Belastbarkeit lernen: Was macht Menschen belastbarer?
Es ist ein Schlagwort, mit dem Unternehmen in Stellenausschreibungen nach geeigneten Kandidaten suchen, ein Soft Skill, mit dem sich Bewerber von der Masse abheben wollen und ein Attribut, das sich jeder gerne selbst zuschreibt: Belastbarkeit ist in der heutigen Arbeitswelt wichtiger denn je. Die Anforderungen steigen sowohl privat als auch beruflich, stressige Arbeitstage sind für viele keine Ausnahme mehr, sondern werden mehr und mehr zur Routine, mit der jeder auf seine eigene Weise umgehen muss. Doch was kann man tun, wenn man nicht von Natur aus mit großer Belastbarkeit gesegnet wurde und sich den Druck zu Herzen nimmt? Wir zeigen, was sich hinter dem Konzept der Belastbarkeit überhaupt verbirgt und inwieweit Sie diese erlernen können...

Belastbarkeit: Was bedeutet es, belastbar zu sein?

Belastbarkeit steht bei Arbeitgebern hoch im Kurs. Jeder scheint heute auf der Suche nach Mitarbeitern zu sein, denen man viel zumuten kann, die unter Stress erst wirklich zur Bestform auflaufen und denen ein Arbeitstag ohne Überstunden zu kurz vorkommt. Aus Sicht der Unternehmen ein klarer Nutzen, den viele Bewerber als Chance sehen, sich in ihren Bewerbungen besonders herauszustellen.

Aber so oft der Begriff auch fällt, so selten macht sich jemand Gedanken, was es eigentlich bedeutet, belastbar zu sein:

  • Belastbarkeit zeigt sich im richtigen Umgang mit Stress. Es geht nicht darum, Druck und Stress einfach nur zu ertragen, sondern diese zu verarbeiten, Ausgleiche zu finden und auch seine eigenen Grenzen zu kennen.
  • Belastbarkeit bedeutet, Rückschläge verkraften zu können. Wenn etwas nicht geklappt hat, kann man es einfach bleiben lassen und sich damit abfinden - oder sich zusammenreißen, neue Kraft sammeln und einen neuen Anlauf starten, bei dem man aus Fehlern lernt und es besser macht.
  • Belastbarkeit hilft, Widerstände zu überwinden. Jeder kann versuchen Problemen aus dem Weg zu gehen, doch ist dies nicht nur ein Zeichen von fehlender Belastbarkeit, sondern führt auch dazu, dass sich diese nicht entwickeln kann.

Es ist daher gar nicht so leicht, die eigene Belastbarkeit nachzuweisen oder auf die Probe zu stellen. Sie zeigt sich meist erst im Ernstfall, wenn es wirklich drauf ankommt, ob man dem Druck widerstehen kann oder unter diesem zusammenbricht.

Belastbarkeit lernen: 5 Tipps

racorn/shutterstock.comEine geringe Belastbarkeit wird für Betroffene schnell zum Problem. Gerade im Beruf sind stressige Situationen oftmals an der Tagesordnung, wer mit dem hohen Tempo nicht mithalten und dem Druck standhalten kann, verliert nicht nur den Anschluss an die Kollegen, sondern leidet auch psychisch. Die Ursachen können vielfältig sein: Vielleicht haben Sie bereits in Ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen mit großem Druck gemacht und diese nie wirklich verarbeitet, möglicherweise kamen Sie auch nie wirklich mit negativen Situationen in Kontakt und mussten den Umgang nicht erlernen oder der Grund liegt in Ihrer Art und Persönlichkeit, da nicht jeder gleichermaßen belastbar ist.

Glücklicherweise sind nicht nur die Ursachen einer geringen Belastbarkeit weit gefächert, sondern auch die Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, um etwas daran zu ändern. Zwar lässt sich nicht gleich die gesamte Persönlichkeit umkrempeln, doch jeder kann lernen, seine Belastunggrenze zu steigern und besser mit dem Druck, Problemen und auch Niederlagen umzugehen.

  1. Arbeiten Sie an Ihrem Durchhaltevermögen

    Fehlt es an Belastbarkeit, geben viele vorschnell auf, ohne ihr Bestes zu geben oder es überhaupt erst wirklich zu versuchen. Das nötige Durchhaltevermögen wirkt sich demnach auch positiv auf die Belastbarkeit aus. Anstatt aufzugeben, lernen Sie sich durchzubeißen und wählen nicht den einfachen Weg, sondern kämpfen, bis Sie Ihre Ziele erreicht haben und am Ende stolz darauf sein können, was Sie erreicht haben.

  2. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen

    Ohne Belastbarkeit kommt man schnell zu der Erkenntnis: Ich schaffe das sowieso nicht. Sie trauen sich selbst keine Leistungen zu und sobald Sie mit einem Problem oder einer Niederlage konfrontiert werden, sehen Sie sich in Ihrer anfänglichen Selbsteinschätzung bestätigt. Gelingt es Ihnen, ein größeres Selbstvertrauen zu entwickeln, gehen Sie die Aufgaben mit einer völlig neuen Mentalität an und werden feststellen, dass Sie auch mit dem Druck besser umgehen können, wenn Sie daran glauben, es schaffen zu können.

  3. Entwickeln Sie mentale Stärke

    Ausgeglichenheit und mentale Stärke sind zwei grundlegende Pfeiler der Belastbarkeit. In sich und den eigenen Stärken zu ruhen, gibt nicht nur ein gutes Gefühl und stärkt das positive Selbstbild, es zeigt sich auch im Umgang mit Stress oder negativen Emotionen. Wenn Sie mental gefestigt sind, geben Sie weniger auf die Meinungen Ihres Umfelds und können auch aus Rückschlägen lernen, ohne sich davon unterkriegen zu lassen.

  4. Sehen Sie das Positive in Herausforderungen

    Aufgaben und Herausforderungen gehören zum Leben dazu und wurden nicht erschaffen, um es Ihnen möglichst schwer zu machen. Eine solch negative Grundeinstellung steht jeglicher Belastbarkeit im Weg. Machen Sie sich bewusst, dass Sie an jeder Herausforderung nur wachsen können - egal wie diese ausgeht. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Sie erreichen etwas, von dem Sie nicht geglaubt haben es schaffen zu können oder Sie lernen für die Zukunft und schaffen es beim nächsten Mal.

  5. Lernen Sie gelassener zu werden

    Eine geringe Belastbarkeit entsteht nicht selten aus einer tiefsitzenden Angst vor Fehlern und Niederlagen. Schon der Gedanke an die Konsequenzen reicht aus, um in eine Schockstarre zu verfallen und sich von der Angst kontrollieren zu lassen. Gelassenheit scheint in dieser Situation unmöglich, doch genau das kann helfen, die eigene Belastbarkeit zu steigern. Nehmen Sie die Dinge so, wie sie kommen und lassen Sie sich darauf ein. So vermeiden Sie, dass Sie sich selbst noch zusätzlichen Druck erzeugen.

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