Victor Fleming ist der Regisseur des vielleicht erfolgreichsten Kinofilms aller Zeiten: Vom Winde verweht mit Clark Gable und Vivien Leigh. Dabei überstrapazierte der kreative Kalifornier, der seine Karriere übrigens als Autorennfahrer begann, nicht nur die Geduld mancher Kollegen am Set, sondern auch das Budget. Eines Tages fragte ihn sein dem Herzinfarkt bereits naher Produzent, David O. Selznick, warum es denn bitteschön nötig sei, dass Scarlett und ihre Schwestern fuderweise Unterröcke aus kostbarer, handgeklöppelter belgischer Spitze tragen müssten. Im Kinosessel und unter den Kleidern sähe das hinterher schließlich sowieso niemand. „Aber die Schauspielerinnen wissen es“, soll Fleming geantwortet haben. „Und weil sie wissen, dass die Unterröcke, die sie anhaben, sündhaft teuer sind, fühlen sie sich als die, die sie spielen sollen: verwöhnte, reiche Gutsherrentöchter.“
Verschwendung bleibt es trotzdem, weil man von guten Schauspielern natürlich erwarten kann, dass sie auch in Feinripp-Schlüpfern so aus der Wäsche strahlen als seien sie gerade von Victoria’s Secret entkleidet eingekleidet worden. Trotzdem kann man besser kaum beschreiben, wie Selbstwertgefühl funktioniert. Die einen nennen es positives Denken, andere intrinsische Motivation, wieder andere natürliche Autorität. Egal, wie Sie es nennen: Wenn Sie nicht an sich selbst und Ihre Fähigkeiten glauben, nicht überzeugt sind, von dem was Sie tun und dass Sie schaffen können, was Sie sich vornehmen, dann werden Sie in Ihrem Leben längst nicht so viel erreichen, wie Sie könnten.
Erfolg strahlt man aus, Glanz und Glorie beginnen im Inneren. Und tatsächlich: Alle großen Persönlichkeiten der Geschichte hatten eines gemein: Sie glaubten (uneingeschränkt) an sich. Und das war nichts, was ihnen in die Wiege gelegt wurde. Sie mussten es lernen. Die Wege dorthin:
PS. Morgen ist übrigens Valentinstag – und damit eine gute Gelegenheit, einen Menschen, den Sie lieben, zu belohnen und ihm zu sagen, wie viel er Ihnen Wert ist.
Für alle anderen: Heute ist Europäischer Singletag.
1. Kommentar
Menachem
13.02.08 um 22:23 Uhr
Jochen, und wenn ich auch manchmal nur kurz bei dir vorbeischauen kann, du hast immer wieder tolle Überraschungen.
2. Kommentar
Kristian
18.02.08 um 14:14 Uhr
Was hier über das Selbstwergefühl geschrieben wurde, stimmt. Doch bei manchen Punkten möchte ich noch was kritisches hinzufügen:
Punkt 2: Natürlich kann ich einige Dinge, das ist nicht die Frage, nur wie stark helfen die mir im täglichen Leben? Was ich damit sagen möchte ist, jeder kann daher kommen und solche Sätze von sich geben, aber wenn es manchmal konkret werden soll, weiß keiner weiter. Wie weiß ich, was mir liegt und was ich kann? Einfach mal zu schauen, was ich gerne mache, hilft auch nicht weiter.
Punkt 3: … wenn denn jemand mal ein Kompliment von sich geben würde.
3. Kommentar
Jochen Mai
18.02.08 um 14:58 Uhr
@Kristian: Bei den angesprochenen Punkten (2+3) geht es vor allem um Aufmerksamkeitslenkung. Ich bin sicher, man hat Sie auch schon einmal gelobt. Vielleicht sogar mehrmals. Sobald es Kritik hagelt, vergessen das viele bloß und lassen sich von der Kritik zu sehr herunterziehen.
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