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Bewerbungsanschreiben: Muster, Beispiele, Tipps

Bewerbungsanschreiben: Tipps, Beispiele, Vorlagen, Muster
Papier ist geduldig, Personaler sind es nicht. Immer wieder ranken sich um das optimale Bewerbungsanschreiben zahlreiche Mythen. Angefangen bei ausgefeilten Deckblättern über dritte Seiten bis hin zu gestalterischen Do’s und Don’ts des Bewerbungsschreibens. Deshalb graut – laut Studien – inzwischen knapp jedem zweiten Bewerber (42 Prozent) vor dem Anschreiben, fast jeder vierte Bewerber hat angeblich schon eine Stelle ausgeschlagen, weil ihm der Bewerbungsprozess zu kompliziert war. Alles Schnickschnack. Ihr Bewerbungsschreiben steht und fällt mit dem Text darin.

Im Gegensatz zum Lebenslauf, der das Profil des Bewerbers schärft, spiegelt das Bewerbungsanschreiben seine Motivation.


Wiederholen Sie im Anschreiben also bitte nicht einfach nur die Höhepunkte Ihrer Biografie oder das, was schon in der Stellenbewerbung oder im Lebenslauf steht. Das wäre redundant und verschwendet die Zeit des Personalers. Zeigen Sie dem Personalverantwortlichen und Empfänger des Bewerbungsanschreibens vielmehr klar und deutlich, warum Sie sich auf den Job bewerben und warum Sie der beste Kandidat sind, den er dafür bekommen kann.

Kurz: Kondensieren Sie Ihre Leistungen, Erfahrungen und Erfolge zu einem flammenden Plädoyer für sich selbst. Wir haben dazu ein paar kostenlose Bewerbungsmuster und Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen schon zahlreiche Leser Erfolg hatten…

Kostenlose Anschreiben und Bewerbungsmuster

Die folgenden Design-Beispiele und Vorlagen können Sie sich gerne als Word-Datei gratis downloaden und individuell anpassen. Tipp: Wenn Ihnen die Hintergrundbilder nicht gefallen, reicht es meist, das sogenannte Wasserzeichen im Dokument zu entfernen oder auszutauschen…

Initiativbewerbung: 2 Gratis-Musteranschreiben

Initiativbewerbung-Mustervorlage-Beispiel-02-VorschauInitiativbewerbung-Muster-Beispiel-Vorlage-Design-Vorschau

Blindbewerbung & Anschreiben zur Stellenanzeige

Bewerbungsanschreiben-Stellenanzeige-Muster-Vorlage-01-VorschauBlindbewerbung-Mustervorlage-Beispiel-01-Vorschau

Musteranschreiben: Bewerbungsmuster für diverse Berufe


Bewerbungsmuster-Vorlage-Praktikum-VorschauBewerbungsmuster-Vorlage-Ausbildung-Vorschau


Bewerbungsmuster-Bewerbungsschreiben-Verkäufer-VorschauBewerbungsmuster-Bewerbungsanschreiben-Aushilfe-Vorschau


Bewerbungsmuster-Vorlage-Stellenanzeige-VorschauBewerbungsmuster-Vorlage-Minijob-Vorschau


Bewerbungsmuster-Bewerbungsanschreiben-Vorlage-Beraterin-VorschauBewerbungsvorlage-Musteranschreiben-Ausbildungsleiter-Vorschau


Bewerbungsmuster-Bewerbungsanschreiben-Empfang-Vorlage-VorschauBewerbungsmuster-Anschreiben-Vorlage-Assistentin-Vorschau


Bewerbungsmuster-Bewerbungsanschreiben-Duale-Ausbildung-Vorlage-VorschauBewerbungsvorlage-Musteranschreiben-Praktikum-Vorschau


Bewerbungsmuster-Vorlage-Werkstudent-VorschauBewerbungsmuster-Vorlage-Masterarbeit-Vorschau


Bewerbungsmuster-Bewerbungsschreiben-BeraterIN-Vorlage-VorschauBewerbungsmuster-Manageranschreiben-Führungskraft-Vorlage-Vorschau


Weitere kostenlose Design-Vorlagen – etwa für den Lebenslauf – finden Sie HIER.


