Dem produktiven Tagwerk pirscht leider oft auf leisen Sohlen das Ausbrennen hinterher. Wir leben in einer Zeit mit angeblich hoher Produktivität, aber wenig Effizienz; jeder Menge action ohne satisfaction. Virtuelles Arbeiten, Permapräsenz, Work-Life-Blending - all das raubt den Menschen Kraft und Zeit. Seit Jahren bescheinigen immer neue Studien den Belegschaften zunehmende Arbeitsverdichtung, Überlastung und steigenden Stress. Schon jeder zehnte Fehltag soll auf das Konto von Stress gehen. Doch was tun die Menschen um steigende Anforderungen und Mehrarbeit zu bekämpfen? Richtig, sie arbeiten noch mehr, klotzen noch mehr rein, um irgendwie über die Runden zu kommen. Riesenfehler! Denn wer mehr leisten und produktiver arbeiten will, muss weniger machen...

Produktivitaet Leistungskurve Tagesverlauf Phasen

Produktivität Definition: Was ist Wirtschaftlichkeit?

Produktivität Definition: Was ist WirtschaftlichkeitRein wirtschaftlich betrachtet, ist Produktivität nichts anderes als das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Oder auf eine kurze Formel gebracht: Produktivität = Ergebnis (Output) - Einsatz (Input).

Unter Output ließe zum Beispiel definieren:

  • Wie viele Aufgaben können in einer bestimmten Zeit erledigt werden?
  • Welche Stückzahlen werden produziert?

Entsprechend wäre ein Arbeitnehmer umso produktiver, je geringer der Arbeitsaufwand für eine zu erledigende Aufgabe ist. Um den Output zu steigern, gibt es in diesem Szenario allerdings zwei Möglichkeiten:

  • Entweder man entwickelt eine neue Technik, die es ermöglicht schneller zu produzieren oder zu arbeiten, was in der Praxis zunehmend schwierig ist.
  • Oder man erhöht die aufgewendete Zeit.

Natürlich ist das stark vereinfacht. Denn genau bei der Frage, wie sich die Produktivität steigern lässt, wird es kompliziert. Insbesondere beim Mitteleinsatz, wie etwa der eigenen Arbeitsleistung. Mehr davon bringt eben nicht zwangsläufig auch mehr Produktivität - und vice versa.

Oder anders formuliert: Jeder weiß zwar, was Produktivität ist, wie sie sich aber steigern lässt (speziell bei den Mitarbeitern), bleibt schwammig. Das zeigt sich ebenfalls an den zahlreichen Produktivität Synonymen, die hierzu immer wieder genannt werden:

  • Wirtschaftlichkeit
  • Ertragsfähigkeit
  • Rentabilität
  • Erfindungsgabe
  • Kreativität
  • Einfallsreichtum
  • Genie

Spätestens bei den letzten vier Synonymen wird klar, dass Produktivität nicht unbedingt nur mit körperlicher Arbeit zu tun haben muss. So ließe sich beispielsweise auch die These aufstellen: Produktiv sein, heißt...

  • als Person zu wachsen.
  • sich an der Gemeinschaft mit anderen zu erfreuen.
  • stolz darauf zu sein, was man erreicht hat.
  • dankbar für seine Talente zu sein.
  • sich auf neue Herausforderungen zu freuen.
  • anderen Menschen zu helfen.
  • Anerkennung zu bekommen.

Das Ganze erinnert nicht ganz zufällig an die jiddische Metapher der sogenannten Luftmenschen:

Luftmenschen sind Menschen, die in "Luft" investieren - nicht in Greifbares: Sie fokussieren auf Ideen, Gedanken, Träume. Zwar klingt es zunächst ein bisschen abwertend, Luftmensch genannt zu werden. Doch wissen Luftmenschen etwas, was der Rest oft nicht weiß: Die meisten scheinbar nutzlosen Dinge, die wir tun, sind oft die wichtigsten. Also die Dinge, die scheinbar keinen Zweck erfüllen und die wir nur tun, weil sie uns und anderen Spaß machen. Es sind die Dinge, die uns menschlich machen - zu authentischen Personen.

