlich steigern lässt.

Darüber hinaus bietet sich Ihnen noch eine weitere Option, nicht nur die Reichweite des eigenen Blogs, sondern auch den Experten-Status und die Bekanntheit zu erhöhen: Gastartikel.

Direkte Anfragen, ohne selbst ein starkes Thema oder über eine gewisse Reputation zu verfügen, sind in der Regel jedoch zum Scheitern verurteilt. Zu zahlreich sind solche Angebote inzwischen vor allem bei großen Blogs. Zum Vergleich: Die Karrierebibel bekommt rund 10 Gastartikel-Angebote - jede Woche! Und von denen schafft es (mangels Relevanz und Qualität) nur ein Bruchteil auf die Seite. Viele davon sind schlicht generisch, austauschbar, nichtssagend und - noch schlimmer - werblich.

Bereits etablierte Blogs - und nur diese sind als Plattform für diesen Zweck sinnvoll - stellen daher in der Regel hohe Ansprüche an Gastautoren. Insbesondere sollte...

  • das Thema zum Blog passen.
  • ebenso der Sprach- und Schreibstil.
  • Aufbau und Struktur des Artikels sich am Zielblog orientieren.
  • Argumentation und Inhalt originär und exklusiv sein.
  • der Artikel den Bloglesern einen erkennbaren Mehrwert bieten.

Sicher, Sie selbst wollen sich damit positionieren - das weiß auch der Blogbetreiber, den Sie ansprechen. Aber der will nicht nur einfach Reichweite verschenken und Ihnen in den Sattel helfen, sondern zuerst seinen Lesern einen Mehrwert bieten. Erfolgreiche Gastartikel stellen daher immer die Zielgruppe in den Vordergrund. Ist die begeistert und überzeugt, spricht sich der Autor von ganz alleine rum - aber eben nur dann.

Personal Branding als Basis

lassedesignen/shutterstock.comSie sehen schon, für das Bewerben per Blog gilt dasselbe wie fürs Netzwerken auch: Man sollte damit beginnen, wenn man es (noch) nicht braucht, um davon zu profitieren, wenn man es braucht. Und es funktioniert nur dann, wenn Sie parallel dazu sogenanntes Personal Branding betreiben. Also den gezielten Aufbau einer Personenmarke durch den Einsatz von Blog, sozialen Netzwerken und Offline-Events, auf denen Sie sich engagieren und ebenfalls sichtbar werden.

Entscheidend ist, dass Sie bei all dem nicht nur passiv bleiben. Es heißt zwar "passive Jobsuche". Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich nach dem Verfassen und Bloggen eines Artikels einfach zurücklehnen können. Im Gegenteil: Bewährt hat sich vielmehr, sich beim und nach dem Schreiben mit Artikeln potenzieller Arbeitgeber auseinanderzusetzen, diese aufzugreifen und weiterzuentwickeln und auch die Verfasser dazu gezielt anzusprechen und sich für deren Impuls und die Inspiration zu bedanken.

Diese Artikel vertiefen das Thema und helfen weiter

Falls Sie sich jetzt an die Bewerbung per Blog machen wollen, haben wir noch 44 Formatideen für Blogartikel hier als kostenloses PDF für Sie zusammengestellt. Und wenn Sie sich über ergänzende Themen informieren wollen, werden Sie in den folgenden Artikeln fündig:

BONUS: Das Blogger-ABC

  • Ausdauer

    Man muss es immer wieder betonen: Ausdauer ist für ein erfolgreiches Blog essenziell. Das gilt besonders für Bewerberblogs: Wenn Sie mit dem Bloggen aufhören, sobald Sie einen Job gefunden haben, verschenken und vergeuden Sie das zuvor aufgebaute Potenzial. Auch wird sich nach den ersten zehn Beiträgen noch kein Job einstellen. Es dauert eher drei bis sechs Monate, bis potenzielle Arbeitgeber auf Sie aufmerksam werden.

  • Bewerbungen

    Ein eigenes Blog kann die Jobsuche ergänzen - an Jobbörsen und einer klassischen Bewerbung per Post oder E-Mail kommen Sie damit aber nicht vorbei. Oft dient das Bewerberblog nur dazu, das Interesse eines Unternehmens zu wecken oder um sich von anderen Kandidaten abzuheben.

  • Charme

    Ein gut gemachtes Blog hat immer Herz und Seele. Lassen Sie also ruhig etwas Charme spielen, sprechen Sie Ihre Leser auch mal direkt an, stellen Sie Fragen, bedanken Sie sich für Feedback, Kommentare und Unterstützung und interagieren Sie mit Ihrer Community. So können Kontakte entstehen, die Sie auch in Ihrer Jobsuche weiterbringen. Vitamin B hilft immer - auch virtuelles.

