Der Mensch hält einiges aus. Schicksalsschläge, schwere Krisen und Krankheiten, Folter, Missbrauch, persönliche Katastrophen, wie den Verlust seines Jobs oder – noch schlimmer – den eines geliebten Menschen. Nicht alle können damit gleich gut umgehen. Diejenigen, die es können, sind zäh und widerstandsfähig. Es sind Stehaufmännchen mit einer entscheidenden Eigenschaft: Resilienz. In der Psychologie werden damit Menschen bezeichnet, die seelisch in der Lage sind, Lebenskrisen ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen und schon in kurzer Zeit wieder zur Hochform aufzulaufen.

Aus der Desasterforschung (die gibt es wirklich) weiß man: Resiliente sehen das Unheil nicht einfach durch eine rosa Brille oder verdrängen ihre Probleme. Vielmehr gehen sie konstruktiv mit ihrem Schmerz, mit der Tragödie um. Sie sind in der Lage, sich selbst am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen – eine Eigenschaft, die in unserem immer komplexeren Wirtschaftsalltag zunehmend wichtiger wird. Dazu gehört vor allem eine optimistische Grundeinstellung. Motto: Die Gegenwart ist zwar fürchterlich, aber es gibt auch ein Morgen. Widerstandsfähige Menschen akzeptieren die Situation wie sie ist, beschönigen nichts, blicken aber weiterhin in die Zukunft. So bekommt die Krise erst gar kein Schwergewicht, sondern bleibt ein zeitlich begrenztes Ereignis.

Viele geraten bei Schicksalsschlägen in eine Art Opferstarre. Manche suchen gar die Schuld ausschließlich bei sich selbst, werden schwermütig, depressiv, passiv. Resiliente dagegen bleiben aktiv: Sie suchen nach Auswegen und bekommen so die Kontrolle über ihr Leben zurück. Sie analysieren die Ursachen der Krise und versuchen sie aus einem anderen Winkel zu sehen:

  • Was ist passiert?
  • Was hat dazu geführt?
  • Lässt sich das ändern?

Ein weiterer Weg zu mentaler Stärke ist, an vergangene Erfahrungen anzuknüpfen:

  • Gab es schon vergleichbare Situationen?
  • Wie haben Sie damals reagiert?
  • Was hat geholfen?

Auch gute Freunde können helfen, Rückschläge zu überwinden. Und nicht zuletzt hilft eine Prise Humor. Lachen schafft Abstand und eine überlegene Perspektive. Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht.