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Facebook, Twitter, Google+, Youtube, ein eigenes Blog - die Liste der Netzwerke und Plattformen, die Bewerber für ihre Jobsuche und Bewerbung nutzen können ist in Zeiten von Online Bewerbungen lang. Und da sich kreative Online Bewerbungen in immer mehr Branchen als akzeptierte Bewerbungsform durchsetzen, befassen sich logischerweise viele Bewerber mit diesen Möglichkeiten. Angesichts dieser Optionsvielfalt geraten Businessnetzwerke wir LinkedIn und Xing oft ins Hintertreffen und werden kaum beachtet. Dabei können beide Netzwerke für die Bewerbung wertvoll sein...

LinkedIn und Xing: Mehr als Businessnetzwerke

Auch wenn die theoretische Reichweite in Netzwerken wie Facebook und Twitter für Bewerber enorm ist, erreichen Bewerber in manchen Branchen damit doch keine Entscheider oder Influencer. Gut gepflegte Profil können zwar einen professionellen Eindruck hinterlassen, das funktioniert jedoch nur, wenn die Verantwortlichen auch in den Netzwerken recherchieren.

Doch verschiedene Studien zeigen, dass die Mehrheit der deutschen Personaler primär auf Xing setzt, andere Social Media Kanäle jedoch weitgehend ignoriert oder nur sporadisch nutzt.

Umfang und Art der Social Media Nutzung hängen natürlich von der jeweiligen Branche ab - im Kommunikations- und PR-Bereich ist die Affinität naturgemäß hoch - doch Xing hat in einer umfassende Bewerbungsstrategie auf jeden Fall seine Berechtigung. Ähnliches gilt - wenn auch mit internationaler Ausrichtung - für LinkedIn.

Die grundlegenden Tipps und Prinzipien des Personal Brandings gelten dabei auch für die Nutzung von Xing und LinkedIn. Bei beiden Netzwerken sollten drei Fragen im Zentrum Ihrer Strategie stehen:

  1. Welche Botschaft wollen Sie vermitteln?
    Haben Sie ein persönliches Motto, dass Ihre Arbeitsweise aussagekräftig beschreibt? Wenn nicht, wie könnte dieses lauten? Und wie transportieren Sie diese Botschaft in Ihren Beiträgen im Netzwerk Ihrer Wahl?
  2. Kennen Sie Ihr Profil?
    Ein klares Profil ist das A und O Ihrer Bewerbung und Reputation. Kennen Sie Ihre Kernthemen dafür? Wenn ja, lassen Sie dann auch Ihre Persönlichkeit einfließen? Diese macht Sie einzigartig und ist auch für Arbeitgeber von Bedeutung.
  3. Wen wollen Sie erreichen?
    Kennen Sie die Influencer und Entscheider Ihrer Branche? Wissen Sie, mit wem Sie Kontakt aufnehmen wollen und wer Ihnen weiter helfen kann? Wenn Sie konkrete Wunschkontakte haben, können Sie Reputation und Netzwerk strategisch auf- und ausbauen.

Können Sie alle drei Fragen beantworten, steht der strategischen Nutzung von Xing und/oder LinkedIn nichts mehr im Wege. Richtig genutzt, dienen beide Netzwerke nicht nur Ihrem Netzwerkausbau, sondern können auch als professionelle Online Visitenkarten dienen.

Reputationsaufbau mit LinkedIn und Xing

Alexander Supertramp / shutterstock.comAuf Facebook, Twitter und vielleicht auch Google+ können Bewerber in manchen Branchen zugunsten von LinkedIn und/oder Xing verzichten. Ein eigenes Blog können beide Netzwerke jedoch nicht ersetzten. Das ist jedoch auch nicht notwendig, denn LinkedIn und Xing übernehmen innerhalb der Bewerbungsstrategie eine völlig andere Funktion als ein Fachblog.

