Vorstellungsgespräch gut gelaufen? 12 Anzeichen & Mythen

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch sind Sie Ihrem Traumjob einen guten Schritt näher. Doch woran erkennen Sie hinterher, ob das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist? Nicht wenige Bewerber machen sich damit schon im Vorfeld nervös. Sollten Sie aber nicht: 12 positive Anzeichen…

Vorstellungsgespräch Gut Gelaufen Anzeichen Mythen Tipps

Falsche Horrorgeschichten vom Vorstellungsgespräch

Im Internet, in Social Media und in Online-Foren kursieren immer wieder Horrorgeschichten rund um das Vorstellungsgespräch – von fiesen Tests wie etwa dem Kaffeetassen-Test oder dem Wasserglas-Test oder heiklen Fragen und gemeinen Fangfragen

Lassen Sie sich davon nicht irritieren. Ja, es gibt Vorstellungsgespräche, die ausarten und mehr von einem Überlebenscamp als von einer Bewährungsprobe haben. Das sind aber die Ausnahmen – sie sorgen aber regelmäßig für die größere Aufmerksamkeit und Entrüstung. Die meisten Vorstellungsgespräche sind jedoch völlig professionell und folgen einem klassischen Ablauf in 5 Gesprächsphasen:

  1. Begrüßung & Smalltalk
  2. Selbstpräsentation
  3. Fragen & Interview
  4. Eigene Rückfragen
  5. Verabschiedung & weitere Schritte

Auf alle diese Phasen – inklusive Vor- und Nachbereitung – können sich Bewerbung bestens vorbereiten. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Artikel zur Vorstellungsgespräch Vorbereitung.

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12 Anzeichen, dass das Vorstellungsgespräch gut war

Geschafft! Sie haben Ihr Vorstellungsgespräch absolviert und damit die letzte Hürde im Bewerbungsprozesses gemeistert. Dennoch bleibt bei vielen Kandidaten am Ende noch die Ungewissheit: Ist das das Vorstellungsgespräch gut gelaufen? Habe ich bestanden und wie stehen meine Jobchancen?

Ob das Bewerbungsgespräch gut war oder nicht, lässt sich zwar nie mit Gewissheit sagen – es gibt aber 12 positive Anzeichen, auf die Sie achten können:

  1. Das Gespräch dauert länger als geplant

    Eines der stärksten Anzeichen ist, wenn das Interesse an Ihnen den ursprünglichen Zeitrahmen sprengt. In dem Fall wollte man Sie noch besser kennenlernen.

  2. Das Gespräch ist locker und dialogorientiert

    Bereits an der Form des Interviews können Sie ablesen, ob es gut war: Je weniger Zweifel bestehen, desto lockerer wird das Gespräch – kein reines Abfragen mehr, sondern ein Dialog auf Augenhöhe.

  3. Man stellt Ihnen gleich Team und Arbeitsplatz vor

    Noch deutlicher geht es kaum: Wenn man Ihnen bereits im Jobinterview das künftige Team und Ihren Arbeitsplatz zeigt, ist das ein starkes Zeichen, dass das Vorstellungsgespräch gut war. Für eine Absage macht man sich die Mühe sicher nicht.

  4. Sie haben konkrete Infos zur Stelle bekommen

    Je ausführlicher die Beschreibungen von Aufgaben, Team, Projekten und Startdatum, desto besser für Sie. Dann wollen Personaler ausschließen, dass es von Ihrer Seite daran scheitert.

  5. Der Personaler spricht in Zukunftsform

    Noch besser: Der Personalverantwortliche spricht bereits in der Zukunft von Ihnen und dem Job. Beispiel: „Wenn Sie bei uns anfangen…“ Oder: „Beim Onboarding werden Sie…“ Heißt übersetzt: Er plant bereits Ihre Zusage und Einstellung.

  6. Es werden Folgeprozesse erklärt

    Wenn man Ihnen am Ende des Interviews ausführlich und freiwillig erklärt, was die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess sind, haben Sie auf jeden Fall einen guten Eindruck hinterlassen.

  7. Sie werden nach Ihrer Verfügbarkeit gefragt

    Auch das ist ein positives Signal: Man fragt Sie direkt nach Ihrem frühestmöglichen Eintrittstermin bzw. Ihrer Kündigungsfrist. Mit anderen Worten: Man rechnet bereits mit Ihnen!

  8. Gehalt und Benefits werden konkret angesprochen

    Oft ist das ein sehr gutes Indiz, weil die Gehaltsvorstellungen oft zum Dealbreaker werden können. Auch in dem Fall will man Sie unbedingt gewinnen und überzeugen.

  9. Die Interviewer reagieren durchweg positiv

    Achten Sie auch auf die Körpersprache der Interviewer: Häufiges Lächeln, bestätigendes Nicken, Zustimmungen – all das sind gute Zeichen. Ebenso, wenn Sie viele Fragen stellen konnten und diese ausführlich beantwortet wurden.

