Man sagt, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Manchmal sind es aber auch ein paar Zahlen. Die Essenz aus jahrelangen Erfahrungen, aus zahlreichen Studien und empirischen Befragungen. Es ist nämlich so: Trotz unserer großartigen Individualität verhalten wir Menschen uns bisweilen reichlich berechenbar und konform.
Und genau das lässt sich beobachten, messen, analysieren und in ein paar Nummern verdichten: Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre, Prozente, Euro, … Die magischen Zahlen des Lebens und des Erfolgs eben. Ein paar davon haben wir Ihnen hier schon schon vorgestellt. Nur kann sich das in der Regel kaum einer merken. Drum gibt es jetzt den (Achtung Zahl!) einen ultimativen Artikel dazu. Viel Spaß bei der Lektüre…
150 Millisekunden
Dem ersten Eindruck haftet eine schier unerträgliche Endgültigkeit an: Es gibt für ihn keine zweite Chance. Umso schlimmer, dass er nur ganze 150 Millisekunden benötigt, um sich zu manifestieren. Solange braucht das Gehirn, um einen optischen Reiz zu verarbeiten. Danach steht in Grundzügen fest, wie wir eine Person einschätzen, wer uns als sympathisch, leistungsfähig, zuverlässig und durchsetzungsstark erscheint und wer nicht. Weil wir von dieser ersten Wahrnehmung kaum wieder abrücken, beeinflusst sie enorm unseren beruflichen Erfolg. Denn um uns in einer komplexen Welt zurechtzufinden, bilden wir alle Stereotypen: Schublade auf, Mensch rein. Auf Grund solcher Schemata werden dann unbewusst Voraussagen über das Wesen und Verhalten eines Menschen getroffen. Tja, nicht viel Zeit, um einen guten ersten Eindruck zu machen.
6 Sekunden
Nicht vier oder fünf Minuten – nur sechs Sekunden! Mehr Zeit bleibt einem Bewerber nicht, um mit seinem Bewerbungsschreiben oder Lebenslauf einen Recruiter zu beeindrucken. So das Ergebnis einer ziemlich spannenden Untersuchung. Was die so spannend macht, ist aber weniger die kurze Zeitspanne, die Jobsuchern bleibt, sondern vielmehr eine Art Heatmap, welche Bereiche in Lebenslauf und Anschreiben die Personaler in dieser kurzen Zeit die meiste Aufmerksamkeit schenken. Also vereinfacht gesagt: Wo gucken sie hin, um sich danach ein erstes Urteil zu bilden? Hier geht es zu den Ergebnissen.
20 Sekunden
Länger brauchen Sie nicht, um herauszufinden, ob Sie einem wildfremden Menschen trauen können und ob der Ihnen helfen kann und wird. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley. Bemerkenswert: Die Zeit funktioniert sogar, obwohl Sie den Fremden 20 Sekunden lang lediglich dabei beobachtet haben, wie der sich mit einer anderen Person unterhält.
30 Minuten
Mindestens so viel Zeit investieren die Deutschen täglich in ihre Karriere. Zu diesem Ergebnis kommt eine Linkedin-Erhebung (mehr als 3200 Befragte, davon 400 in Deutschland). Danach denken über zwei Drittel (69 Prozent) der deutschen Fach- und Führungskräfte, sie sollten zwischen einer halben und einer ganzen Stunde täglich in ihren Aufstieg investieren. Wie kaum eine andere Nation sehen die Deutschen ihre Karriere als eine Erweiterung ihrer persönlichen Interessen und möchten sich in ihrem Beruf selbst verwirklichen. Sehen Sie hier auch die Infografik dazu: Klick.
6 Stunden
Maximal. Produktiver sind die meisten an einem normalen Arbeitstag nicht. Sagen die Karrierebibel-Leser sogar selbst. Es gibt dazu aber auch eine umfassende Microsoft-Erhebung. Resultat: Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 45 Stunden, kamen die Befragten auf stolze 17 unproduktive Stunden im Job. Im Durchschnitt verbrachten sie 5,6 Stunden täglich in Meetings, die 69 Prozent für völlig unproduktiv halten. Und Männer und Frauen unterscheiden sich in Ihrer Produktivität kaum. Frauen kamen auf einen durchschnittlichen Produktivitätstageswert von 72 Prozent, Männer auf 71 Prozent.
