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Bewerbungskosten absetzen: Tipps für die Steuererklärung

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Eine ernsthafte Jobsuche ist in der Regel nicht nur mit hohem Zeiteinsatz und umfangreichem Engagement, sondern auch mit recht hohen Kosten verbunden: Ausgaben für Bewerbungsmappen, Fotografen, Fahrtkosten, Fachliteratur, Telefongespräche und andere Aktivitäten können sich im Laufe der Zeit schnell zu einem stattlichen Betrag summieren. Für Arbeitnehmer, die aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus einen neuen Job suchen, mögen diese Ausgaben zu Beginn nur lästig sein. Mit der Zeit aber kann der Betrag deutlich spürbar werden. Und für Arbeitslose und Arbeitsuchende sind die anfallenden Ausgaben möglicherweise von vornherein unangenehm hoch. Wir zeigen Ihnen deshalb, wie und in welchem Umfang Sie Ihre Bewerbungskosten bei der Steuererklärung geltend machen können…


Definition Bewerbungskosten sind Werbungskosten

Ein Hinweis noch: Die folgendes Tipps haben wir zwar gründlich und gewissenhaft recherchiert, eine rechtlich verbindliche Beratung können sie jedoch nicht darstellen. In komplizierten Fällen oder bei völlig individuellen Fragen sollten Sie die Unterstützung eines Steuerberaters oder des Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen. Gerne können Sie sich auch an unsere Ratgeber-Community und Schwesterseite Karrierefragen.de wenden: Einfach kostenlos anmelden, Frage(n) stellen – und die Community antwortet…

Jetzt aber zur Steuererklärung: Was sind Werbungskosten überhaupt? Wikipedia definiert sie zum Beispiel wie folgt:

Bei Werbungskosten handelt es sich um Aufwendungen oder Ausgaben, die der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen dienen. Diese Kosten sind zur Berechnung der Einkünfte von den Einnahmen abzuziehen.

Das klingt zwar noch etwas hölzern. Die Definition macht aber schon deutlich, dass vor allem auf den Zweck der Ausgaben ankommt – also das Erwerben, Sichern oder Erhalten von Einkünften. Und glücklicherweise fallen Bewerbungskosten exakt in diese Kategorie. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob Ihre Bewerbungen erfolgreich waren oder nicht. Entscheidend ist, dass die Kosten im Rahmen der Jobsuche angefallen sind – und die dient nun mal dazu, sich ein Einkommen zu verschaffen.

Damit zählen zu den Bewerbungskosten alle folgenden Ausgaben, deren Quittungen Sie unbedingt aufheben sollten:

    Bewerbungsmaterialien

    Ausgaben für…

  • Bewerbungsmappen
  • Klarsichthüllen
  • Briefpapier
  • Druckerpatronen
  • Kopien
  • Klebestift (für das Bewerbungsfoto)
  • Stifte, Füller (für Unterschrift)
  • Briefumschläge
  • Briefmarken
  • Eigenmarketing

    Ausgaben für…

  • Bewerbungsfotos
  • Lebenlaufdesign
  • Stelleninserate
  • Bewerbungsvideo
  • Bewerbungswebsite
  • Online-Anzeigen für eigene Seiten
  • Telefonkosten (anteilig)
  • Internetzugang (anteilig)
  • Recherchen & Dienstleistungen

    Ausgaben für…

  • Bücher
  • Zeitschriften
  • Magazine
  • Bewerbungsratgeber
  • Vorbereitende Kurse/Seminare
  • Bewerbungsschreiber
  • Eventuelle Übersetzungskosten
  • Zeugnis Beglaubigungen
  • Reisekosten

    Ausgaben für…

  • Fahrt zum Vorstellungsgespräch (Auto, Bahn, Taxi)
  • Stadtpläne
  • Parkgebühren
  • Übernachtung
  • Verpflegung

Die anteilige Erstattung der Kosten für Internetzugang und Computer wurden in den vergangenen Jahren allerdings immer häufiger abgelehnt. Dennoch gilt: Die Bandbreite absetzbarer Kosten ist groß, und der Versuch schadet nicht.

Nachweis der Bewerbungen

Das Finanzamt wird Ihre Bewerbungskosten in der Regel nur dann akzeptieren, wenn Sie eine entsprechende Liste Ihrer Bewerbungen beilegen, sonst könnte ja jeder behaupten, er schaue sich gerade nach einem neuen Job um.

Um die Behörde zu überzeugen listen Sie idealerweise alle Bewerbungen auf und weisen diese mit den entsprechenden Antworten der Unternehmen nach – auch Absagen. Blieb eine Reaktion jedoch aus, sollten Sie eine Kopie des Anschreibens mit einem handschriftlichen Vermerk zum Versanddatum und eventuellen Nachfragen Ihrerseits beilegen.

Werbungskosten absetzen: Nachweis der Kosten

Um Ihre Bewerbungskosten nachzuweisen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie können entweder die Belege für Ihre Ausgaben einreichen oder
  • Ihre Bewerbungskosten pauschal geltend machen.

Entscheiden Sie sich für die Pauschale, sollten Sie die vom Finanzamt veranschlagten Pauschalen Ihrer Berechnung zugrunde legen. Diese Pauschalen schwanken zwischen 10 bis 15 Euro pro schriftlicher Bewerbung – Fahrt- und Übernachtungskosten exklusive – und rund 2,50 Euro pro E-Mail-Bewerbung. Einige Finanzämter orientieren sich auch an einem Urteil des Finanzgerichts Köln. Darin werden für schriftliche Bewerbungen Kosten in Höhe von 8,50 Euro angenommen (FG Köln vom 7.7.2004, Az. 7 K 932/03).

Einen Anspruch auf eine Pauschale pro Bewerbung gibt es jedoch nicht. Es liegt stets im Ermessen des Sachbearbeiters, in welcher Höhe er die Bewerbungskosten in der Steuererklärung anerkennt.

Beachten Sie dabei zudem, dass das Finanzamt grundsätzlich nur eine Pauschale von bis zu 1.000 Euro für Werbungskosten vorsieht. Erst wenn Ihre Kosten diese Pauschale übersteigen, können Sie Ihre konkreten Ausgaben geltend machen.

Sammeln Sie also alle Belege und addieren Sie die Beträge während der Arbeitssuchphase zusammen. Bis 1.000 Euro machen Sie die Pauschale geltend, danach die Summe.

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock]



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