Glück: Was wirklich glücklich macht

Glücklich sein – das wollen alle. Nur die Umsetzung von Glück ist so verdammt schwer. Das fängt schon bei der Frage an, was uns wirklich glücklich macht. Ist es viel Geld? Sind es schöne Dinge? Menschen, die einen umgeben? Die Glücksforschung, ein interdisziplinärer Forschungszweig aus Sozialwissenschaftlern, Ökonomen und Psychologen, hat sich entwickelt, um das Geheimnis hinter dem abstrakten Begriff Glück zu lüften. Die Ergebnisse sind teils überraschend, geben aber viele Anregungen und Tipps, wie Sie selbst größeres Glück für sich finden können…

Glück: Was wirklich glücklich macht

Definition: Was ist Glück eigentlich?

Glück Definition Erklärung Begriff Psychologie SynonymDer Soziologe Ruut Veenhoven von der Erasmus-Universität Rotterdam widmet sich der Erforschung des Glücks seit Jahren und gilt als Koryphäe auf dem Gebiet. Er erstellte unter anderem mit der „World Database of Happiness“ die größte Datenbank zum Thema, in der Forschungsergebnisse und Publikationen festgehalten werden und beschreibt Glück folgendermaßen:

Glück ist das Maß oder der Grad, in dem ein Mensch mit der Qualität seines eigenen Lebens insgesamt zufrieden ist. Anders ausgedrückt bezeichnet Glück das Maß, in dem man das eigene Leben mag.

Der Soziologe ist der Meinung, dass sich Glück in zwei Komponenten widerspiegelt:

  • Stimmung

    Wie angenehm empfinden wir die Gefühle, die wir haben und

  • Zufriedenheit

    Jeder Mensch hat eine Vorstellung, wie sein Leben aussehen soll. Zufriedenheit ist die subjektive Einschätzung, inwieweit die aktuelle Situation den eigenen Vorstellungen entspricht.

Beide Komponenten lassen sich messen und auf einer Skala von 0 (ausgesprochen unzufrieden) bis 10 (ausgesprochen zufrieden) wiedergeben. Die Deutschen liegen bei einem Wert von durchschnittlich 7,2.

Von der Unesco wiederum gibt es eine Art Weltkarte des Glücks, die zeigt, wo die Menschen besonders glücklich sind:

Weltkarte des Glücks glueckliche Menschen

Bemerkenswert daran ist, dass das persönliche Glücksempfinden stark abhängig vom Alter ist, wie etwa die Ökonomen David G. Blanchflower und Andrew Oswald bei einer globalen Megaumfrage (PDF) unter rund einer halben Million Menschen in 72 Staaten herausfanden.

Oder anders formuliert: Glück folgt einer U-Kurve – mit 20 sind Menschen am zufriedensten, Mitte 40 (in Deutschland im Schnitt bei 42,9 Jahren) verdüstert sich die Stimmung, um dann wieder langsam in alte jugendliche Höhen zu steigen.

Glückskurve U Form Grafik Glück

Wer gesundheitlich keine gravierenden Probleme habe, könne sich also mit 70 wieder auf das Glücksniveau eines 20-Jährigen freuen, so die Wissenschaftler.

Glück: Woher stammt der Begriff?

Etymologisch taucht der Begriff Glück bei uns zuerst um 1160 im Mittelhochdeutschen auf – als g(e)lücke. Es leitet sich vom Verb gelingen ab, das wiederum von leicht abstammt.

Glück ist also ursprünglich etwas, das einem leicht gelingt.

Mit Geld – das wissen Sie vermutlich schon – hat Glück also gar nichts zu tun. Bestätigt ist das längst auch wissenschaftlich.

Der Wirtschaftswissenschaftler Richard Easterlin verglich zum Beispiel schon 1974 die Ergebnisse aus Umfragen über Zufriedenheit mit dem Einkommen der Befragten. Dabei stellte er fest, dass ein steigendes Einkommen ab einer bestimmten Grenze nicht automatisch glücklicher machte.

Warum dennoch so viele nach Reichtum streben? Die Antwort ist so einfach, dass man sie leicht übersieht: Sie verwechseln Ursache mit Wirkung: Nicht Geld oder Macht machen das Glück (jedenfalls nicht langfristig), sondern der Glückliche hat Erfolg. Vielleicht wird er kein Millionär oder Chef. Aber womöglich strebt er auch gar nicht danach.

Geld, Macht, beruflicher Aufstieg – das sind Statussymbole über deren Bewertung andere entscheiden. Davon das eigene Glück abhängig machen? Schön blöd.

Dann lieber selber den Glücksschmied spielen. Das lohnt sich sogar privat: Glückliche, das haben Wissenschaftler ebenfalls herausgefunden, setzen sich langfristig durch. Sogar genetisch: Optimisten sind sexy, griesgrämige Karrieristen nicht.

Was macht glücklich?

Manche Menschen wünschen sich, ihre Probleme wären lösbar wie Nescafé in heißem Wasser. Mit dem Glück soll es dann genauso sein: Tüte auf, Glück rein… Geht natürlich nicht.

Seit den Sechzigerjahren wird die Frage daher von Wissenschaftlern etwas differenzierter erforscht. Ihre Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, im Kern aber eint sie eine simple Erkenntnis:

Glück ist kein Glücksfall, sondern eine individuelle Einstellungssache, eine Attitüde.

Die einen verbinden damit ein kurzweiliges Gefühl, ein subjektives Wohlbefinden, einen Glücksmoment – etwa während sie mit guten Freunden zusammen sind. Andere assoziieren damit das Gefühl, nachdem sie ein Projekt erfolgreich abgeschlossen haben – oder guten Sex.

Gleichzeitig weiß man heute: Glück ist keine Folge von Reichtum, lediglich sehr arme Menschen macht Geld glücklicher. Ebenso wenig sind kluge oder attraktive Menschen glücklicher als Normalsterbliche. Und selbst schwere Unfälle mit dramatischen körperlichen Folgen (Amputation, Querschnittslähmung) müssen Menschen nicht unglücklich machen. Was Menschen glücklich macht, ist letztlich so vielschichtig wie Erdsediment.

Für den Glücksforscher Veenhoven gliedern sich die Glücksbedingungen in zwei wesentliche Faktoren:

  • Lebenschancen

    Die individuelle Fähigkeit, soziale Stellung, soziale Gleichheit in der Gesellschaft, wirtschaftliches Wohlergehen und politische Freiheit.

  • Erfahrungen

    Die Konfrontation mit Mangel oder Überfluss, Einsamkeit und Gemeinschaft, Routine und Herausforderung, Schutz und Angriff.

Vor allem aber ist es das Resultat aus selbstbestimmten Handeln.

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Wer glaubt, in seinen Entscheidungen frei zu sein und deshalb sein eigenes Glück in der Hand zu haben, ist in der Regel glücklicher. Solche Menschen schaffen einen Ausgleich zwischen dem, was sie haben und dem, was sie wollen.

Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Menschen

Unterschied glücklich und unglücklichEs gibt allerdings auch eine Studie, die älter ist als all die anderen Glücksstudien. Sie stammt aus Harvard und ist eine der vielleicht umfangreichsten Langzeitstudien der vergangenen Jahre. George Vaillant, Psychiatrieprofessor in Harvard und selbst 75 Jahre alt, hat sie seit 42 Jahren (!) geleitet.

Als die Studie losging, war er allerdings selbst noch ein Kind: 1937 begann der damalige Leiter der Health Services in Harvard, Arlie Bock, damit zu untersuchen, was Menschen glücklich macht. Dazu verpflichtete er 268 Probanden: junge Studenten, die bereit waren, sich ein Leben lang medizinischen Tests zu unterziehen, Interviews zu geben, Fragebögen auszufüllen. Für die Forscher eine scheinbar endlose Sisyphus-Arbeit.

