Wissensdurst, der nächste Schritt auf der Karriereleiter, die Festigung der eigenen Position im Unternehmen oder die Veränderung in einen völlig neuen Bereich – es gibt viele Gründe dafür, ein berufsbegleitendes Studium anzugehen. Ist die Entscheidung für ein Studium auf dem zweiten Bildungsweg gefallen, haben die angehenden Studenten die Wahl zwischen Abend- und Fernstudium. Bei der Entscheidung für oder gegen eine der beiden Studienarten spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle.

Der Studienverlauf unterscheidet sich bei den beiden Bildungsformen deutlich, doch beim Abschluss – also Bachelor oder Master – gibt es keinerlei Unterschiede. Zahlreiche Bildungsträger bieten den gleichen Studiengang sowohl als Fern-, als auch als Abendstudium an. Da bei den beiden Studienformen jedoch unterschiedliche Stärken zum Tragen kommen, werden die Abschlüsse von Arbeitgebern – trotz der formalen Gleichstellung – teilweise durchaus differenziert wahrgenommen und eingeordnet.

Fernstudium: Flexibel und selbstbestimmt

Studenten, die ein berufsbegleitendes Fernstudium absolvieren, schätzen an dieser Studienform vor allem die Flexibilität. E-Learning-Plattformen ermöglichen ein selbstbestimmtes Lernen im eigenen Rhythmus. Die Fähigkeit zur Selbstorganisation – die bei Fernstudenten stark ausgeprägt sein muss – wissen auch Arbeitgeber zu schätzen. Die mit der Flexibilität einhergehende Freiheit ist für viele Studenten wichtig, erfordert jedoch auch eine strukturierte Arbeitsweise und klare Grenzen. Nur wer die klare Trennung zwischen Beruf, berufsbegleitendem Studium und Freizeit schafft, kann ein Fernstudium erfolgreich abschließen. Gelingt diese Abgrenzung nicht, wird das Studium schnell zur Be- und Überlastung.

Abendstudium: Diszipliniert und strukturiert

Die Bezeichnung “Abendstudium” ist bei vielen Seminaren etwas irreführend. Tatsächlich finden zahlreiche Vorlesungen und Lerneinheiten im Rahmen eines Abendstudiums auch an den Wochenenden – dann jedoch tagsüber – statt. Der entscheidende Unterschied zu einem Fernstudium liegt darin, dass es sich grundsätzlich um Präsenz-Einheiten handelt und E-Learning nur ergänzend eingesetzt wird. Ein Abendstudium ist zudem meist deutlich straffer organisiert als ein vergleichbares Fernstudium. Die Vorlesungszeiten sind vorgegeben, Umfang und Menge des Lernstoffes – und vor allem die dafür zur Verfügung stehende Zeit – oft ebenfalls.

Daher eignet sich das Abendstudium vor allem für Studenten, die sich mit rein selbstbestimmten Lernen und der selbstständigen Organisation eines Studiums schwer tun. Im Gegenzug ist jedoch ein hohes Maß an Disziplin, Arbeitseinsatz und Stresstoleranz gefragt, da das Abendstudium zu großen Teilen nach der täglichen Arbeit stattfindet. Belastbarkeit und Disziplin sind dann auch die Eigenschaften, die Arbeitgeber bei Abendstudenten zu schätzen wissen.

Flexibilität oder Struktur – Sie entscheiden

Sie lieben die Flexibilität, können sich hervorragend selbst organisieren, in Ihrem eigenen Rhythmus lernen und brauchen den persönlichen Kontakt zu Kommilitonen und Dozenten nicht unbedingt? Dann ist ein Fernstudium für Sie wahrscheinlich die beste Lösung.

Klare Strukturen und die direkte Arbeit mit Kommilitonen und Dozenten sind Ihnen wichtig? Sie haben kein Problem mit großen Arbeits- und Lernumfängen und verfügen über genug Disziplin, um auch nach der Arbeit noch zu lernen und zu Vorlesungen zu gehen? Dann sollten Sie sich ein Abendstudium näher anschauen, es könnte für Sie der Weg zum Studienabschluss sein.