Ein nachdenkenswertes Konzept, das zugleich mahnt, dass produktives Arbeiten um der Produktivität Willen allein nicht glücklich macht. Und auf lange Sicht wohl auch nicht produktiver.

Produktivität ist keine Konstante

Die eigene Produktivität steigern - das wollen viele. Entsprechend beschreiben längst unzählige Ratgeber, wie man lernt produktiver zu arbeiten. Die meisten davon befassen sich damit, was man (mehr oder besser) tun sollte. Sicher nicht ganz verkehrt. Denn natürlich gibt es einige wichtige Voraussetzungen für produktives Arbeiten:

  • Sie machen Ihre Arbeit gerne. Wie sollen Sie produktiv arbeiten, wenn die Arbeit überhaupt keinen Spaß macht und Sie sich zu jeder neuen Aufgabe überwinden müssen? Eben. Die erste Grundvoraussetzung für produktives Arbeiten ist der Spaß an der eigenen Tätigkeit.
  • Sie übertreiben es nicht. Fälschlicherweise wird Produktivität oft mit ununterbrochenem Arbeiten gleichgesetzt. Getreu dem Motto: Viel hilft viel. Wenn Sie es ständig übertreiben und sich keine Auszeiten gönnen, hat das nichts mit Produktivität zu tun, sondern wird zur Selbstausbeutung. Siehe auch Yerkes-Dodson-Kurve. Ethan Winning kommt gar zu dem Schluss, dass die Fehlerquote nach acht Stunden Arbeit um zehn Prozent steigt, nach einem 10-Stunden-Tag steigt sie schon um 28 Prozent.
  • Sie behalten die Prioritäten im Blick. Man kann eine ganze Menge arbeiten, ohne wirklich etwas zu schaffen. Die Stunden vergehen, man schuftet und werkelt, doch am Ende des Tages ist die ToDo-Liste noch immer voll. Um produktiv zu sein, müssen Sie die Prioritäten im Blick behalten und nicht einfach drauf los arbeiten.

Allerdings sollte ebenso klar sein: Produktivität ist keine Konstante.

In einem Industriebetrieb kann vielleicht noch das Tagessoll geplant und produziert werden. Abgesehen von Arbeitsunfällen oder Materialfehlern, ist voraussehbar, dass in X Stunden Maschinenlaufzeit die Menge Y an Erzeugnissen für den nächsten Tag bereit stehen wird. Für moderne Wissensarbeit aber kann unmöglich vorhergesagt werden, dass beispielsweise am morgigen Tag ein genialer Einfall Ihnen und Ihrem Team wochenlange Arbeit ersparen wird.

Schneller schaufeln oder laufen lässt sich heute nicht mit schneller denken oder tippen gleichsetzen. Im Industriebereich mag die Formel "Härter arbeiten = mehr schaffen" teils noch Gültigkeit besitzen, aber auch hier passieren dann vermehrt Flüchtigkeitsfehler. Für Wissensarbeiter gilt erst recht: Kreativität, gutes Planen oder klares Denken lässt sich nicht erzwingen - das Gegenteil wird das Resultat sein.

Daher:

  • Nehmen Sie den Druck von sich und den Mitarbeitern. Weniger Druck heisst mehr Produktivität.
  • Verteilen Sie die Arbeit nur auf 80 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit. Das schafft Puffer und Raum für Kreativität.
  • Wenn es sich wie Arbeit anfühlt, machen Sie etwas falsch. Nichts steigert Produktivität mehr, als Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit.

Produktivitätskiller Arbeitszeit: Anwesenheit mindert Produktivität

Vergessen wird dabei aber fast immer, was Sie NICHT tun sollten. Dabei verbergen sich hier oft die größten Produktivitätskiller - und Chancen, produktiver zu arbeiten.

Denken Sie beispielsweise an Überstunden.

