Die Zahl der Selbstständigen steigt. Allein im Jahr 2009 registrierte das Institut für Mittelstandsforschung (pdf) rund 410.000 Existenzgründungen. Nach vier Jahren rückläufigen Jahren bedeutet das gegenüber 2008 einen Anstieg um drei Prozent. Und das ist noch nicht alles, denn in die Berechnung flossen nur die ersten drei Quartale des vergangenen Jahres ein, zum anderen fehlen in der Statistik die freien Berufe und Gründungen im Nebenerwerb. Nach Prognosen des IfM werden sich auch 2010 vermehrt Erwerbstätige überlegen, ob sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen – freiwillig oder weil ihnen wenig Alternativen bleiben, zwischen Arbeitslosigkeit, Permapraktika und befristeten Arbeitsverträgen.
Wer zum Kleinselbstständigen wird, steht sofort vor der Wahl: Will ich lieber zuhause arbeiten, im Heimbüro – oder miete ich ein eigenes kleines Büro? Inzwischen gibt es allerdings noch einen driten Weg: das sogenannte Coworking-Office. Diese Weiterentwicklung der Gemeinschaftsbüros ist Teil der künftigen Arbeitsformen, die der Veränderung der Arbeitswelt durch vermehrte Projektarbeit und Selbständigkeit Rechnung tragen: unverbindlich und zeitlich flexibel, schnelllebiger und moderner als das etwa unter dem Namen “Teleheimarbeit” bekannte Arbeiten in den eigenen vier Wänden.
Ob Sie nun lieber zuhause in einem der neuen Gemeinschaftsbüros arbeiten möchten, hängt letztlich von Ihren Vorlieben, Ihrem Job und Ihrer Arbeitsweise ab. Natürlich besitzen beide Büroformen spezifische Vor- und Nachteile, die wir Ihnen hier als Entscheidungshilfe gegenüber gestellt haben:
| Coworking-Space | Heimbüro |
|---|---|
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| Arbeitsrhythmus Viele der Bürogemeinschaften haben feste Öffnungszeiten (Langzeitnutzer erhalten meist einen Schlüssel). Etwa von 9 bis 18 Uhr. So entsteht automatisch eine Art Tagesstruktur und Hilfe für alle, die Schwierigkeiten mit dem Feierabend machen haben. | Gestaltungsspielraum Das eigene Büro daheim bietet die höchste Autonomie in Sachen Größe, Ausstattung und natürlich beim Planen der Arbeitszeiten. Die Wege sind zudem kurz, Sie können Sie jederzeit pendeln zwischen Büro, Wohnzimmer (Freizeit) oder Küche (Mahlzeiten) und müssen dabei in der Regel auf niemanden Rücksicht nehmen. |
| Flexibilität Das Mietmodell kann meist jederzeit geändert werden, je nach Auftragslage oder falls Sie einen spontanen Kurzurlaub machen wollen. Zudem kann, wenn der eigene Arbeitsplatz nicht mehr reichen sollte, ein Konferenzraum oder Platz für weitere Mitarbeiter dazu gemietet werden. | Kosten. Die laufenden Kosten werden sich (je nach Tätigkeit) bei der Nutzung des ohnehin vorhandenen privaten Raums nicht erhöhen. Internet- und Telefonzugang bestehen bereits, allenfalls müssen Sie die Telefonanlage und das Breitbandnetz ausbauen, um auch steuerlich besser abrechnen zu können. |
| Synergien Forscher der Universität von Bologna konnten in Studien belegen: Wer Kollegen hat, arbeitet besser. Selbst die Leistung der Faulen stieg um fast 40 Prozent. Eine Studie des MIT wiederum kam zum Ergebnis: Kollegen, die sich oft und intensiv mit anderen unterhalten, waren um fast 10 Prozent kreativer. Genau diese Synergien nutzen Coworking Spaces. Hinzu kommt: Weil die Mieter unterschiedlichen Branchen und Berufsgruppen angehören, fallen Hierarchiekämpfe weg. Stattdessen kommt es vereinzelt zu gegenseitigen Aufträgen. | Zeitgewinn Weil das Pendeln zum Arbeitsort wegfällt, sparen Heimarbeiter nicht nur Ticket- und Bezinkosten, sondern auch eine Menge Zeit. Keine verspäteten oder überfüllten Bahnen mehr, keine Staus – das schon sogar die Nerven und macht bessere Laune. So machen selbst Montag wieder Spaß. |
| Coworking-Space | Heimbüro |
|---|---|
