Jede fünfte Bewerbung enthält heute Rechtschreib- oder Tippfehler. Für Personaler ist das nicht nur ein Ärgernis – oft sind die Schreibfehler auch ein veritables K.O.-Kriterium für die Bewerbung. Nicht zuletzt, weil die Personalverantwortlichen derlei Schludrigkeiten entweder als Desinteresse werten oder als Indiz für jemanden, der auch sonst schlampig arbeitet.
Sicher, Fehler passieren, nobody is perfect. Da kann man doch auch mal ein Auge zudrücken, Gnade vor Recht walten lassen. Auch in der Bewerbung. Denn was sagt so ein Tippfehler schon aus…? So argumentieren jedenfalls Bewerber.
Aber was sagen die Personaler dazu: Wie viele Tipper gehen so eben noch durch? Und wann landet eine mangelhafte Bewerbung definitiv auf dem Absagenstapel? Karrierebibel hat deshalb jetzt zusammen mit Johannes Lenz von der Personalberatung und Akademiker-Jobbörse Alma mater eine Umfrage unter insgesamt 260 Personalverantwortlichen durchgeführt. Ergebnis: Ab zwei Fehlern ist bei den meisten Personalchefs Schluss mit lustig. Spätestens ab drei Fehlern landet die Bewerbung bei jedem zweiten Befragten im Aus. Hier die Ergebnisse der gesamten Bewerbungsstudie 2010 im Detail:
Wie viele (Tipp-)Fehler akzeptieren Sie, bis Sie eine Bewerbung ablehnen?
| Einen Fehler | 18 Prozent |
| Zwei Fehler | 28 Prozent |
| Drei Fehler | 24 Prozent |
| Vier Fehler | 10 Prozent |
| Fünf Fehler | 6 Prozent |
| Sechs Fehler und mehr | 4 Prozent |
| Ist mir egal | 9 Prozent |
Die Top11 der schlimmsten Bewerbungssünden
Wir haben die Personaler aber auch gefragt, welche denn die schlimmsten Sünden in einer Bewerbung sind. Hier landen die Schreibfehler mit 53 Prozent aller Nennungen (Mehrfachnennungen waren möglich) aber nur auf Platz 3. Deutlich ärgerlicher finden Personaler, wenn ihr Name, die Adresse oder gar der Name des avisierten Unternehmens falsch geschrieben ist. Mit 69 Prozent aller Stimmen landet dieser Fauxpas auf Platz 1, gefolgt von einer unangemessenen, jargonhaften Sprache im Anschreiben (64 Prozent). Insgesamt sieht die Top11 der schlimmsten Bewerbungssünden dann so aus:
| 1 | Adresse/Ansprechpartner/Unternehmen falsch geschrieben | 69 Prozent |
| 2 | Unangemessene Sprache/Jargon | 64 Prozent |
| 3 | Rechtschreibfehler | 53 Prozent |
| 4 | Wiederverwendete Bewerbungsunterlagen | 44 Prozent |
| 5 | Unpassendes Foto | 38 Prozent |
| 6 | Romane statt auf den Punkt zu kommen | 33 Prozent |
| 7 | Anhänge vergessen | 30 Prozent |
| 8 | Lücken im Lebenslauf | 28 Prozent |
| 9 | Uneinheitliches Schriftbild | 22 Prozent |
| 10 | Unterschrift und Datum fehlen | 21 Prozent |
| 11 | Handgeschriebene Unterlagen | 18 Prozent |
Nach wie vielen Tagen dürfen Bewerber nachfragen?
Nun kommt es leider immer wieder vor, dass sich die Unternehmen nach einem erfolgten Vorstellungsgespräch nicht sofort melden, um dem Kandidaten mitzuteilen, ob er die Stelle bekommt oder nicht. Die Bewerber sitzen während dieser Zeit verständlicherweise auf glühenden Kohlen und können nichts machen. Oder doch?
