Darum sollten Sie zu schlechten Leistungen stehen

Das war wirklich nicht meine beste Leistung… Ein einfacher Satz, der aber vielen nur schwer über die Lippen kommt. Nur zu gerne brüsten wir uns mit Erfolgen und guten Ergebnissen. Über die schlechten Leistungen hingegen soll im besten Fall überhaupt nicht gesprochen werden. Eher werden sie noch vertuscht. Riesenfehler! Denn es gibt viele gute Gründe, warum Sie auch zu Ihren schlechten Leistungen stehen können und sollten. Auch wenn es schwer fällt…

Darum sollten Sie zu schlechten Leistungen stehen

Der falsche Umgang mit schlechten Leistungen

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass schlechte Leistungen im besten Fall möglichst weit weg geschoben werden sollten. Dem entgegen steht leider die Erkenntnis, dass nicht immer alles gelingen kann. Fehler lassen sich nicht gänzlich vermeiden und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich entscheiden muss, wie man mit einer eigenen schlechten Leistung umgeht.

Mit schlechten Leistungen anderer, etwa von Kollegen oder auch Zulieferern, können die meisten noch recht gut umgehen. Die Mängel werden thematisiert, es wird versucht, die Ursache zu klären und durch Hilfestellung und Rückmeldung soll garantiert werden, dass von nun an bessere Ergebnisse erzielt werden. Ist man selbst betroffen und hat eine schlechte Leistung abgeliefert, möchte man dies aber am liebsten verdrängen.

Anstatt sich selbst – und auch Chef oder Kollegen gegenüber – einzugestehen, dass das Ergebnis nicht den eigenen Ansprüchen entspricht, werden viele Arbeitnehmer kreativ und suchen nach anderen Lösungen, um sich aus der Affäre zu ziehen – was leider das falsche Vorgehen ist:

  • Unwissenheit vorspielen. Wenn der Chef die fehlende Qualität und schwache Leistung anspricht, ist eine beliebte Reaktion ein möglichst überraschtes Oh, wirklich? Dabei weiß man meist selbst ganz genau, wann man wirklich gute Arbeit geleistet hat – und wann man auf der anderen Seite weniger geglänzt hat. Hier ist auch Vorsicht geboten, weil viele Chefs nicht darauf hereinfallen.
  • Die Schuld jemand anderem geben. Um den eigenen Ruf zu wahren, greifen viele zum einfachsten Weg, um sich selbst aus der Schusslinie zu bringen: Man schiebt die Schuld jemand anderem in die Schuhe. Damit zeigen Sie allerdings auch, dass Sie nicht bereit sind, die Verantwortung für Ihr Handeln zu tragen.
  • Ausreden erfinden. Ich war abgelenkt… Der Computer hat nicht richtig funktioniert… Ich dachte, ich würde es richtig machen… Wenn es darum geht, schlechte Leistungen fadenscheinig zu erklären, sind die meisten nicht um eine faule Ausrede verlegen. Ob diese glaubwürdig ist, spielt dabei meist keine große Rolle.

Gute Gründe, warum Sie zu schlechten Leistungen stehen sollten

Zu einer schlechten Leistung sollte man nicht nur stehen, weil man dafür verantwortlich ist. Dies kann zwar eine Motivation sein, doch es sprechen noch weitere Gründe dafür. Damit dies gelingt, muss jedoch erst ein Umdenken stattfinden, um tatsächlich eine fehlerhafte Leistung eingestehen zu können – sowohl sich selbst, als auch anderen gegenüber. Akzeptieren Sie Ihre eigenen Fehler deshalb als das, was sie sind: kleine Rückschläge, die Sie überwinden müssen. Immer nur die Augen zu verschließen, wird sie diesem Ziel nicht näher bringen, ein offener Umgang mit schlechten Leistungen zeigt hingegen wahre Größe.

Diese drei guten Gründe sprechen dafür, zu Ihren schlechten Leistungen zu stehen:

  1. Sie zeigen ehrliche Selbstkritik

    Da es vielen so schwer fällt, die eigenen Leistungen und Fähigkeiten kritisch zu hinterfragen und Schwächen oder Fehler offen zuzugeben, kann es gerade auch den Chef beeindrucken, wenn Sie zu einer schlechten Leistung stehen können. Es zeigt, dass Sie wissen, woran Sie noch arbeiten müssen und wo noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

  2. Sie erhalten das benötigte Feedback

    Zu sagen Das war nicht meine beste Leistung sollte immer gefolgt werden von der Frage: Woran kann das gelegen haben? Vielleicht weiß der Chef Rat und kann Ihnen für weitere Aufgaben wichtige Tipps geben. Wer aber schlechte Leistungen verleugnet und immer nur Lorbeeren ernten will, bekommt kein Feedback, das er nutzen könnte, um sich weiterzuentwickeln.

  3. Sie können Ihren Stress reduzieren

    Es ist purer Stress, immer nur Bestleistungen abliefern zu müssen. Sieht der Chef hingegen, dass die Qualität nachlässt und Sie zu den schlechteren Leistungen stehen, kann Ihre Arbeitslast entsprechend reduziert werden, damit Sie wieder die Leistungen bringen können, die von Ihnen erwartet werden. Vielleicht kann ein Kollege einen Teil Ihrer ToDos übernehmen und Sie somit entlasten.

[Bildnachweis: Jirsak by Shutterstock.com]
13. Oktober 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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