Es gibt Bewerbungsratgeber, die betonen immer wieder, am Ende eines Vorstellungsgesprächs unbedingt zu sagen, dass man den Job wirklich will. Angeblich wollen das Personaler hören, sie wollen die Begeisterung für das Unternehmen spüren und sich sicher sein, dass der Kandidat, der es bis hierhin geschafft hat, auch nicht mehr abspringt. Außerdem zeige eine solche Willensbekundung Engagement, Enthusiasmus und eben, nun ja, echtes Interesse.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das so stimmt. Zumal der Grat, auf dem man dabei balanciert, schmal ist. Allzu große Begeisterung kann auch schnell nach allzu großer Bedürftigkeit aussehen, nach Alternativlosigkeit und akuter Jobnot. Wer dann in die Attitüde des Bittstellers kippt, steigert nicht unbedingt seine Attraktivität als Bewerber.

Trotzdem kann man der Frage nachgehen: Wie bitteschön betont man ganz elegant, dass man den Job auch nach dem Jobinterview noch will? Nun, ich hätte da ein paar Vorschläge…

  • Direkt: Ich bin mir inzwischen sicher: Das ist der Job, den ich wirklich will. Was kann ich noch tun, um Sie davon zu überzeugen, dass ich auch die beste Besetzung dafür bin?
  • Indirekt: …aus diesen Gründen denke ich, der beste Kandidat für diese Position zu sein. Brauchen Sie noch weitere Informationen, um mir ein konkretes Jobangebot zu machen?
  • Offensiv: Ich bin an diesem Job wirklich sehr interessiert. Was würde Sie noch davon abhalten, mir die Stelle sofort anzubieten?
  • Defensiv: Ich würde und könnte den Job am liebsten schon nächste Woche antreten. Was wäre der nächste Schritt dorthin? Haben Sie noch unbeantwortete Fragen? Was brauchen Sie noch, um sich bald zu entscheiden?
  • Verständnisvoll: Ich würde es sehr begrüßen, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Sie sehen ja, meine Stärken liegen vor allem in XXX und YYY. Was wären die nächsten Schritte in Ihrem Auswahlprozess?
  • Emotional: Nachdem was ich heute über Ihr Unternehmen gelernt habe, bin ich noch begeisterter, für Sie arbeiten zu können. Ich hoffe deshalb bald von Ihnen eine positive Nachricht zu erhalten.

Natürlich sind dies nur allgemein gehaltene Formulierungsvorschläge. Idealerweise knüpfen solche Schlussbemerkungen direkt an das Gesagte und die aktuelle Stimmung an. Zudem sollte klar sein, dass Sie Ihrer Begeisterung für einen Job auch nur derart Ausdruck verleihen sollten, wenn Sie die Stelle tatsächlich so sehr wollen. Falls Sie nicht gerade ein großes Schauspieltalent sind, würde man die Diskrepanz zwischen verbaler und realer Euphorie spüren – und das könnte eher nachteilig wirken.