Aufbau der Bewerbung: Das Anschreiben liegt obenauf

Ob sie eine normale Bewerbung schreiben oder eine Kurzbewerbung: Das Bewerbungsanschreiben ist die Kür Ihrer Bewerbung und sollte deswegen in einer vollständigen Bewerbungsmappe obenauf liegen.

Es ist keine Dreingabe, sondern das Initial Ihrer Bewerbung: Hier wecken Sie Interesse, hier heben Sie sich von anderen Bewerbern positiv ab. Hier entsteht der sprichwörtliche erste Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt. Entsprechend übersichtlich und prägnant muss das Anschreiben sein – und natürlich frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern.

Das Bewerbungsschreiben umfasst im besten Fall nur eine Seite, maximal zwei Seiten. Bei E-Mail-Bewerbungen ist die Mail selbst das Anschreiben – Musterlebenslauf und Arbeitszeugnisse werden dann in einem PDF-Dokument (!) angehängt. Ob Sie der Bewerbung auch ein Deckblatt beifügen, ist Geschmackssache.


So aber können Sie Ihre Bewerbungsmappe aufbauen:

Vollständige-Bewerbungsmappe-Bewerbungsunterlagen-Muster

Das Musterbeispiel für den Aufbau einer vollständigen Bewerbungsmappe können Sie sich hier auch als PDF kostenlos herunterladen.

Formalitäten: Checkliste für das Bewerbungsschreiben

    Was ins Anschreiben muss (von oben nach unten):

    • Absenderadresse (Name, Adresse, Telefonnummer (auch mobil), E-Mail-Adresse)
    • Datum (rechts)
    • Empfängeradresse (Firma, Vor- und Zuname des Adressaten, Adresse)
    • Kein Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf!)
    • Betreff (Bei Blindbewerbungen reicht „Bewerbung“, ansonsten ist hier der konkrete Bezug zur Stellenanzeige Pflicht: „Bewerbung als …, Ihre Stellenanzeige vom 24. Juli 2015 in der Lokalzeitung XY“)
    • Anrede (Immer persönlich, nie: „Sehr geehrte Damen und Herren“ – Ansprechpartner recherchieren!)
    • Einstieg & Einleitungssatz
    • Kurzdarstellung des Profils (Stärken und Soft Skills – mit Beispiel)
    • Bezug zum Unternehmen
    • Eventuell Hinweis auf sonstige Kenntnisse (etwa Fremdsprachen)
    • Eventuell Hinweis auf Referenzen (Ansprechpartner von früheren Jobs)
    • Eventuell Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
    • Falls verlangt: Gehaltsvorstellungen (Spanne ist besser als exakter Betrag)
    • Abschlusssatz & Grußformel
    • Unterschrift
    • Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate)

Tipps zum Bewerbungsschreiben: Einleitung, Hauptteil, Bezug, Schluss

Damit Sie nicht – wie in Umfragen heraus kam – im Schnitt 74 Minuten an Ihrem Anschreiben sitzen, feilen, formulieren, kommen jetzt unsere besten und bewährten Tipps. Dazu leiten wir Sie im Folgenden Schritt für Schritt durch alle Formalitäten, Bewerbungsbeispiele und Anschreiben-Elemente. Klassisch gehören dazu:

Aufbau-Bewerbungsanschreiben-Beispiel-Schema

Dabei richten wir unser besonderes Augenmerk auf die vier Hauptelemente. Im Kern besteht der Aufbau eines Anschreibens stets aus diesen Teilen:

  1. Einleitung:

    Hier geht es vor allem darum Interesse zu wecken. Idealerweise beginnt Ihr Anschreiben mit einem Knall, Ihrer Motivation (für diesen Job), Ihrem stärksten Argument und einem originellen Satz. Lassen Sie dabei kurz und subtil einfließen, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und sich mit dem Unternehmen, seinen Produkten, seiner Kultur bereits intensiv beschäftigt haben, indem Sie etwa ein paar aktuelle Zahlen zitieren oder auf ein kürzlich publiziertes Interview des CEO oder das neuste Produkt eingehen. Das schmeichelt jedem Personalverantwortlichen. Die Betonung hierbei liegt allerdings auf kurz und subtil. Also bitte nicht zu dick auftragen. Mehr als drei bis vier Zeilen haben Sie nicht.