Erst kürzlich veröffentlichte der Economist eine bemerkenswerte OECD-Studie über die Korrelation von Arbeitsstunden und Output. Die Kurve verlief jedoch keinesfalls linear, im Gegenteil: Ab einem Umfang von 50 Wochenstunden sank die Produktivität der Probanden rapide. Alles, was über 56 Stunden hinaus ging, bezeichneten die Forscher gar als pure Zeitverschwendung.

Arbeitszeit Produktivitaet OECD Studie Grafik

Das deckt sich auch mit einer schon etwas älteren Studie der Durham Business School und des Beratungsunternehmens JBA. Die Forscher unterschieden dabei zwei Mitarbeitergruppen in wissensintensiven Branchen: Die einen kamen - wie üblich - an fünf Tagen in der Woche ins Büro, die anderen hatten flexible Arbeitszeiten und -orte und durften gar einen oder mehrere Tage pro Woche von einem beliebigen Standort aus arbeiten.

Ergebnis: Sobald jemand, seine Arbeit selbstständig verteilen und organisieren konnte, erhöhte sich dessen Produktivität. So stieg etwa mit zunehmender Anwesenheitspflicht und Bindung an das Büro auch die Bereitschaft, drei oder mehr Tage im Jahr zu fehlen, beziehungsweise blau zu machen. Oder salopp formuliert: Wer häufiger da sein muss, ist häufiger abwesend. Konkret betraf das 15,9 Prozent der Büroarbeiter, aber nur 6,6 Prozent der Flexiblen.

Selbst bei unserer eigenen Leserumfrage gaben knapp 40 Prozent zu, am Tag maximal fünf bis sechs Stunden produktiv zu sein. Ein weiteres gutes Drittel (34 Prozent) gestand, nur drei bis vier Stunden produktiv zu arbeiten. Der Rest ist reines Absitzen von Zeit.


Bei einer Langzeitstudie wurden wiederum zwölf bis zu 5-köpfige Beraterteams der Boston Consulting Group (BCG) aufgefordert, sich regelmäßig eine feste Zeit frei zu nehmen – jede Woche. Dazu gehörte etwa, dass sich jedes Gruppenmitglied mindestens einmal unter der Woche ab 18 Uhr einen freien, ungestörten Abend nehmen musste: kein Blackberry, kein Kontakt zu den Kollegen. Arbeiten war in dieser Zeit absolut tabu. Genauso wie die Arbeit am Wochenende nachzuholen. Wer wann welche Auszeiten nahm, wurde in wöchentlichen Meetings besprochen, wobei einige der beratenden Workaholics zu ihrem Feierabend regelrecht gezwungen werden mussten.

Das Ergebnis überraschte dann aber sowohl die Teams, die Chefs der Beratung sowie die Forscher:

Die erzwungenen Auszeiten sorgten nicht nur dafür, dass die Teams besser miteinander kommunizierten und mehr Informationen miteinander teilten – sie verbesserten sogar die Beziehungen untereinander. Zudem optimierte der erzwungene Lenz die Arbeitsorganisation und Arbeitsabläufe. Mehr noch: Nach dem 5-monatigen Experiment zeigte sich, dass sogar die Jobzufriedenheit und Ausgeglichenheit der Consultants enorm angestiegen war. Alles wichtige Voraussetzungen für bessere Leistungen und Produktivität.

In einer anonymisierten Umfrage gaben die Versuchsteilnehmer zum Beispiel denn auch an, länger bei BCG bleiben zu wollen als beispielsweise eine Kontrollgruppe anderer Berater, die die ganze Zeit durchgeackert hatten. Das Gesamtergebnis überzeugte die BCG-Berater derart, dass sie das Konzept als feste Teamstrategie für internationale Projekte einsetzen.

Der Mensch ist nun mal keine Maschine. Und selbst die vertragen es nicht, immer nur unter Vollgas zu rotieren. Deshalb sind Auszeit-Intervalle (vulgo: Pausen) enorm wichtig für Körper, Psyche - und eben auch für die Produktivität.

