Einen Job kündigen, den man mag? 7 gute Gründe

Wer zu dem Schluss gekommen ist, seinen Job zu kündigen, tut dies oft, weil er mit der beruflichen Situation nicht mehr zufrieden ist. Die Aufgaben machen keinen Spaß mehr, die Kollege sind die Hölle und beim Chef kann sich niemand erklären, wie er es zu seiner Position geschafft hat. Also nichts wie weg hier und dem alten Arbeitgeber wird sicherlich auch keine Träne nachgeweint. Aber wie sieht es aus, wenn man seinen Job mag? Die erste Reaktion ist klar: Wieso dann kündigen? Eine berechtigte Frage, schließlich scheint es widersprüchlich, das Arbeitsverhältnis von sich aus zu beenden, obwohl man eigentlich gerne im Job ist. Doch tatsächlich gibt es einige gute Gründe, auch einen Job zu kündigen, den man mag…

Einen Job kündigen, den man mag? 7 gute Gründe

Wer seinen Job mag, geht schneller über Probleme hinweg

Sollten Sie in einem Job arbeiten, den Sie wirklich mögen, erst einmal ein ganz ehrlich gemeintes: Herzlichen Glückwunsch Damit haben Sie sehr vielen anderen Arbeitnehmern bereits einen großen Schritt voraus, die sich in einer beruflichen Situation befinden, bei der sie sich Tag für Tag zur Arbeit zwingen müssen und die zunehmend für wachsende Unzufriedenheit sorgt.

Allerdings birgt selbst eine solch positive Ausgangssituation eine Gefahr: Ist man grundsätzlich gerne in seinem Beruf und mag seinen jetzigen Job, neigt man dazu, Probleme oder Schwierigkeiten eher zu ignorieren. Bis zu einem gewissen Grad ist das sogar eine gute Eigenschaft, immerhin konzentriert man sich auf die positiven Seiten seiner Arbeit, lässt sich nicht durch Kleinigkeiten beirren und hat auch dann noch Spaß im Job, wenn nicht immer alles glatt läuft. Dies kann aber im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass Entwicklungen übersehen oder akzeptiert werden.

Ganz ähnlich der rosaroten Brille, mit der frisch Verliebte die Welt und allen voran den Partner betrachten, führt es in einem Job zu einer ganz besonderen Form der Betriebsblindheit. Liebe macht eben blind – auch die zum Job. Umso schmerzlicher kann dann aber auch das Erwachsen werden, wenn man plötzlich feststellt, dass die Dinge sich immer weiter verschlechtert haben.

Einen Job kündigen, den man mag: Die Frage nach dem Warum

Die meisten Menschen haben den großen Drang, sich für ihre Entscheidungen und Handlungen zu rechtfertigen. Dahinter steht der Wunsch nach Bestätigung, wir wollen also von unseren Freunden und der Familie hören, dass sie in unserer Situation ganz genauso gehandelt hätten. Damit fühlen wir uns gleich besser und weiterhin als gestärktes Mitglied der Gruppe.

Genau eine solche Rechtfertigung ist auch bei Kündigungen die Regel. Schließlich trifft man eine solche Entscheidung nur selten impulsiv, stattdessen wird lange mit dem Partner und engen Freunden diskutiert. Wer dabei sein Leid klagen kann, von schrecklichen Aufgaben und unausstehlichen Kollegen, die jeden Tag zur Qual machen, berichtet, erhält in der Regel schnell Zustimmung für sein Vorhaben. Aber wie beantwortet man die Frage nach dem Warum, wenn man seinen Job mag?

Gerade für die Familie ist es nicht ganz leicht nachzuvollziehen, dass sich die finanzielle Situation möglicherweise ändern wird, wenn der nächste Job nicht ganz so gut bezahlt wird. Was hilft, ist in jedem Falle Ehrlichkeit. Reden Sie nicht um den heißen Brei herum, erfinden Sie keine Geschichten, um sich zu rechtfertigen, sondern bleiben Sie bei den wahren Gründen für Ihren Wunsch. Gerade in Ihrer Familie und bei Ihren Freunden werden Sie auf Verständnis stoßen.

7 gute Gründe, um einen Job zu kündigen, den Sie mögen

  1. Sie haben ein besseres Angebot erhalten

    Es ist ein tolles Szenario: Sie haben sich durch Ihre Leistungen und Ihre Fähigkeiten über die Grenzen Ihres Arbeitgebers hinaus einen Namen gemacht und stehen nun vor der Möglichkeit, zwischen Ihrem aktuellen Job und einem vielleicht noch besseren Angebot eines anderen Unternehmens zu wählen. Das bedeutet zwar nicht, dass Sie zwangsläufig wechseln müssen, doch wenn die Konditionen stimmen, kann dies ein guter Grund sein.

    Hier gilt es in erster Linie abzuwägen, was Ihnen wichtiger ist und in welcher Position Sie Ihre Ziele eher erreichen können. Dabei spielt Geld natürlich eine Rolle, aber eben nicht die einzige. Die Frage lautet, ob Sie den Schritt wagen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass Sie den neuen Job ständig mit dem alten vergleichen.

