Bewerbung 2019: Trends des Jahres

Wer rastet, der rostet… Das gilt leider zunehmend auch für Bewerbungen, bei denen sich Bewerber immer auf dem Laufenden halten sollten. Das neue Jahr ist noch jung und gerade deshalb ist jetzt eine gute Zeit, um sich bereits mit der Bewerbung 2019 zu beschäftigen und einen kleinen Ausblick zu wagen, wo der Fokus des Jahres liegen wird. Bereits in den vergangenen Jahren haben sich einige Entwicklungen durchgesetzt, von denen zu erwarten ist, dass sie sich in diesem Jahr noch weiter ausbreiten werden. Damit auch Sie mit der Zeit gehen können, zeigen wir Ihnen die Bewerbungstrends für 2019. Wir erklären Ihnen, worauf Sie besonders achten sollten, wenn Sie sich dieses Jahr bewerben wollen…

Bewerbung 2019: Trends des Jahres

Entwicklungen in der Bewerbung nicht falsch einschätzen

Beliebte Jobs sind von Bewerbern hoch frequentiert, was in erster Linie bedeutet, dass es umso schwerer ist, sich gegen all die Konkurrenten durchzusetzen und den Job am Ende des Auswahlprozesses zu ergattern. Da Sie in der Regel nicht der einzige Kandidat mit entsprechenden Qualifikationen sein werden, sollte Ihre Bewerbung umso mehr dazu beitragen, sich von der Masse abzuheben.

Dieser Trend gilt nicht nur für Ihre Bewerbung 2019, sondern wird immer aktuell sein. Wer schon hier demonstriert, dass er in Sachen Bewerbung nicht auf dem aktuellen Stand ist, verspielt vielleicht eine große Chance.

Da in manchen Branchen eklatanter Fachkräftemangel herrscht, versuchen Unternehmen mit immer neuen Methoden auf sich aufmerksam zu machen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Aufsehen erregen dabei Ankündigungen wie die der Deutschen Bahn, auf Bewerbungsschreiben zukünftig zu verzichten.

Da das Anschreiben für viele Bewerber die größte Hürde im Bewerbungsprozess darstellt, werden solche Neuigkeiten von vielen mit großem Interesse aufgenommen. Dazu ist zweierlei zu sagen:

In Jobs, in denen schreiberische Fähigkeiten unerheblich sind (beispielsweise im It-Bereich oder Maschinenbau), spielen Anschreiben häufig eine untergeordnete Rolle. Große Konzerne arbeiten ohnehin mit Onlineportalen für die Bewerbung und teilweise fehlt schlicht die Möglichkeit, ein eigenes Dokument für ein Anschreiben hochzuladen.

Stattdessen ist häufig Platz, die eigene Motivation in einigen wenigen Zeilen zu schildern. Ansonsten zählen vor allem Lebenslauf und Arbeitszeugnisse. Andersherum wird es immer Jobs geben, in denen eine vollständige Bewerbungsmappe erwartet wird.

Manche Arbeitgeber legen Wert darauf, dass der Bewerber sein Wissen um den kompletten Bewerbungsablauf demonstriert. Außerdem ist die schriftliche Ausdrucksweise in vielen Jobs wichtig, etwa im PR- und Marketingbereich. Mehr dazu lesen Sie in unserem Kommentar.

Bewerbung 2019: Durchstarten mit unseren Vorlagen

Bewerbung 2019 Bewerbungstrends neuSie haben gerade so richtig Lust bekommen, eine Bewerbung zu verfassen, aber Ihnen fehlt noch das richtige Design? Kein Problem, wir haben hier über 80 verschiedene kostenlose Vorlagen und Muster für Sie zusammengetragen.

Bitte beachten Sie: Diese Muster dienen als Inspiration, Formulierungen sollten nie eins zu eins übernommen, sondern auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten werden.

Die Trends bei der Bewerbung 2019

Damit Sie auch dieses Jahr gut vorbereitet Bewerbungen schreiben können, zeigen wir Ihnen die Bewerbungstrends 2019:

  1. Die Online-Bewerbung

    Sie hat die klassische Form der Bewerbungsunterlagen aus Papier bereits verdrängt und wird auch in 2019 von der Mehrheit der Personaler und Unternehmen bevorzugt werden. Sowohl für Bewerber als auch für Personaler bringt diese Entwicklung mehrere Vorteile mit: Es fallen keine Versandkosten mehr an, die unzähligen Blätter Papier fallen weg. Für den Versand der Unterlagen müssen nicht mehr mehrere Tage eingeplant werden und Ihre Bewerbung kommt garantiert knitterfrei und ohne Kaffeeflecken an.

    Unter Online-Bewerbungen werden dabei sowohl E-Mail Bewerbungen als auch das Ausfüllen eines Bewerbungsformulars – beispielsweise auf der Unternehmenshomepage – zusammengefasst und verstanden, auch wenn die Begriffe eigentlich unterschieden werden.