  2. Hauptteil:

    Er dient dem Eigenmarketing und der Darstellung Ihrer sozialen Kompetenzen (Soft Skills). Hier macht der Bewerber klar, welche Stärken, Erfahrungen er oder sie mitbringt. Wichtig ist hierbei, dass Sie nicht alles aufzählen, was Sie können oder in einem Berufswahltest über sich herausgefunden haben, sondern nur auswählen, was zu dem Job passt, auf den Sie sich bewerben. Fokussieren Sie sich auf die Höhepunkte – jene, die Sie zum idealen Kandidaten machen. Nicht Masse, sondern Klasse zählt (weshalb Ihr Anschreiben auch bitte nie eine Massenbewerbung sein sollte).

  3. Unternehmensbezug:

    Hier wird eine Verbindung zum Arbeitgeber in spe hergestellt und der einzigartige Mehrwert begründet, den Ihre Kompetenzen in der angepeilten Stelle schaffen. Es geht also darum, einen Bezug zwischen Ihrem Werdegang und der Stellenanzeige beziehungsweise dem angepeilten Job herzustellen. Man könnte auch sagen: Sie spinnen hier den roten Faden, damit Ihr Karriereschritt so wirkt wie eine natürliche Entwicklung, die in diesem Unternehmen münden muss und vor allem eine ist, die dem Unternehmen außerordentlichen Mehrwert bietet. Diesen Teil können Sie natürlich auch mit dem zweiten verweben oder gar zum Einstiegssatz machen. Die Reihenfolge dieser ersten drei Punkte ist nicht fix, sondern flexibel.

  4. Schlussteil:

    Am Ende können Sie sich in einem Schlusssatz für das Interesse bedanken, nennen – falls verlangt – Gehaltsvorstellungen oder den frühest möglichen Eintrittstermin und stellen heraus, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen. Dann noch die passende Grußformel und Ihre Unterschrift.

Falls es Lücken in Ihrem Lebenslauf gibt, etwa eine mehrmonatige Auszeit, eine längere Arbeitslosigkeit, dann sollten Sie das ebenfalls im Bewerbungsanschreiben kurz (!) erwähnen. Sicher wird Sie der Personalverantwortliche später noch einmal ausführlicher dazu im Vorstellungsgespräch befragen. Aber im Anschreiben gilt es zunächst, die Unterbrechungen, Kündigungen oder die häufigen Jobwechsel der Vergangenheit zu erklären.

Anschreiben: Formalitäten, Vorschriften, Normen

So ganz ohne ein paar Formalitäten geht es leider nicht. Bei allem Verständnis für Kreativität, an ein paar Grundregeln und Formalitäten sollte sich jeder Bewerber halten. Betrachten Sie es aus der Perspektive des Personalers: Der muss meist mehrere Bewerbungen sichten und vergleichen. Je einfacher und übersichtlicher Sie ihm das machen, desto sympathischer ist ihm Ihre Bewerbung.

Das sind die Grundregeln, die Ihre Bewerbungschancen indirekt steigern:

  • Berufseinsteiger sollten nie mehr als eine Seite schreiben. Ältere, die schon mehr Erfahrung gesammelt haben, dürfen auch ein zweiseitiges Anschreiben verfassen. Trotzdem sollte es kompakt bleiben.
  • Das Papier (Standard: DIN A4) ist idealerweise nicht nur einfaches Kopierpapier, sondern besseres. Die Blätter haben keine Flecken, Knicke, Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten).
  • Verwenden Sie keine ausgefallenen Schnörkelschriften, um sich abzuheben. Das wirkt affektiert. Was zählt, ist der Inhalt. Also lieber auf Schriftart wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurückgreifen.
  • Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. Orientieren Sie sich hierbei an der sogenannten 11-13-15-Regel: In 11-Punkt sollte der gesamt Fließtext stehen, also alle längeren Textpassagen des Lebenslaufs oder Anschreibens. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen – wie die Times oder Georgia. Die sind besonders gut bei längeren Texten lesbar. Die 13-Punkt-Schrift sollte Datum, Adressen, Zwischenüberschriften (im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Gerne auch gefettet. Hierfür eignen sich eher groteske Schrifttypen ohne Serifen – wie die Arial oder Helvetica. Die Schriftgröße von 15-Punkt wiederum verwenden Sie bitte ausschließlich für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen. Auch hierfür eignet sich eine serifenlose Schrift am besten. Und warum die krummen Größen? Weil die meisten anderen Bewerber 12-14-16-Schriftgrößen verwenden – 12-Punkt ist die Standardeinstellung bei Word.
  • Einzüge, Linien und der Zeilenabstand sollten auf sämtlichen Seiten einheitlich sein, ebenso der Seitenrand. Die Bewerbung bekommt sonst leicht einen Patchwork-Charakter. Ein eineinhalbzeiliger Zeilenabstand hat sich bewährt – wirkt luftig. Ebenso 2 Zentimeter Seitenabstand links und rechts.
  • Hauptsachen in Hauptsätze lautet eine alte Journalistenregel. Vermeiden Sie deshalb Schachtel- oder zu viele Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen. Kurze Hauptsätze wirken stärker. Ebenso Verben statt Adjektive. Und vermeiden Sie verquaste Hauptwörter, die auf -ung, -heit oder -keit enden. Die lassen sich immer durch entsprechende Verben ersetzen. Liest sich auch viel flüssiger.
  • Auch wenn wir Ihnen oben schon einige Bewerbungsmuster und Vorlagen zur Verfügung gestellt haben: Schreiben Sie jede Bewerbung trotzdem individuell und nie aus Ratgebern einfach ab. Die lesen auch Personaler – und erkennen darin geistige Faulheit und eben die Massenbewerbung. Und das bei Ihrer ersten Arbeitsprobe!

Jetzt aber noch einmal alle vier Aufbauelemente des Bewerbungsanschreibens im Detail…

1. Bewerbungsanschreiben Einstieg: Der erste Satz entscheidet

Bewerbungschreiben-Tipps-VorlagenAuch wenn Sie akut unter Schreibhemmungen leiden und die leere weiße Seite fürchten: Das Formulieren eines Anschreibens ist gar nicht so schwer. Ausschlaggebend ist oft, wie viel Leidenschaft ein Bewerber zeigt.

Sie können also alles faktisch noch so korrekt und perfekt darstellen – wenn der Funke nicht zündet, landen Ihre Unterlagen auf dem Ausschussstapel. Das gilt für alle Berufsbilder, Anschreiben und Motivationsschreiben gleichermaßen.

In Ihrem Lebenslauf steht vielleicht, dass Sie ein Praktikum in einem vergleichbaren Bereich absolviert haben. Aber wie Sie sich gefühlt haben, mit welchem Elan Sie Ihr Projekt geleitet und zum Ziel geführt haben – das muss im Anschreiben rüberkommen. Es heißt ja nicht ohne Grund Bewerbung – machen Sie also Werbung für Ihre Lust und Begeisterung für den Job!

Der Bewerbungserfolg beginnt deshalb beim ersten Satz. Nichts ist langweiliger als ein Standard-Einleitungssatz vom Typ „Hiermit bewerbe ich mich…“ Langweilig und bürokratisch. Eine typische Phrase, die nur eines ausdrückt: Dem Bewerber ist kein eigener guter erster Satz eingefallen.

Auch von Floskeln wie „mit großer Freude habe Ihre Stellenanzeige gelesen …“ sollten Sie die Finger lassen. Daran ist zwar grundsätzlich nichts falsch – und doch sind solche Formulierungen längst abgenutzt. Es sind Sätze, wie sie in jeder Bewerbung stehen könnten: austauschbar und unpersönlich. Bei einem Satz wie „Ich bin team- und konfliktfähig…“ zählen Personalverantwortliche nur noch die Tage bis zur Pension. Komagefahr!

Ein viel überzeugender Einstieg ist, Sie beschreiben an konkreten Stationen im Lebenslauf, wie Sie Ihre Talente schon leidenschaftlich und erfolgreich eingesetzt haben:

  • Absolventen zielen dabei bitte auf Studienschwerpunkte und Praktika ab;
  • Berufserfahrene legen dagegen mehr Gewicht auf bisherige Positionen und erfolgreich absolvierte Projekte.

Informationen, auf welche vakante Position Sie sich bewerben, auf welche Stellenanzeige sowie wann und wo sie erschienen ist, gehören in den Betreff des Bewerbungsschreibens. Nicht ins Anschreiben selbst.