Wo bitteschön steht auch geschrieben, dass man immer und überall erreichbar, immer ansprechbar und vor allem immer beschäftigt sein muss?

Ein derartiges Verhalten könnte schließlich ebenso auf eine narzisstische Störung hindeuten: Wer etwa glaubt, dass die Wirtschaft, vielleicht aber auch nur die Tabellenkalkulation zusammenbricht, sobald er mal kurz innehält, nimmt sich höchstwahrscheinlich viel zu wichtig.

Produktivität steigern? Das bitte sein lassen

Produktivität steigern? Das bitte sein lassenDas ist aber nicht nur ein Plädoyer dafür, insgesamt weniger (als maximal 50 Wochenstunden) zu arbeiten. Es geht darum, andere Dinge ebenfalls weniger zu tun oder möglichst ganz sein zu lassen, weil Sie auf Dauer unserer Produktivität im Weg stehen. Dazu gehören etwa...

  • Schluss mit unnützen Meetings!

    Vor allem Meetings können zu enormen Zeitfressern und damit zu Produktivitätskillern mutieren. Nicht selten avancieren die Zusammenkünfte zu Marktplätzen der Eitelkeiten. Die Teilnehmer erscheinen unvorbereitet, wissen nicht was auf der Agenda steht oder was genau sie jetzt gleich erarbeiten sollen und driften deshalb ständig ab. Das langweilt, nervt, frustriert. Mehr noch: Manager wie Angestellte verbringen ihre Zeit im Schnitt in sieben Besprechungen pro Woche, an denen sieben Personen teilnehmen. Ein Fünftel dieser Bürorunden dauert länger als fünf Stunden. Woraus sich für manche statistisch ergibt, dass sie jede Woche rund 19 Stunden in Meetings hocken. Ob diese allerdings allesamt für alle Teilnehmer nötig waren, darf bezweifelt werden.

  • Schluss mit der Ja-Sagerei!

    Ein JA geht den meisten Kollegen leichter über die Lippen, als ein NEIN. Niemand möchte gerne der Buhmann sein, selbst wenn sich die eigenen Aufgaben bereits stapeln. Zwar sind Ihre Kollegen und Ihr Chef froh, denn nun ist die Arbeit auf Sie abgewälzt. Doch Sie stehen vor dem Problem, die zusätzlichen Aufgaben und Ihr eigenes Pensum zu schaffen. Deswegen gehört das Neinsagen zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Sie sich im Job aneignen sollten. Tipps, wie Sie Grenzen setzen, finden Sie hier.

  • Schluss mit dem Kleinkram!

    Setzen Sie auf Automatisierung. Viel zu häufig hält man sich im Arbeitsalltag mit Kleinkram, wie beispielsweise Formatierungen oder E-Mails auf. Versuchen Sie überall, wo es möglich ist, Abläufe zu automatisieren. Damit beschleunigen Sie Ihren Arbeitsprozess. Arbeiten Sie beispielsweise mit Vorlagen für Berichte und Konzepte sowie mit Tools, die Ihnen Aufgaben abnehmen können. E-Mails gehören generell zu den größten Produktivitätskillern. Täglich kämpfen wir mit einer unglaublichen Masse an Nachrichten. Wer nicht aufpasst, läuft also Gefahr, dass seine ganze Arbeitszeit davon aufgefressen wird. Insbesondere, wenn Sie alle fünf Minuten Ihren Posteingang checken.

  • Schluss mit dem Einzelgängertum!

    Große Aufgaben lassen sich in der Regel nicht alleine bewerkstelligen. Doch viele Arbeitnehmer haben Angst, Verantwortung aus der Hand zu geben. Leider läuft man damit Gefahr, sich selbst zu überfordern. Wer Kollegen mit ins Boot holt und auch neue Mitarbeiter einarbeitet, wird überrascht werden, wie groß die Arbeitserleichterung ist. Delegieren Sie Aufgaben, die auch eines Ihrer Teammitglieder mit freien Kapazitäten erledigen kann. Damit bleibt Ihnen Zeit, sich auf Ihre Kernaufgaben und die wirklich wichtigen Punkte Ihrer To-Do-Liste zu konzentrieren.

