Wie wird ein Lebenslauf aufgebaut?
Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument der Bewerbung. 98,2 % der Personalentscheider lesen ihn zuerst oder ausschließlich. 53,5 % schätzen zudem ein kompaktes Kurzprofil am Anfang. Der Aufbau eines modernen Lebenslaufs ist in Deutschland weitgehend standardisiert. Üblich ist die tabellarische Form in antichronologischer Reihenfolge – bedeutet: Jeder Abschnitt beginnt mit der aktuellsten Position. Zu den wichtigsten Angaben gehören:
Inhalt |
Bedeutung |
| 1. Überschrift (z.B. „Lebenslauf“) | Pflicht |
| 2. Persönliche Daten | Pflicht |
| 3. Bewerbungsfoto | Optional |
| 4. Kurzprofil | Empfohlen |
| 5. Beruflicher Werdegang | Pflicht |
| 6. Bildungsweg | Pflicht |
| 7. Besondere Kenntnisse | Empfohlen |
| 8. Interessen und Hobbys | Optional |
| 9. Ort, Datum und Unterschrift | Empfohlen |
Wichtig ist, dass Sie Ihren CV für jede Bewerbung individuell anpassen. Faustregel: Alles, was für die ausgeschriebene Stelle relevant ist, schreiben Sie ausführlicher, den Rest halten Sie kurz. Weil bereits mehr als 70 % der Arbeitgeber KI und ATS zur Vorauswahl nutzen, sollten Sie unbedingt einen einspaltigen Lebenslauf erstellen (unsere Lebenslauf-Vorlagen erfüllen diese Anforderungen) sowie zentrale Begriffe der Stellenanzeige wiederholen.
Lebenslauf erstellen: Layout-Regeln
Ein professioneller Lebenslauf ist übersichtlich und hat eine klare Struktur. Um auch optisch sofort zu überzeugen, empfehlen wir aktuell diese Regeln:
Bereich |
Regeln |
| Seitenränder | Maßgeblich ist die DIN 5008. Abstände oben: 4,5 cm, unten 2,5 cm, links 2,5 cm, rechts 2 cm. |
| Zeilenabstand | Wählen Sie einen Zeilenabstand zwischen 1 und 1,5, idealerweise 1,15 für beste Lesbarkeit. |
| Schriftarten | Maximal zwei Schriftarten, Fließtext: Times New Roman, Georgia, Roboto, Überschriften: Arial, Helvetica, Calibri. |
| Überschriften | Schriftgröße von 13-15 Punkt. |
| Fließtext | Schriftgröße von 11-12 Punkt. |
| Inhalt | Lückenlos, vollständig und übersichtlich. Angaben in Stichpunkten, inklusive Aufgaben, Erfolge und Zahlen. |
| Aufbau | Tabellarischer Lebenslauf in antichronologischer Reihenfolge (aktuellste Station zuerst). |
| Zeitangaben | Zeiträume im Format MM/JJJJ – MM/JJJJ (MM = Monat, JJJJ = Jahr). |
| Hervorhebungen | Fett- oder Kursivschrift einheitlich nutzen, nur zur Gestaltung. |
| Farben | Sparsam einsetzen, maximal eine Farbe, idealerweise passend zum Unternehmen. |
| Rechtschreibung | Keine Rechtschreibfehler, immer Korrektur lesen lassen. |
Wie lang darf der Lebenslauf sein?
Ein moderner Lebenslauf ist nicht länger als maximal drei DIN-A4-Seiten. Berufseinsteiger und Bewerber mit weniger als 5 Jahren Berufserfahrung benötigen oft nur eine Seite. Zu detaillierte oder überflüssige Angaben senken die Aussagekraft und lenken von wichtigen Argumenten ab. Weitere Tipps im Ratgeber zur modernen Bewerbung.
Anleitung: Was im Lebenslauf schreiben?
Der heute übliche tabellarische Lebenslauf ist eine kompakte und fokussierte Darstellung Ihrer bisherigen Berufserfahrungen und Fachkenntnisse. Die Reihenfolge der Abschnitte darf variieren, ebenso können Sie diese kombinieren. In der folgenden Anleitung gehen wir die einzelnen Abschnitte Schritt für Schritt durch – inklusive wichtiger Tipps:
Die klassische Überschrift lautet „Lebenslauf“ oder „Lebenslauf Vorname + Nachname“. Profis fügen den Titel bei Word in die „Kopfzeile“ ein – dann erscheint die Überschrift einheitlich auf jeder weiteren Seite des Lebenslaufs.