Und verzichten Sie bitte grundsätzlich auf peinliche Zitate von großen Literaten (was einige Quacksalber im Internet ernsthaft empfehlen). Nicht Schiller, Goethe oder Hemingway bewerben sich, sondern Sie!

Einstiegsformulierungen & Tabus: Damit bitte NICHT einsteigen

  1. Rückblick

    Die Geschichte, warum Sie den alten Job nicht mehr wollen, ist tabu. Auch wenn Sie so ein subtiles Kompliment an den neuen Arbeitgeber senden wollen: Es ist keines. Sie wirken so nur wie ein Flüchtling und Nörgler.

  2. Abschluss

    Wie gut Ihr Abschluss war, weiß der Personaler schon. Denn die Ausbildung gehört in den Lebenslauf, nicht ins Anschreiben – und den Lebenslauf lesen (oder überfliegen) viele Personaler zuerst. Auch wenn Sie zu den besten fünf Prozent Ihres Jahrgangs gehören (was ein starkes Argument ist), sagt das nichts über Ihre Motivation aus.

  3. Ziele

    Welche Karrierepläne Sie verfolgen, ist ebenfalls kein guter Einstieg. In einigen Ratgebern wird empfohlen, im Motivationsschreiben seine Ziele zu erwähnen. Fehler! In der Bewerbung geht es nicht um Ihre berufliche Zukunft und Pläne, sondern was der Arbeitgeber von Ihnen hat.

Beispiele für gute Einleitungssätze

Kommen Sie also gleich zum Punkt und zwar ganz persönlich. Indem Sie auf Überflüssiges verzichten, verstoßen Sie nicht gegen irgendwelche Konventionen oder DIN-5008-Formen. Im Gegenteil: Sie beweisen, dass Sie nachgedacht haben, sich individuell für diesen Arbeitgeber Mühe gemacht haben und in der Lage sind, Wesentliches auf den Punkt zu bringen.

Falls Sie mit dem Personaler bereits ein Telefongespräch hatten, sollten Sie darauf Bezug nehmen – persönlicher geht es nicht. Das unterstreicht schließlich eine erste Gemeinsamkeit.

Falls nicht, auch nicht schlimm. In dem Fall können Sie direkt einen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herstellen. Originelle Einstiege verraten etwa die Beweggründe für Ihre Bewerbung, Ihre Begeisterung für das Unternehmen und dessen Produkte, die mit dem Job verbundene Herausforderung, etc. All das suchen Personaler im Bewerbungsschreiben. Warum also nicht gleich damit einsteigen?

Zum Beispiel so:


Sehr geehrter Herr XX,

schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit _____________. Als ich dann Ihre Stellenanzeige vom _____________ las, wusste ich sofort: Das passt! Die Herausforderungen sowie die Perspektiven, die diese Position bieten, haben mich sofort begeistert…

Ein weiteres Erfolgsrezept lautet: Frechheit siegt. Oder besser gesagt: eine gute Prise Selbstbewusstsein, gewürzt mit etwas Humor. Schließlich bitten Sie nicht um ein berufliches Almosen, sondern bieten Kompetenz, Engagement und Leistungswillen. Entsprechend könnten Bewerber beispielsweise so einsteigen:


Sehr geehrte Frau XY,

Sie suchen einen entscheidungsfreudigen und versierten Entwicklungsingenieur für _____________, für den soziale Kompetenz, Organisationstalent und Durchsetzungskraft nicht bloß Worthülsen, sondern gelebte Praxis sind? Dann hören Sie auf zu suchen: Hier bin ich! …

Wer es noch etwas kühner mag, kann mit Storytelling beziehungsweise einer ebenso originellen wie überraschenden Geschichte einsteigen. Das weckt auf jeden Fall die Neugier und regt zum Weiterlesen an:


Sehr geehrter Herr XX,

von meiner Haustür bis zu Ihrer Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon der erste Kollege im Büro sein…“

Bitte beachten Sie: Das alles sind nur Beispiele, Formulierungstipps und Anregungen. Auf keinen Fall sollten Sie diese wörtlich übernehmen. Entscheidend ist, dass Sie Ihren eigenen Stil finden, Ihren ganz individuellen Einleitungssatz, der auch zum Rest des Anschreibens und der Bewerbung passt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Insbesondere Männer dürfen hier ruhig ein bisschen robuster auftreten. So hat Laurie Rudman von der Rutgers Universität in New Jersey vor einiger Zeit herausgefunden: Personalentscheider mögen an männlichen Bewerbern nicht, wenn diese zu bescheiden auftreten. Es lässt sie weniger ambitioniert, schwächer und unsicherer erscheinen.