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  2. Sie befinden sich in einer beruflichen Sackgasse

    Sie können Ihren Job von Herzen gerne tun und auch mit Ihrem Arbeitgeber gut zurecht kommen, wenn Sie aber feststellen, dass Sie sich in einer Sackgasse befinden und in der aktuellen Situation keine Möglichkeit zu einer weiteren Entwicklung besteht, sollten Sie sich ernsthaft mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob Sie auf lange Sicht mit einer Veränderung nicht besser fahren würden.

    Gerade wenn Ihre Aufgaben sich über einen langen Zeitraum nahezu nicht verändern und auch sonst keine Aussicht auf mehr Verantwortung oder gar eine Beförderung in Sicht ist, spricht vieles dafür, dass die Sackgasse sich auch in naher Zukunft nicht auflösen wird. Ein neues Unternehmen kann hingegen mehr Perspektiven bieten.

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  3. Das Unternehmen steuert auf eine Krise zu

    Wer seinen Job mag, versucht mit seinen Leistungen eine mögliche Krise abzuwenden und das Ruder doch noch herumzureißen. Allerdings ist das nicht immer möglich und es steht nicht in der Macht einzelner Mitarbeiter, das Schicksal eines Unternehmens eigenmächtig zu ändern, wenn der Rest nicht mitzieht. Ihre Loyalität in allen Ehren, wenn abzusehen ist, dass in Kürze Stellen gestrichen werden müssen, sollten Sie die Zeichen der Zeit frühzeitig erkennen.

    Am Ende geht es um Ihre Existenz und da kann es besser sein, bereits einen neuen Job in Aussicht zu haben, bevor die große Kündigungswelle kommt. Das fällt bei einem Job, den man mag, verständlicherweise nicht ganz leicht, doch müssen Sie auch ein wenig an sich selbst denken.

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  4. Sie arbeiten viel zu viel

    Macht man seinen Job gerne, sind auch ein paar Überstunden nicht so schlimm und wenn ein Kollege einen Arzttermin hat, springt man auch ein, ohne mit der Wimper zu zucken. Das birgt allerdings auch die Gefahr, dass man sich immer weiter in seiner Arbeit verliert, überhaupt kein Ausgleich mehr stattfindet, Freunde und Familie nahezu nicht mehr sieht und Freizeit zum Fremdwort wird.

    Es mag Ihnen noch nicht so erscheinen, doch Sie schaden sich damit selbst. Nicht nur Ihre Beziehungen leiden unter der Situation, auf lange Sicht geraten Sie immer weiter unter Druck, bis schließlich die Gesundheit leidet. Wird der Job zum einzigen Lebensinhalt, kann dies ein guter Grund sein, sich nach etwas anderem umzusehen.

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  5. Ihre persönliche Situation hat sich verändert

    Eine neue Partnerschaft oder auch einfach veränderte Ansichten und Prioritäten können dazu führen, dass ein Job, den man mag, plötzlich nicht mehr der richtige ist. Beispielsweise haben Sie für sich entschieden, dass es an der Zeit ist, eine Familie zu gründen – da passt die 6-Tage-Woche mit regelmäßigen Dienstreisen nicht mehr in Ihre Lebensplanung.

    Vielleicht wollen Sie auch Ihre Lebensmittelpunkt verlagern und es zieht Sie in eine andere Stadt. Nur wenige Jobs bieten solche Freiheiten, also kann auch hier die Kündigung der einzig richtige Schritt sein.

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  6. Ihre Leistungen werden vom Unternehmen nicht gewürdigt

    Wenn Sie Ihren Job mögen, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass Sie auch gut darin sind. Sie bringen sich voll ein, liefern gute Ergebnisse und sorgen für Erfolge. Darauf dürfen Sie ruhig stolz sein, ärgerlich ist es nur, wenn im Unternehmen scheinbar niemand Notiz von Ihren Leistungen nimmt. Das vermittelt den Eindruck, Sie würden sich umsonst anstrengen und Ihre gute Arbeit wäre vollkommen selbstverständlich.

    Noch schlimmer: Es steht Ihrer Karriere im Weg. Die beste Visitenkarte bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen sind immer noch langfristig gute Leistungen – die dafür aber auch mit Ihnen in Verbindung gebracht werden müssen.

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  7. Die Führungsetage hat gewechselt

    Jeder weiß, wie maßgeblich der Einfluss des Chefs auf die tägliche Arbeit ist. Wo eine gute Führungskraft motiviert, weiterbringt und für eine bestmögliche Atmosphäre im Team sorgt, kann ein schlechter Chef in Windeseile jede Motivation und Spaß am Job zunichte machen. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn der tolle Chef befördert wurde oder den Arbeitgeber wechselt und von seinem genauen Gegenteil ersetzt wird.

    Haben Sie es mit einem neuen Chef zu tun, sollten Sie diesem natürlich eine faire Chance geben. Nur weil Sie einen wirklich guten Draht zum ehemaligen Vorgesetzten hatten, sollte der Nachfolger nicht gleich als Nichtsnutz abgestempelt werden. Gibt es aber ständig Probleme mit dem neuen Chef, ist dies ein guter Grund, zu kündigen, auch wenn Sie den Job mögen.

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[Bildnachweis: mooremedia by Shutterstock.com]
13. Oktober 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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