Die persönlichen Daten im Lebenslauf enthalten alle wichtigen Kontaktdaten:
- Vollständiger Name
- Anschrift
- Telefonnummer
- seriöse E-Mail-Adresse
- Links zu Online-Profilen (z.B. Linkedin – optional)
Bei einer internationalen Bewerbung sollten Sie die Telefonnummer mit Ländervorwahl in Klammern schreiben – Beispiel: (+49) 170 1234567. Freiwillige Angaben sind: Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit sowie Familienstand und Kinder.
Das Bewerbungsfoto ist freiwillig, kann aber den Gesamteindruck positiv verstärken. Für manche Positionen ist es sogar wichtig – z.B. Verkäufer oder Berater mit Kundenkontakt. Wir empfehlen deshalb, das Bewerbungsfoto im Lebenslauf (alternativ auf einem Deckblatt) weiterhin zu nutzen. Allerdings sollte das Bild unbedingt von einem Profi-Fotografen sein. Kein Passbild! Selfies, Freizeitbilder und Ganzkörperaufnahmen sind tabu. Das perfekte Foto zeigt Sie im Halbprofil; Kleidung und Frisur sind angemessen und gepflegt; der Hintergrund ist neutral und einfarbig. Alternativ oder zusätzlich zum Bewerbungsfoto können Sie einen Link oder QR-Code zu einer Bewerbungshomepage oder einem Bewerbungsvideo einfügen. Das macht die Bewerbung noch persönlicher.
Ein moderner Trend ist, wichtige Schlüsselqualifikationen oder Stärken im CV zu Beginn in einem Kurzprofil zusammenzufassen. Das eignet sich vorwiegend für Berufseinsteiger, Quereinsteiger und Führungskräfte mit vielen Erfahrungen. Beispiel:
Über mich
Kreative BWL-Studentin mit Schwerpunkt Marketing. Begeistert von digitalem Marketing und Conversion-Rates bringt analytisches Denken, Kommunikationsstärke und eine hohe Affinität zu Social Media mit. Mein Ziel: praktische Erfahrung im dynamischen Umfeld Ihres Unternehmens sammeln.
Herzstück des Lebenslaufs ist der berufliche Werdegang (Synonym: Berufserfahrung, Praxiserfahrung). Hier beginnt die tabellarische Form:
-
Zeitangaben (links)
Geben Sie die jeweiligen Zeiten lückenlos nach dem Muster „MM/JJJJ – MM/JJJJ“ an, wobei „MM“ für den Monat und „JJJJ“ für das Jahr steht. Einstellige Zahlen werden mit einer führenden „0“ aufgefüllt („05/2026“). Besteht das Beschäftigungsverhältnis noch, schreiben Sie: „MM/JJJJ – heute“ oder „Seit MM/JJJJ“.
-
Stationen (rechts)
Rechts schreiben Sie zuerst die genaue Berufsbezeichnung und heben Sie diese durch Fettschrift hervor. Ungewöhnliche Jobtitel sollten Sie (in Klammern) übersetzen. Darunter folgen Arbeitgeber mit Firmensitz und korrekter Rechtsform (GmbH, AG, SE) sowie Ihre relevanten Aufgaben, Projekte, Erfolge.
Beschränken Sie sich pro Station auf maximal 6 Stichpunkte. Wichtiger: Zahlen nennen! Was konnten Sie bewirken? Was sind wichtige Erfolge? Zahlen wirken besonders glaubwürdig und aussagekräftig. Beispiel:
Was schreiben bei internen Jobwechseln?
Falls Sie den Job innerhalb des Unternehmens gewechselt haben, stellen Sie das im Lebenslauf dar, indem Sie zuerst den Gesamtzeitraum und den Arbeitgeber nennen. Danach folgen – eingerückt – die Zeiträume der einzelnen Positionen im Unternehmen. Jobwechsel im Lebenslauf sehen dann etwa so aus:
Was schreiben bei einer Elternzeit?