72 Stunden
Innerhalb dieser Frist, sollten Sie beginnen, was Sie sich vorgenommen haben. Sonst sinkt die Chance, dass Sie das Projekt jemals umsetzen, auf ein Prozent. Das ist die sogenannte 72-Stunden-Regel. Hintergrund ist aber nicht nur der innere Schweinehund, sondern vor allem mangelnde Entschlossenheit. Wer sich einer Sache ganz verschreibt, mit Herzblut und Leidenschaft, der will damit auch loslegen. Und der erste Schritt ist dabei der Wichtigste. Andernfalls bleibt es nur ein frommer Vorsatz.
15 Tage
Gute Freunde sind wichtig, deshalb sollte man die Beziehungen pflegen – und zwar mindestens rund alle zwei Wochen. Als Forscher der Universität von Notre Dame nach den Schlüsselfaktoren guter Freundschaften suchten, werteten sie die Daten von mehr als acht Millionen Anrufen von rund zwei Millionen Menschen aus. Ergebnis: Was gute und vor allem haltbare Beziehungen auszeichnete, war die Tatsache, dass sich die Freunde mindestens alle 15 Tage anriefen und austauschten. Heute geht das aber sicher auch per Skype, SMS, E-Mail, Postkarten und natürlich dem guten alten persönlichen Treffen bei einem Bier oder Wein.
66 Tage
Solange dauert es, bis man sich eine neue Gewohnheit zugelegt, beziehungsweise eine alte abgewöhnt hat. Hintergrund sind Untersuchungen von der Psychologin Phillippa Lally vom University College in London. Um herauszufinden, wie schnell ein Mensch eine Gewohnheit erlernen kann, entwickelte sie folgendes Experiment: 96 Probanden sollten sich eine neue gesunde Routine aneignen – täglich einen 15-minütigen Spaziergang zu absolvieren, 50 Sit-ups jeden Morgen oder mittags stets ein Stück Obst zu essen. Die Fortschritte wurden von den Probanden täglich auf einer Webseite protokolliert. Auch, wie bewusst sie diese neue Gewohnheit unternahmen oder wann der Ablauf bereits eingeübt und automatisch ablief. Ergebnis: Die Phase vom bewussten Ausführen einer Tätigkeit bis zur automatisierten Gewohnheit betrug im Durchschnitt 66 Tage.
5 Jahre
Laut Wissenschaftlern der Londoner Kingston Universität werden Menschen unglücklicher im Job, nachdem sie ein Kind bekommen haben – so ungefähr fünf Jahre nach dessen Geburt. Auch andere Lebensereignisse, wie etwa eine Hochzeit, haben laut Studie einen negativen Effekt auf die Jobzufriedenheit. Für Ihre Untersuchungen werteten die Forscher die Daten von rund 10.000 Beschäftigten in Großbritannien aus. Diese wurden jährlich zu ihrer Jobzufriedenheit befragt – und das zwischen den Jahren 1991 bis 2008. Dabei zeigte sich: Bald nach der Geburt des ersten Kindes fokussieren sich die Probande weniger auf den Job, sondern mehr auf das Leben zuhause und nahmen die Stimmung dort auf die Arbeit mit. Hinzu kommen klassische Work-Life-Balance-Konflikte.
5 Prozent
Eine längere Ausbildung zahlt sich aus, für Frauen sogar noch mehr als für Männer. Laut einer Studie des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bringt ein zusätzliches Jahr Bildung später ein Gehaltsplus von fünf Prozent. Ein Beschäftigter, der beispielsweise 16 Jahre in seine Bildung investiert hat, hat also über das ganze Erwerbsleben hinweg im Durchschnitt ein um 25 Prozent höheres Einkommen zu erwarten als jemand, der das Bildungssystem nach elf Jahren verlassen hat. Fachleute sprechen in dem Zusammenhang vom Mincer-Koeffizient oder von Bildungsrendite.