Wir wollten deshalb wissen, nach wie vielen Tagen Bewerber freundlich, aber bestimmt beim ausschreibenden Unternehmen fragen können, was denn aus ihrer Bewerbung geworden sei, wann sie mit einer Entscheidung oder auch mit einer Einladung zu einem (weiteren) Jobinterview rechnen können. Ergebnis: 14 Tage sollten Bewerber den Mitarbeitern der Personalabteilung einräumen, teilweise sogar drei Wochen. Im Detail:
- 11 Prozent empfehlen sich nach einer Woche zu melden.
- 45 Prozent befürworten zwei Wochen Wartezeit.
- 29 Prozent halten drei bis vier Wochen für eine angemessene Frist.
- 15 Prozent raten, gar nicht nachzufragen.
Für den unerfreulichen Fall einer Absage können die Kandidaten durchaus auch nachfragen, warum es diesmal nicht geklappt hat und woran sie im Auswahlverfahren gescheitert sind. Allerdings hat laut Umfrage für derlei Rückfragen nur knapp jeder zweite Personalmanager Verständnis:
Empfehlen Sie Bewerbern, sich im Falle einer Absage um eine Begründung zu bemühen?
- Ja (49 Prozent)
- Nein (51 Prozent)
Social Media im Auswahlprozess
Auch das Thema Online-Reputation hat uns interessiert, genauer: Forschen Personaler bei Bewerbungen gezielt in Sozialen Netzwerken nach, um Kandidaten weiter zu durchleuchten? Und wenn ja, in welchen Profilen suchen sie vor allem nach verwertbaren Informationen?
Auch hier zeigt sich ganz klar: Das Internet, Soziale Medien und ihre Möglichkeiten sind inzwischen in den Personalabteilungen angekommen und werden auch genutzt: 62 Prozent der Befragten setzen diese im Bewerbungsprozess gezielt ein (siehe Grafik). Besondere Bedeutung haben dabei mit weitem Abstand Xing und Facebook – aber auch die allgemeine Websuche via Google und eventuell vorhandenen Blogs der Bewerber…
Überprüfen Sie im Rahmen des Auswahlprozesses auch die Internet-Profile von Bewerbern?
- Ja (62 Prozent)
- Nein (38 Prozent)
Wenn ja, in welchen Portalen überprüfen Sie die Daten vor allem?
Xing (69 Prozent)
- Google/Web- und Blogsuche (63 Prozent)
- Facebook (57 Prozent)
StudiVZ (28 Prozent)
- Twitter (22 Prozent)
- LinkedIn (11 Prozent)
Wer-kennt-Wen (6 Prozent)
- MyOnID (1 Prozent)
- Myspace (3 Prozent)
- Flickr (3 Prozent)
Die 38 Prozent der Personaler, die diese Online-Instrument bisher noch nicht einsetzen, wurden zudem gefragt, welche Vorbehalte sie haben oder warum sie das Internet bisher nicht nutzen. Bei den Antworten kristallisieren sich drei Motive:
- Entweder die Personaler nutzen Online-Recherchen nicht, weil sie keine Zeit und kein Personal dafür haben (was einige jedoch bald ändern wollen).
- Oder sie verzichten auf die Internet-Recherche, weil sie sich vom persönlichen Gespräch mehr erhoffen.
- Oder aber sie setzen derlei Werkzeuge nur gezielt ein (also doch) – dann aber für den engsten Kreis der Kandidatenauswahl.
Exemplarisch hier noch eine Auswahl der Personaler-Antworten:
Eine Überprüfung des Online-Profils erfolgt, wenn der Kandidat hier eine Affinität zeigen sollte, da der Aufgabenbereich dies erfordert. Ansonsten ist eine solche Prüfung bei einer großen Anzahl an Bewerbern zu aufwendig. Im Einzelfall kann es aber vorkommen, dass aus Neugier auch einmal ein Profil angeschaut wird. Gehört allerdings nicht zum Standard.
Bisher beziehen wir uns nur auf die uns offiziell zur Verfügung gestellten Informationen. Ein Check über Xing wäre denkbar, googeln oder sogar unter falscher Anmeldung über andere Internetportale Daten zu checken, entspricht nicht unserer Firmenphilosophie.
