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Sie sind eine der größten Zielgruppen auf dem Arbeitsmarkt und werden von Unternehmen immer gesucht: Young Professionals sind begehrte Mitarbeiter, was ihnen nicht nur eine gute Verhandlungsposition ermöglicht, sondern auch zahlreiche Optionen und Berufswege öffnet - zumindest theoretisch. In der Praxis kommt es dann immer noch darauf an, diese Chancen auch zu nutzen und das eigene Potenzial nicht zu vergeuden. Auf der anderen Seite haben Sie als Young Professional schließlich auch hohe Ansprüche an mögliche Arbeitgeber und wollen nicht den erstbesten Job annehmen, der Ihrer weiteren Karriere möglicherweise gar nicht zuträglich ist. Klingt kompliziert? Ist aber durchaus möglich, wenn Sie mit Engagement und der richtigen Stratgie vorgehen. Wir haben einige Tipps und Informationen gesammelt, die jungen Fachkräften beim Berufsstart behilflich sein können...

Young Professionals Definition: Was bedeutet das eigentlich?

Es ist ein Schlagwort, das immer wieder - teilweise sogar inflationär - genutzt wird, aber gleichzeitig für viele erst einmal ein großes Fragezeichen mitbringt: Young Professionals - welche Gruppe ist damit eigentlich genau gemeint?

Jung, hochqualifiziert, motiviert, ehrgeizig und... mehr oder weniger erfolgreich. So oder so ähnlich könnte die zugegeben etwas zugespitzte Beschreibung der viel gerühmten Young Professionals aussehen. Reicht die Kurzfassung der Definition nicht aus, kann auch weiter in die Tiefe gegangen werden. Der Begriff der Young Professionals wird in der Regel für junge Arbeitnehmer verwendet, die sich in den ersten Jahren nach ihrem Hochschulabschluss befinden.

Ein ganz konkretes Alter dieser jungen Fachkräfte lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Dauer einzelner Studiengänge und dem leicht variierenden Einstiegsalter ins Studentenleben nicht festlegen, doch befinden sich Young Professionals in ihren Zwanzigern.

Auf den Arbeitsmarkt sind sie ganz besonders gefragt und werden teilweise von möglichen Arbeitgebern regelrecht beworben und in Stellenanzeigen konkret angesprochen. Der Grund dafür liegt allerdings nicht nur in der guten Qualifikation, die sicherlich auch bei anderen potenziellen Mitarbeitern zu finden wäre. Für Unternehmen besonders attraktiv sind Young Professionals wegen der Phase in ihrem Leben, in der sie sich befinden.

Frisch von der Uni stecken die meisten voller Motivation und Tatendrang, können kaum abwarten, all das theoretische Wissen endlich in die Praxis umzusetzen und bringen daher eine ganze Menge frischen Wind mit, den viele Unternehmen gezielt suchen, um in der schnelllebigen Zeit mithalten oder Konkurrenten durch die neue und kreativen Ideen möglicherweise sogar abhängen zu können.

Hinzu kommt: Young Professionals sind meist noch nicht fest an einen Ort gebunden, da sie nicht verheiratet sind und auch keine Kinder haben. Eine Flexibilität, die Arbeitnehmer suchen und zu schätzen wissen. So können diese Mitarbeiter beispielsweise auch Projekte oder Standorte im Ausland betreuen, haben weniger Probleme mit den Arbeitszeiten und konzentrieren sich oftmals voll und ganz auf die Karriere - was sich in Engagement und guten Leistungen spiegelt.

Auf der anderen Seite haben die frisch gebackenen Fachkräfte aber auch teils hohe Ansprüche an potenzielle Arbeitgeber. Sie wissen um ihre Stellung auf dem Arbeitsmarkt und sind nicht bereit, sich mit etwas zufrieden zu geben, das nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Allerdings ist auch für junge und begehrte Talente der Berufseinstieg nicht immer ein Selbstläufer, sondern sollte durchdacht werden, um wirklich erfolgreich zu sein - ansonsten bringt auch eine gute Ausgangssituation nichts, um langfristige Ziele zu erreichen.