  • Schluss mit Perfektionismus!

    Selbstverständlich hat jeder Arbeitnehmer den Anspruch, seine Arbeit nach besten Wissen und Gewissen zu erledigen. Doch nicht wenige verfallen dabei in einen schädlichen Perfektionismus. Diese Detailverliebtheit kostet viel Zeit. Zeit, die Sie bereits in andere Aufgaben stecken könnten. Auch verlieren Sie dabei den Blick fürs große Ganze. Praktizieren Sie stattdessen selektiven Perfektionismus: Überlegen Sie sich, bei welchen Aufgaben sich Perfektionismus lohnt. Lohnt es sich mehrere Stunden für die Folien einer Kundenpräsentation zu investieren? Auf jeden Fall. Lohnt es sich hingegen, mehrere Stunden für einen internen Zwischenbericht zu opfern? Wahrscheinlich nicht, denn hier stehen zumeist die Ergebnisse und nicht das Layout im Vordergrund. Auf diese Weise ersparen Sie sich eine Menge Aufwand. Siehe hierzu auch unter: Pareto-Prinzip.

Produktiver arbeiten - mit diesen Arbeitsplatz-Tricks

Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes und des Schreibtisches haben mitunter großen Einfluss auf unsere Produktivität im Job.

Produktivitaet Schreibtisch Infografik Tipps

Entsprechend haben wir ein paar Tipps, was Sie dort verändern beziehungsweise optimieren können:

  • Musik und Geräuschkulisse gestalten

    Gezielt ausgewählte Musik und ein niedriger Geräuschpegel können Ihre Produktivität enorm steigern. Der Grat zwischen Produktivitätssteigerung und Ablenkung ist jedoch schmal. Dazu kommt die Frage, wie und ob Sie Musik am Arbeitsplatz hören können.

  • Licht und Reflexionen beeinflussen

    Die Richtung Beleuchtung ist für produktives Arbeiten unverzichtbar. Wer am Arbeitsplatz zu wenig Tageslicht abbekommt, wird schnell antriebslos und ist weniger produktiv. Hier gilt jedoch, mehr ist nicht unbedingt besser. Da Sie vermutlich mit einem Computer arbeiten, sollten Sie mögliche Reflexionen und störenden Lichteinfall von vornherein durch die richtige Positionierung vermeiden. Es schadet auch nicht, wenn Sie ab und an zum Fenster gehen und kurze Denkpausen mit Sonnenlichtduschen verbinden.

  • Ergonomisch sitzen und arbeiten

    Sitzen wird inzwischen von manchen Wissenschaftlern und Medizinern als eine der wichtigsten Ursachen für Haltungsschäden, Übergewicht und weitere gesundheitliche Probleme gesehen. Dabei ist Sitzen an sich nicht das Problem: Zu langes und ergonomisch falsches Sitzen verursacht im Lauf der Zeit allerdings massive Probleme. Achten Sie daher auf die passende Arbeitshöhe, die Positionierung Ihres Monitors und auf einen bequemen, ergonomisch angepassten Stuhl.

  • Pflanzen nutzen

    Wie heißt es so schön: Mutter Natur ersetzt jedes Wellness-Wochenende. Sie können zwar nicht jede Arbeit nach draußen verlagern, doch mit einigen Pflanzen können Sie das Raumklima und so Ihr Wohlbefinden massiv steigern. Wichtig: Klären Sie im Vorfeld ab, welche Pflanzen erlaubt sind und ob Ihre Kollegen Allergien gegen bestimmte Pflanzen haben. Ist das nicht der Fall, können einige pflanzliche Kollegen Ihre Produktivität deutlich steigern.