Dossier für gute Einleitungssätze

Falls Sie noch weitere Anregungen zum Einstieg suchen, finden Sie diese bei uns in einem eigenen Dossier:

2. Bewerbungsanschreiben Hauptteil: Die Soft Skills

Smartphone-BewerbungsanschreibenIhre fachlichen Kompetenzen dokumentieren Sie bereits im Lebenslauf. Im Anschreiben sollten Sie sich daher auf die sozialen Kompetenzen, die sogenannten Soft Skills konzentrieren. Auf sie achten Personaler hier am meisten.

Diese Fähigkeiten klischeefrei zu formulieren, ist zugegebenermaßen schwer, aber essenziell für den Erfolg des Bewerbungsschreibens. Tatsächlich basieren viele Anschreiben auf Musterbriefen und enthalten daher typische Floskelsätze und damit auch zahlreiche „Ich“-Formulierungen.

  • Ich bin teamfähig.
  • Ich besitze Kommunikationsstärke.
  • Ich bin ein Macher.
  • Ich bin engagiert, motiviert.
  • Ich habe schon Verantwortung übernommen.

Inhaltlich mag das alles stimmen. Doch in dieser Massierung wirkt das nicht nur eintönig, sondern leider auch latent egozentrisch.

Behaupten kann so etwas ohnehin jeder – beweisen dagegen nur wenige.

Da die meisten Bewerbungsanschreiben solche Ich-Sätze enthalten, bietet sich Ihnen hier eine wunderbare Chance, einen anderen Weg zu wählen und sich von der Masse abzusetzen: Sagen Sie also nicht, dass Sie teamfähig, motiviert, verantwortungsvoll sind, sondern umschreiben Sie kurz (!) ein Projekt, das Sie vorbildlich mit Ihrem Team abgeschlossen haben. Wenn Sie das auch noch flüssig, aktiv und ansprechend formulieren, ist die Kommunikationsstärke auch gleich offenbar.

Ein Beispiel:


Während meines Praktikums bei _____________ brannte ich für das Projekt XY, das ich initiieren und schließlich organisieren und leiten durfte. Um die Kollegen mit ins Boot zu holen und zu begeistern, habe ich _____________. Ein voller Erfolg! Binnen zwei Wochen konnten wir gemeinsam…

Oder:


Meine Stärke sehe ich in der praktischen Lösung von Problemen im Betriebsablauf. Durch gute Zusammenarbeit im Team und die Bereitschaft zu schnellen Einsätzen auch nach Feierabend und am Wochenende ist es mir oft gelungen, einen Produktionsausfall zu minimieren oder zu vermeiden.

Erliegen Sie hierbei aber bitte niemals der Versuchung, ein Bewerbungsschreiben zunächst neutral auszuformulieren und dann nur noch Namen auszutauschen, um es an mehrere Arbeitgeber zu versenden. Erfahrene Personaler erkennen das – und sortieren Ihre Bewerbung als Massenwurfsendung sofort aus.

Richtig peinlich wird es, wenn die so von Ihnen geschilderten Stärken und Talente im Grunde gar nichts mit dem ausgeschriebenen Job zu tun haben. Ein klares Eigentor. Kein Wunder, wenn Sie darauf eine Absage nach der anderen erhalten.

Überzeugend wird ein Bewerbungsschreiben erst, wenn Sie es persönlich und individuell auf das Unternehmen zuschneiden.

Sorgfalt ist oberste Pflicht

Als wir kürzlich die zahlreichen Interviews unseres Arbeitgeberchecks ausgewertet haben, sagten nahezu alle befragten Personaler: Die Bewerbungsunterlagen betrachten Sie als erste Arbeitsprobe des Bewerbers.