  10. Es werden konkrete Herausforderungen der Stelle genannt

    Das kann zwar noch ein Test sein, um zu prüfen, wie Sie diese lösen würden. Die Frage stellt man Ihnen aber nicht mehr, wenn Sie nicht schon überwiegend überzeugt hätten.

  11. Sie werden nach anderen Angeboten gefragt

    War das Vorstellungsgespräch gut und haben Sie einen besonders professionellen Eindruck hinterlassen, rechnen Personaler damit, dass Sie auch andere Jobangebote bekommen. Die Frage danach signalisiert: Jetzt will der Recruiter seine Chancen bei Ihnen einschätzen.

  12. Am Ende wird ein klares Zeitfenster für die Rückmeldung genannt

    „Wir melden uns bis spätestens …“ – Wenn Sie den Satz hören, dürfen Sie ebenfalls aufatmen. Entscheidend ist der Zusatz „bis spätestens“, bedeutet: Sie sind definitiv in der engeren Auswahl. Schlecht wäre dagegen nur: „Wir melden uns.“

Natürlich garantiert ein einzelnes Zeichen noch keine Zusage. Die Summe macht es. Je mehr dieser Anzeichen Sie beobachten, desto besser stehen Ihre Bewerbungschancen.

Vorstellungsgespräch Anzeichen für eine Absage

Neben den Vorstellungsgespräch Anzeichen für eine Zusage gibt es ebenso auch ein paar Anzeichen für eine Absage. Zu den wichtigsten Warnsignalen gehören:

  • Ein sehr kurzes und distanziertes Gespräch
  • Kaum Rückfragen zu Ihrem Lebenslauf oder Profil
  • Keine Infos zu den nächsten Schritten
  • Keine Fragen zu Ihrer Verfügbarkeit oder Gehaltswünschen
  • Aussagen wie: „Wir müssen erst noch andere Kandidaten interviewen.“
  • Eine unverbindliche Verabschiedung
  • Späte oder gar keine Rückmeldung

Auch hierbei gilt: Keines dieser Zeichen allein ist ein sicheres „Nein“. Erst in der Kombination und zusammen mit Ihrem Bauchgefühl können Sie grob einschätzen, ob das Vorstellungsgespräch gut war oder nicht.

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Vorstellungsgespräch gut gelaufen: Häufige Mythen

Zusätzlich ranken sich um das Vorstellungsgespräch zahlreiche Mythen, die Bewerberinnen und Bewerber regelmäßig verunsichern. Um den Druck rauszunehmen und Sie zu beruhigen, räumen wir an dieser Stelle mit dem größten Blödsinn dazu auf:

„Ich muss alle Fragen richtig beantworten“

Bei den meisten Vorstellungsgespräch Fragen geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um Authentizität. Personaler wollen dadurch mehr über Ihre Motivation oder spezifische Erfahrungen herausfinden. Am Ende geht vor allem darum, ob Sie ins Team passen (siehe: Cultural Fit). Hätten die Qualifikationen im Lebenslauf nicht überzeugt, wären Sie nicht im Interview.

„Ich muss möglichst sofort antworten“

Quatsch! Wer jedes Mal wie aus der Pistole geschossen antwortet, gerät eher in den Verdacht, auswendig gelernt zu haben. Nehmen Sie sich ruhig etwas Bedenkzeit, um sich eine überzeugende Antwort zu überlegen. So verhindern Sie überdies, dass Sie sich um Kopf und Job reden. Ebenso sollten Sie nach der Antwort schweigen und mögliche Pausen aushalten. Vielleicht braucht auch der Personaler Zeit, um Ihre Antwort zu verarbeiten.

„Ich darf keine Schwächen zeigen“

Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch verunsichert viele. Dabei dürfen und sollten Sie durchaus eine (nicht relevante) Schwäche nennen. Entscheidend ist, dass Sie damit reflektiert und konstruktiv umgehen, denn das ist ein starkes Anzeichen für Ihre Lernfähigkeit und Entwicklungspotenzial. Nur deshalb wird die Frage gestellt.

„Ich muss meinen Wechselwunsch begründen“

Richtig ist: Es wird zwar eine Erklärung für eine mögliche Wechselmotivation erwartet, aber keine lange Rechtfertigung. Gut ist dabei immer eine sogenannte Hin-zu-Motivation für die neue Stelle und hin zu diesem Unternehmen. Ein absolutes No-Go wäre hingegen, über den bisherigen Job und Arbeitgeber zu lästern. Das fällt immer auf einen selbst zurück.

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Wie geht es nach dem Bewerbungsgespräch weiter?

Unabhängig davon, ob das Vorstellungsgespräch gut war oder nicht, können Sie danach und in der sogenannten Nachbereitung noch einiges unternehmen, um Ihre Jobchancen zusätzlich zu steigern.