    Mehr Informationen zu diesem Aspekt der Bewerbung 2019 finden Sie hier:
  2. Das Online-Profil

    Bevor Unternehmen eine Wahl treffen, sind sie immer mehr daran interessiert, den Kandidaten besser kennenzulernen. Dazu dient das Vorstellungsgespräch, aber auch der Stellenwert eines Online-Profils für Bewerber wird immer größer. Eine eigene Bewerberhomepage oder Profile in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn bieten Bewerbern auch 2019 gute Möglichkeiten, sich zu präsentieren, Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen oder Kontakte zu knüpfen.

    Diese sollten dann jedoch unbedingt aktualisiert und gepflegt werden, um einen professionellen Eindruck zu machen. Einfach nur ein Online-Profil zu haben, bringt noch nichts, für die Bewerbung 2019, wenn Sie dieses nicht wirklich nutzen und in Ihre Bemühungen einbeziehen.

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  3. Mobile Recruiting

    Gemeinsam mit den Online-Bewerbungen wird 2019 auch das Mobile Recruiting der Unternehmen verstärkt werden. Zwar haben einige Arbeitgeber ihre Bemühungen in diesem Bereich bereits verstärkt, doch nutzen viele diese Möglichkeit noch nicht. Für viele Unternehmen wird es deshalb eine wichtige Aufgabe für das nächste Jahr, auf den eigenen Karrierehomepages die Möglichkeit für Bewerber zu schaffen, einfach und unkompliziert per Smartphone oder Tablet Bewerbungsunterlagen einzureichen, Lebensläufe anzulegen oder Profile zu erstellen.

    Diese Form der Bewerbung verspricht eine deutliche Vereinfachung für den Anwender – nicht umsonst wird sie One-Click-Bewerbung oder 15-Sekunden-Bewerbung genannt. Unternehmen wie TSS, eine Daimler-Tochter, verzichten auf den Lebenslauf und wollen stattdessen in wenigen Sekunden per Video erfahren, was den Bewerber ausmacht.

    Mehr Informationen zu diesem Aspekt der Bewerbung 2019 finden Sie hier:
  4. Speed Recruiting

    Das Konzept, das viele aus dem Bereich der Partnersuche kennen, wird inzwischen auch für die Personalauswahl angewendet. Die Idee bleibt dabei ebenso simpel: Personaler verschiedener Arbeitgeber sitzen an unterschiedlichen Tischen, Bewerber und somit potenzielle Mitarbeiter gesellen sich dazu und dann haben beide Seiten zwischen drei und fünf Minuten Zeit, um einen Eindruck vom Gegenüber zu bekommen und herauszufinden, ob eine Zusammenarbeit denkbar ist. Dabei kann es auch mehrere Runden geben, um die Gesamtzeit ein wenig zu erhöhen und den ersten Eindruck zu vertiefen oder zu überprüfen.

    Im Vergleich zu den anderen Trends der Bewerbung 2019 ist das Speed Recruiting zwar noch vergleichsweise klein, doch lohnt es sich, bereits ein Auge darauf zu haben. Vielleicht gibt es ja ein passendes Event, bei dem Arbeitgeber Ihrer Wunschbranche zusammenkommen und Ihnen die Möglichkeit bieten, gleich mit vielen denkbaren Unternehmen in Kontakt zu kommen.

  5. Recruitainment

    Überhaupt experimentieren einige Unternehmen immer mehr im Arbeitskontext mit Dingen, die aus dem Freizeitbereich bekannt sind, zum Beispiel Computerspiele. Diese Art des Bewerbungverfahrens nennt sich Recruitainment und beschreibt eine Symbiose aus Rekrutierung und Unterhaltung. Bewerber bekommen vom Unternehmen einen Link geschickt und folgen dann den Anweisungen.

    Was durch die Aufmachung und einen kleinen Plot wie ein Spiel wirkt, bei dem der Bewerber einige Aufgaben lösen und Hürden meistern soll, ist in Wirklichkeit das gleiche wie ein Assessment Center, nur online. Getestet wird so auf spielerische Art die Problemlösungskompetenz des Bewerbers.

    Mehr Informationen zu diesem Aspekt der Bewerbung 2019 finden Sie hier:
  6. Messen und Events

    Die meisten Bewerbungen werden zuhause geschrieben, doch ein großer Trend der letzten Jahre wird sich auch für die Bewerbung 2019 bemerkbar machen. Karrieremessen und -events sind ein wichtiger Ort für Bewerber und Jobsuchende, deren Bedeutung zunimmt. Hier gibt es nicht nur viele Informationen, sondern vor allem die Möglichkeit, direkten Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern herzustellen. Unternehmen präsentieren sich auf unzähligen Veranstaltungen und bieten Kandidaten die Chance, das Gespräch zu suchen oder sogar gleich Bewerbungsunterlagen mitzubringen.

