Checkliste für den ersten Job

Nach der Schulzeit, nach dem Studium oder der Ausbildung ist es soweit: Sie treten Ihren ersten Job an. Der legt zugleich wichtige Weichen für die Zukunft. Das erste Gehalt prägt die Entwicklung der weiteren Gehaltsentwicklungen. Die ersten Erfahrungen zeigen einem, wie sich die berufliche Spezialisierung entwickeln kann. Und nicht zuletzt ist der Verlauf der ersten Station auch maßgeblich für den Lebenslauf – und damit für künftige Jobwechsel. Im ersten Job ergeben sich zahlreiche Chancen, aber auch Risiken. Unsere Checkliste für den ersten Job zeigt Ihnen daher, worauf Sie jetzt achten sollten und welche Punkte besonders wichtig sind, um von Ihrer ersten Anstellung bestmöglich zu profitieren…

Checkliste für den ersten Job

Checkliste: Worauf Sie beim ersten Job achten sollten

Die Erwartungen an den ersten Job sind in der Regel hoch. Manchmal leider auch unrealistisch bis naiv. Das führt dann nicht selten zu Enttäuschungen – schlimmstenfalls zum Scheitern.

Andere wählen für Ihren ersten Job auch nur den erstbesten Job. Aus Angst, keine Stelle zu finden, wird jedes Angebot angenommen. Auch das ist nicht klug. Nicht nur, weil die Stelle so – sehenden Auges – an den eigenen Erwartungen vorbeigeht. Sondern vor allem, weil er so wenig bis gar kein Potenzial für die weitere Karriere liefert.

Die folgende Checkliste soll Ihnen daher zeigen, worauf Sie bei der Auswahl Ihres ersten Jobs achten sollten – idealerweise, BEVOR Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben:

  1. Können Sie sich in Ihrem ersten Job entwickeln?

    Im ersten Job gibt es noch eine ganze Menge zu lernen – und genau das sollten Sie auch können. Nicht jeder Arbeitgeber ist dafür die richtige Adresse. Gerade die erste Anstellung sollte Ihnen die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln, Ihr Profil zu schärfen und an Ihren Fähigkeiten, die Sie aus Studium oder Ausbildung mitgebracht haben, noch weiter zu feilen.

    Achten Sie daher darauf, dass Ihr Arbeitgeber Chancen zu Fort- und Weiterbildung bietet, entsprechende Aufstiegsmöglichkeiten gegeben sind und Sie nicht zu spät Verantwortung übernehmen können. Nur so können Sie etwas für Ihre weitere Karriere tun und lernen.

  2. Fühlen Sie sich im ersten Job wohl?

    Die ersten Erfahrungen im Job sind prägend für die weitere Wahrnehmung im beruflichen Umfeld. Umso wichtiger ist es, dass Sie in ein Betriebsklima kommen, in dem Sie sich wohl fühlen und gerne arbeiten. Dazu gehören nette Kollegen, der richtige Chef aber auch der Umgang untereinander, den in einigen Unternehmen und Teams leider sehr stark von Kokurrenzdenken geprägt ist.

    Es ist nicht leicht, sofort zu erkennen, welche Arbeitsatmosphäre in einem Unternehmen herrscht. Manchmal gibt es dafür schon im Jobinterview ganz gute Indizien. Ansonsten aber können und sollten Sie hierzu die Probezeit nutzen und intensiv prüfen, ob hier tatsächlich das richtige Umfeld für Sie ist, um erste berufliche Erfahrungen zu sammeln.

  3. Verkaufen Sie sich nicht unter Wert?

    Beim ersten Job geht es nicht in erster Linie um Geld. Trotzdem spielt das erste Gehalt eine wichtige Rolle. Zum Einen muss es reichen, um Ihre Kosten zu decken. Zum Anderen festigt das erste Gehalt Ihren Marktwert. Der steigt zwar mit der Zeit (hoffentlich). Aber jede weitere Gehaltsverhandlung wird sich prozentual immer an dieser Basis orientieren. Und 5 Prozent Plus von 30.000 Euro sind eben weniger als 5 Prozent Plus von 40.000 Euro. Wer sich also hier unter Wert verkauft, verpasst nicht nur am Anfang Geld, sondern bleibt vermutlich auch bei späteren Gehaltsverhandlungen hinter seinem potenziellen Wert zurück.

    Recherchieren Sie deshalb unbedingt gründlich (!) VOR der ersten Gehaltsverhandlung, was Sie in dieser Position, in einem Unternehmen dieser Größe und in dieser Region auf dem Arbeitsmarkt verdienen können. Nur so können Sie Ihren Standpunkt und Marktwert selbstbewusst und glaubwürdig argumentieren und verhandeln. Gehaltsverhandlungen sind kein Wunschkonzert!

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  4. Können Sie mit der Zeit gehen?

    Wer von der Universität oder frisch aus der Ausbildung kommt, steckt meist voller Ideen, die er im Anschluss gerne in die Tat umsetzen möchte. Leider stehen manche Unternehmen solchen kreativen Impulsen eher skeptisch gegenüber und verfahren nach dem Motto: Das haben wir schon immer so gemacht! Für den ersten Job kann es wichtig sein, einen Arbeitgeber zu suchen, der frische Ideen zu schätzen weiß und genügend Freiheiten einräumt, um solche Impulse umzusetzen.

  5. Gibt es in Ihrem ersten Job einen Mentor?

    Gerade am Anfang der Karriere kann ein Mentor wichtig sein, der nicht nur Fragen beantwortet und bei Schwierigkeiten hilft, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn es darum geht, den weiteren Werdegang zu planen.

    Die Bedeutung eines solchen Mentors wird oft unterschätzt. Machen Sie diesen Fehler nicht, und fragen Sie gezielt nach der Förderung von Mitarbeitern und Mentorenprogrammen.

  6. Haben Sie langfristige Chancen?

    Befristete Arbeitsverträge sind heute wohl der Grund, der unter Berufseinsteigern für den meisten Frust sorgt. Egal wie gut man ist, man bekommt gar nicht erst die Chance, sich eine unbefristete Stelle zu erarbeiten, sondern wird spätestens nach einem oder zwei Jahren wieder auf den Arbeitsmarkt geschickt.

    Umso wichtiger ist, dass Ihr erster Job eine möglichst langfristige Perspektive bietet. Eine solche Basis bringt nicht nur Sicherheit. Sie eröffnet auch größere und langfristige Entwicklungschancen.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
28. April 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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