  • Dominanz

    Der Begriff mag manche abschrecken, aber es ist wahr: Wer sich maximale Sichtbarkeit erarbeiten will, sollte an sich und sein Blog den Anspruch stellen, sein Kernthema im Netz zu dominieren. Heißt: Wenn man nach entsprechenden Artikeln googelt, sollte man Sie finden.

  • Einfachheit

    Mit dem Design, Layout und dem Content Management System (CMS) können Sie sich stundenlang beschäftigen. Es ist auch nicht unwichtig. Wichtiger aber ist für Ihre Leser, dass Sie Ihre Artikel einfach finden und lesen können - auch mobil auf dem Smartphone. Die meiste Zeit sollten Sie ohnehin in Ihre Artikel und Inhalte stecken.

  • Formate

    Zum Start können Sie sich auf einige Artikelformate beschränken und mit diesen vertraut werden. Nach und nach aber sollten Sie das Repertoire erweitern, mit neuen Formaten experimentieren und beliebte Artikelformate beibehalten. Abwechslung und eine gewisse Varianz sind die Würze für jede Website und machen es für Leser dauerhaft spannend.

  • Genauigkeit

    Wenn Sie durch Artikel Ihre Kompetenz darstellen wollen, sollten Sie es mit den Fakten genau nehmen. Nur wenn sowohl Ihre Argumentation als auch Ihre Fakten (Quellen verlinken!) stimmen und Sie diese mit Studien belegen, können Sie potenzielle Arbeitgeber von sich und Ihrer Kompetenz überzeugen.

  • Haltung

    Stellen Sie sich bitte niemals als Bittsteller oder verzweifelter Arbeitssuchender im Blog dar. Egal wie dringend Sie einen Job suchen, in Ihrem Bewerberblog pflegen Sie stets eine souveräne und selbstbewusste Attitüde. Befindlichkeitsbloggen ist peinlich und macht Sie klein.

  • Interaktion

    Lesen Sie Ihre Kommentare bitte nicht nur, sondern antworten Sie auch auf Fragen, bedanken Sie sich für Feedback und stellen Sie Rückfragen, wenn Ihnen einzelne Punkte unklar sind oder Sie Chancen in einem Kommentar sehen. Das gilt natürlich nicht nur für das eigene Blog, sondern auch für die sozialen Netzwerke und Ihre Kontakte dort.

  • Jubel

    Viele Bewerber nehmen Zusagen zu Vorstellungsgesprächen und ähnliche Erfolge zum Anlass, sich öffentlich in ihren Blogs darüber zu freuen und ihren Jubel in Worte zu fassen. Menschlich verständlich, dennoch sollten Sie dabei auf zwei Punkte achten:

    1. Nennen Sie niemals namentlich das Unternehmen und Ansprechpartner ohne deren ausdrückliche Zustimmung.
    2. Achten Sie darauf, dass auch solche Jubel-Artikel Ihren Lesern Mehrwert bieten, sonst bleibt das selbstrefenzielles Egobloggen - und schreckt Fachleser eher ab.
  • Konzentration

    Um ein relevantes Fachblog aufzubauen, sollten Sie nicht nur regelmäßig - am besten täglich - bloggen, sondern auch bei Ihren Kernthemen bleiben. Auch wenn es Sie juckt, zu anderen Themen Stellung zu beziehen - es verwirrt Leser nur und verwässert die noch junge Marke.

  • Lernen

    Bloggen bedeutet auch, kontinuierlich hinzu zu lernen, sich weiterzuentwickeln und Gelerntes zu hinterfragen. Das kann bedeuten, dass alte Artikel irgendwann inhaltlich überholt sind, aber immer noch gefunden werden. In dem Fall sollten Sie diese entweder umleiten oder aktualisieren.

  • Monitoring

    Viele Unternehmen und leider auch manche Bewerber vernachlässigen das Monitoring ihres eigenen Blogs. Fehler! Denn das ist ja gerade ein großer Vorteil des Internets, dass Sie sehen können, wonach Ihre Leser suchen, was sie lesen und wie lange oder womit. Achten Sie beim Aufsetzen eines Blogs also unbedingt darauf, den Besucherfluss zu tracken.

  • Neinsagen

    Sie wünschen sich mehr Kommentare, auch kritische? Gut so. Beschimpfen lassen müssen Sie sich deshalb aber trotzdem nicht. Damit aus den Kommentaren und Diskussionen für Mitleser Mehrwert entsteht, müssen diese konstruktiv sein, weiterführend - und nicht nur hohles Gemecker. Solche Kommentare sollten Sie moderieren und dürfen Sie auch gleich wieder löschen. Wir machen das auch - aus guten Gründen (und mit Erfolg).

  • Offenheit

    Achtung, bitte nicht verwechseln mit Transparenz. Die wäre bei der Jobsuche auch wenig sinnvoll. Gleichwohl können Sie offen mit Ihren Erfahrungen umgehen, Ihre Leser daran teilhaben lassen. So verwandeln Sie Misserfolge in neue Stärken - und zeigen Arbeitgebern, dass Sie lernfähig sind.