Ich selbst bin hauptsächlich für die Einstellung für Praktikanten zuständig. Die Internetprofile sind eher für den Privatbereich angelegt und sagen kaum etwas über die Arbeitsweise der Kandidaten aus. Wichtiger würde so etwas bei einer Festanstellung. Hier fehlt aber schlichtweg die Zeit, die Profile zu überprüfen.
Um dies für viele Bewerber zu tun, fehlt die Zeit. Für einzelne Bewerber, in der engeren Wahl sind, wird dies zum Teil gemacht.
Im Moment macht das noch zu viel Arbeit. Wir stellen aber eventuell jemanden für diesen Zweck ein.
Das ist von der zu besetzenden Stelle abhängig. Eine Stelle in der Öffentlichkeit, zum Beispiel Pressesprecher, ja, ein Mitarbeiter im Reinigungsdienst eher nein. Dies gilt selbstverständlich auch bei der Anzahl der Schreibfehler.
Die Internetprofile oft nicht wesentlich aussagekräftiger als die Bewerbungsunterlagen. Überdies zählt vor allem der Eindruck im persönlichen Gespräch.
Epilog
Zum Schluss möchten wir uns bei allen teilnehmenden Personalentscheidern herzlich bedanken: Sie haben diese Ergebnisse letztlich erst möglich gemacht. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch bei künftigen Projekten unterstützen. Darüber hinaus möchten wir uns bei folgenden Twitterern bedanken, die unsere Umfrage aktiv unterstützt und immer wieder darauf hingewiesen haben: absolventa, BewerberBlog, Brose_Karriere, Counter_Attack, DBKarriere, jacobsmuehlen, klauseck, Persmarkblog, RKMEngineering, spirofrog, StihlKarriere, Xenagos, zukx.







Michael
Sehr schöne Umfrage, gefällt mir ausgesprochen gut.
Da sieht man mal wieder, dass die Profile bei Netzwerken ein wenig in Ordnung gehalten werden sollten. :)
Detlef A. Rose
Das glaubt leider von den Schülern und Studenten fast keiner, bevor er´s nicht selbst erfahren hat!!
Und im Übrigen bleibt zu hoffen, daß die Personaler selbst richtig durchblicken beim Rechtschreibwirrwarr!
Rechtschreibung als Machtinstrument ist ziemlich fies. Einzig entscheidend ist eigentlich doch nur, daß man verstehen kann, was man liest – egal, ob Dialekt, Migrationsdeutsch oder phonetisches Deutsch.
Aber diese Diskussion wird leider schon seit einem halben Jahrhundert ergebnislos geführt. DAR
http://twitter.com/D_A_Rose
Matthias
Aufgrund dieses Beitrags habe ich mal selber wieder meinen vollen Namen bei Google recherchiert, und mich durch die ersten zehn Suchergebnisseiten gelesen. Ich kann das Problem mit dem Zeitaufwand jetzt nachvollziehn; selbst bei meinem doch recht seltenem Namen (Vor- UND Nachname in Kombination = selten) sind vielleicht 2 von 10 Links tatsächlich welche, die mit mir zu tun haben. Die anderen 8 sind entweder nur Teiltreffer (Vorname und Nachname zwar im Text, aber ohne Zusammenhang) oder Menschen mit selbem Namen. Der erste Treffer ist mal direkt falsch; bzw. wäre vor 9 Jahren noch aktuell gewesen.
Dann findet Google meinen Twitteraccount – welchen ein Personalmanager nur anhand des Fotos verifizieren kann. Dann wieder was falsches, dann Facebook; aber da gibt es meinen Namen gut zwei Dutzend mal, also führt der Link zu einer Auflistung. Und dann ist es das schon fast mit der ersten Suchergebnisseite. Und mein Name ist ja noch “selten”. Man kann sich vorstellen, was bei “Stefan Müller” oder “Sebastian Maier” an Ergebnissen geliefert wird.