Tippfehler interpretieren sie daher als Indiz für mangelnde Sorgfalt bei der späteren Arbeit. Zwar könne ein überzeugendes Profil manchen Verschreiber „heilen“. Doch steigen 45 Prozent der HR-Verantwortlichen schon nach einem Schreibfehler aus, 55 Prozent schreiben den Kandidaten ab dem zweiten Tippfehler ab. Also bitte unbedingt die Grammatikprüfung Ihrer Textverarbeitung nutzen und einen versierten Bekannten Korrekturlesen lassen.

3. Bewerbungsanschreiben Unternehmensbezug: Der Mehrwert

Letztlich fragt sich Ihr Leser – der Personaler oder Chef -, warum er Sie einstellen und bezahlen sollte. Ganz platt fragt er sich, ob Sie das, was Sie als Gehalt beziehen auch wieder verdienen werden – idealerweise mehr als das. Kurz: Ob Sie dem Unternehmen einen Mehrwert bieten.

Natürlich setzt das voraus, dass Sie für den Job ausreichend qualifiziert sind, sich einbringen und integrieren können. Der Trick ist also, über Ihre vorhandenen Qualifikationen, Kompetenzen und Erfahrungen einen Bezug zum Unternehmen, mehr aber noch zu der ausgeschriebenen Stelle herzustellen.

Da Sie auch hierfür kaum mehr als fünf bis sieben Zeilen Platz haben, müssen Sie auswählen. Nicht wenige Bewerber machen hier den Fehler, möglichst vollständig alles aufzuzählen, weil sie glauben, Masse schlägt Klasse. Falsch! Personaler haben nicht viel Zeit und wollen auf Anhieb überzeugt, nicht durch Text betäubt werden. Außerdem nimmt es dem Anschreiben seine Spannung und Knackigkeit.

Am besten wirken hier erzielte Erfolge. Haben Sie beispielsweise während der Ausbildung, in einem Praktikum oder in vergleichbaren Projekten gearbeitet? Dann beschreiben Sie, was Sie dort erreicht haben und wie. Noch suggestiver sind Zahlen:

  • In wie kurzer Zeit haben Sie etwas geschafft?
  • Wie viele Kollegen haben Sie dabei koordiniert oder angeleitet?
  • Um wie viel Prozent hat sich dadurch etwas (zum Beispiel Umsatz, Fehlerquote, …) verbessert?
  • Wie viele Kunden konnten so neu gewonnen werden?

Konkret könnte das dann so aussehen:


Schon seit 20 Jahren entwickle und verkaufe ich Produkte und Lösungen zu _____________. Durch gezielte Optimierung der Verkaufsprozesse konnte ich als Key Account Manager bei _____________ den Absatz um XX Prozent steigern. Zudem verbesserte sich die Kundenzufriedenheit innerhalb von zwei Jahren von XX auf XX Prozent.

Dabei hilft es sehr, wenn Sie im Vorfeld der Bewerbung ein bisschen in den Medien recherchieren und sich überlegen, welche Qualifikationen und Kompetenzen den Arbeitgeber in dieser Position besonders interessieren könnten. Je besser Sie die Bedürfnisse antizipieren, desto höher Ihre Chancen, zum Jobinterview eingeladen zu werden.

Formel für die perfekte Bewerbung

Googles Personalchef Laszlo Bock hat angeblich de Formel für die perfekte Bewerbung gefunden. In einem Interview mit der New York Times verriet er sie. Formulieren Sie Ihre Erfolge nach diesem Schema: „Ich habe X erreicht, relativ zu Y, indem ich Z getan habe.“ Die meisten Bewerber würden etwa schreiben: „Ich habe schon Artikel für die New York Times geschrieben.“ Besser wirken würde es aber, wenn dort stünde: „Ich habe in dieser Zeit 50 Artikel für die New York Times geschrieben (der Durchschnitt liegt bei sechs Artikel), weil ich seit drei Jahren tiefe Einblicke in diesem Bereich habe.“

Bewerbungsformel-Grafik

4. Bewerbungsanschreiben Schlussteil: Der richtige Ausblick

Am Schluss des Anschreibens sollten Sie freundlich und motiviert klingen. Mehr aber noch Selbstbewusstsein erkennen lassen. Schließlich haben Sie gerade erklärt, warum Sie nicht nur hochmotiviert sondern auch die Idealbesetzung sind. Damit sind Sie schon mal kein Bittsteller mehr, sondern ein ernstzunehmender Kandidat. Sie haben etwas zu bieten: Engagement, Know-how, Leistungswillen, Erfahrung, Mehrwert – also kein Grund sich unter Wert zu verkaufen.