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| Angebot Bisher gibt es in Deutschland nur ein begrenztes Angebot an Coworking-Offices. Insbesondere in ländlichen Gebieten sucht man bisher vergebens (siehe auch Liste unten). | Platzmangel Spätestens wenn die ersten Mitarbeiter dazukommen, wird es in der eigenen Wohnung eng. Falls sogar Produktionsgeräte dazu kommen, braucht man mindestens noch einen Keller. Und repräsentativ ist die Wohnung auch nicht – falls Sie mal Kundenbesuch haben. |
| Ablenkung Bürogemeinschaften verlangen insbesondere stark introvertierten oder Ruhe und Ordnung liebenden Menschen einiges ab. Zudem besteht die Gefahr, sich ständig durch spontane Kaffeepläusche von der Arbeit ablenken zu lassen. Eine gewisse Offenheit, Stressresistenz und Selbstdisziplin muss man schon mitbringen, um sich in den latent chaotischen Verhältnissen wohlzufühlen. | Work-Life-Balance Wer daheim arbeitet, riskiert, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit schnell verschwimmen – auch wenn dafür ein separater Raum genutzt wird. Die Arbeit ist ständig präsent, irgendwas ist immer zu tun. Die Gefahr, mental nicht von der Arbeit loszukommen ist hier höher als anderswo – und damit auch das Risiko für einen Burnout oder eine Depression. Zumal das soziale Korrektiv fehlt, was wiederum die Gefahr beinhaltet zu vereinsamen. |
| Geheimhaltung Wer mit sensiblen Daten arbeitet, muss damit rechnen, dass sie – wenn auch nur zufällig – andere einsehen und womöglich weitertratschen. Und natürlich gibt es immer die Gefahr, dass man Ihnen ein paar Ideen klaut. Insbesondere Kundendaten oder Dokumente, die gewisser Geheimhaltung unterliegen gehören daher mindestens jedesmal verschlossen, wenn man seinen Schreibtisch verlässt. | Steuern. Während sich ein gemietetes Büro jederzeit als Betriebsausgabe absetzen lässt, ist das bei einem häuslichen Arbeitszimmer schon viel schwerer. Zwar kann das laut Beschluss (pdf) des Bundesfinanzhofes (BFH VI B 69/09) von Heimarbeitern in der Steuererklärung noch geltend gemacht werden, jedoch nur unter verschiedenen Voraussetzungen wie etwa, dass es räumlich abgetrennt ist vom Rest der Wohnung und kein Durchgangszimmer ist (weitere Informationen hier). |
Wo Sie Coworking-Spaces in Deutschland finden
Die Auswahl ist hierzulande zwar noch begrenzt, aber zumindest in den großen Ballungsgebieten entstehen derzeit zahlreiche neue Gemeinschaftsbüros, etwa in:
Dresden
Essen
Frankfurt am Main
Hamburg
Köln
Leipzig
Meiningen
München
Stuttgart
Wiesbaden
Würzburg
Weitere Ideen und Räumlichkeiten? Dann tragen Sie sich im Verzeichnis von Coworking-News ein. In Darmstadt, Erfurt, Hannover, Münster und Nürnberg entstehen gerade neue Projekte. Außerdem bieten einige Cafés inzwischen sogenannte “Ad-hoc-Orte” und “Gästebüros” an – das heisst: WLAN und freie Plätze zum arbeiten.
Coworking-Space? Nie gehört!
Dieses Video klärt Sie über die Wurzeln und die Zukunft von Coworking-Spaces auf.
Dieser Artikel ist Teil der Serie Zukunft der Arbeit und beschäftigt sich mit der Heimarbeit und dem Phänomen der Coworking-Spaces. Interessierte Freiberufler finden hier ebenso Anregungen wie jene, die vorhaben, sich selbstständig zu machen. Bisher sind dazu erschienen:









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SRB
und noch einer: Coworking in Nürnberg
Johannes Volckmann
Hallo, ich würde gerne noch in Ergänzung zu diesem Artikel und der Liste von CoWorking-Spaces in Deutschland darüber informieren, dass es mit der „CoWorking-Oase“ seit dem 01.09.10 nun auch in Karlsruhe den 1.CoWorking-Space gibt. Bitte ergänzen Sie ihre Liste um diesen Eintrag – mehr Infos zu uns gibt es unter http://www.coworking-oase.de
Herzliche Grüße in die Runde, Johannes Volckmann
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allynet coworking
Ab April 2012 Work Loft am Münchner Hauptbahnhof mit Dachterrasse! Wir freuen uns auf eine bunt gemische Community :-)