Der langen Rede kurzer Sinn: Onlineprofilabgleich – so er denn gut gemacht sein soll – artet tatsächlich in einen Fulltimejob aus. Jedes Suchergebnis muss von einem im Web (2.0) sattelfesten Mitarbeiter genau überprüft UND interpretiert werden. Sollte ein 10 Jahre alter Beitrag einer Bewerberin im Forum der Bravo GIRL wirklich noch zur Beurteilung herangezogen werden?
Sonja Gottschalk
Interessant, dass wirklich 62% der Personaler das Internet nach ihren Bewerbern durchsuchen. Ich hätte die Zahl aufgrund eigener Erfahrungen fast niedriger eingeschätzt.
@Matthias Ich glaube nicht, dass das unbedingt ein Fulltime-Job ist; man muss ja nicht für jeden Bewerber zig Google-Ergebnisse ansehen. Wenn man seinen Kandidaten allerdings sofort findet, lohnt sich ganz sicher ein kurzer Besuch seiner Webseite, seines Blogs oder Onlineprofils. Nicht primär um ihn auszuspionieren oder ihn dann im Bewerbungsgespräch mit längst verjährten Jugendsünden zu konfrontieren :), sondern um ein paar ergänzende authentische Infos über ihn zu bekommen.
Matthias
Ich habe auch niemandem unterstellen wollen, dass er sich für die Jugendsünden der Kandidaten interessiert, um diese dann eventuell dann auch noch “gegen” selbige zu verwenden.
Vielmehr wollte ich klarstellen, dass schon allein die Verifizierung, dass der Blog, das Onlineprofil von “Sebastian Müller” auch von dem Sebastian Müller ist, der sich bei einem beworben hat. Schon alleine bei mir ist das aufwendig – und ich hatte den Vorteil, dass ich weiß, was im Web von mir ist, und was nicht.
Also pro Bewerber/in halte ich einen Aufwand von einer Stunde für wahrscheinlich. Macht bei 8 Kandidaten einen ganzen Arbeitstag.
Andreas Achtziger
Im Prinzip nur einmal mehr der Beweis, dass man mit der breiten Streuung seines Privatlebens im Internet Sorgsam umgehen muss. Oder halt soviel sinnreiches posten sollte, dass der Unsinn nicht mehr ins Gewicht fällt.
Übrigens sind die Jugendlichen , die laut Medien am stärksten von diesen Gefahren der Social networks betroffen sind, gerade diejenigen, die am meisten auf sich und seine Aussagen im Netz Obacht geben. So jedenfalls meine Erfahrungen in meinem breit gefächerten Bekanntenkreis. Anfällig sind eher die “Midager”..um im Jargon zu bleiben.
In den jüngeren Nutzerkreisen legt man sich Phantasienamen zu , nutzt die Angebote gar nicht oder hat nur einen ausgewählten kleinen Kreis informiert und die Profile nach außen abgeschottet.
So kann man die Angebote auch zielführend nutzen, um sich ein vernünftiges Erscheinungsbild im Internet zusammen zu basteln.
Mein privates Facebookprofil kennen auch nur (viel zu viel) eingeweihte Personen..und natürlich weiß ich auch da nicht, wer gerade mit liest.
Dafür ist mein offizielles Profil offen nach außen wie ein Scheunentor.
Am Rande….Auf Rechtschreibung zu achten, ist kein Machtinstrument. Jedem passieren ständig irgendwelche Fehler..auch mir. Nur einem selber fallen diese nicht auf. Es gilt also nicht, die Flüchtigkeitsfehler als Auswahlkriterium zu nutzen, sondern die Sorgfalt des Bewerbers, den eigenen Text gegenlesen zu lassen.
Und einen Text durch die Rechtschreibkorrektur zu jagen und jemanden als Lektor darauf anzusetzen, ist wirklich nicht all zuviel verlangt.
Personaler aber, und das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung mit diversen Initialwerbungen, die ich erhielt, müssen sich mit zerknittertem Papier, undeutlichen Kopien, Essensresten und Kaffeeflecken herumschlagen.
Wenn dann Grammatik und Orthografie gänzlich nicht stimmen, so kann dies durchaus zu einem Ausschluss führen. Abhängig von der Qualifikationsanforderung der ausgeschriebenen Stelle an den Bewerber natürlich.
