Ein Gastartikel von Markus Fugmann

Welche Bewerbungsmappe ist die richtige? Die Frage wirkt in Zeiten von zunehmenden Online-Bewerbungen ein bisschen unzeitgemäß. Aber abgesehen davon, dass es immer noch ein paar Unternehmen gibt, die eine Mappe aus Papier bevorzugen: Spätestens beim Vorstellungsgespräch brauchen Bewerber auf Jobsuche die gute alte Bewerbungsmappe wieder – um noch einmal Ihre Unterlagen mitzubringen und einen professionellen Eindruck zu machen.

Aber welche Bewerbungsmappe ist nun die richtige für Sie? Ja, in der Tat: Es gibt darauf keine allgemein gültige, sondern nur ein individuelle Antwort. Passt zu Ihrem Zweck besser ein einfacher Klemmhefter aus Kunststoff oder greifen Sie doch besser zur hochwertigen, dreiteiligen Mappe aus Pappe?

Zugegeben, die Meinungen dazu gehen weit auseinander, und es gibt auch keine einfache Antwort die Frage. Aber ich kann Ihnen aus meinen eigenen Überlegungen dazu, die ich mir einmal intensiv gemacht habe, vielleicht ein paar Entscheidungshilfen geben. Im Folgenden will ich dazu einige Mappentypen vorstellen, die jeweiligen Vor- und Nachteile aufzählen und mit ein paar Tipps versehen. Entscheiden müssen Sie sich dann – aber es fällt dann hoffentlich leichter…

Diese Faktoren beeinflussen die Mappenwahl:

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  1. Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Bewerben Sie sich auf eine Lehrstelle? Dann ist ein einfacher Klemmhefter völlig ausreichend. Für Berufe mit akademischer Vorbildung sind meist hochwertige Mappen aus Karton angebrachter.
  2. Auch Ihre Bewerbungsstrategie wird Ihre Entscheidung beeinflussen: Will ich meine Bewerbungen möglichst zahlreich streuen und dabei meine Kosten möglichst gering halten, oder möchte ich mich gezielt und individuell bewerben?
  3. Ihr persönlicher Geschmack spielt natürlich auch eine Rolle, schließlich soll die Bewerbung ebenso Ausdruck Ihrer Persönlichkeit sein.
  4. Überdies sind auch die Wünsche der Personalentscheider zu berücksichtigen: Was sind die als Standard gewohnt? Was ist für die Branche und Position angemessen oder gar üblich? Wenn Sie vor Ihrer Bewerbung in der Personalabteilung anrufen, sollten Sie am Rande des Gespräches ruhig fragen, ob ein bestimmter Stil bevorzugt wird. Es ist tatsächlich so: Manche Personaler mögen Klemmhefter lieber, weil Sie die Unterlagen aus der Mappe herausnehmen, andere bevorzugen etwas Abgeheftetes mit dem Charakter einer Akte. Und wieder andere schätzen dreiteilige Mappen, weil hier der Lebenslauf und die Arbeitszeugnisse nebeneinander präsentiert und parallel gelesen werden können.

Auch wenn das viele Überlegungen sind für ein Heft oder Stück Karton, in dem Ihre eigentliche Bewerbung steckt: Die Bewerbungsmappe ist das erste was der Personalentscheider von Ihnen sieht. Sie ist Ihre Visitenkarte, die den bekanntermaßen wichtigen ersten Eindruck liefert. Oder wie mir ein Personaler einmal sagte: „Die Bewerbungsmappe ist wie das Salz in der Suppe.“

Aber welche Mappenarten stehen denn überhaupt zur Auswahl? Gute Frage! Deshalb kommt jetzt die schon angekündigte Übersicht der gängigsten Mappenarten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen:

Klemmhefter aus Kunststoff

Vorteile:
  • Kostengünstig.
  • Kompakte Handhabung.
  • Beliebt bei Personalern, die gerne Unterlagen aus der Mappe nehmen.
  • Bei durchsichtigem Kunststoff kann der Personaler die wichtigsten Daten und das Bewerbungsanschreiben lesen, ohne die Mappe zu öffnen.
Nachteile:
  • Kunststoff wirkt latent billig.
  • Es ist kein ökologisches Material.
  • Solche Mappen können unangenehm riechen.
  • Bei Schnellheftern müssen die Unterlagen aus der Mappe genommen werden, weil die Klammer sonst die linke Blattseite verdeckt.