  • Ordnung und System schaffen

    Auch wenn es viele Menschen nicht wahrhaben wollen: Äußeres Chaos kann zu einem echten Stressfaktor werden und Ihre Produktivität massiv beeinträchtigen. Die Konsequenz: Schaffen Sie sich ein System, mit dem Sie alle Akten und Vorgänge im Blick haben und Ordnung halten können. Das betrifft nicht nur Akten, sondern auch optisches Chaos wie ungeordnete Kabel und ähnliches. Wenn Sie hier für sichtbare Ordnung sorgen - und Aktenberge strukturieren - fühlen Sie sich nicht nur wohler, Sie arbeiten auch entspannter.

  • Farben gezielt einsetzen

    Die Psychologie der Farben wird oft unterschätzt. Zwar können Sie Ihr Büro - in der Regel - nicht nach Gutdünken streichen. Doch bereits farblich passende Bilder, eine entsprechende Schreibtischunterlage oder ähnliche Elemente können die gewünscht Wirkung auslösen.

6 skurrile aber effektive Produktivitätstipps

3,5 skurrile aber effektive ProduktivitätstippsEin erster skurriler, aber effizienter Weg, seine Leistungen zu verbessern, ist: Finden Sie jemanden, der produktiv ist - und dann denken Sie, Sie seien genauso. Klingt bescheuert, hat aber einen Hintergrund. Zu dem Ergebnis kommen etwa Untersuchungen des Psychologen Jochim Hansen von der Universität Basel.

Es sei wie beim sogenannten Rajkov-Effekt. Vladimir Rajkov entdeckte die Methode des "geborgten Genies": Dazu versetzte er seine Probanden in einen Zustand der Tiefenhypnose und suggerierte ihnen, sie seien ein herausragender Kopf der Geschichte. Prompt waren sie in diesem Zustand in der Lage, annäherungsweise deren Fertigkeiten zu entwickeln.

Falls Ihnen das aber zu abgedreht erscheint, es gibt noch ein paar weitere, ungewöhnliche aber effektive Methoden, mehr aus dem Arbeitstag zu holen:

  1. Stand-up Meetings

    Sie kennen längst das Parkinson'sche Gesetz. Es geht auf den britischen Historiker und Publizisten Cyril Northcote Parkinson zurück. Danach dehnt sich Arbeit in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit man tatsächlich dafür bräuchte.

    Parkinson Gesetz Kurve Grafik

    Das gilt umso mehr für Meetings: Wir schöpfen den Rahmen gerne voll aus – nur nicht immer zu unserem Besten. Sparen Sie also lieber gleich Laberzeit - und setzen Sie knappere Deadlines für solche Sitzungen. Noch besser: Halten Sie das erste Meeting am Morgen im Stehen ab. Das verkürzt sich dadurch ganz von alleine.

  2. Betrügen

    Und zwar sich selbst. So zeigt eine phantastische Studie der Columbia Universität, dass es schon reicht, sich vorzustellen, man komme seinem Ziel näher - selbst wenn dieser Fortschritt eine einzige Illusion ist. In der Wissenschaft ist dies auch bekannt als Goal-Gradient-Effekt. Entdeckt hat den der Verhaltensforscher Clark Hull schon 1932. Und ob bewusst oder nicht, viele machen ihn sich zunutze: Etwa Chefs, indem sie ihren Mitarbeitern kürzere Deadlines setzen und sie so zusätzlich anspornen.

  3. Distanz

    Bei der Lösung eines unserer Probleme steht uns häufig etwas im Weg: die unmittelbare emotionale Nähe. Vielleicht kennen Sie die Situation, dass Sie einem Freund einen guten Rat geben, der für Sie absolut offensichtlich erscheint und als einzige logische Möglichkeit in Betracht kommt. Trotzdem ist Ihr Freund nicht von selbst darauf gekommen. Auch hier fehlt die sogenannte psychologische Distanz. Stehen wir einem Problem - oder auch einer Aufgabe - zu nah, fällt es schwer, klare Gedanken zu fassen und kreative Lösungen zu erarbeiten. Stellen Sie hingegen psychologische Distanz her, denken und entscheiden Sie objektiver.