Das Leben der anderen zu studieren, hat Vaillant dennoch einige Erkenntnisse beschert: Die Wichtigste ist vielleicht die, dass Glück kein Glücksfall ist, sondern machbar. Größtenteils.

Das Rezept dazu: gesund essen, nicht rauchen, Alkohol nur in Maßen trinken, bis zur Lebensmitte in einer stabilen Beziehung leben und auch im Ruhestand noch aktiv bleiben – körperlich wie geistig. Die erstaunlichste Aussage Vaillants ist deshalb eher die: „Das Einzige, worauf es wirklich ankommt, sind Beziehungen.“

Und genau das unterscheidet dann die Glücklichen von den Unglücklichen: Wie sie mit den Schicksalsschlägen umgehen, mit denen sie das Leben herausfordert – wie gut, wie leicht und wie schnell sie die Tiefschläge überwinden. Resilienz heißt diese Eigenschaft im Fachjargon.

Spannende Fakten: Was Sie über das Glücklichsein noch nicht wussten

  • Glückliche Menschen reden mehr

    Ein Team von Wissenschaftlern um Matthias R. Mehl von der Universität von Arizona ließ für eine Studie 79 Freiwillige vier Tage lang ein elektronisches Aufnahmegerät tragen. Alle zwölf Minuten schaltete sich das Gerät für 30 Sekunden lang an und nahm die Gespräche der Probanden auf. Diese wurden dann von dem Forschungsteam ausgewertet und danach unterteilt, ob es sich um Smalltalk oder tiefgründige Konversation handelte. Auch wurden die Probanden danach befragt, wie gut sie sich fühlten. Es kam heraus, dass die glücklichen Teilnehmer 25 Prozent weniger Zeit alleine verbrachten und sie führten doppelt so viele tiefgründige Gespräche.

  • Glück ist ansteckend

    Dass Emotionen beim persönlichen Kontakt ansteckend sind, ist bekannt, doch Nicholas Christakis von der Yale Universität und James Fowler von der Universität von Kalifornien fanden heraus, dass das auch für die Kommunikation im Internet zutrifft. Dafür analysierten sie die Statusmeldungen auf Facebook. Das Ergebnis: Jede positive Statusnachricht zog durchschnittliche zwei positive Statusnachrichten im Freundeskreis nach sich.

  • Erinnerungen machen glücklich

    Das Gedächtnis speichert Erlebnisse, die uns prägen. Und immer sind Gefühle mit im Spiel. Der US-Hirnforscher Antonio Damasio konnte in seinen Studien zeigen: Was mit starken Emotionen verbunden ist, gelangt automatisch in unser Langzeitgedächtnis. Ein Bild, ein Duft, eine Melodie – all das kann die Erinnerungen an schöne Momente wiederbeleben und löst die damit verbundenen Emotionen aus.

  • Stärken trainieren macht glücklich

    Wer seine Charakterstärken trainiert, steigert zugleich sein Wohlbefinden. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten Studie eines Psychologenteams um Willibald Ruch, René Proyer und Claudia Buschor von der Universität Zürich. Für die Studie hatte das Forscherteam 178 Erwachsene nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt: Während die eine Gruppe über einen Zeitraum von zehn Wochen die Stärken Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus trainierte, konzentrierte sich die andere Gruppe auf Eigenschaften wie Sinn für das Schöne, Kreativität, Freundlichkeit, Liebe zum Lernen und Weitsicht. Die dritte Gruppe fungierte als Kontrollgruppe und hatte keinerlei Übungen zu absolvieren. Wer Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus trainiert hatte, zeigte einen bedeutsamen Anstieg der Lebenszufriedenheit.

  • Anerkennung macht glücklich

    Das jedenfalls sagt der Psychologe Cameron Anderson von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Für seine Studie befragte der Wissenschaftler zunächst 80 Studenten aus zwölf verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Universitäten. Und siehe da: Es zeichnete sich eine deutliche Verbindung zwischen subjektivem Wohlbefinden und dem Ausmaß an Anerkennung ab. Allerdings: So stark die Anerkennung wirkt, so fragil ist das Glücksempfinden und so lange hallt es auch nach, wenn wir beispielsweise sozial abstürzen.