Weil die Elternzeit zwischen 3 Monaten und 3 Jahren dauern kann und die Berufstätigkeit unterbricht, muss sie im Lebenslauf erwähnt werden. Sonst entstehen sogenannte Lücken im Lebenslauf. Bei einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis wird die Elternzeit im Lebenslauf als Ergänzung zur aktuellen Position eingefügt. Beispiel:
Sind Sie aktuell arbeitssuchend und ohne Job, wird die Elternzeit zu einem eigenen Abschnitt im Lebenslauf, den Sie mit „Familienphase“ oder „Elternzeit“ überschreiben können. Um die Familienphase aufzuwerten, sollten Sie unbedingt ein paar Aktivitäten angeben, die für den angestrebten Job relevant sind:
Zur „Ausbildung“ bzw. zum „Bildungsweg“ gehören die Schule und die berufliche Ausbildung oder ein absolviertes Studium. Diese werden jedoch immer unwichtiger, je mehr Berufserfahrungen Sie haben. Ab 5-10 Jahren interessieren sich Personaler nur noch für den höchsten Bildungsabschluss (z.B. Master oder Bachelor) und die Gesamtnote.
Falls Sie die Ausbildung oder das Studium abgebrochen haben, geben Sie bitte trotzdem immer den Zeitraum an, damit im Lebenslauf wieder keine Lücken entstehen. Dafür lassen Sie die Abschlussnote und den akademischen Titel weg. Weitere Tipps:
-
Ausland
Wer einige Zeit im Ausland war oder ein Auslandssemester absolviert hat, kann das ebenfalls erwähnen. Nennen Sie dazu das Land und die Universität, an der Sie studiert haben. Solche Erfahrungen beweisen interkulturelle Kompetenz.
-
Grundschule
Die Grundschule wird im tabellarischen Lebenslauf nicht mehr angegeben – es sei denn, es handelt sich um einen ersten Lebenslauf bzw. Schüler-Lebenslauf.
Praktikum im Lebenslauf
Schüler oder Berufseinsteiger sollten noch einen Abschnitt „Praktika“ ergänzen: Weil beide noch keine einschlägigen Berufserfahrungen besitzen, wird der Werdegang durch praktische Erfahrungen und Praktika aufgewertet. Wählen Sie aber nur solche Praktika aus, die einen Unternehmensbezug und Relevanz für die Stelle besitzen sowie Fähigkeiten belegen, die dafür wichtig sind.
Besondere Kenntnisse und Zusatzqualifikationen verbessern Ihre Bewerbungschancen, weil Sie damit zusätzliches Engagement und Know-how beweisen. Führen Sie auch in diesem Abschnitt nur 5-7 Kenntnisse auf, die zur angestrebten Stelle passen und dort einen Mehrwert für den Arbeitgeber bieten. Zum Beispiel:
- Sprachkenntnisse
- IT-Kenntnisse
- Fort- und Weiterbildungen
- (Berufliche) Auslandserfahrungen
- Stipendien & Auszeichnungen
- Publikationen und eigene Projekte
Beschreiben Sie die Kenntnisse und Fähigkeiten genau – mit einer Bewertung der Skills. Bei Sprachkenntnissen insbesondere das Sprachlevel (z.B. Grundkenntnisse, fließend, verhandlungssicher, Muttersprache). Beispiel:
Nachweise, Zeugnisse oder Zertifikate sind ebenfalls ein Plus. Gerade EDV-Kenntnisse (z.B. MS Office, WordPress, HTML, Photoshop) sind heute beliebt und sollten Sie durch Kopien von entsprechenden Fortbildungen in den Anlagen zur Bewerbung ergänzen.
Führerschein im Lebenslauf angeben?
Wird für den Job ein Führerschein verlangt, gehört diese Angabe in die Rubrik „Besondere Kenntnisse“. Schreiben Sie unbedingt vorhandene Führerscheinklassen dazu (z.B. Führerschein Klasse B). Ansonsten kann diese Angabe weggelassen werden.
Interessen und Hobbys werden oft unterschätzt. Sie geben dem Profil aber eine persönliche Note und verraten häufig wichtige Soft Skills. Rund 80 Prozent der Personaler lesen sie besonders aufmerksam. Nennen Sie maximal 3-4 Hobbys, die für den Job vorteilhafte Kompetenzen belegen, etwa Führungsqualitäten (als Teamkapitän) oder soziale Kompetenzen. Gefährliche Hobbys (Fallschirmspringen, Motocross, etc.) lassen Sie besser weg. Hier fürchten Arbeitgeber unfallbedingte Ausfälle! In diesem Abschnitt können Sie auch Ehrenämter angeben (z.B. Umweltgruppe). Insgesamt sollte der Teil nicht zu umfangreich werden, sonst denken Personaler, die Hobbys seien Ihnen wichtiger als der Job. Schreiben Sie bitte immer „Hobbys“ – die Schreibweise „Hobbies“ ist im Deutschen falsch!