  • Persönlichkeit

    Ihre Kompetenzen und Qualifikationen stehen natürlich im Vordergrund. Doch bleiben Sie damit immer auch austauschbar gegenüber Bewerber, die dasselbe wissen und können. Den Unterschied macht dann die Persönlichkeit. Trauen Sie sich daher ruhig, Ihre persönlichen Ansichten und Gefühle - ab und an - in die Blogartikel einfließen zu lassen. Das macht Sie zwar angreifbar, schärft aber auch Ihr Profil.

  • Qualifikationen

    Sinnvollerweise besteht Ihr Bewerberblog nicht nur aus dem Blog selbst, sondern hat auch noch ein paar Unterseiten, auf denen Sie beispielsweise Ihren Lebenslauf hinterlegen, ein ausführliches Profil mit Fotos oder Videos. Das hat den Charme, dass Sie diese (versteckten) Daten interessierten Personaler gezielt zugänglich machen können - darüber auch gefunden werden können, wenn Sie das wollen. Online-Editoren für den Lebenslauf eignen sich besonders dazu.

  • Recherche

    Um immer wieder neue und fachliche fundierte Artikel schreiben zu können, brauchen Sie natürlich passende Quellen. Daher sollten Sie sich regelmäßig Zeit zur Recherche einplanen. Das Lesen von Fachartikeln in anderen Blogs nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch. Betrachten Sie das als Grundlage und wichtige Investition in Ihr Blog.

  • Stil

    Entwickeln Sie nach und nach Ihren eigenen (Schreib-)Stil und geben Sie sich selbst die Zeit, diesen zu perfektionieren. Dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen und braucht einfach seine Zeit, macht Sie und das eigene Blog aber unverwechselbar.

  • Termine

    Bloggen Sie ruhig auch über Events und Fachveranstaltungen - insbesondere im Vorfeld und wenn Sie diese selbst besuchen. Oft ergeben sich so interessante Kontakte und persönliche Treffen, Motto: Ach, Sie sind auch da? Lust auf einen Kaffee?

  • Unterstützung

    Fast kein erfolgreiches Blog ist ohne Unterstützung groß geworden. Suchen Sie sich also Unterstützer in Form von Gastautoren, Netzwerkpartnern oder schlicht moralischem Rückhalt bei Freunden und Familie. Wenn Sie Ihr Netzwerk als Blogger aktiv ausbauen, profitiert davon auch die Jobsuche.

  • Vielseitigkeit

    Nicht nur bei den Artikelformaten, auch bei der Gestaltung der Artikel sollten Sie auf Abwechslung setzen. Binden Sie daher ruhig auch mal Videos und Bilder ein, zitieren Sie aus Artikeln oder spielen Sie mit Listen. So bleibt das Blog auch für Stammleser interessant.

  • Wahrheit

    Bei allem Verständnis für das Selbstmarketing, sollten Sie stets bei der Wahrheit bleiben. Es gibt tatsächlich Blogger, die Geschichten erfinden, damit Sie etwas zu schreiben haben. Fatal! Insbesondere, wenn Sie darauf mal im Vorstellungsgespräch angesprochen werden und sich in Widersprüche verstricken.

  • X-tras

    Bieten Sie Ihren Lesern immer wieder mal zusätzlichen Mehrwert und stellen Sie beispielsweise Checklisten oder andere PDF-Dokumente zum Download zur Verfügung. Haben Sie bereits zahlreiche Artikel geschrieben, können Sie aus diesen auch ein E-Book erstellen. Werden Sie kreativ und bieten Sie hin und wieder kleine Extras an.

  • You know

    Je tiefer man in einem Thema steckt, desto eher kommen einem manche Tipps und Themen schrecklich banal vor. Ein Trugschluss. Denn manche Ihrer Leser haben dieses Wissen eben noch nicht. Bloggen Sie daher hin und wieder ruhig auch über scheinbare einfache Themen. Sie werden feststellen, dass viele Leser Ihnen für diese Tipps dankbar sind, weil sie diese noch nicht kannten.

  • Zeit

    Ein ernsthaft gepflegtes Blog ist mit Arbeit verbunden. Aufbau, Schreiben, Recherche, Kontaktpflege - all das braucht Zeit. Mit der Zeit womöglich immer mehr. Je professioneller Sie dabei werden, desto eher werden Sie dazu feste Termine im Kalender veranschlagen müssen - auch oder gerade am Wochenende. Doch unsere feste Überzeugung ist: Es lohnt sich. Nicht nur für die Bewerbung per Blog. Dass Sie bis hierhin gelesen haben, ist der beste Beweis.

[Bildnachweis: Sergey Nivens, Photosani, lassedesignen by Shutterstock.com]