  • Jemandem Glück zu wünschen, steigert dessen Leistung

    In dem zugrunde liegenden Experiment mussten Probanden Geschicklichkeitstests absolvieren und brauchten dafür im Schnitt fünf Minuten. Nachdem man ihnen Glück gewünscht und sie ermutigt hatte („Ich drück dir die Daumen!“), lag der Durchschnitt jedoch bei nur noch drei Minuten und 11,5 Sekunden, wie Lysann Damisch und ihre Kollegen Barbara Stoberock sowie Thomas Mussweiler von der Universität zu Köln ermitteln konnten. Kosmische Kräfte spielen dabei zwar keine Rolle. Sehr wohl aber die Gewissheit, dass man seine Aufgabe nicht gänzlich allein bewältigen muss, sondern dass da noch jemand ist, der mit einem und für einen ist.

Sprüche und Zitate zum Glück

Glück Zitate Sprüche Erkenntnisse TippsMit dem Glück beschäftigen sich die Menschen seit jeher – auch zahlreiche berühmte Persönlichkeiten haben bereits ihre Meinungen, Ideen, Vorstellungen und Erkenntnisse zum Glück kundgetan. So gibt es viele Zitate und Sprüche rund um das Glück, von denen wir einige für Sie zusammengestellt haben:

  • Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen. Theodor Fontane
  • Glück, das ist einfach eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis. Ernest Hemingway
  • Glücklich ist, wer das, was er liebt, auch wagt, mit Mut zu beschützen. Ovid
  • Treue üben ist Tugend, Treue erfahren ist Glück. Marie von Ebner-Eschenbach
  • Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält. Seneca
  • Glück ist ein Parfüm, das du nicht auf andere sprühen kannst, ohne selbst ein paar Tropfen abzubekommen. Ralph Waldo Emerson
  • Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. Hermann Hesse
  • Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind. Albert Schweitzer
  • Glück ist Selbstgenügsamkeit. Aristoteles
  • Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden. Nicolas Chamfort
  • Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben. Abraham Lincoln
  • Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. Søren Kierkegaard
  • Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause. Demokrit
  • Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern. Konfuzius
  • Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge. Wilhelm Busch

7 Dinge, die Sie aufgeben sollten, um glücklicher zu sein

Wie heißt es so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied. Und manchmal führt eine kleine Änderung der eigenen Einstellung zu mehr Zufriedenheit. Deswegen verabschieden Sie sich bitte von folgenden Dingen:

  1. Der Vorstellung, es allen recht machen zu wollen

    Bereits Platon erkannte, dass diese Einstellung nur einem selbst schadet als er sagte: „Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg – es allen recht machen zu wollen“. Wer immer aalglatt durchs Leben läuft und darauf bedacht ist nirgendwo anzuecken, verbiegt sich letztlich selbst.

  2. Dem Versuch, alles zu kontrollieren

    Jeder kennt sie, die Kontrollfreaks, die versuchen jede Kleinigkeit Ihres Lebens zu kontrollieren. Oft geht damit eine Angst vor Veränderungen und Fehlern einher. Doch mit dem Zwang alles im Leben zu planen und zu kontrollieren, nehmen Sie sich selbst ein Stück Lebensqualität. Klappt mal etwas nicht so, wie Sie sich das vorgestellt haben, drohen Sie dann daran zu zerbrechen. Wer lernt, sich auf Veränderungen einzulassen, ist glücklicher.

  3. Der Bewertung durch andere

    Wer sein Selbstwertgefühl von der Bewertung durch Mitmenschen abhängig macht, ist immer auf der Suche nach neuer Bestätigung. Bleibt diese aus, wird an der eigenen Person gezweifelt. Halten Sie sich selbst jedoch für einen wertvollen Menschen, festigt das Ihr Selbstvertrauen. Es ermöglicht Ihnen Kritik besser anzunehmen.

