Diese Fragen sollten Praktikanten stellen

Ein Praktikum gehört in den meisten Fällen zur schulischen und universitären Ausbildung. Es ist der erste oder wiederholte Einblick in das Berufsleben und die Möglichkeit, das theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung von Praktika zugenommen, es spielt in neun von zehn Fällen eine große Rolle bei Berufsanfängern. Durch die Praktika können Sie das Unternehmen und den Chef von sich überzeugen, wenn Sie mit Disziplin und Verantwortung an diese Herausforderung gehen. Viele Praktikanten scheitern aber daran, weil Sie keine oder die falschen Fragen stellen. Wir zeigen, was Sie fragen sollten – die Antworten werden Sie überraschen…

Diese Fragen sollten Praktikanten stellen

Praktikanten gleich Generation Praktikum?

Praktikanten-Rechte-Arbeitsrecht-TippsDas Praktikum ist der klassische Weg für Studenten während und nach dem Studium, praktische Erfahrungen zu sammeln und einen Job zu finden. Entsprechend nimmt die Bedeutung von Praktika als Einstig in das Berufsleben immer mehr zu. Es gibt bei fast allen Studiengängen ein Pflichtpraktikum, rund jeder vierte Student hat vor seinem Abschluss sogar zwei Praktika absolviert, 20 Prozent gar fünf oder mehr.

Dabei gibt es durchaus unterschiedliche Praktika:

  • Schulungs- und Einarbeitungspraktikum: Dort sammeln Sie Erfahrung in bestimmten Arbeitsmethoden bis hin zum Automatismus, Sie erhalten die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Beruf.
  • Probearbeit: Sie erkennen die Besonderheiten des Berufs, erfahren mehr über grundlegende Pflichten, Arbeitsprinzipien und charakteristische Züge des Berufsfeldes.
  • Forschungspraktikum: Sie führen im Unternehmen Forschung und Analyse eines identifizierten Problems durch, Sie entwickeln die eigenen Handlungsmethoden und können sie in der Praxis anwenden.
  • Wissenschaftspraktikum: Durch wissenschaftliche Forschung, Experimente und Durchführung bestätigen oder wiederlegen Sie Ihre eigene Hypothese – auf diese Weise lernen Sie das Lösen und die Entscheidungsfindung in Echtzeit.

Insbesondere in Konzernen existieren oft unterschiedliche Praktikum-Programme, sodass Bewerber hier teils zahlreiche Chancen haben, unterschiedliche Abteilung oder Tätigkeitsbereiche kennenzulernen, sich zu bewähren und vielleicht sogar für den künftigen Job zu empfehlen. Allerdings nur, wenn sie sich voll einbringen und die richtigen Fragen stellen…

Diese Fragen sollten Praktikanten stellen

Während des Praktikums sollten Sie so viel aufnehmen, wie nur möglich – den Berufsalltag, das Arbeiten im Team, Abläufe und Prozesse. Dazu sind Fragen unerlässlich – zum Lernen sowieso. Es gibt aber auch Fragen, die darüber hinausgehen und neben interessanten Erkenntnissen auch noch subtil einen nachhaltigen Eindruck beim Befragten hinterlassen. Die folgenden Fragen gehören dazu – diese können und sollten Sie im Laufe eines Praktikums durchaus Ihrem Chef und den Kollegen stellen:

  1. Was muss ein Bewerber vorweisen, um bei Ihnen eingestellt zu werden?

    Auch wenn dieses Unternehmen für Sie nicht als künftiger Arbeitgeber in Frage kommt, erfahren Sie hier einiges über das Auswahlverfahren und den Bewerbungsprozess. Die Branche ist vielleicht Ihr künftiges Zuhause, also sollten Sie alle Tipps für Bewerbungsgespräche und zum Lebenslauf mitnehmen.

  2. Warum haben Sie sich für dieses Unternehmen entschieden?

    Diese Frage geht an Kollegen und den Chef. Die Antworten und Argumente für den jeweiligen Arbeitsplatz werden Ihnen zeigen, was die Jobs hier ausmacht, ob das zu Ihnen passt und natürlich, ob es hier auf der Karriereleiter nach oben geht.

  3. Bei welchem Job waren Sie unzufrieden?

    War vielleicht die Wahl des letzten Unternehmens unüberlegt oder hat der Chef sich verschätzt? Lernen aus der Antwort, wie andere an die Jobsuche herangehen, welche Aspekte Sie künftig beachten können und erkennen Sie vor allem, was für Sie selbst wichtig ist. Gerade der Chef dürfte größere Lebenserfahrung besitzen als Sie – bitten Sie ihn, also um seinen Rat.