Young Professionals: Kennen Sie Ihren Marktwert?

Young Professionals GehaltViele Young Professionals haben zwar einen mehr oder wenige ausgefeilten Karriereplan und wissen recht genau, wo sie hin wollen und was sie von Arbeitgebern erwarten. Ein entscheidender Faktor fehlt ihnen jedoch: Das Gefühl für den eigenen Marktwert. Dieses Gefühl - und die damit verbundene realistische Einschätzung ihres Marktwerts - ist für die ersten Schritte unentbehrlich. Es bildet die Grundlage für die Wahl passender Stellen und Unternehmen.

Wählen Young Professionals zu anspruchsvolle Stellen, werden sie vermutlich abgelehnt und bekommen keinen Fuß auf den Boden. Dies führt dazu, dass der Berufseinstieg trotz guter Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach hinten verschoben wird und sich immer mehr Frust und Selbstzweifel aufbauen. Warum habe ich mir all die Mühe des Studiums gemacht, nur um dann doch ohne Job dazustehen?

Auf der anderen Seite sind auch Stellen unterhalb der Möglichkeiten von Young Professionals alles andere als ideal, da diese oft wenig Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bieten und somit schnell zu Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation führen können. Dann bleibt wieder nur der Jobwechsel und Sie stehen erneut vor der anfänglichen Frage des eigenen Marktwerts.

Den individuellen Marktwert realistisch einschätzen zu können ist daher eine wichtige Fähigkeit, die für Young Professionals die Grundlage für Jobsuche und Karriere bildet. Die folgenden Fragen können dabei helfen:

  • Über wie viel Praxiserfahrung verfüge ich bereits?
  • Wie schneidet dieser Praxiserfahrung im Vergleich zu anderen Young Professionals und Absolventen meines Studienjahrgangs ab?
  • In welchen Unternehmen habe ich diese Praxiserfahrung gesammelt?
  • Wie umfangreich und detailliert sind meine Nachweise dieser Praxiserfahrung?
  • Wie sehen meine Studienleistungen aus?
  • Wie gut ist mein Abschluss - vor allem in den fachlich relevanten Studienfächern?
  • Welche Zusatz- und Wahlkurse habe ich belegt, die für die Bewerbung relevant sind?
  • Sind die Themen meiner Studienarbeiten für potentielle Arbeitgeber von Interesse?
  • Wie sieht meine Reputation außerhalb der Universität und der akademischen Welt aus?
  • Mit welchen Themen wird mein Name in Verbindung gebracht?
  • Wie gut ist mein Netzwerk im Blick auf Unternehmen ausgebaut?
  • Wie steht es um meine Kontakte im Alumni-Netzwerk der Hochschule?
  • Kann ich (politische) Arbeit in Hochschulgremien nachweisen?
  • Habe ich meine Abschlussarbeit in einem bekannten Unternehmen geschrieben?
  • Verfüge ich nur über Fachwissen oder kenne ich mich in einem Themengebiet wirklich hervorragend aus?
  • Welches Fach- und Themengebiet ist meine klare Stärke?
  • Wie viele andere Young Professionals sind in diesem Thema ebenfalls fit?
  • Ist das Themengebiet bei Unternehmen aktuell begehrt und gefragt?
  • Welche Kompetenzen kann ich darüber hinaus bieten?
  • Wie kann ich diese Kompetenzen nachweisen und belegen?
  • Über welche Referenzen verfüge ich?
  • Wie aussagekräftig und überzeugend sind diese Referenzen?
  • Habe ich eine klare Vorstellung von meinem künftigen Arbeitgeber und Wunschunternehmen?
  • Weiß ich, welche Kompromisse ich einzugehen bereit bin?
  • Wie selbstbewusst und überzeugend kann ich mich selbst präsentieren?