  4. Der Wut auf Ihre Mitmenschen und Ihr Umfeld

    Bei einigen Arbeitnehmern vergeht nicht ein Tag, an dem sie sich nicht über ihrer Kollegen, ihren Chef oder ihre Kunden ärgern. Damit schaden Sie sich aber vor allem selbst, ohne etwas an der Situation zu ändern. Sie stressen sich, der Herzschlag beschleunigt sich und die Spannung der Arterien steigt. Wut und Ärger sind erschöpfend und führen zu einem Tunnelblick. Wer jedoch gelassen mit ärgerlichen Umständen umgeht, sieht alle Optionen, die sich bieten.

  5. Der Frage „Was wäre wenn?“

    Sorgen sind Gedanken und Phantasien, die um mögliche Gefahren in der Zukunft kreisen. Unablässig stellt man sich die Frage: Was wäre wenn? Dienen Sorgen zur Vermeidung sind sie nützlich. Sorgt man sich jedoch um Dinge, die man selbst nicht beeinflussen kann, verschwendet man kostbare Energie. Damit vergisst man leicht, sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren.

  6. Dem Gedanken, alles drehe sich um die eigene Person

    Es gibt Menschen, die jede negative Äußerung des Chef oder der Kollegen auf sich beziehen. Fakt jedoch ist, dass viele so mit Ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, dass sie nur ein Ventil brauchen, um Dampf abzulassen. Beziehen Sie den Frust der anderen nicht auf sich selbst.

  7. Den negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit

    Jeder Mensch macht Fehler. Sich dauerhaft selbst dafür zu zerfleischen, bremst Sie aus. Sie trauen sich nicht mehr Neues auszuprobieren oder unkonventionell zu denken. Kurz nachdem Sie einen Fehler gemacht haben, sollten Sie die Situation analysieren. Woran hat es gelegen? Was ist schief gelaufen? Wurde der Schaden begrenzt und nach der bestmöglichen Lösung gesucht, ist es Zeit für Sie damit abzuschließen. Sie haben wertvolle Erfahrungen aus diesem Fehler gewonnen und nun sollten Sie sich wieder mit voller Motivation neuen Herausforderungen stellen.

4 Dinge, die glückliche Menschen nie vergessen

Glück Tipps Methoden Psychologie glücklich werdenUm glücklich zu sein – und es zu bleiben – sollte man sich immer wieder an einige Dinge erinnern, die viele Menschen leicht aus den Augen verlieren. Akuter Ärger im Job, Streit mit Freunden oder dem Partner, ein unerwarteter Misserfolg – all das kann einem die Lebensfreude gehörig verhageln. Hoffentlich nur kurzfristig. Manchmal aber leider auch länger.

Dann ist es umso wichtiger, sich an ein paar wichtige Grundsätze zu erinnern, die für unser Glücksempfinden ganz entscheidend sind… Diese zum Beispiel:

  1. Fehler sind da, um gemacht zu werden

    Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Fehler unglücklich machen. Es wird fälschlicherweise angenommen, dass Glück nur dann möglich ist, wenn immer alles glatt läuft. In der Realität verhält es sich hingegen genau andersherum: Wer immer nur darauf bedacht ist, jeden Fehler zu umgehen, wird kaum glücklich werden. Es muss schließlich auch mal etwas schief gehen, damit man daraus lernen und sich weiter entwickeln kann.

    Fehler und Rückschläge sind notwendige Schritte, um glücklich zu sein und auch zu bleiben. Allein schon, um überhaupt schätzen zu können, was man hat. Es erfordert Mut, sich selbst zu erlauben, Fehler zu machen, doch es lohnt sich und steigert die Zufriedenheit.

  2. Der Vergleich mit anderen ist unwichtig

    Der Kollege bekommt ein höheres Gehalt, der Freund hat ein teureres Auto und die Nachbarn ein größeres Haus. Sprich: Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner. Wie aber soll man bei diesem ständigen Vergleich glücklich werden? Eben. Neid ist der Feind des Glücks. Zum Glück kommt es darauf auch nicht an, selbst wenn es inspirierend oder motivierend sein kann, sollte man sich stattdessen immer auf die eigene Situation konzentrieren.