Wenn Ihnen ein Fachblog auf den ersten Blick mit zu viel Arbeit verbunden zu sein scheint, empfehle ich Ihnen diesen Artikel von Jochen Mai. Hier beschreibt er die drei häufigsten Ausreden, die gegen ein Blog ins Feld geführt werden. Sie sind jedoch genau das: Ausreden und eben keine validen Argumente.

  • Schreiben ist nicht ihr Ding? Sie können es lernen, da ist viel Übung dabei.
  • Sie werden niemals viele Leser erreichen? Das können Sie zu Beginn noch gar nicht wissen. Außerdem müssen es nicht viele, sondern die richtigen Leser sein, damit Ihr Blog seine Wirkung erfüllt.
  • Reichen LinkedIn und Xing nicht aus? Nein, tun sie nicht. Beide Plattformen stellen Ihnen Netzwerkmöglichkeiten zur Verfügung, Ihre Kompetenz können Sie über umfassende Artikel jedoch besser darstellen.
  • Personaler werden Ihr Blog ohnehin nie lesen? Doch, durchaus - wenn Sie die Artikel auch auf LinkedIn und Xing teilen.

Ihr Fachblog kann und sollte das Zentrum Ihrer Online Bewerbung darstellen. Kombinieren Sie gute Artikel mit aktiver Netzwerkarbeit auf LinkedIn und Xing, können Sie damit die für Ihre Branche relevanten Personaler und Kontakte erreichen.

Dieser gezielte Netzwerkaufbau ist eher traditionell ausgerichteten Branchen vor allem in LinkedIn und Xing, weniger jedoch auf Facebook, Twitter oder Google+ möglich.

Selbst wenn Sie sich in sehr online affinen Branchen bewerben, ist die Pflege eines LinkedIn und Xing Profils sinnvoll. Wenn Facebook und Co. die Aufmerksamkeit potenzieller Kontakte erregen, werden viele auch auf LinkedIn und Xing nach Ihnen suchen. Der in anderen Netzwerken positive Eindruck sollte sich hier nahtlos fortsetzen. Denn stehen Ihre Chancen auf einen neuen Job gut.

LinkedIn und Xing folgen eigenen Regeln

Entscheiden Sie sich für eine aktive Nutzung von LinkdIn und Xing für Ihre Bewerbung, sollten Sie auch die Regeln dieser Netzwerke beachten. Vollständige Profile, professionelle Fotos und - auf Xing - ein sauber erstelltes Portfolio sind dann Pflicht.

Das gilt auch für die aktive Nutzung relevanter Gruppen und die Beteiligung an thematisch passenden Diskussionen. Wer nur schweigend auf Kontaktanfragen harrt, braucht sich über das Ausbleiben derselben nicht zu wundern.

Neben dem Teilen eigener Beiträge sollten sich Bewerber auch mit fachlich guten Kommentaren bei anderen Beiträgen zu Wort melden und die Beiträge anderer Mitglieder empfehlen. Eine Mischung aus eigener Promotion, Content Curation und aktiver Beteiligung an der Community führt über kurz oder lang zu Sichtbarkeit.

Einige Fehler sollten Bewerber auf LinkedIn und Xing jedoch vermeiden:

  • Kontaktanfragen ohne Grund oder Nachricht. Kontaktsammler gibt es in beide Netzwerken zu viele, wer dieses Muster bedient, verbaut sich Chancen.
  • Penetrantes und hoch frequentes Kommentieren bei Kontakten. Kommentare sind gut und sinnvoll, zu viele davon nerven irgendwann jedoch nur noch.
  • Ständige Betonung der eigenen Kompetenz. Es ist eine Sache, die eigene Kompetenz durch fachlich gute Beiträge zu zeigen. Sich ständig selbst zu loben, ist jedoch etwas völlig anderes.
  • Konsequentes Duzen und fehlende Distanz. LinkedIn und Xing sind nicht Facebook. In den Businessnetzwerken ist Siezen die Regel.

Weiterführende Artikel

Mehr zu LinkedIn und Xing finden Sie hier:

[Bildnachweis: Viorel Sima, Alexander Supertramp by Shutterstock.com]