Guerilla Bewerbung: Tipps und gelungene Beispiele

Den Lebenslauf auf eine Klopapierrolle drucken, als Puzzle oder Google-Suchergebnis gestalten oder sich selbst zum Lego-Männchen machen? Was haben sich Bewerber nicht schon für eine Guerilla-Bewerbung einfallen lassen! Keine Frage, mit derlei kreativen Bewerbungen fällt man auf. Sie brechen aber auch mit so ziemlich allen gängigen Regeln und Konventionen. Der Grat zwischen kreativ-genial auf der einen und effektheischend-nervig auf der anderen Seite ist schmal. Wo aber liegt die goldene Mitte?

Guerilla Bewerbung: Tipps und gelungene Beispiele

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Definition: Was ist eine Guerilla Bewerbung?

Der Begriff „Guerilla Bewerbung“ stammt ursprünglich aus dem Marketing. Der Marketing-Experte Jay C. Levinson erfand das Konzept des „Guerilla-Marketings“ für ungewöhnliche Aktionen, die mit geringen Mitteln eine große Wirkung erzielen. Das Konzept dahinter lässt sich ebenso auf die Bewerbung übertragen. In dem Fall versuchen Bewerber durch ungewöhnliche Formen oder Aktionen positiv aufzufallen und einen bleibenden Eindruck zu erzeugen. Eine Guerilla Bewerbung zündet vor allem dann, wenn die Form, das Design, den Inhalt und die Kernbotschaft unterstützt oder hervorhebt. Sie ist aber niemals Selbstzweck. Sonst wirkt die Bewerbung schnell künstlich, aufgesetzt und nervig.

Guerilla-Bewerbung: Einfach anders sein

Branchen wie die Medien- und Werbebranche sind ungewöhnlichen Bewerbungen gegenüber meist deutlich aufgeschlossener sind als andere. Schließlich spüren sie selbst ständig neuen Trends und Innovationen hinterher. Es ist allerdings eine Mär, dass Personaler in konservativen Branchen keine Kreativität und nur Standard-Bewerbungen mögen. Die Mischung macht’s! Nicht nur in der Kreativbranche. Am Ende zählt zwar vor allem die Substanz: die Qualifikationen und Berufserfahrungen, das Engagement und die Persönlichkeit. Wenn das nicht stimmt, kann auch der Origami-Lebenslauf nichts rausreißen. Eine originelle Verpackung hebt Sie aber deutlich von der Masse ab.

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Guerilla-Bewerung: Wie geht das?

Eine gut gemachte Guerilla-Bewerbung ist ein kleines Kunstwerk. Einmalig – einzig, selten artig. Nicht jeder Bewerber kann das. Zum Einen muss sie perfekt zu Ihnen und zum Unternehmen passen. Gleichzeitig muss sie frisch und originell sein, um zu überraschen, aber auch als erste Arbeitsprobe zu überzeugen. Damit scheiden alle Beispiele aus, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Sie wäre nicht mehr originell, sondern nur eine Kopie oder gar ein Plagiat. Die Beispiele dienen daher nur zu Anschauungszwecken und als Anregung, was möglich ist.

Das bedeutet: Solange Sie keine eigene zündende Guerilla-Idee haben, schreiben Sie lieber eine klassische (aber gute) Bewerbung. Damit machen Sie nichts falsch und können genauso auffallen und punkten. Die Qualität mancher Bewerbungsmappen lässt oft zu wünschen übrig. Um dennoch eine passende Guerilla Bewerbung zu entwickeln, können die folgenden Schritte helfen:

  1. Sammeln Sie Informationen

    Zuerst sollten Sie verstehen, wie Ihr Wunscharbeitgeber tickt. Informieren Sie sich in den Medien über wichtige Persönlichkeiten und Entscheider. Finden Sie heraus, wodurch sich das Unternehmen auszeichnet, für welche Werte es steht und welche Botschaften es in der eigenen Werbung nutzt. Je ungewöhnlicher die Firma am Markt agiert, desto aufgeschlossener dürften die Personalentscheider sein. Deshalb: sammeln, sammeln, sammeln – und gründlich analysieren.