Fazit: Diese Mappen eignen sich gut für Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz, handwerkliche Berufe, ungelernte Tätigkeiten und Bewerbungen in der Kunststoff-Branche. Und natürlich für Massensendungen, denn sie sind meist günstiger als ihre Geschwister aus Karton.

Tipp: Wenn Sie Schnellhefter bevorzugen: Diese Mappenart gibt es auch aus Pappe. Das hat den Vorteil eines haptisch angenehmeren, ökologischeren Materials, dafür fehlt allerdings der durchsichtige Deckel.

Dreiteilige Bewerbungsmappen aus Karton

Vorteile:
  • Die Mappe wirkt hochwertig.
  • Karton ist angenehm anzufassen.
  • Lebenslauf und Zeugnisse können nebeneinander präsentiert werden und lassen sich so parallel lesen.
  • Das Anschreiben wird in der Mappe befestigt und kann nicht lose rumfliegen.
Nachteile:
  • Manche Personaler finden solche Mappen unhandlich, weil sie im aufgeklapptem Zustand sehr breit sind und den gesamten Schreibtisch ausfüllen.
  • Die Mappe muss zweifach aufgeklappt werden, um alle wesentlichen Inhalte lesen zu können.

Fazit: Auch wenn diese Mappe nicht bei allen Personalentscheidern beliebt ist: Für eine Bewerbung in einem akademischen Beruf können Sie mit diesem Mappentyp selten etwas falsch machen – außer Sie wissen, dass der Personaler solche Mappen partout nicht leiden kann.

Tipp: Bei diese Mappe kommt der Lebenslauf auf die rechte Seite. Dann wird er vom Umblättern der Arbeitszeugnisse nicht verdeckt.

Zweiteilige Bewerbungsmappen aus Karton

Hier gibt es gleich drei Varianten zur Auswahl:

  1. Eine Mappe mit nur einer Klemmschiene auf der rechten Seite.
  2. Eine Mappe mit einer Klemmschiene auf der rechten Seite und einer dreieckigen Einschubtasche auf der linken Seite.
  3. Eine Mappe mit je links und rechts einer Klemmschiene.
Vorteile:
  • Die Mappen wirken hochwertig.
  • Pappe fühlt sich angenehmer an als Kunststoff.
  • Der Inhalt ist nach einmaligem Aufklappen sofort zugänglich.
  • Je nach Machart können Lebenslauf und Arbeitszeugnisse parallel präsentiert werden.
Nachteile:
  • Die Mappen sind teurer als die aus Kunststoff oder einfache Schnellhefter.
  • Beim Bepacken der Mappe müssen sie vorsichtig sein: fettige Finger, ein leichter Knick – und die Mappe ist versaut.

Fazit: Diese Mappenart ist ein wunderbarer Kompromiss – nicht zu groß, nicht zu billig, übersichtlich im Aufbau, einfach in der Handhabung und doch vielseitig für unterschiedliche Zwecke. Nur eines ist sie nicht: die günstigste Variante.

Tipp: Wenn sich Ihr Lebenslauf auf nur einer Seite darstellen lässt, ist die Variante mit der Einschubtasche ideal. Bei einem zwei- oder mehrseitigen Lebenslauf empfiehlt sich die Mappe mit zwei Klemmschienen zu verwenden. Das Anschreiben wiederum lässt sich mit einer Büroklammer auf der Mappe befestigen. Wichtig: Kaufen Sie hierfür eine hochwertige Desgin-Büroklammer! Es gibt inzwischen zahlreiche Sonderformen, Farben und Klammern aus verschiedenen Materialien.