Wir empfehlen für das sogenannte Follow-up, dass Sie zunächst das Gespräch für sich analysieren und genauso prüfen, ob Sie die Stelle noch wollen. Im positiven Fall, sollten Sie binnen 24-48 Stunden eine kurze Dankesmail schicken, sich für das angenehme Gespräch bedanken und nochmal Ihr Interesse an der Position bekräftigen.

Erstens bringen Sie sich damit nochmal in Erinnerung und erzeugen einen bleibenden Eindruck; zweitens können Sie mit dem Follow-up noch offene Fragen klären oder gar falsche Aussagen korrigieren.

Was tun, wenn ich nichts mehr vom Arbeitgeber höre?

Wenn sich Arbeitgeber so gar nicht mehr melden, dürfen Sie nach 2-3 Wochen nachfassen und sich nach einem Zwischenstand der Bewerbung erkundigen. Natürlich stets freundlich, vorwurfsfrei und ohne Druck zu machen.

Nachfassen Beispiel Text

  • Guten Tag Frau Beispiel,

    ich hatte mich am TT.MM.JJJJ auf Ihre Stelle als [Stellenbezeichnung], Kennziffer 123/456 beworben. Da ich seitdem keine Rückmeldung mehr erhalten habe, möchte ich mich kurz erkundigen, ob Ihnen noch Informationen fehlen oder wann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen kann.

    Ich danke Ihnen für Ihre Mühe und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen
    Signatur

Drängeln Sie aber bitte niemals. Mancher Bewerbungsprozess dauert länger, nicht immer steckt böse Absicht oder sog. Ghosting dahinter. Mit Verständnis und Freundlichkeit kommen Sie in der Regel schneller zum Ziel.

Ansonsten bewerben Sie sich aber bitte immer weiter – egal, ob das Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist! Einmal, weil Sie so die Initiative behalten und zweitens, weil Sie so Ihre Chancen auf den Traumjob immer weiter erhöhen.

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FAQ – Häufige Fragen zum Vorstellungsgespräch

Woran erkenne ich, ob ein Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist?

Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch zeigt sich meist durch mehrere positive Signale: ein offener, wertschätzender Austausch, ehrliches Interesse an Ihrer Persönlichkeit, gezielte Nachfragen zu Ihrer Motivation, Verfügbarkeit oder Gehaltsvorstellung sowie konkretes Feedback im Gesprächsverlauf. Auch Hinweise auf die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess oder einen möglichen Starttermin sind klare Indizien für ein gutes Gespräch.

Welche negativen Anzeichen im Vorstellungsgespräch gibt es?

Warnsignale können unter anderem fehlender Blickkontakt, distanziertes oder desinteressiertes Verhalten, abgelesene Standardfragen, kein Raum für Ihre Rückfragen oder fehlende Informationen zur Stelle, zum Team oder zu den Aufgaben sein. Auch ausweichende oder unklare Antworten deuten mitunter auf interne Unsicherheiten oder mangelndes Interesse hin.

Was bedeutet es, wenn das Vorstellungsgespräch sehr kurz war?

Ein kurzes Vorstellungsgespräch ist nicht automatisch ein negatives Zeichen. In manchen Fällen sind alle relevanten Punkte schnell geklärt. Wirkt das Gespräch jedoch unpersönlich, gehetzt oder ohne echtes Interesse, kann dies auf eine fehlende Passung oder eine bereits getroffene Vorentscheidung hindeuten. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Qualität des Austauschs.

Sollte ich nach einem unguten Bauchgefühl meine Bewerbung zurückziehen?

Ein komisches Bauchgefühl sollten Sie ernst nehmen, aber nicht vorschnell handeln! Fragen Sie sich in Ruhe: „Liegt das Gefühl an meiner Nervosität, an der Gesprächssituation, am Verhalten der Gesprächspartner oder an inhaltlichen Punkten?“ Erst nach dieser Reflexion lässt sich sachlich entscheiden, ob Sie den Bewerbungsprozess fortsetzen möchten.

Wie lange sollte ich nach dem Vorstellungsgespräch auf eine Rückmeldung warten?

Üblich sind etwa 5-10 Werktage Wartezeit, wobei es keine feste Regel gibt. Wurde Ihnen im Gespräch ein konkreter Zeitrahmen genannt, halten Sie diesen unbedingt ein. Danach ist eine höfliche Nachfrage per E-Mail nicht nur erlaubt, sondern professionell – und zeigt weiterhin Ihr Interesse an der Position.

Was tun, wenn ich im Vorstellungsgespräch eine wichtige Frage vergessen habe?

Das ist kein Problem. Sie können sich nach dem Gespräch per E-Mail bedanken und dabei eine noch offene Frage nachträglich klären. Das Vorgehen zeigt durchaus Initiative, Professionalität und echtes Interesse an der Stelle – Anzeichen, die bei den meisten Personalern positiv ankommen.


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