Herzlichen Glückwunsch! Ein womöglich anstrengender Bewerbungsprozess liegt hinter Ihnen. Wochen sind vergangen. In der Zeit haben Sie zahlreiche Bewerbungen verschickt, keine Jobmesse ausgelassen und am Ende sogar einige Einladungen zum Vorstellungsgespräch erhalten. Und jetzt? Jetzt liegt der Arbeitsvertrag vor Ihnen. Unterschriftsreif. Sie müssen nur noch unterzeichnen…

Damit beginnt für Sie die Probezeit, aber auch eine wichtige Orientierungsphase, in der Sie für sich wichtige Fragen beantworten sollten. So fragen sich nicht wenige schon nach einigen Wochen im Beruf, ob das wirklich ihr Traumjob ist. Im schlimmsten Fall stellen Sie gar Ihre Berufswahl in Zweifel. Damit es erst gar nicht so weit kommt, nutzen Sie die erste Zeit im Unternehmen richtig – und den Karrierebibel-Quickcheck. Er verrät Ihnen, ob Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitgeber wirklich die richtige Wahl getroffen haben.

Checkliste – Traumberuf

    [ ] Ich werde geistig gefordert.
    [ ] Mir wird Autonomie bei der Arbeit zugestanden.
    [ ] Ich mache wirklich das, was ich gut kann.
    [ ] Meine Arbeit hat für mich und meine Werte Sinn.
    [ ] Ich werde auch angemessen bezahlt.
    [ ] Meine Work-Life-Balance ist ausgewogen.
    [ ] Ich würde mit meinen Kollegen auch ein Feierabendbierchen trinken.

Machen Sie sich keine Illusionen: Den einen Traumjob gibt es nicht. Jeder Beruf hat seine Ecken und Kanten, Sonnen- wie Schattenseiten. Wenn Sie aber rund die Hälfte der Fragen abhaken konnten, haben Sie einen Beruf gefunden, in dem Sie langfristig glücklich werden können.

PS: Den Karrierebibel-Quickcheck (pdf) können Sie auch downloaden und ausdrucken. So bleibt Ihr Bildschirm von Häckchen und Filzstiftresten verschont.

Und was wenn nicht?

Dann sollten Sie genau prüfen, was Ihnen den Spaß am Job raubt – mit der zweiten Jobwechsel-Checkliste:

Checkliste – Jobwechsel

    [ ] Der Job macht mich krank. Physisch wie psychisch.
    [ ] Die Herausforderungen sind Geschichte. Alles Routine.
    [ ] Das Team und ich passen einfach nicht zusammen.
    [ ] Die Kollegen können mich nicht leiden.
    [ ] Der Chef kann mich nicht ausstehen – aber das beruht auf Gegenseitigkeit.
    [ ] Das Unternehmen ist auf dem absteigenden Ast.
    [ ] Die spannende Projekte werden mittlerweile anderen Kollegen übertragen.
    [ ] Die Änderung meiner Lebensumstände ruft mich zu neuen Ufern.

Wenn Sie bei drei oder mehr Punkten genickt haben, sollten Sie tatsächlich darüber nachdenken, parallel sich nach einer Alternative umzusehen. Bevor Sie aber jetzt übereilt und wütend Ihre Kündigung in den Rechner tippen, nehmen Sie sich bitte die Zeit und lesen noch eben das Interview mit Volker Kitz, Autor des Frustjobkillerbuch. Denn vielleicht liegt der Frustauslöser weniger in dem Unternehmen für das Sie arbeiten, sondern sogar bei Ihnen selbst. Kitz hat dazu zum Beispiekl verschiedene Probleme identifiziert, die Ihnen in jedem Job begegnen werden. Diese lassen sich zu fünf Aussagen verdichten:

  • „Ich verdiene zu wenig Geld“
  • „Der Chef weiß meine Arbeit nicht zu schätzen“
  • „Alle quatschen mir rein“
  • „Jeder Tag ist gleich“
  • „Alle Kollegen und Kunden sind geisteskrank“

Wer so denkt, muss nicht zwangsläufig einen miesen Job erwischt haben. Falls Sie aber dennoch davon überzeugt sind, dass ein Jobwechsel genau das Richtige wäre, sollten Sie sich die dritte Checkliste genauer ansehen. So gilt es, vor jedem Ausscheiden folgende Punkte zu beachten:

Checkliste – Kündigung

    [ ] Ich bin über die Kündigungsfrist und die Bedingungen informiert.
    [ ] Selbstmarketing ist kein Fremdwort für mich.
    [ ] Ich stehe in Kontakt zu ausgewählten Personalberatungen.
    [ ] Kleinere Beratungen habe ich auch in Betracht gezogen.
    [ ] Ich verschicke insgesamt nicht mehr als fünf Bewerbungen.
    [ ] Vor der Kündigung warte ich auf die feste Zusage für den neuen Job.
    [ ] Ich habe das neue Stellenangebot sowie das Zielunternehmen überprüft.
    [ ] Die Aussagen des Unternehmens sind glaubwürdig.
    [ ] Ich passe zu der Unternehmenskultur des Unternehmens.
    [ ] Der Job bietet mir wirklich neue Perspektiven.
    [ ] Ich habe für meinen Abgang und eine strukturierte Übergabe gesorgt.
    [ ] An der Ausgestaltung des neuen Arbeitsvertrages bin ich beteiligt.

Ganz wichtig: Versuchen Sie sich stets im Guten von Ihrem Arbeitgeber und den Kollegen zu trennen, bleiben Sie fair, auch wenn Sie gefrustet und wütend sind. Auch hier gilt der Satz, man sieht sich immer zwei Mal im Leben!

Die wichtigsten Regeln für die Probezeit

Aber auch wenn Sie sich entschließen, im Unternehmen zu bleiben, gilt es die Probezeit optimal für sich zu nutzen. Denn ein verpatzter Einstieg verbaut nicht selten den späteren Aufstieg. Wer den Job wechselt oder seinen ersten antritt, sollte daher die wichtigsten Grundregeln für ersten 100 Tage kennen. Die elf größten Hürden im neuen Job und wie Sie diese meistern können, finden Sie im folgenden Dossier. So überleben Sie jede Probezeit unbeschadet…

Erfolg … Auf Probe

Der Vertrag ist unterschrieben, die Erfolgsparty mit den Freunden überstanden und das Powermüsli von heute morgen treibt Sie zur Hochform. Jetzt heißt es: Ran an den neuen Job! Bevor Sie allerdings Ihren Triumphzug durchs Firmament beginnen, sollten Sie unbedingt folgenden Drei-Stufen-Plan beherzigen:

  • Erstens: Die sprichwörtliche Pünktlichkeit gilt nicht nur für Maurer. Klären Sie deshalb schon vor dem ersten Arbeitstag, wann Sie erscheinen sollen. Und: Erkunden Sie unbedingt den besten Anfahrtsweg sowie wo eventuelle Staugefahren lauern. Wer dauerhaft zu spät auf der Matte steht, gilt schnell als Schnarchnase und verkürzt damit garantiert sein Engagement. Langzeittip: Fahrgemeinschaften disziplinieren nicht nur – sie eignen sich auch hervorragend, um erste Kontakte zu knüpfen.
  • Zweitens: Beobachten Sie bereits im Vorfeld genau die Kleiderordnung bei Ihrem neuen Arbeitgeber. Bei konservativen Unternehmen kommen sie im dunkelgrauen oder marineblauen Dreiteiler gut an. Auch für den Fall, daß die neuen Kollegen ein legeres Jeans-Outfit präferieren, empfiehlt sich für den ersten Tag eher die sportliche Kombi. Die Ärmel hochkrempeln, können Sie später immer noch.
  • Drittens: Bereits der erste Eindruck zählt. Für die Betriebsführung heißt das im Klartext: bitte Lächeln! Erfolgreiche Einsteiger sind offene, freundliche Zeitgenossen, die sich aktiv vorstellen. Das darf dann gerne auch humorvoll sein. Hoppla-jetzt-komme-ich-Typen sollten sich dafür eher in Zurückhaltung üben: Lieber im ersten Gang anfahren und dann langsam Gas geben. Ein Kavalierstart endet schnell mal im Straßengraben.

