Immer mehr Deutsche Top-Universitäten bitten ihre Studenten in spe zu ausgefeilten Auswahlverfahren. Denn seit 2004 verschafft ihnen eine Neufassung des Hochschulrahmengesetzes die Möglichkeit, 60 Prozent ihrer Studenten in zulassungsbeschränkten Fächern selbst auszuwählen. Nur noch jeweils 20 Prozent der Anwärter kommen direkt über die gute Abiturnote und Wartezeit zum ersehnten Studienplatz. Entsprechend steigen die Hürden für angehende Akademiker: Auf die Bewerber wartet inzwischen vor knapp jedem zweiten Studiengang ein eigenes Auswahlverfahren, hat das Hochschul-Informations-System (HIS) herausgefunden. Jeder siebte Studienanfänger hat im vergangenen Jahr ein solches Verfahren durchlaufen – mehr als doppelt so viele wie noch 2004. Dazu gehören dann etwa: Motivationsschreiben, Interviews, Essays, Präsentationen oder Fallstudien.

Mein Kollege Max Haerder hat in der aktuellen WirtschaftsWoche aufgeschrieben, was die Studenten dort so alles erwartet und ob und wie sie sich auf die Prüfungen vorbereiten können. Das Herzstück vieler Verfahren ist jedoch ein Studierfähigkeitstest. Denn gerade daran hapert es oft. „Die Erwartungen an das Studium sind häufig falsch“, sagt zum Beispiel Hermann Ebner, Prorektor für Studium und Lehre an der Uni Mannheim. Wer aber keine präzisen Vorstellungen vom Studieren hat, verpatzt gleich die erste Stufe der richtigen Vorbereitung. Das traurige Ergebnis: Bislang beenden in Deutschland durchschnittlich 21 von 100 Studenten nie das Studium, für das sie sich ursprünglich entschieden haben.

Der Ausweg heißt Self-Assessment: Inzwischen bieten viele Unis solche Selbsttests als Ergänzung zur Auswahloffensive an. So bekommen Interessierte einen verlässlichen Eindruck von den Anforderungen des Studiums. Gleichzeitig prüfen sie, ob ihre Fähigkeiten dem vermeintlichen Fachinteresse überhaupt entsprechen. Eine kleine Auswahl dieser kompakten und kostenlosen Selbsttests finden Sie hier:

Selbsttests im Internet
  • Was studiere ich? Self-Assessment-Angebot der Uni Hohenheim. Gibt Aufschluss über Neigungen und Fähigkeiten – und welche Fächer und Berufe dazu passen.
  • Borakel Dreistufiger Test zu Stärken und Schwächen und den passenden Studienfächern. Enthält auch Infos zum Leben auf dem Campus.
  • Assess Aachen Fähigkeitstest für technische und naturwissenschaftliche Studienfächer. Dauer etwa 90 bis 120 Minuten.
  • Selfassessment Sozialwissenschaften Studiertest für geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer.
  • Informatiker-Test München Umfangreicher Test für Informatiker, angeboten von der Uni München. Dauer: knapp drei Stunden.
  • Anglistik-Test Freiburg Eignungstest für Anglistik an der Uni Freiburg.

Falls Sie noch mehr dieser Tests kennen, können Sie die Links dazu gerne in den Kommentaren posten. Oder Sie sprechen mich auf Twitter darauf an.