  4. Wo setze ich Prioritäten?

    Die Antwort auf diese Fragen wird Sie wahrscheinlich überraschen. Das Setzen der Prioritäten gehört zum Alltag jedes Angestellten – und will gelernt sein. Dafür brauchen Sie einen tiefen Einblick in die Abläufe und die Prozesse des Unternehmens. Gut daran: Ihr Ansprechpartner hat diesen schon und kann Ihnen Tipps geben.

  5. Was erwarten Sie von einem guten Praktikanten?

    Eine subtile Frage – nur vielleicht nicht auf den ersten Blick. Tatsächlich erfahren Sie so aber indirekt, was man von Ihnen erwartet und gibt Ihnen so direkt eine kleine Anleitung, wie Sie im Job brillieren. Clever ist, die Frage nicht sofort am Anfang zu stellen, sondern vielleicht erst nach vier bis sechs Wochen. So erfahren Sie zudem, ob Ihr Chef mit Ihrer bisherigen Leistung zufrieden ist oder wo er noch Potential sieht.

  6. Was macht einen idealen Mitarbeiter aus?

    Im Grunde dieselbe Frage, nur noch indirekter. Hier schließt aber praktisch noch die Subbotschaft an: Was wäre, wenn ich hier mal eingestellt werde? Ein idealer Mitarbeiter sieht für jeden Chef anders aus. Natürlich sollte er grundsätzliche Eigenschaften, wie Fleiß, Pünktlichkeit oder Teamfähigkeiten mitbringen. Es werden aber auch spezielle Anforderungen erwartet. Wie diese genau aussehen, sollten Sie am Besten aus erster Hand erfahren.

  7. Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

    Die Frage ist genauso tricky. Letztlich stehen Sie ja beim Praktikum immer auch vor der Frage, ob Sie hier vielleicht gerade Ihren künftigen Arbeitgeber kennenlernen. Da wäre es natürlich hilfreich zu wissen, ob es für den Laden überhaupt eine Vision und eine Zukunft gibt. Wissen weder Chef noch Mitarbeiter darauf kluge Antworten, ist das ein Alarmzeichen: Das Unternehmen wird nicht gesteuert, es driftet eher dahin.

  8. Welche Chancen auf feste Einstellung bei Ihnen habe ich nach dem Studium?

    Es geht natürlich auch ganz direkt. Machen Sie Nägel mit Köpfen – fragen Sie, ob das aktuelle Praktikum Ihnen Türen in das Unternehmen öffnet. Seien Sie aber auch vorsichtig – stellen Sie die Frage nicht, wenn der Chef Sie gerade auf einen Fehler hingewiesen hat oder wenn etwas generell schief gelaufen ist. Wählen Sie den Zeitpunkt taktisch klug aus. Das Timing ist hier entscheidend: Ein idealer Zeitpunkt ist zum Beispiel nach Abschluss eines erfolgreichen Projekts oder nach der Hälfte des Praktikums.

  9. Welche Fehler sollten Ihre Mitarbeiter vermeiden?

    Die schlimmste Folge eines Fehlers – ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt – ist eine Abmahnung oder gar Kündigung. Gut, wenn Sie vorher herausfinden, wo die jeweilige Toleranzgrenze liegt – welche Fehler eher verziehen werden und welche gar nicht. Das sagt schließlich auch etwas über die Unternehmenskultur und die Ansprüche an Mitarbeiter aus.

  10. Was war die schwerste Entscheidung, die Sie im Beruf getroffen haben?

    Diese Frage klingt sehr persönlich und ist es auch. Sie kommt daher nur infrage, wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef oder dem jeweiligen Kollegen haben. Dann aber öffnet sie Ihnen die Augen für die wichtigen Dinge im Berufsleben und lässt Sie an einer guten Portion Lebenserfahrung partizipieren. Jeder Chef muss manchmal schwere Entscheidungen treffen – das gehört zu seinen Aufgaben und lässt sich kaum vermeiden. Die Antwort, wie er damit umgeht, gibt Ihnen zugleich ein ganz wesentliches Werkzeug in die Hand, falls Sie selber einmal Führungskraft werden.

[Bildnachweis: BlueSkyImage, Goodluz by Shutterstock.com]
6. Juli 2016 Autor: Vera Moor

Vera Moor-Stepanov ist studierte Archäologin und wohnt in Bochum. In der Zeit von Juni bis August 2016 absolvierte sie ein Praktikum bei Karrierebibel.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px


Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!