Bewerbungsmappe mit Sichtfenster

Vorteile:
  • Das Sichtfenster erlaubt dem Personaler auf einen Blick die wichtigsten Informationen zu erfassen.
  • Die Mappe vermittelt einen hohen Wert und Wiedererkennungswert.
  • Die Mappe ist kompakter als eine dreiteilige Mappe, weil sie nur einmal aufgeklappt wird.
  • Lebenslauf und Arbeitszeugnisse können parallel präsentiert werden.
Nachteile:
  • Für konservative Branchen eher ungeeignet, weil ungewohnt und zu modern.
  • Hoher Preis – zumal, wenn die Bewerbungsmappe aus Karton und das Sichtfenster aus hochwertigem Kunststoff ist.

Fazit: Auch dieses Bewerbungsmappendesign ist ein guter Kompromiss aus den Vorzügen eines Kunststoff-Schnellhefters und der Haptik einer Pappmappe. Und es fällt auf. Allerdings handelt sich bei dieser Form oft auch um die teuerste Variante, sie ist also nichts für schmale Portemonnaies und zahlreiche Bewerbungen.

Tipp: Je höher die Position, auf die Sie sich bewerben, desto hochwertiger sollte auch die Mappe sein. Diese Typ eignet sich daher gut für Bewerbungen auf Führungspositionen, die ja ohnehin nie Massenbewerbungen sind.

Bewerbungsmappe im A4-Querformat

Vorteile:
  • Die Mappe fällt sofort auf und ist gleichzeitig noch seriös.
  • Neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Lebenslauf und Anschreiben.
  • Das Querformat vermittelt gleich die Botschaft: Hier bewirbt sich ein Kreativer und Querdenker.
Nachteile:
  • Nichts für konservative Branchen.
  • Kann schnell überzogen und effekthascherisch wirken.
  • Nicht ganz billig.

Fazit: Die Mappe fällt auf jeden Fall auf – und das ist schon mal gut. Sie ist aber nichts für Standard-Bewerbungen, sondern eher gedacht für Initiativbewerbungen und Bewerbungen in kreativen Berufen. Da allerdings erfüllt sie meist ihren Zweck sehr gut.

Tipp: Nutzen Sie das Querformat unbedingt auch, um die Unterlagen – Lebenlauf, Anschreiben – anders zu gestalten. Nur so entsteht ein stimmiger Eindruck. Und spielen Sie ruhig mit dem Format: Im Hochformat erinnert die Mappe an einen übergroßen Notizblock. Auch das lässt sich optisch und im Design aufgreifen und entsprechend umsetzen.

Sie sehen: Es gibt nicht die richtige Bewerbungsmappe. Aber es gibt für jeden Zweck und Anlass bessere und schlechtere Formate. Berücksichtigen Sie das bei Ihrer Wahl und stimmen Sie die Mappe auf die Stelle ab, auf die Sie sich bewerben. Bleibt noch die Frage nacht der Farbwahl. Auch das ist letztlich Geschmacksache. Ich würde mich hier allerdings am Logo des potenziellen Arbeitgebers orientieren. Das drückt subtile Zugehörigkeit aus. Ansonsten gilt: Haben Sie ruhig Mut zur Farbe – außer in konservativen Branchen! Hier liegen Sie mit Dunkelblau, Weinrot oder dunklem Grau immer richtig.

Viel Erfolg bei der Bewerbung!

Über den Autor / Verlosung

Markus Fugmann hat selbst eine Reihe neuartiger Bewerbungsmappen entwickelt – die sogenannten Freiburger Mappen, die wir in der Karrierebibel schon einmal getestet (siehe Video) und verlost haben. Damals mit so viel Nachfrage, dass wir uns überlegt haben, das zu wiederholen. Markus Fugmann war so nett, noch einmal einen Satz seiner Mappen zu sponsern. Und die können Sie jetzt gewinnen…

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