  4. Mengenlehre

    Der Tipp stammt von General-Electric-CMO Beth Comstock. Für sie sind die typischen Kreisdiagramme mit den überlappenden Schnittmengen DER Schlüssel zu mehr Produktivität. Deshalb zeichnet sie diese gerne morgens und bildet darin seinen Arbeitstag ab - in drei Kreisen, gefüllt mit a) den Dingen, die sie liebt; b) den Dingen, die sie hasst und c) den Dingen, die sie tun muss. Der Trick sei, sich vor allem um die Schnittmenge der Dinge zu kümmern, die zu tun sind und die sie liebt - und sich damit den Rest schmackhafter zu machen oder zu versuchen, möglichst viel davon zu delegieren. Grafisch könnte das Ergebnis dann so aussehen:

    Produktivität steigern: Aufgabe delegieren

    Zugegeben, das Diagramm hat Schwächen, ist aber letztlich nur eine vereinfachte Eisenhower-Matrix und damit vielleicht noch etwas intuitiver.

  5. Tagträume

    Tagträume haben zu Unrecht einen relativ schlechten Ruf. Vorgesetzte haben das Gefühl, ihre Mitarbeiter würden untätig herumsitzen und Löcher in die Luft starren. Dabei sind Tagträume unglaublich wichtige Phasen, gerade für Ihre Kreativität. Zwar sind Sie mit Ihren Gedanken ganz woanders, doch Ihr Gehirn arbeitet weiter an Problemen, Lösungsvorschlägen und Alternativen. Es ist kein Zufall, dass die besten Ideen meist dann kommen, wenn Sie es nicht erwarten. Tagträume geben Ihrem Gehirn die Möglichkeit, abzuschweifen und Verbindungen herzustellen, die Ihnen bewusst möglicherweise nicht einfallen. Anstatt sich schlecht zu fühlen, sollten Sie daher bewusst Ihre Gedanken schweifen lassen und so Ihre Kreativität steigern.

  6. Belohnung

    Jeder erhält gerne eine Belohnung für seine Arbeit. Arbeitnehmer denken dabei gerne an Ihr Gehalt, doch eigentlich handelt es sich dabei nicht um eine Belohnung im engeren Sinne, sondern um eine Gegenleistung für ihre Arbeit. Echte Belohnungen, die Sie sich selbst machen können, sind beispielsweise der Besuch in Ihrem Lieblingsrestaurant, ein neues Outfit oder auch nur ein entspanntes Bad, für das in letzter Zeit zu wenig Zeit war. Führen Sie solch kleine Belohnungen regelmäßig durch, werden Sie auch bei zukünftigen Aufgaben eine größere Motivation verspüren, die Dinge schneller anpacken und produktiver arbeiten, um ein Projekt fertig zu stellen.

Quiz: Wie produktiv arbeitet Ihr Team wirklich?

Quiz: Wie produktiv arbeitet Ihr Team wirklich?Viele Unternehmen betrachten Teamarbeit als Wunderwaffe, um die Produktivität und Qualität der Arbeit zu steigern. Nicht ohne Grund findet sich Teamfähigkeit in nahezu jedem Stellenangebot.

Allerdings läuft die Teamarbeit nicht immer so ab, wie sich die Arbeitgeber das vorstellen. Egoismus, Drückebergertum oder schlechte Kommunikation - viele Probleme müssen überwunden werden, um effektiv im Team zusammenzuarbeiten. Wie sieht das bei Ihnen aus? Arbeitet Ihr Team produktiv?