    Es macht nicht glücklich, die Ziele anderer Menschen zu verfolgen und sich schlecht zu fühlen, wenn das nicht gelingt. Außerdem sieht man immer nur die Oberfläche. Vielleicht hat der Nachbar für sein großes Haus eine 70 Stunden Woche und sieht seine Familie (und sein Haus) nie. Fragen Sie sich, was Sie selbst erreichen wollen und was Sie glücklich macht – ohne immer den Vergleich mit anderen zu suchen.

  3. Das Selbstwertgefühl ist nicht von anderen abhängig

    Nicht immer sind alle mit unserem Handeln einverstanden. Vielleicht verstehen die anderen nicht, warum man sich so und nicht anders entschieden hat – und lassen einen das auch spüren und wissen. Das ist unangenehm, aber kein Grund, Trübsal zu blasen. Die Meinung anderer hat nichts mit Ihrem Glück zu tun – es sei denn, Sie wollen einen Beliebtheitswettbewerb gewinnen.

    Konstruktive Kritik kann zwar helfen, Fehler zu vermeiden, und sie ist ein wichtiger Teil des Lernens. Aber davon sollte man sein Selbstwertgefühl nie abhängig machen – schon gar nicht davon, was andere über einen denken. Sie können es ohnehin nie allen recht machen.

  4. Umgib dich mit den richtigen Menschen

    Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du dich am meisten umgibst, lautet ein bekanntes Bonmot. Oder anders ausgedrückt: Hat man es von früh bis spät mit chronischen Miesmachern und Pessimisten zu tun, wird man irgendwann diese Einstellung übernehmen. Auch wenn es ein schwieriger Schritt ist, sollte man ihn wagen und das eigene Umfeld ändern, wenn man merkt, dass es einen selbst runterzieht.

    Glück Umfeld Tipps Freunde Grafik

    Meiden Sie toxische Menschen und umgeben Sie sich stattdessen mit positiven Menschen, die Sie unterstützen – und es wird Ihnen sofort leichter fallen, glücklich zu sein, weil gute Laune ansteckend ist.

    Nathaniel Lambert von der Brigham Young Universität sagt sogar, dass geteiltes Glück zu doppelter Freude führt. Er kam in seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis:: Wer seine positiven Erfahrungen, Erfolgsgeschichten und Glücksmomente teilt, verdoppelt das Glück.

    Einen Monat dauerte das Experiment von Lambert und seinen Kollegen. Dabei wurden nicht nur regelmäßig das Glücksempfinden und die Lebenszufriedenheit der Probanden per Fragebogen gemessen. Ein Teil der Teilnehmer wurde ebenso gebeten, mindestens zweimal pro Woche positive Erfahrungen mit Freunden oder Bekannten zu teilen. Wie war egal: mündlich, schriftlich, fernmündlich – alles erlaubt. Die Kontrollgruppen indes notierten solche Glücksmomente lediglich für sich selbst (oder gar nicht).

    Erstaunlich: Wer von seiner Lebensfreude weitererzählte, war hinterher nicht nur merklich zufriedener – er war sich der guten Dinge in seinem Leben auch bewusster.

Tipps für mehr Glück: Was im Alltag glücklich macht

Interessant ist, dass sich unser Verständnis von Glück mit den Jahren ändert. Im Laufe des Lebens sind es zunehmend die kleinen, alltägliche Dinge die glücklich machen: ein ausgiebiges Frühstück, ein schöner Sonnenuntergang oder eine heiße Tasse Tee im Winter.

Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben sogar herausgefunden, wie sich die Lebenszufriedenheit im Alter steigern lässt – und das ist ziemlich trivial: Es ist ein gelassener Umgang mit Chancen, die man im Laufe seines Lebens verpasst hat.

