„Ich kann täglich nur eine Person zufrieden stellen. Heute ist nicht Ihr Tag. Morgen und den Rest des Monats sieht es auch schlecht aus.“ Mit solchen Sprüchen macht man sich nicht sonderlich beliebt, schon gar nicht, wenn man der Chef ist. Jetzt denken Sie vermutlich sofort an Bernd Stromberg – das Ekel aus der gleichnamigen TV-Serie. Der Spruch könnte auch von ihm stammen. Ist er aber nicht. Vielmehr stammt das Zitat von einer neue Webseite und einem amüsanten Projekt zweier Entwickler: Badassboss.

Im Büro geht es zuweilen zu wie in einem Irrenhaus. Was im Fernsehen noch Fremdschämreflexe auslöst, grenzt im wahren Leben jedoch oft an Psychofolter und macht die Arbeit zur Hölle. Wer will schon einen Affen im Businesssuit, einen Teflon-Boss, an denen jede Kritik abprallt oder einen Chefs, der nachts auf seinem Supermannheftchen schläft und morgens eine Spruchsalve nach der anderen raushaut und sich selbst feiert? Eben. Was auf keine Kuhhaut mehr geht, geht aber in ein Blog.

Badassboss will genau solche tyrannischen Cheftypen in der Arbeitswelt vorführen, ihre Sprüche, ihre Frechheiten und verbalen Entgleisungen. Allerdings ohne konkrete Namen zu nennen, was ein bisschen schade ist, und ohne dies richtig zu verurteilen. Denn die Sprüchesammlung lässt sich so oder so lesen: als Aufschrei und Aufstand oder Kniefall vor so viel Unbarmherzigkeit und Menschenschinderei.

Zugegeben, das wäre selber böse, subversiv und politisch absolut unkorrekt. Das Ergebnis bleibt aber trotzdem sehr lustig. Schwarzer Humor eben. Kostproben gefällig? Bitteschön:


„Finden Sie sich damit ab. Sie sind die Statue. Ich die Taube.“

„Wenn Ihnen die 24 Stunden am Tag nicht reichen, dann hängen Sie einfach noch zwei dran.“

„Sagen Sie mir zuerst, was Sie an Budget benötigen. Dann sage ich Ihnen, wie sie ohne auskommen.“

„Ich habe nie gesagt, dass es Ihre Schuld war. Ich hab gesagt, dass ich Sie dafür verantwortlich machen werde.“

„Ein angenehmer Mitarbeiter mit einem Zimmertemperatur-IQ“

„Wenn Sie noch nen Ticken dümmer wären, müsste man Sie zweimal wöchentlich wässern.“

„Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man Sie bei der letzten Personalrationalisierung übergehen konnte.“

„Ich bin sicher, Sie werden weit kommen. Am Besten gehen Sie jetzt schon.“

„Wenn er nicht über meine Witze lacht, ist er auch nicht loyal.“

„Schicken Sie ihm direkt alle drei Abmahnungen zusammen in einem Brief. Das spart uns Porto.“

„Machen Sie ein Blamestorming. Kommen Sie wieder, wenn Sie jemand geeignetes gefunden haben.“

„Ich vergesse nie einen Mitarbeiter und was er für die Firma geleistet hat. Aber bei Ihnen will ich mal ein Ausnahme machen.“

Falls auch Sie im Job unter einem solchen Badass Boss leiden, können Sie bei den Betreibern (die diese Seite mit gerade einmal 75 Euro ins Leben gerufen haben) Ihre Geschichte einreichen, sich wenigstens so ein wenig Luft machen – und auch mal ein richtiger Badass sein. Virtuell und vorübergehend wenigstens.