Geschäftskonto Checkliste: Vor dem Eröffnen beachten

Als Selbstständiger oder Freiberufler ist gerade die Anfangszeit stressig. Viel Bürokratie wartet auf Jungunternehmer. Dazu zählt auch die Eröffnung des Geschäftskontos. Tatsächlich reicht das private Girokonto dazu nicht aus. Das merken viele bei der ersten Steuererklärung, in der die Einnahmen und Ausgaben sonst mühsam ausgefiltert werden müssen. Beim Geschäftskonto handelt es sich um ein Konto, das ausschließlich für den unternehmerischen Zweck genutzt wird. Im Kern ist es natürlich auch weiterhin ein Girokonto…

Geschäftskonto Checkliste: Vor dem Eröffnen beachten

Geschäftskonto eröffnen: Darauf bitte achten!

Trennen sollten Sie Konten auf jeden Fall. Falls einmal die Steuerprüfung kommt und das Konto vielleicht sogar sperrt, haben Sie auch privat kein Geld mehr. Ersparen Sie sich also eine stressige Buchführung – und starten Sie gleich mit einem Geschäftskonto.

Während viele private Girokonten inzwischen kostenlos von der Bank geführt werden, berechnen sie beim Geschäftskonto zum Teil happige Gebühren. Die sollten Sie unbedingt vergleichen. Manche Banken kündigen das Konto gar, wenn es für geschäftliche Belange verwendet wird.

Auch sollten Sie sich bei der Wahl des Geldinstituts fragen, wie Sie das Konto nutzen wollen: Heute können Sie das Geschäftskonto bei einer Filialbank oder bei einer Onlinebank eröffnen. Das muss sich nicht unbedingt ausschließen. Es gibt aber wichtige Unterschiede bei der Nutzung:

  • So ist zum Beispiel das Geschäftskonto bei einer Onlinebank für Bargeldtransaktionen, wie es beispielsweise im Handel und Gastronomiebereich üblich ist, ungeeignet.
  • Auch lässt sich über das Einrichten eines Kontokorrentrahmens (siehe weiter unten) sicher besser verhandeln, wenn man den Kundenbetreuer persönlich trifft, als am Telefon über die Hotline einer Onlinebank.
  • Sollen jedoch primär bargeldlose Transaktionen unabhängig von Zeit und Ort über das Konto gesteuert werden, empfiehlt sich eine Onlinebank mit einem gratis Geschäftskonto. Diese Konten sind in der Führung meist günstiger.

Worauf Sie vor der Eröffnung eines solchen Kontos als Selbstständiger noch achten sollten, zeigt die folgende Checkliste:

  1. Kontoführungsgebühren

    Es gehört inzwischen zum Alltagsmarketing vieler Kreditinstitute mit einem kostenlosen Geschäftskonto zu werben. Gerade Existenzgründer und Unternehmer fallen in das Beuteschema solcher Lockrufe. Achtung: Kostenlose Geschäftskonten werden oftmals von Onlinebanken angeboten, deren Kompetenzspektrum nur auf bestimmte Berufsgruppen wie zum Beispiel Freiberufler zugelassen ist. Schauen Sie hier also ganz genau hin – und vergleichen Sie: monatliche Kosten, Kosten für beleghafte und beleglose Buchungen, Kosten für Bargeldabhebungen und für weitere Zusatzleistungen, wie etwa ob die Bank oder deren Callcenter 24 Stunden täglich erreichbar sind. So manches anfängliche Top-Angebot sieht dann schnell wieder durchschnittlich aus.

  2. Kreditrahmen

    Arbeitnehmer haben ein festes Einkommen. Deshalb kommen sie auch leichter an Darlehen. Existenzgründer haben das Geld häufig nötig, bekommen es aber trotzdem nicht – weil eben das regelmäßige Einkommen, beziehungsweise die Umsätze fehlen. Wer ein Geschäftskonto eröffnet, kann aber auf Antrag einen sogenannten Kontokorrentkredit in Anspruch nehmen, also eine zeitlich limitierte Überziehungsoption, falls Sie kurzfristig Liquiditätsengpässe überbrücken müssen. Häufig wird dieser nach den ersten drei Zahlungseingängen auf das Geschäftskonto automatisch gewährt. Falls Ihre Einnahmen stark schwanken und die Höhe des Kontokorrentkredits daher eine wichtige Rolle spielt, sollten Sie die Konditionen der Geldinstitute zuvor intensiv vergleichen.

  3. Beratungsportfolo

    Zwar bieten inzwischen fast alle Banken ein Konto für geschäftliche Belange an, nicht jede Art von Existenzgründung wird dabei aber immer optimal abgedeckt. Idealerweise stellt die Bank Ihnen nicht nur das Konto bereit, sondern berät Sie auch gleich bei Ihrem Vorhaben – falls Sie das wollen. Wichtig ist dann natürlich ein Geldinstitut auszuwählen, das bereits über Erfahrungen in Sachen Start-ups und in Ihrer Branche verfügt. Und auch wenn die Geldinstitute häufig bei der Existenzgründung beraten – nicht wenige verfolgen dabei auch eigene Interessen. So kann es vorkommen, dass einem der Berater bei der Kontoeröffnung auch gleich mit einer Versicherung behilflich sein möchte. Vorsicht! Gerade als Gründer sollten Sie erst einmal Geld verdienen, bevor Sie es absichern. Und eine Bank, die Sie so „berät“, ist vielleicht doch nicht so edel, wie sie vorgibt.

  4. Bankautomaten

    Da es sich bei einem Geschäftskonto im Kern um ein Girokonto handelt, sollten Sie natürlich mit einer entsprechenden Girokarte an diversen Bankautomaten darauf zugreifen und Geld abheben können. Aber wo geht das (auch im Ausland?) und was kostet Sie das? Das sollten Sie unbedingt in Erfahrung bringen!

  5. Boni

    Mit Speck fängt man Mäuse – und mit Boni die Mäuse der Bankkunden. Ein solcher Eröffnungs-Bonus kann schon mal rund 100 Euro betragen. Dennoch ist es ratsam, solche Boni vorerst außer Acht zu lassen. Sind am Schluss noch mehrere Banken im Rennen, können Sie die Boni gerne den Ausschlag geben lassen. Aber bitte erst dann! Wichtiger sind eher solche Dreingaben wie kostenfreies Onlinebanking, eine Girocard oder günstige Kreditkarte.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]
14. Juli 2012 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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