So lange müssen Sie aber nicht warten. Hier sind 8 Dinge, mit denen Sie schon heute täglich für kleine Glücksmomente sorgen können:

  1. Helfen Sie Ihren Mitmenschen

    Der Mensch ist ein soziales Wesen. Alles, was die zwischenmenschliche Beziehungen stärkt, macht glücklich. Wie heißt es so schön „Geben ist seliger denn nehmen“. Geld, das wir beispielsweise an andere geben, macht uns glücklicher als es für sich selbst auszugeben.

  2. Lächeln Sie

    Unserem Gehirn ist es egal, ob wir aus Freude oder grundlos lächeln. Die daran beteiligten Muskeln (Für ein Lächeln benötigen wir übrigens weit weniger Muskeln als für eine missmutige Miene) signalisieren den grauen Zellen so oder so, dass gegrinst wird, woraufhin diese Glückshormone freisetzen. Diese wirken wiederum entzündungshemmend, schmerzstillend sowie Angst lösend und verbessern die Wahrnehmung.

  3. Planen Sie etwas

    Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Der Verzögerungsgenuss ist oft eine echte Glücksquelle – ebenso die Spontaneität. Beispielsweise, die Vorfreude auf einen langersehnten Urlaub oder das freie Wochenende mit dem Partner. Die Gedanken an dieses besondere Ereignis steigern automatisch die Laune.

  4. Treiben Sie Sport

    Sport, und wenn es nur ein paar Minuten sind, gilt als eines der besten Mittel, um das Wohlbefinden zu steigern. Physische Aktivitäten wie Laufen halten Sie nicht nur körperlich fit. Wer seinen Körper bewegt, setzt Endorphine frei, baut Stresshormone ab und schafft Distanz zu den Problemen des Alltags.

  5. Verbringen Sie Zeit an der frischen Luft

    Spazieren, Radfahren, Wandern – Aktivitäten an der frischen Luft heben die Stimmung. Bereits fünf Minuten körperliche Aktivität im Grünen verbessern Stimmung und Selbstwertgefühl deutlich. Die Natur hat eine entspannende Wirkung.

  6. Seien Sie spontan

    Überraschungen oder unerwartete Ereignisse, können unsere Stimmung von einem Moment auf den anderen heben. Wenn Sie beispielsweise Ihren Kaffee vom netten Verkäufer geschenkt bekommen, löst das positive Gefühle aus. Dopamin wird ausgeschüttet, wirkt anregend und steigert die Wahrnehmungsfähigkeit.

  7. Stellen Sie sich einer Herausforderung

    Wem etwas gelingt, was er bisher nicht geschafft hat, oder wer etwas Neues dazulernt, stimuliert damit das Belohnungszentrum in seinem Gehirn. Wir empfinden Freude und Spaß bei einer Tätigkeit, die uns gelingt und leicht fällt.

  8. Verbringen Sie viel Zeit mit Familie und Freunden

    Wer seine Lieben vernachlässigt, bereut das hinterher. Erst die Beziehung zu anderen Menschen macht das Leben lebenswert. Denn zwischenmenschliche Beziehungen beeinflussen das Wohlbefinden. Gemeinsam verbrachte Zeit, stärkt das Selbstwertgefühl und verleiht Rückhalt.

25 weitere Wege, um glücklicher zu werden

Glück Tipps: 25 Wege glücklicher zu werdenEine allgemeingültige Glücksformel gibt es zwar nicht. Aber es gibt ein paar Punkte, die potenziell glücklicher machen können. Einen Katalog mit 25 kleinen Dingen im Leben, die glücklich machen, haben wir für Sie erstellt. Diesen können Sie HIER als PDF herunterladen.

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Wie andere unser Glück beeinflussen

Psychologen wissen heute, dass wir unseren Zufriedenheitsindex daran messen, wie glücklich unser Umfeld, also die Kollegen, die Freunde, die Familienmitglieder sind. Mehr noch: Wir vergleichen unser eigenes Glücksempfinden mit reichlich fiktiven Figuren – etwa mit Menschen, die wir nur aus der Zeitung kennen, aus dem Internet oder denen wir auf der Straße begegnen.