Auf Merksam

Zahlen sind für Sie kein Problem? Ihr Spitzname ist Telefonbuch? Klasse, gleich zum nächsten Punkt! Andernfalls haben Sie wahrscheinlich bald ein Problem: Lauter nette Kollegen – und alle heißen anders. Deshalb sollten Sie sich gleich am ersten Tag Notizen machen und eine persönliche Kollegen-Kartei anlegen. Am besten mit Name, Funktion, Durchwahl sowie privaten Daten: wann einer Geburtstag hat, ob einer Drachenflieger, Fußballfan oder zweifacher Vater ist, und so weiter. Das erleichtert hinterher nicht nur, den geeigneten Ansprechpartner zu finden, sondern hilft zugleich Fettnäpfen auszuweichen oder ein lockeres Flurgespräch anzuzetteln. Hilfreiche Recherchemittel sind Betriebszeitschriften, Organigramme und der Flurfunk natürlich. Achtung: Beziehen sie in Ihre Kartei jeden mit ein – den Chef genauso wie Sekretüärinnen oder den Pförtner. Die kleine Hausmacht wird nur allzu oft unterschätzt.

Auf Fallen

Kritik hat etwas Positives. Das wusste man schon im Mittelalter. Spielerisch, witzig und zuweilen mit einem Schuss Ironie durfte der Hofnarr dem König mitteilen, was das Volk tatsächlich über ihn dachte. Ein undankbarer Job blieb’s trotzdem: Beherrschte der Narr nicht die Regeln dieser hohen Kunst, rollte nicht selten ein Kopf – seiner eigener. Der Narr hat nicht überlebt; das Problem schon: Wenn Sie von einem anderen Job zu einem neuen Arbeitgeber gewechselt haben fällt Ihnen oft viel leichter auf, was alles falsch läuft. Nur sagen sollten Sie das nicht sofort. Es mag ja sein, dass die Kollegen mit Betriebsblindheit geschlagen sind und die Lamentis jedem vernunftbegabtem Menschen pronto Pickel ins Gesicht treiben. Doch gerade dann gilt: Zähne zeigen durch Lächeln. Mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen sollte man mindestens vier bis sechs Wochen hinterm Berg halten und auch danach noch recht sparsam damit umgehen. Sonst wird er von der Runde ausgebremst. Das ist jedoch kein böser Wille, sondern ein Erziehungsvorgang: Eiferern spricht man gerne mal das Gremium-Gefühl ab. Die Bewährungsprobe bestehen Profis nicht durch Profilierungssucht, sondern durch Diplomatie. Newcomer brauchen den Respekt und die Akzeptanz ihrer Kollegen. Vor jeder Kritik sollten Sie erst ausloten, wie festgefahren die internen Strukturen sind; wem Sie etwas sagen können und wie offen man tatsächlich für Ihre Vorschläge ist. Die beste Strategie: Überzeugen Sie durch fachliche Leistungen – und nicht durch Besserwisserei. Wer weiß: Das von Ihnen kritisierte Ablagesystem ist vielleicht die jüngste Ausgeburt des Chefs.

Auf Enthalt

Der Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz. Kein Tummelplatz für Kunst oder Kitsch. Fotobände von Ihren Verflossenen gehören ebenso wenig auf die Tisch- oder Festplatte wie Modellautos oder Mainzelmännchen. Sicher, gegen ein kleines Foto von Ihrer Freundin, Frau oder Ihren Kindern wird keiner etwas haben, aber sprengen Sie nicht gleich den Rahmen – nach der Devise: Mein Haus. Mein Auto. Meine Frau. Merke: Private Hortensien dienen oft nur der eigenen Eitelkeit und geben Kollegen gerne Anlass zu Neid, Spott oder Hohn. Und: Mag sein, dass Sie morgens um halb zehn eine Banane essen müssen oder einen Kaffee brauchen. Doch auch wenn Ihr Magen um diese Zeit noch sehr von Kopf bis Fuß auf Koffein eingestellt ist – ab jetzt ist das anders. Viele Aspiranten scheitern, weil ihre vorherige Firmentreue zu Prägungen geführt hat, die die Anpassungsfähigkeit an das neue betriebliche Umfeld schmälern. Genau wie Sie, herrschen auch bei Ihrem neuen Arbeitgeber bestimmte Tagesrituale und Umgangsformen. Und denen sollten Sie sich anpassen – nicht umgekehrt. Wer allzu großen Wert auf Extratouren legt, fliegt schnell aus dem Rennen.