1 Cent
Macht ein Cent wirklich den Unterschied, dass wir ein Produkt günstiger finden und kaufen – etwa für 1,99 statt 2 Euro? Ja, sagen einige Studien. Der Preis-Effekt ist aber noch verückter, als Sie annehmen: Wenn zwei Stifte 2 Euro beziehungsweise 3,99 Euro kosten, entscheiden sich knapp die Hälfte der Menschen für den teureren Stift. Werden die Preise aber verändert auf 1,99 beziehungsweise 4 Euro, dann wählen weniger als 20 Prozent den 4-Euro-Stift.
75.000 Dollar
Geld macht vielleicht nicht immer glücklich, aber zufrieden. Und je mehr ein Mensch davon zur Verfügung hat, desto zufriedener ist er mit seinem Leben. Das sagen der renommierte Psychologe und Wirtschafts-Nobelpreisträger Daniel Kahnemann und sein Kollege, der Ökonom Angus Deaton von der Princeton-Universität. Die beiden haben bei Studien herausgefunden: Ab einem jährlichen Einkommen von 75.000 Dollar (rund 58.000 Euro) haben wir unser Glücksmaximum erreicht. Danach mache ein noch höheres Einkommen vielleicht noch zufriedener, aber nicht mehr glücklicher. Basis der Untersuchung sind mehr als 450.000 Fragebögen, die US-Bürger zwischen 2008 und 2009 beantwortet hatten.

0,7 Taillen-Hüft-Ratio
Schönheit liegt zwar immer im Auge des Betrachters, manchmal aber scheint sie einigen Regeln zu folgen. Etwa dem sogenannten Taillen-Hüft-Verhältnis. Männer macht ein solches Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang zwischen 0,9 und 1,0 besonders attraktiv, weil das auf einen hohen Testosteronspiegel und damit auf sexuelle Potenz sowie körperliche Stärke hinweist. Bei Frauen liegt der Idealwert hingegen bei 0,7. Das signalisiert übrigens Fruchtbarkeit.
10.000 Stunden
Das ist angeblich der Unterschied zwischen Erfolg und Nicht-Erfolg. Das ist die These des US-Psychologen Anders Ericsson. Der hatte schon vor einigen Jahren in einer Studie die sogenannte 10.000-Stunden-Regel aufgestellt, als er herausfand, dass sich jeder mit einer Sache mindestens 10.000 Stunden beschäftigen müsse, bevor er über die nötigen Kenntnisse verfüge, um in seinem Bereich zur Weltspitze zu gehören. Als der Professor an der Florida State Universität Anfang der Neunziger Jahre die Lebensläufe von Studenten einer Musikakademie verglich, zeigte sich: Die besten Studenten des Jahrgangs hatten schon seit frühester Kindheit regelmäßig mehr Stunden mit dem Üben verbracht als ihre mittelmäßigen Kommilitonen.
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Hans
Interessant: 6 Stunden
“Maximal. Produktiver sind die meisten an einem normalen Arbeitstag nicht.”
Heißt das, dass wir besser nur 30 Stunden pro Woche arbeiten sollten oder auch jeden Samstag, damit wir auf 36 Stunden kommen?
Eine 30 Stunden-Woche hat Charme auch wegen der “Parkinsonschen Gesetze”:
http://de.wikipedia.org/wiki/Parkinsonsche_Gesetze
Gehen wir noch einen Schritt weiter und machen mit dem Pareto-Prinzip im Hinterkopf den Freitag zum Frei-Tag.
http://de.wikipedia.org/wiki/Paretoprinzip
Heraus kommt die Hyper-Aktive 24-Stunden-Woche.
Na, wenn das keinen Charme hat :)
Eine erfreuliche Woche wünscht
-Hans Steup, Berlin
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