  2. Überlegen Sie sich ein Konzept

    Eine gelungene Guerilla Bewerbung spiegelt Ihre intensive Auseinandersetzung mit den Jobanforderungen und dem Unternehmen. Fragen Sie sich zum Beispiel: Was zeichnet mich aus? Welche Fähigkeiten heben mich ab, sind besonders und stiften den meisten Mehrwert für diesen Arbeitgeber? Auf diese sollten Sie sich konzentrieren und fokussieren. Entscheidend ist zudem die Frage: Was fehlt dem Unternehmen? Überlegen Sie, welche (Fachkraft-)Lücken es geben könnte und ob Sie diese mit Ihrem Potenzial schließen können.

  3. Hinterfragen Sie Ihre Idee

    Sie haben bereits dutzende Bewerbungen geschrieben – aber leider erfolglos? Absolut verständlich, wenn Sie jetzt etwas Neues ausprobieren wollen. Ein Wechsel der Bewerbungsstrategie kann sinnvoll sein. Zügeln Sie aber Ihren Eifer bitte etwas: Passt die Guerilla-Bewerbung wirklich zum Traumjob? Nicht selten ist weniger mehr.

Guerilla Bewerbungen: Das nervt!

Gerade, weil Personalchefs täglich hunderte von Bewerbungen sichten müssen, sind Sie schnell genervt von schlechten Einfällen. Eine unreife Idee fällt zwar auf – aber negativ. Davon sollten Sie lieber absehen:

  • Bewerbungen aus dem Internet kopieren
    Überlegen Sie sich stets etwas Eigenes, statt bestehende Ideen zu übernehmen. Das wirkt peinlich – erst recht, wenn zwei Bewerber dieselbe Idee kopiert haben.
  • Bewerbungen ohne Inhalt verschicken
    Einen Föhn zu verschicken und zu behaupten, Sie würden frischen Wind mitbringen, ist plump. Sie behaupten es bloß, liefern aber nichts dergleichen. Das ist vielleicht ein Gag, mehr aber nicht. Es fehlt die substanzielle Botschaft – und die Bewerbung.
  • Unnötige Arbeit produzieren
    Denken Sie an denjenigen, der die Bewerbung erhält. Sie sollten dem Personaler nicht zumuten, sich beispielsweise stundenlang durch eine Verpackung zu wühlen, bevor er an Ihre Unterlagen kommt oder das Konfetti zu beseitigen, weil Ihre Bewerbung explodiert ist.
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Guerilla Bewerbung Beispiele: Das haben andere gemacht

Im Internet kursieren zahlreiche Beispiele für originelle Bewerbungen. Die interessantesten Formate haben wir für Sie hier zusammengestellt. Lassen Sie sich inspirieren!

Video-Bewerbung von Matthew Epstein an Google

Er wurde bekannt mit seinem Bewerbungsvideo „Google Please hire me“. Nachdem er sich bereits mehrfach auf konventionellem Wege beworben hat, ohne Erfolg, drehte Matthew Epstein ein witziges Video, in dem er sich als Marketing-Experte verkauft.
Guerilla Bewerbung Matthew Epstein Google

Bewerbung im Pinterest-Stil von Jeanne Hwangs

Jeanne Hwangs träumte von einer Anstellung bei dem Sozialen Netzwerk Pinterest und gestaltete Ihre Bewerbung als Pinnwand. Ihre komplette Bewerbung können Sie sich HIER ansehen.
Guerilla Bewerbung Pinterest Jeanne Hwang

Bewerbungsbrief-Website von Lindsey Blackwell

Lindsey Blackwell wollte Social Media Director an der Universität von Michigan werden. Sie „schrieb“ einen multimedialen Brief, in dem Sie erläutert, was sie mit Michigan verbindet und warum sie die optimale Wahl für den Job ist.
Guerilla Bewerbungsbrief Lisa Rudgers

Guerilla-Bewerbung als Lego-Figur von Leah Bowman

Die Marketingstudentin gestaltete Ihren Lebenslauf als Legofigur. Mit dem Slogan „Leah – The missing piece for XY“ ging sie ins Rennen. Den gesamten Lebenslauf finden Sie HIER.

Guerilla Bewerbung Lego Lebenslauf Leah Bowman

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[Bildnachweis: Jiw Ingka by Shutterstock.com]

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