Auf Zug

Wer schnell nach oben will, sollte den Fahrstuhl benutzen (auch wenn an dieser Stelle gerne ein Stufenplan vorschlagen wird). Denn hier trifft man Kollegen aus allen Abteilungen, kann interessante Kontakte knüpfen und kommt obendrein schnell ins Gespräch. Das bedeutet allerdings auch: Sobald der Geschäftsführer oder Abteilungsleiter den Lift betritt, nicht automatisch zur Salzsäule zu erstarren. Für den Smalltalk zwischen den Stockwerken gibt es keine festen Regeln. Nur so viel: Seien Sie positiv, brechen Sie die Liftstille erzählen Sie eine nette Anekdote. Aus zwei Fremden werden so Bekannte. Danach können Sie immer noch nachlegen: „Sind Sie nicht die neue Marketingleiterin? … Ich bin Michael Mustermann, der neue Trainee. Freut mich, Sie kennenzulernen.“ Ping, sechster Stock, aussteigen. Ergebnis: Die Marketingleiterin kennt Sie jetzt und wird Sie ab sofort freundlich grüßen. Und die Kollegen werden sich wundern, woher Sie die so schnell kennen.

Auf Druck

Eins ist klar: Als Neuer sind Sie nicht automatisch Everybody’s Darling. Im Gegenteil: Den Kuchen müssen die Kollegen nun auch mit Ihnen teilen. Vielleicht hat der Boss gerade Sie geholt, um wieder Schwung in die Bude zu bringen. Oder Sie werden einem anderen Mitarbeiter vor die Nase gesetzt, der selbst gerne auf dem Chefsessel Platz genommen hätte. Statt prima Klima herrscht dann dicke Luft im Büro: Die Kollegen lassen Sie auflaufen, Informationen werden zurückgehalten, zwischen Ihren Beinen wirbeln die Knüppel. Da hilft nur noch eins: ein offenes Wort. Wenn die Zusammenarbeit partout nicht klappt, sollten Sie ein klärendes Gespräch mit den betreffenden Kollegen suchen – aber bitte nicht damit drohen! Also nicht gleich beim Chef petzen gehen, sondern offen die Situation schildern und um eine Aussprache bitten. Hart aber herzlich.

Auf Richten

Der blutleere homo oekonomicus hat zum Glück mit Realität wenig gemein. Überall da, wo Menschen zusammenkommen, entsteht Kommunikation. Und damit auch Klatsch und Tratsch. Bevor Sie sich jedoch ein endgültiges Urteil über die neuen Kollegen bilden, lassen Sie ruhig ein paar Wochen ins Land gehen. Es dauert immerhin einige Zeit, bis Sie sich durch das kollegiale Beziehungsgestrüpp geackert haben und es entwirren können. Erst recht, wenn ach so nette Mitarbeiter geneigt sind, dem Frischling dabei behilflich zu sein. Obacht! Aussagen, wie „Passen Sie bloß auf, die Meierin hat was mit dem Chef!“ Oder: „Der Müller ist ein ekliger Schleimer.“ Können stimmen – oder auch nicht. Wer mitlästert, begibt sich in jedem Fall auf dünnes Eis. Und das kann schneller einbrechen als einem lieb ist. Und raten Sie mal, wer dann allein in der Kälte steht… Eben! Newcomer sollten daher stets neutral bleiben und auch anderen eine Schonfrist einräumen. Zumindest solange, bis sie über die interne Hackordnung und Rollenverteilung Bescheid wissen.

Auf Schwung

Wer einen interessanten, gut bezahlten Job ergattert, hat allen Grund zur Freude. Diese Freude wollen Sie nun mit Ihren Kollegen teilen – mit einem Einstand. Gut so. Bevor Sie jedoch die Pappnase aufsetzen und in die Tute tüten, sollten Sie zuerst Informationen über die Gepflogenheiten des Hauses einholen. In manchen Betrieben gehört nämlich zu einer gelungenen Premiere lediglich ein zweites Frühstück oder eine kurze Kaffeepause mit Selbstgebackenem. Als oberste Regel gilt: den richtigen Zeitpunkt immer mit dem Chef abstimmen. Absolutes tabu: Alkohol während der Dienstzeit. Vergessen sollte man auch nicht: Wer einlädt, ist auch Gastgeber. Reden Sie also mit allen; gehen Sie von Gruppe zu Gruppe und vermeiden Sie polarisierende Urteile mit Absolutheitsanspruch. Nur weil Sie regelmäßig auf die Malediven fliegen, muss ein Mallorca-Trip keine Schinkenfahrt sein.