Formal endet der tabellarische Lebenslauf mit Ort, aktuellem Datum und einer eigenhändigen Unterschrift. Das ist zwar keine Pflicht, aber üblich. Mit der Unterschrift bestätigen Sie, dass die gemachten Angaben wahr sind. Das Datum zeigt, dass der CV erst kürzlich erstellt wurde. Idealerweise unterschreiben Sie mit Füller oder Kuli (in Blau oder Schwarz) – kein Bleistift oder Filzstifte. Bei der Online-Bewerbung wird die Unterschrift eingescannt, freigestellt und als Bild in den Lebenslauf eingefügt. Wenn Sie eine Lebenslauf-Vorlage häufiger verwenden, denken Sie bitte daran, das Datum jedes Mal zu aktualisieren! Sonst wissen Personaler sofort, dass es sich um eine alte und recycelte Bewerbung handelt.
Darf ich Lücken im Lebenslauf haben?
Erst ab einer Unterbrechung von mehr als 3 Monaten sprechen Experten von einer „Lücke“ im Lebenslauf, die erklärt werden sollte – zum Beispiel durch eine berufliche Orientierung, Pflege von Angehörigen oder private Projekte. Kleinere Auszeiten von 1-2 Monaten sind kein Problem und zählen zur normalen Jobsuche.
Lebenslauf-Vorlagen – kostenlos in Word
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Lebenslauf für Schüler und Schülerpraktikum

Lebenslauf-Vorlage – klassisch (2-spaltig)

Lebenslauf-Vorlage – modern (1-spaltig)

Lebenslauf-Vorlage für Fach- und Führungskräfte

Lebenslauf-Vorlage – kreativ

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Lebenslauf-Checkliste: Tipps & Fehler
Gleich online abhaken, was auf Ihren CV zutrifft…
- Der Werdegang ist lückenlos.
- Stationen enthalten Aufgaben, Erfolge, Zahlen.
- Genannte Zusatzkenntnisse sind relevant.
- Die 2-4 Hobbys belegen wichtige Soft Skills.
- Die Gestaltung ist einheitlich, passend zum Anschreiben.
- Das Design ist Branche und Beruf angemessen.
- Der CV enthält keine Rechtschreibfehler oder Lügen.
Lebenslauf Fehler
Folgende Lebenslauf-Fehler sollten Sie wiederum vermeiden:
- Erwähnen von Eltern oder Geschwistern
- Kryptische Berufsbezeichnungen
- Falsche Reihenfolge der Angaben
- Übertriebene Kenntnisse
- Gefährliche Hobbys
- Massenware (kopierte Vorlage)
- Chaotische Struktur
- Überladenes, veraltetes Design
- Unseriöses Bewerbungsfoto
- Zu viel Text
- Mehr als 3 Seiten
Inhalt
Layout
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Welche Lebenslauf-Arten gibt es?
In Deutschland kommen je nach Bewerbung unterschiedliche Lebenslauf-Arten zum Einsatz. Wird eine dieser Formen explizit verlangt, sollten Sie Ihre Bewerbung genauso einreichen:
Wohin kommt der Lebenslauf in der Bewerbung?
Bei „vollständigen“ Bewerbungsunterlagen bzw. einer schriftlichen Bewerbungsmappe folgt der CV nach dem Deckblatt oder ist das erste Dokument in der Mappe. Bei der heute üblichen E-Mail-Bewerbung werden alle Bewerbungsdokumente in einem PDF zusammengefasst und einem kurzen E-Mail-Anschreiben angefügt. Auch hierbei folgt der Lebenslauf nach Anschreiben bzw. Deckblatt. Achten Sie darauf, der angefügten oder hochgeladenen Datei stets einen selbsterklärenden Dateinamen zu geben, zum Beispiel: „Bewerbung-Vorname-Nachname.pdf“.
Weitere empfohlene Ratgeber:
- Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
- Kündigung im Lebenslauf
- Lange Krankheit im Lebenslauf
- Lebenslauf optimieren