Mit Wissen und Verständnis über den eigenen Marktwert können Young Professionals sich auch über die eigenen Gehaltsvorstellungen klarer werden. Mit unserem Tool können Sie auch einen kostenlosen Gehaltsreport anfordern:

Neues Selbstbewusstsein bei Young Professionals

Extra-Tipp-IconSchon der Finanzbefragungsstudie 2014zeigte, dass immer mehr junge Menschen ihr Geld online anlegen wollen – und das auch tun: 67 Prozent der Young Professionals kaufen (Finanz)Produkte übers Internet, im Vorjahr waren es nur 44 Prozent.

Was im ersten Moment wir ein reines Problem des Finanz- und Bankbereiches klingt, ist jedoch Ausdruck eines Selbstbewusstseins, dass heutige Young Professionals in vielen Bereichen ausmacht. Sie vertrauen nicht mehr auf traditionell und etablierte Strukturen und Institutionen, sondern suchen nach Alternativen und eigenen Lösungen.

Unternehmen sollten sich auf dieses Selbstbewusstsein einstellen, wenn sie Young Professionals erreichen und anziehen wollen. Young Professionals sollten ihrerseits die nötige Selbstreflexion mitbringen, um zwischen berechtigtem Selbstbewusstsein und unrealistischen Forderungen - oder Arroganz - zu unterscheiden. Nur wenn beide Seiten zu Kompromissen bereit sind, kommen Unternehmen und Young Professionals zum Vorteil beider Seiten zusammen.

Erfolgreicher Berufseinstieg für Young Professionals

Young Professionals BerufseinstiegYoung Professionals stehen grundsätzlich zahlreiche Optionen für den Berufseinstieg offen. Sollen die ersten Schritte im Berufsleben jedoch erfolgreich sein, gilt es auch für hochqualifizierte junge Fachkräfte, ihre Chancen genau zu analysieren und die Möglichkeiten zu finden, die den eigenen Erwartungen am besten entsprechen und zu den beruflichen Zielen passen.

Eine bewährte Option ist beispielsweise der Einstieg über Trainee-Programme. Diese dienen dazu, Nachwuchstalente für Fach- und Führungspositionen vorzubereiten und umfassend in Unternehmen einzuarbeiten. Einige Unternehmen lassen sich diese Ausbildung einiges Kosten und nicht selten sollen die Young Professionals hier bereits langfristig an einen Arbeitgeber gebunden werden, um das Know How in den eigenen Reihen zu halten.

Angesichts der finanziellen und zeitlichen Investition, die Trainee Programme für Unternehmen darstellen, sind die Auswahlkriterien und Anforderungen an Bewerber in der Regel aber auch hoch. Bei fast allen Trainee Programmen gehören Assessment Center - teilweise auch mehrtägige - zum Standard und die Konkurrenz schläft nicht. Sie sollten sich nicht einfach nur auf Ihre gute Ausbildung verlassen - diese bringen die anderen schließlich auch mit.

Informieren Sie sich im Vorfeld so gut es geht, nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um den Auswahlprozess und die damit verbundenen Aufgaben vorzubereiten und bewerben Sie sich auch für andere Stellen, um Ihre Chancen zu erhöhen.

Haben Sie diese Hürde genommen und es ins Programm geschafft, können und sollten Sie sich jedoch keinesfalls ausruhen. Da Sie als Trainee Anwärter auf eine Führungsposition sind, sollten Sie die in Sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Das Problem: Viele der Erwartungen werden nicht ausgesprochen. Sie sind also darauf angewiesen, ein Gespür für das Unternehmen und die hier vorherrschenden Werte und Maßstäbe zu entwickeln.

Um Ihren künftigen Job im Unternehmen zu sichern, sollten Sie daher von Beginn an…

  • ... Kontakte mit den wichtigen Mitarbeitern und Entscheidern knüpfen.
  • ... Ihre Position im Team finden und die (unausgesprochenen) Regeln erkennen und einhalten.
  • ... einen Überblick über die internen Strukturen und - noch wichtiger - Machtverhältnisse im Unternehmen gewinnen.
  • ... Leistung zeigen und sich über das notwendige Maß hinaus engagieren.

