Was macht Menschen glücklich? Diese Frage beschäftigt Glücksforscher seit den Sechziger Jahren. Die klassischen Glücksfaktoren sind auch schon identifiziert: Gesundheit, eine gute Beziehung, verlässliche Freunde, große Freiheit in der Lebensgestaltung und möglichst viel Selbstbestimmung im Job – so lauten die üblichen Rezepte. Und was ist mit Geld? Das soll ja angeblich nicht glücklich machen… Tut es aber eben doch. Allerdings nur bis zu einer Einkommensgrenze von 5000 Euro netto. Nicht gerade wenig – aber genug, um auch einen hohen Sozialstatus zu besitzen – und der spiele dabei die eigentliche Rolle, sagt zum Beispiel der Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel unter anderem im Welt-Interview: “Obwohl in den westlichen Industrieländern die Einkommen seit den Sechziger Jahren massiv gestiegen sind, nahm die durchschnittliche Lebenszufriedenheit kaum zu.”
Dr. Nico Rose
Die Positive Psychologie spricht hier vom sogenannten “hedonischen Hamsterrad”. Wir gewöhnen uns sehr schnell an alle externen Faktoren, so auch Besítztümer und Geld. Daher zahlen diese Dinge ab der o.g. Grenze (quasi der Grenznutzen für Geld als “Hygienefaktor”) nicht mehr auf unsere Zufriedenheit ein. Mehr dazu auch in meinem Buch, das vor kurzer Zeit hier auf karrierbibel.de vorgestellt wurde: http://karrierebibel.de/zufriedenheit-lernen-wie-viel-von-ihrer-personlichkeit-ist-von-gestern/
Jochen Mai
Hallo Nico,
danke für den schönen Begriff: hedonisches Hamsterrad. Den kannte ich noch nicht – den Hygienefaktor freilich schon. Der ist ja von Maslow: Wobei nach ihm Status, Geld, Macht, Selbstverwirklichung ja sogenannte Wachstumsbedürfnisse sind.
http://karrierebibel.de/maslow-hatte-recht-zufriedenheit-ist-ein-gesellschaftlicher-zustand/
http://karrierebibel.de/antriebskraft-was-uns-motiviert/
Josef Altmann
Hallo,
bis ich 5000 Euro erreicht habe,
dauert es wahrscheinlich noch ein
bisschen. Wahrscheinlich werde ich
das in den nächsten Jahren nicht
schaffen, allerdings bin ich auch
so sehr zufrieden.
Besser könnte es immer sein,
aber man sollte sich nicht immer
beschweren sondern kämpfen.
freundliche Grüße
Josef
Jochen Mai
Hallo – und gut so! Der Text sagt ja auch nichts anderes. Er sagt: Geld macht nur bis 5000€ netto glücklich. Das heißt aber nicht, dass man mit weniger nicht auch glücklich sein kann. Nur machen 6000 oder 10.000€ nicht glücklicher als 5000€…
Werner Strauch
5.000 Euro im Jahr, am Tag, Monatlich oder pro Woche? Kommt im Artikel nicht rüber…
Jochen Mai
Na, was denkst du? Einfach mal den Kopf einschalten: 5000 Euro im Jahr – netto? Wer kann davon leben?
5000 Euro am Tag – das wären mehr als eine Million im Jahr (netto). Wie viele Leute verdienen das in den Industrieländern, damit das eine Meldung wäre? Genau.
5000 pro Woche – also 20.000 im Monat oder 240.000 Euro Jahresgehalt (netto!) – verdienen allenfalls ein paar Spitzenmanager. Wäre das eine Meldung, dass dich 241.000 Euro nicht glücklicher machen als 240.000 Euro im Jahr? Eben.
Also wird’s wohl das Monatsnetto sein. Und so ist es auch.
Dr. Nico Rose
Hygienefaktor wird meistens mit Herzberg assoziiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Faktoren-Theorie_(Herzberg). Die Tretmühle findet man fast nur im Englischen, siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Hedonic_treadmill
Jochen Mai
Ah, okay – falsch gemerkt. Obwohl ich es sogar mal richtig wusste: http://karrierebibel.de/geld-macht-nicht-glucklich-anerkennung-schon/
Danke für die Korrektur.
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