Auf Trieb

In „Enthüllung“ hat Michael Douglas null Bock auf Baggern im Büro. Erst muss er sich gegen die Avancen seiner Chefin wehren, anschließend gegen den Vorwurf der sexuellen Nötigung. Mit derlei Problemen kämpfen aber nicht bloß Schauspieler: Der Arbeitsplatz ist kein Partnerinstitut, auch wenn statistisch gesehen, dort zahlreiche Beziehungen entstehen! Wer gleich zu Beginn der attraktiven Kollegin von nebenan Komplimente macht oder der Sachbearbeiterin schöne Augen, tritt vielleicht unverhofft in ein Fettnapf, weil diese mit dem Chef oder einem Kollegen befreundet sind. Dasselbe gilt für den umgekehrten Fall. Allzu offenherzige Angebote sollte man (zumindest in der Probezeit) höflich zurückweisen. Und wenn alles nichts hilft, schwärmen Sie ein wenig von Ihrer neuen Flamme oder weisen Sie dezent auf Ihre glückliche Ehe hin.

Auf Führung

Alle Rädchen greifen reibungslos ineinander wie bei einem Schweizer Uhrwerk. Mit der Arbeit und den Kollegen klappt alles prima – nur der Chef kriegt davon nichts mit. Schade eigentlich. Das hilft nur: Werden Sie aktiv und legen Sie gemeinsam mit dem Boss die kommenden Arbeitsziele fest. Wer zeigen will, dass er hohe Anforderungen erfüllen kann, muss seine Leistung nachweisen. Fertigen Sie deshalb schriftliche Protokolle an, um Ihre Arbeit zu dokumentieren. Je konkreter die Ansprache, desto offener die Ohren. Oft schwebt der Chef so sehr über den Wolken, dass er nicht mehr weiß, wieviel Arbeit hinter manchem Ergebnis steckt. Deshalb: Ab und an Termine machen und die Protokolle als eine Art Checkliste kurz (!) präsentieren: „Das war mein Projekt. Bisher habe ich das erreicht, hier bin ich noch dran und da bräuchten wir eine neue Strategie, die so und so aussehen könnte. Strahlen Sie Selbstbewusstsein aus und glänzen Sie mit Fakten. Übertriebene Unterwürfigkeit ist hierbei Fehl am Platze. Merke: Rektoskopien sind immer unangenehm.

Auf Trag

Je höher die Position, in der ambitionierte Newcomer einsteigen, desto höher auch die Anforderungen, die man ihnen stellt. Sicher, einem Einsteiger, der gerade frisch von der Alma mater kommt, wird man weniger zumuten als einem Umsteiger. Beide aber sollten die ihnen übertragenen Aufgaben zügig und innerhalb der festgelegten Fristen erledigen. Und vor allem sorgfältig. Das spart dem Unternehmen Zeit und Geld – und dem Chef Nerven. Treten vereinzelt Probleme auf, ist es ratsam, Vorgesetzten rechtzeitig Feedback zu geben. Und in Zeiten des Leerlaufs? Bloß keine Däumchen drehen! Womöglich ist dies ein Test. Zeigen Sie vielmehr Interesse und bieten Sie Ihre Hilfe an wo es geht. Wer anderen zuarbeitet, sammelt wichtige Pluspunkte, gilt als kollegial und bekommt später selber Hilfe. Und wer braucht die am Anfang nicht?

