Berufseinsteiger probieren gerne mal etwas aus, machen hier ein Praktikum, dort einen befristeten Vertrag, wechseln dann wieder den Job – solange, bis sie sicher sind, das Richtige gefunden zu haben. Alles nicht ganz falsch, aber mit weitreichenden Folgen: Der Berufseinstieg prägt entscheidend die weitere Karriere, ja sogar die Höhe, was wir später verdienen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Qualität der Beschäftigung zu Beginn der Erwerbskarriere sei von herausragender Bedeutung, sagt IAB-Direktor Joachim Möller. „Gelingt ein passender Einstieg in den ersten drei Jahren nicht, ist das nur noch schwer zu korrigieren.“

Der entscheidende Faktor ist danach die Qualifikation: Von den Erwerbstätigen mit einer Berufsausbildung oder einem Hochschulabschluss seien knapp 80 Prozent fest in einem Job – Ältere wie Jüngere. Ganz anders bei den Geringqualifizierten: Ihre Erwerbstätigenquote liegt in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren mit rund 55 Prozent mehr als 20 Prozentpunkte niedriger als bei den gut Qualifizierten. Oder anders ausgedrückt: Mit geringer Qualifikation steigt das Risiko im Alter ohne Arbei dazustehen und natürlich auch nichts zu verdienen.

Einstiegsgehalt und Gehaltserhöhung

Ich denke aber, es kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: das Einstiegsgehalt. Wer hier hoch einsteigt, hat lebenslang einen Vorteil, da sich Gehaltserhöhungen – sei es durch geschickte Verhandlung oder durch einen Jobwechsel – so gut wie immer prozentual am Basisgehalt orientieren.

Wer also mit 40.000 Euro Jahresgehalt einsteigt und dann nach drei Jahren zehn Prozent zulegen kann, bekommt schon 44.000 Euro im Jahr. Wer dagegen mit 30.000 Euro startet und ebenfalls zehn Prozent Gehaltsplus rausschlagen kann nur 33.000 Euro. Der Abstand zwischen beiden ist damit schon um 1000 Euro gewachsen und setzt sich über die gesamte Erwerbszeit fort (extreme Ausnahmesprünge mal ausgeschlossen, die natürlich immer passieren, aber schlecht geplant werden können).

Für Berufseinsteiger ist die Empfehlung daher so simpel wie klar: Sehen Sie zu, dass Sie mit hoher Qualifikation in Ihren ersten Job starten – und handeln Sie dabei ein möglichst hohes Einstiegsgehalt heraus. Alles andere rächt sich im Laufe von gut 40 Erwerbsjahren.