Job kündigen? Gute Gründe, schlechte Gründe + Test

In jedem Job gibt es gute und schlechte Tage. Das gehört zum Arbeitsleben einfach dazu. Problematisch wird es immer dann, wenn der zweite Zustand chronisch wird: Wenn Sie morgens schon aufwachen und hoffen, dass die Woche bald vorüber geht; wenn Sie amliebsten den Job kündigen würden, wenn Frust statt Lust überwiegt und der Wunsch nach einem Jobwechsel wächst und wächst und wächst. Tatsächlich sind Sie damit nicht allein: Umfragen zufolge gehören Sie damit zu den 52 Prozent der Arbeitnehmer, die aktuell unzufrieden mit Ihrem Job und den dortigen Bedingungen sind. Dennoch sollte eine solche Entscheidung nie überstürzt getroffen werden: So wie bei den Tagen gibt es auch hier gute und schlechte Gründe, den Job zu kündigen…

Job kündigen? Gute Gründe, schlechte Gründe + Test

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Gute Gründe, schlechte Gründe den Job zu kündigen

Den Arbeitsvertrag kündigen – das geht im Grunde ganz einfach: So ein Kündigungsschreiben für Arbeitnehmer ist schnell formuliert, unterschrieben und abgegeben. Die Konsequenzen können aber weitreichender sein als manche spontane Laune. Daher haben wir eine kompakte Übersicht mit Pro- und Contra-Argumenten zusammengestellt. Die können eine gründliche (Selbst-)Analyse freilich nicht ersetzen, aber erste wichtige Anhaltspunkte liefern.

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Gute Gründe den Job zu kündigen

Gesundheit

Es gibt Jobs, die machen krank: Es herrscht Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Das Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger.

Langeweile

Gemeint ist weniger das angebliche Phänomen Boreout. Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wenn aber der Job keinerlei Herausforderungen bietet und Sie dort auch nichts mehr lernen oder erreichen können, wird es Zeit, den Job zu wechseln – intern oder extern.

Stillstand

Und zwar in jeder Hinsicht: Es fehlen sowohl Karriereperspektiven als auch finanzielle. Und der Laden entwickelt sich auch nicht weiter. Gut, Sie haben einen Job. Aber wie lange noch? Und wo bleibt da der Anreiz und Spaß?

Unsicherheit

Zugegeben, kein Job ist heute noch sicher. Dafür verändern sich Märkte und Branchen zu schnell. Aber wenn Sie in Dauerangst um Ihre berufliche Existenz oder Zukunft leben, ist das nur noch kräftezehrend – und macht auf Dauer krank (siehe oben.)

Vetternwirtschaft

Sie rackern sich jeden Tag und hören nicht mal ein Danke. Geringschätzung wäre schon so ein Kündigungsgrund. Aber wenn das dann noch mit Vetternwirtschaft zusammenfällt, ist das Maß voll.

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Schlechte Gründe den Job zu kündigen

Frust

Wir haben alle mal einen schlechten Tag im Job. Manchmal hält der Unmut auch ein paar Tage an. Aber das ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Frusttage gibt es auch in anderen Jobs und Unternehmen. Das Gesamtbild im Jahresverlauf ist entscheidend.

Kritik

Okay, der Chef war mit Ihrer Leistung so gar nicht zufrieden und hat sie ordentlich gefaltet. Nicht die beste Art, sicher. Aber eher ein Grund zur Selbstreflexion, wo Sie sich verbessern können. Erst wenn die Kritik haltlos und chronisch wird, spricht das für einen Wechsel.

Fehler

Und zwar ein richtig schwerwiegender. Sie haben es so richtig vermasselt, das kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Die Scham ist groß, und es kann sein, dass man Sie dafür feuert. Klüger aber wäre die Haltung von IBM-Gründer Tom Watson: „Die Firma hat gerade mehrere Hunderttausend Euro in Ihre Ausbildung investiert. Warum sollte jemand anderes diese Erfahrung gratis bekommen?“ Also übernehmen Sie Verantwortung und lernen Sie daraus.

Chef

Man sagt, Mitarbeiter kommen für Jobs und gehen wegen Chefs. Das stimmt – zum Teil. Denn mal ehrlich: Die wenigsten Chefs sind perfekt, wie wir auch. Auch Manager lassen sich managen – nur subtiler.

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Selbsttest: Sollten Sie Ihren Job kündigen?

Wir haben einen Selbsttest erstellt, der Ihnen hilft, die Antwort auf die Frage „Soll ich meinen Job kündigen?“ zu finden. Der Selbsttest besteht aus zwölf Fragen. Für die Antworten wird eine unterschiedliche Punktzahl vergeben. Bitte addieren Sie diese zusammen. Am Ende gelangen Sie anhand Ihrer Punktzahl zur Auswertung.

Und los geht’s…

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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17. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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