    Selbst wenn es nicht gleich mit dem Job klappen will, so sind Messen und Events doch die beste Gelegenheit, um das eigene berufliche Netzwerk aufzubauen und langfristig vom eigenen Engagement zu profitieren.

    Mehr Informationen zu diesem Aspekt der Bewerbung 2019 finden Sie hier:

Erleichterter Zugang zu Informationen

Ein Umstand, der die Bewerbung 2019 sicherlich beeinflusst und seit Jahren zunimmt: Die Verfügbarkeit von Informationen über potenzielle Arbeitgeber. Dem Bewerber stehen dabei diverse Bewertungsportale zur Verfügung, die bekanntesten:

Diese Bewertungsportale sind jedoch Fluch und Segen gleichermaßen. Einerseits erhält der Bewerber Zugang zu Informationen, die ihm andererseits womöglich vorenthalten geblieben wären. Andererseits sind eben diese Informationen mit Vorsicht zu genießen.

In manchen Fällen mag sich ein verärgerter ehemaliger Mitarbeiter dahinter verbergen, der seinem Ex-Arbeitgeber eins auswischen will und absichtlich eine schlechte Bewertung schreibt. In anderen Fällen mag ein als objektiver Ex-Mitarbeiter getarnter Unternehmenschef sich selbst eine ganz hervorragende Bewertung ausstellen.

Wie so häufig werden Sie also nicht darum herumkommen, sich selbst eine Meinung zu bilden. Solche Seiten können dabei helfen, eine klarere Vorstellung über Arbeitsinhalte zu bekommen. Ob die beschriebenen Punkte in jedem Fall zutreffen, werden Sie so nicht zweifelsfrei klären können.

Tipps: Diese Dinge kommen nie aus der Mode

Es zeichnen sich zugegebenermaßen seit wenigen Jahren einige Trends ab, die das Bewerben deutlich schmackhafter machen sollen. Gamification und Edutainment machen auch vor dem Bewerbungsprozess keinen Halt.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Experimente wie die Bewerbung ohne Anschreiben oder die One-Click-Bewerbung sich über eine Bewerbung 2019 hinaus dauerhaft durchsetzen werden. Die Hürden für Bewerbungen werden so zwar deutlich gesenkt, nur mag das in vielen Bereichen gar nicht gewünscht oder sinnvoll sein.

Branchen ohne Nachwuchsprobleme würden sich die Arbeit und den Auswahlprozess eher zusätzlich erschweren, wenn sich fortan nahezu jeder bewirbt, der gerade mal in der Lage ist, sein Smartphone zu bedienen.

Statt als Bewerber also darauf zu hoffen, dass die Modalitäten zukünftig so einfach wie möglich werden, ist es immer besser, auf Nummer sicher zu gehen und etwas mehr zu beherrschen. Zumal manche Unternehmen und Personaler noch von der „alten Schule“ sind und es schätzen, wenn ein Berufsanfänger nicht alles Althergebrachte verteufelt.

Was immer gefragt sein wird, sind folgende Dinge:

  • Individualität

    Ein wesentlicher Punkt, der gegen extrem vereinfachte Bewerbungsverfahren spricht, ist die Individualität. Wie soll sich ein Bewerber von anderen abgrenzen können, wenn keinerlei Persönlichkeit durch die Bewerbungsunterlagen schimmert? Social Media Profile können eine wertvolle Ergänzung, aber nie ein adäquater Ersatz sein, da sie in der Regel viel zu allgemein gehalten und nicht auf ein bestimmtes Unternehmen zugeschnitten sind. Auch geben Bewerbungsunterlagen dem Bewerber die Möglichkeit, nicht nur den wichtigen Unternehmensbezug herzustellen, sondern durch Design und Layout zu punkten.

  • Engagement

    Mehr als nur das Nötigste zu machen, zeichnet einen Bewerber beziehungsweise Mitarbeiter aus. Das fängt bereits damit an, ob Sie vorab den Telefonkontakt suchen, um beispielsweise clevere Fragen vorab zu klären, auf einer Messe mit einer Kurzbewerbung bereits Kontakt zu einem Personaler hatten oder in einer späteren Anstellung sich durch Eigeninitiative auszeichnen. Das muss nicht zwangsläufig in Überstunden ausarten, aber Sie zeigen, dass Sie nicht erst zur Arbeit getragen werden müssen.

  • Werte

    Kein Arbeitgeber wird es sonderlich schätzen, wenn ein Bewerber ihm vermittelt, dass es ihm egal ist, wo er arbeitet. Bewerber sollten sich vorab mit der jeweiligen Unternehmenskultur beschäftigen und schauen, ob sie zu den eigenen Vorstellungen passt. Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit Fragen wie Nachhaltigkeit oder sehen sich in der Region verwurzelt und engagieren sich ehrenamtlich. Corporate Social Responsibility nennt sich das und erfordert, dass neue Teammitglieder mit solchen Werten etwas anfangen können.

[Bildnachweis: TierneyMJ by Shutterstock.com]

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2. Januar 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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