Drum prüfe, wer sich bindet

  • DAUER. Die Probezeit dauert in der Regel sechs Monate, selten länger, da sonst das Kündigungsschutzgesetz greift. Kürzere Probezeiten sind möglich – dann aber Verhandlungssache.
  • URLAUB. Ein Urlaubsanspruch besteht erst nach dem sechsten Monat. Ob der Neuling während der Bewährungsfrist in die Ferien darf, hängt von dessen Verhandlungsgeschick ab. Wird der Arbeitsvertrag vorzeitig gekündigt, besteht ein Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs pro geleistetem Arbeitstag. Nach einem Monat also mindestens zwei Tage. Ist dieser Urlaubsanteil nicht anzutreten, muss er ausbezahlt werden.
  • KRANKHEIT. Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle gibt es während der Probezeit erst nach vier Wochen. Wer vorher aus gesundheitlichen Gründen fehlt, verdient auch nichts. Dasselbe gilt für Sport- oder Freizeitunfälle. Allerdings: Ab der fünften Woche setzt die Lohnfortzahlung wieder ein – auch, wenn die Krankheit bereits vorher begonnen hat.
  • KÜNDIGUNG. Während der Probezeit können beide Seiten – Arbeitnehmer wie Arbeitgeber – jederzeit und ohne Angaben von Gründen kündigen. Allerdings müssen beide dann eine mindestens zweiwöchige Kündigungsfrist wahren. Ausnahmen können im Tarifvertrag stehen. Hier sind oft längere Kündigungsfristen vereinbart. Bei Vertragsabschluss also darauf achten, ob eine Tarifvereinbarung zugrunde liegt.
Und so machen Sie die Sache fest…

Zum Schluss: Das Übernahmegespräch

Sei es am Ende der Ausbildung oder am Ende der Probezeit: Was jede Bewährungsfrist abrundet, ist das sogenannte Übernahme- oder Feedbackgespräch. Es ist eine Art zweites Bewerbungsgespräch, mit dem Unterschied, dass sich beide Parteien nun schon wesentlich besser kennen und einzuschätzen wissen. Der Absolvent von einst hofft nun auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag, ebenso der Azubi nach Abschluss seiner bis zu dreijährigen Ausbildung. Das Übernahmegespräch (falls es tatsächlich zur Übernahme kommt) findet meist zwischen ein bis zwei Monaten vor Ablauf der Probezeit beziehungsweise vor Ende der Ausbildung statt und bietet dann noch einmal beiden die Gelegenheit, eine Bilanz zu ziehen.

Auch solche Gespräche folgen im Kern den gängigen Regeln eines Vorstellungsgespräches. Darüber hinaus gibt es noch ein paar Empfehlungen, wie Sie solche Übernahmegespräche optimal vorbereiten, beziehungsweise besser bestehen können. Diese…

  • Informationen sammeln. Schon vorab sollten Sie sich umfassend informieren, ob derzeit Auszubildende übernommen werden oder überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer während der Probezeit gehen müssen. Wenn Sie im Wetbewerb mit anderen stehen, ist das Gespräch vielleicht die letzte Gelegenheit, um aus der Masse herauszustechen.
  • Chance nutzen. Begreifen Sie das Feedback als Chance, eventuelle Vorurteile gegen Sie oder frühere Fauxpas auszugleichen. Dokumentieren Sie Ihre positive Entwicklung, die Lerneffekte und bisherigen Erfolge. Rechnen Sie jedenfalls nicht damit, dass das alles schon bekannt und präsent wäre.
  • Gegenargumente einkalkulieren. Überlegen Sie sich vorher, wie Sie auf mögliche Einwände kontern können. Dabei sind allerdings weder Ausreden noch “Ja, aber”-Diskussionen gemeint. Kritik hören Sie sich bereitwillig an. Zeigen Sie aber auch, dass Sie den Punkt bereits erkannt haben und daran längst arbeiten – mit Erfolg.
  • Probleme lösen. Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, mit welchen Problemen Ihr Unternehmen derzeit zu kämpfen hat und welchen Beitrag Sie zur Lösung erbringen könnten. Möglicherweise haben Sie beim Aufbau der IT-Abteilung geholfen und kennen sich als einer der wenigen exzellent mit dem BEreich XY aus. Kurz: Zeigen Sie, dass Sie für den weiteren Unternehmenserfolg weitgehend unverzichtbar sind.
  • Vereinbarungen treffen. Versuchen Sie möglichst alle wichtigen Ergebnisse des Gesprächs schriftlich zu fixieren, wie etwa den Termin zum Unterschreiben des Arbeitsvertrages oder wann Sie offiziell angestellt werden. Wenn dazu noch nichts vereinbart wurde, sprechen Sie es bitte jetzt an und lassen Sie sich nicht mit mündlichen Zusagen abspeisen.