Der größte Bewerbungsfehler, den Sie im Schlussteil machen können, ist daher auch der leider verbreitetste: der Konjunktiv (würde, könnte, wäre, …):

  • „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“
  • „Gerne würde ich Ihnen meine Motivation ausführlich im Vorstellungsgespräch erläutern.“
  • „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen.“

Der Konjunktiv schwächt den Satz ab. Zwar klingen solche Sätze sympathisch bescheiden. Im Abschlusssatz aber macht er aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht Ihren Glauben an der Eignung zugleich in Zweifel. So jemand wirkt unsicher und macht sich kleiner als er oder sie ist. Also bitte nie Konjunktiv am Schluss.

Nutzen Sie lieber den Trick mit dem Call-to-action.

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die zeigen, wenn man seine Leser explizit dazu auffordert, einen Artikel weiterzuleiten, zu empfehlen oder zu kommentieren, dann steigt eben diese Empfehlungs- oder Kommentarrate um ein Vielfaches an. Warum also den Trick nicht auch im Bewerbungsanschreiben anwenden und erwähnen, dass Sie sich auf das Vorstellungsgespräch freuen, obwohl noch gar nicht entschieden ist, dass Sie auch eingeladen werden?

Solche überzeugten Formulierungs-Beispiele – ohne Konjunktiv – könnten sein:

  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.“
  • „Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.“
  • „Ihrer positiven Rückmeldung sehe ich mit großer Freude entgegen.“
  • „Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.“
  • „Wenn Sie einen kompetenten, zuverlässigen und belastbaren Mitarbeiter suchen, dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“

Wem das zu viel des Guten ist, der kann natürlich auch den frühest möglichen Eintrittstermin nennen:

  • „Ich kann Ihnen schon einmal zusagen, bei Ihnen am xx. Oktember die Stelle anzutreten.“

Auch das ist letztlich ein Psychotrick: Weil Sie damit subtil unterstellen, DASS Sie den Job bekommen und wenig Fläche für Spekulationen lassen.

Weitere Dossiers und Tipps zu Schlusssatz, Gehaltsvorstellungen und Anlagen finden Sie hier:


PS: Zum Schluss noch ein besonderer Tipp

Es sind nur zwei unscheinbare Buchstaben, jedoch mit einer großen Wirkung: Egal, was und wie viel Sie in Ihrer Bewerbung geschrieben haben – ein PS: (steht für Postskriptum) wird immer gelesen. Das Anhängsel stammt noch aus der Zeit der handgeschriebenen Briefe und ermöglichte dem Autor die Nachschrift eines wichtigen Teils, ohne dass dieser den ganzen Brief noch einmal abschreiben musste.

In Zeiten von Textverarbeitungsprogrammen, Copy & Paste und E-Mails hat es jedoch ausgedient. Sollte man meinen. Stimmt aber nicht! Denn gerade deshalb erzeugt es enorme Aufmerksamkeit und bleibt im Gedächtnis haften – vorausgesetzt, Sie nutzen es, um etwas Originelles hinzuzufügen. Etwa:

PS: Ich werde mich am 1. September kurz bei Ihnen telefonisch erkundigen, ob meine Bewerbung angekommen ist. Falls Sie umgekehrt noch Fragen haben, können Sie mich jederzeit erreichen, unter: 0123-4567890.

Oder:

PS: Danke, dass Sie meiner Bewerbung bis hierher Ihre Aufmerksamkeit gewidmet haben. Nun würde ich mich freuen, wenn wir uns persönlich kennenlernen könnten. Rufen Sie mich doch gleich an, unter: 0123-4567890.

Das sind natürlich nur Beispiele, die Sie inspirieren sollen. Dennoch: Auch wenn Sie den Text nur überflogen haben – dieses PS haben Sie sicher gelesen.

[Bildnachweis: Syda Productions, Andresr by Shutterstock.com]




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