Bei all diesen Verhaltensweisen sind Geduld, Empathie und Fingerspitzengefühl gefragt. Diese sind auch für die generelle Jobsuche und die Erstellung guter - und individuell auf Unternehmen abgestimmte - Bewerbungen nötig.

Work-Life-Flow für Young Professionals

Young Professionals Work Life FLowEhrgeiz und hohe Motivation verleiten viele Young Professionals dazu, sich in den ersten Berufsmonaten und auch -jahren voll in die Arbeit zu stürzen und sich richtig reinzuknien. Klingt zwar sinnvoll, um die berufliche Startphase optimal zu nutzen und Ziele schnell zu erreichen, kann aber zu einem echten Problem werden.

Denn leider bleiben Ausgleich, Erholung und die Gesundheit dabei viel zu oft auf der Strecke. Diese Selbstausbeutung mag vielleicht einige Zeit gut gehen, rächt sich früher oder später jedoch spürbar. Hier kommt gerne der Begriff der Work-Life-Balance zum Einsatz, der inzwischen jedoch immer mehr durch den treffenderen Begriff des Work-Life-Flows abgelöst wird.

Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass der Begriff des Work-Life-Flows eigentlich die optimale Herangehensweise an Arbeit und Freizeit beschreibt. Denn die Merkmale des Work-Life-Flows sind…

  • ... ein flexibler Umgang mit Arbeitszeit und -ort.
  • ... der fließende Übergang von Arbeits- in Freizeit.
  • ... die Integration von Arbeit ins gesamte Leben.
  • ... selbstbestimmtes und flexibles Arbeiten und Abschalten.
  • ... die optimale Gestaltung von Arbeit und Freizeit für die persönlichen Lebensvorstellung.

Der Kerngedanke des Work-Life-Flows ist also die individuelle Gestaltung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse mit so viel oder wenig Freiheit und Flexibilität wie notwendig. Sofern der Arbeitgeber mitspielt - immer mehr Arbeitgeber versuchen zumindest flexible Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen - können Arbeitnehmer frei bestimmen, wann und wo sie arbeiten.

Das klingt - gerade für Young Professionals - verlockend, birgt jedoch auch Risiken. So besteht durchaus die Gefahr, nie wirklich mit der Arbeit aufzuhören und sich gedanklich immer wieder mit beruflichen Problemen zu befassen.

Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein. Wer immer von zu Hause aus arbeitet, kann durch die vielfältigen Ablenkungen an Konzentration einbüßen und arbeitet weniger effektiv als in einer reinen Arbeitsumgebung.

Auch die potentiellen Auswirkungen auf das Privatleben sollten nicht vernachlässigt werden. So attraktiv flexibles Arbeiten auch sein mag, nicht jeder Partner oder jede Partnerin hat Verständnis dafür, wenn auch an Wochenenden oder nach 22:00 Uhr gearbeitet wird. Um das Konzept des Work-Life-Flows optimal nutzen zu können, sollten Young Professionals daher auf einige Punkte achten:

  • Prüfen Sie für sich, wie viel Freiheit und Selbstbestimmung Ihnen gut tun.
  • Probieren Sie aus, ob und wann Vorgaben Ihnen dabei helfen können, effektiver zu arbeiten.
  • Klären Sie mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, wo er/sie die Grenze zieht.
  • Machen Sie sich immer wieder klar, was Ihr Job Ihnen bedeutet und was er Ihnen wert ist.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit noch gegeben ist.
  • Setzen Sie Ihre persönlichen Prioritäten und halten Sie diese auch ein.

Engagement und Ehrgeiz sind wichtig, keine Frage. Doch wenn Young Professionals langfristigen beruflichen Erfolg anstreben, sollten dies nicht auf Kosten ihrer Gesundheit und ihres Privatlebens geschehen. Ohne dieses Basis ist eine erfolgreiche Karriere perspektivisch nicht möglich - und hat am Ende keinen wert, wenn Gesundheit und Zufriedenheit fehlen.

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