Wir haben zehn Fragen für diesen Produktivitätstest Sie vorbereitet. Merken Sie sich dazu welchen Buchstaben Sie am häufigsten gewählt haben. Am Ende der Fragenliste finden Sie die Auflösung:

1. Frage: Was steht für Ihre Kollegen im Vordergrund der Teamarbeit?

  • Wir alle möchte das gemeinsame Ziel erreichen. (C)
  • Das kann ich gar nicht so richtig sagen. Wir haben zahlreiche Baustellen. (B)
  • Jeder macht sein Ding. (A)

2. Frage: Warum arbeiten Sie an bestimmten Projekten zusammen?

  • Weil unser Chef uns dazu gezwungen hat, ein Team dafür zu bilden. (A)
  • Die Arbeit im Team ist doch immer besser als alleine oder? (B)
  • Weil wir der Meinung sind, dass es das Endergebnis verbessert. (C)

3. Frage: Welches Motto passt am besten zu Ihrem Team?

  • Morgen ist auch noch ein Tag. (B)
  • Alle für einen und einer für alle. (C)
  • Ich bin nicht hier, um Freunde zu finden, sondern um Karriere zu machen. (A)

4. Frage: Wer erledigt die Arbeit?

  • Jeder hat eine Aufgabe, für die er zuständig ist. (A)
  • Wir schätzen das kollaborative Arbeiten, stimmen uns intern ab und unterstützen einander. (C)
  • Zwei, drei Teammitglieder haben das Ruder übernommen. Der Rest schaut passiv zu. (B)

5. Frage: Wie laufen die Entscheidungsprozesse ab?

  • Wir diskutieren über die zur Auswahl stehenden Optionen, doch das letzte Wort hat der Teamleiter. (C)
  • Oft kommt es bei Entscheidungen zu Konflikten und Streitigkeiten, weil keiner von seinem Standpunkt abweichen will. (A)
  • Der eine sagt das, der andere das. Es gibt nicht wirklich jemanden, der das Zepter in der Hand hat. (B)

6. Frage: Welche Arbeitsatmosphäre herrscht bei der Teamarbeit?

  • Jeder versucht den andere auszustechen. (A)
  • Wir ziehen alle an einem Strang. (C)
  • Meistens geht alles drunter und drüber. (B)

7. Frage: Wie laufen Diskussionen für gewöhnlich ab?

  • Diskussionen? Eigentlich sind wir uns immer einig. (C)
  • Wir diskutieren jeden Aspekt sehr ausführlich und verlieren uns nicht selten in Details. (B)
  • Wir führen hitzige Diskussionen, weil jeder eine andere Meinung vertritt. (A)

8. Frage: Ein Projekt muss schnell voran gebracht werden, denn die Deadline näher. Wie funktioniert die Kommunikation?

  • Wir setzen uns regelmäßig zusammen und planen die nächsten Schritte und informieren uns über die Entwicklungen. Jetzt geht es darum, sich gegenseitig dort zu unterstützen, wo es brennt. (C)
  • Es bricht Chaos aus und etliche Rundmails mit verschiedensten Informationen werden rumgeschickt. (B)
  • Wir sprechen uns kurz ab, danach widmet sich jeder seiner Aufgabe. (A)

9. Frage: Wie motiviert schätzen Sie Ihr Team ein?

  • Am Anfang sind alle voll motiviert, doch das lässt schnell nach, wenn das Projekt nur schleppend voran geht. (B)
  • Wir sind mit vollem Elan bei der Sache. Die Arbeit macht Spaß. (C)
  • Die meisten sind weniger begeistert darüber im Team zusammenarbeiten zu müssen. (A)

10. Frage: Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?

  • Weniger zufrieden, ich hätte gerne einen größeren Beitrag geleistet. (A)
  • Oft bin ich der Meinung, wir hätten bessere Ergebnisse abliefern können. Trotzdem bin ich froh, dass wir es trotz der Schwierigkeiten auf die Reihe bekommen haben. (B)
  • Meistens bin ich stolz auf das, was wir geleistet haben. (C)

Auswertung Produktivitätstest

Auswertung ProduktivitätstestUnd was glauben Sie, wie produktiv arbeitet Ihr Team? Zählen Sie jetzt zusammen, welche Antwort-Kategorien - A, B oder C - Sie am häufigsten bejaht haben...

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]