Und wenn ich einen (potentiellen) Bewerber interviewe, der in bewährter “Alder-Digger-Alder” Sprache kommuniziert, ist auch schnell mal das AGG-Handbuch zur Hilfe geholt, um abzuwägen, ob man den Kandidaten spätestens jetzt dezent hinausgeleiten darf.
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Lukas Oldenburg
Die Studie ist interessant, keine Frage. Aber wie viel ist zu halten von Aussagen wie “Jede fünfte Bewerbung enthält Rechtschreib- oder Tippfehler”? Uns ist in drei Jahren noch fast nie eine Bewerbung ohne Tipp- oder Rechtschreibfehler untergekommen.
Personaler, die behaupten, ab einem Tippfehler sortieren sie aus, zeigen nur, dass sie selbst alles andere als wandelnde Duden sind, sonst könnten sie niemanden mehr zum Vorstellungsgespräch einladen.
Siehe dazu auch diesen Beitrag:
http://www.e-fellows.net/community-blog/2010/01/28/tippfehler-in-der-bewerbung/
“DIe berüchtigten Tippfehler in der Bewerbung…”
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Tom
@Lukas, da muss man aber auch dazu sagen, dass Ihr bei e-fellows die Spitze der Bildung als User habt, da sind Fehler weniger häufig.
Tolle Studie, mit spannenden Einblicken. Danke
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Peter
Die Umfrage ist hilfreich, um mehr Effizienz in die Bewerberei hineinzubekommen. Leider sind Bewerbungen keine effektive Strategie, um wirklich erfolgreich bei der Stellensuche zu sein. Der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität: Effizienz ist, die Dinge richtig zu tun, Effektivität ist, die richtigen Dinge zu tun.
Sich mit einer Bewerbung auf nur ca. 25% aller vorhandenen Stellen zu konzentrieren, die auch noch im Fokus von geschätzten 95% aller Stellensuchenden stehen und sich an Personaler zu wenden, die nichts zu entscheiden haben, ist nicht effektiv. Es ist strategisch unklug und Ressourcenverschwendung.
Personaler haben nur eine Auswahlbefugnis, sie entscheiden nichts. Die Entscheidungen über Arbeitsverträge treffen andere, die i.d.R. wesentlich mehr zu sagen haben, als Personaler. Es ist weitgehend irrelevant, was Personaler sagen, wenn die Entscheidung über eine Einstellung von demjenigen getroffen wurde, der tatsächlich die Macht hat, Einstellungen vorzunehmen. Oft erfährt die Personalabteilung nicht mal davon, dass jemand gesucht wird. Sie wird erst davon in Kenntnis gesetzt, wenn schon feststeht, wer eingestellt wird.
Das sind keine hohlen Phrasen. Ich habe ca. 20 Personaler genau zu dem Thema gefragt. Ergebnis: Sie haben nicht das letzte Wort. Und wenn die Fachabteilung bzw. der spätere Fachvorgesetzte entschieden hat, dann werden sie nur noch beratend oder aus formellen Gründen zugezogen. Auf die Frage hin, ob sie schon einmal gegen eine Einstellung, die von der Fachabteilung gewünscht wurde, erfolgreich interveniert haben, bekam ich von allen Befragten die Antwort: “Nein, das war nicht nötig.” bzw. “Nein, die Entscheidung des zukünftigen Vorgesetzten hat mehr Gewicht.”
Ergo: Was Personaler für Ansprüche, Vorstellungen, Kriterien usw. haben, ist relativ irrelevant. Aber nur für denjenigen, der sich bei der Stellensuche auf die Phase vor der öffentichen Ausschreibung konzentriert.
Jochen Mai
@Peter: Aber glaubst du wirklich, Fachvorgesetzte legen bei Bewerbungen andere Maßstäbe an? Ich nicht. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass auf einen Abteilungsleiter 3 Tippfehler einen besseren Eindruck machen als auf einen Personaler – oder dass sich der Chef in spe weniger genervt fühlt, wenn der Kandidat schon nach 2 Tagen anruft, um sich nach seiner Bewerbung zu erkundigen.
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