Eigentlich Unsinn. Und doch haben sie massiven Einfluss auf unser Wohlbefinden. Ein Phänomen, das auch den Stanford-Professor Alexander Jordan und einige Kollegen zu einer bemerkenswerten Studie animiert hat.

Die Wissenschaftler baten ihre Probanden, aufzuzählen, wie oft sich diese in der jüngeren Vergangenheit unglücklich gefühlt hatten. Anschließend sollten die Teilnehmer eine Art Glücksindex für die gesamte Gruppe schätzen. Das Verblüffende daran: Jedes Mal unterschätzten die Probanden den tatsächlichen Frust aller anderen um rund 20 Prozent.

Oder anders formuliert: Sie gingen davon aus, dass alle anderen wesentlich glücklicher waren, als sie selbst. Dabei handelte es sich um eine einander völlig fremde, zufällig ausgewählte Gruppe.

Deshalb wiederholte Jordan das Experiment – diesmal mit dem Freundeskreis einiger Probanden. Jetzt wurden die Probanden gebeten, über einige Wochen hinweg ein Tagebuch zu führen und dort positive wie negative Gefühlslagen zu notieren. Dies wurden wiederum verglichen mit den Aussagen der Freunde über den Glückszustand der jeweils anderen. Auch hier dasselbe Resultat: Die Teilnehmer unterstellten ihren Freunden durchweg eine höhere Zufriedenheit, als es tatsächlich der Fall war.

In einer dritten Untersuchungsreihe stellten die Forscher fest: Menschen, die ihr Umfeld als besonders glücklich einschätzen, tendieren dazu, sich selbst einsam und unzufrieden zu fühlen.

Die Ironie daran: Wer sich ohnehin schon niedergeschlagen und unglücklich fühlt, unterstellt seinem Umfeld erst recht, es viel besser zu haben und zufriedener zu sein. So entsteht ein sich selbst verstärkender Effekte und eine emotionale Negativspirale.

Warum Sie Glück und Erfolg nicht verwechseln sollten

Glück Definition Psychologie Tipps glücklich werdenViele Menschen machen den Fehler, Glück und Erfolg gleichzusetzen oder die beiden zu verwechseln. Wenn ich das erreicht habe, werde ich glücklich sein. Haben Sie sich schon einmal bei diesem Gedanken erwischt? Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Es ist ein weit verbreiteter Glaube, der leider nicht aufgeht. Ausgelöst wird er durch die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation. Der Job frustriert, die Wohnung gefällt nicht mehr oder das Auto hat weniger PS als der neue Flitzer vom Kollegen.

Wenn ich eine Beförderung erhalte, in ein großes Haus ziehe oder mir auch einen neuen Sportwagen kaufe, werde ich sofort glücklicher sein. Genau hier liegt der Trugschluss, denn selbst wenn all diese Dinge erreicht sind, sind sie kein Garant für mehr persönliches Glück.

Im Grunde ist Erfolg nichts anderes als ein Maßstab für Leistungen. Er zeigt, wie gut – oder eben schlecht – wir in einer bestimmten Sache sind. Mit dem individuell empfundenen Glück hat das erst einmal gar nichts zu tun.

Zwar ist es nachvollziehbar, dass die meisten Menschen im Berufsleben nach Erfolg streben, doch ist es eine Illusion, dass jemand dadurch automatisch glücklicher wird. In einigen Fällen mag das stimmen, ist aber keine Regelmäßigkeit und es gibt genügend Beispiele, in denen der Erfolg zwar vorhanden ist, das persönliche Glück und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben allerdings ausbleibt.

Erfolg und Glück werden so oft verwechselt, weil wir uns blenden lassen. Von materiellen Dingen oder der Fassade, die andere nach außen präsentieren. Dabei sind die Dinge, die man nicht sehen kann, die wahren Ursachen für Glück – auch im Job. Welche Faktoren im Job einer Studie zufolge wirklich glücklich machen, haben wir in diesem kostenlosen PDF für Sie aufgelistet.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
28. Januar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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