Der Einstand ist die ideale Gelegenheit, bei Vorgesetzten und neuen Kollegen gleich einen guten Eindruck zu hinterlassen. Wenn Sie sich hier als höflicher, zuvorkommender Gastgeber präsentieren und mit allen Gästen entspannt parlieren, haben Sie sofort einen Stein im Brett. Und das wirkt sich auch aufs Verhältnis zu den Kollegen aus, die nicht dabei sein konnten.

Allerdings kann dieser Versuch auch vollkommen nach hinten losgehen: Zum Beispiel, wenn Sie die ungeschriebenenen Regeln missachten, die in jedem Unternehmen für solche Anlässe exisitieren. Falls beispielsweise selbst der Chef zu offiziellen Anlässen gerade mal Wasser und Salzgebäck spendiert, sollten Sie keinesfalls Sekt und ein Riesen-Buffet auffahren. Wenn aber der selbsgebackene Kuchen Firmenstandard ist, sehen Sie ganz schön knickerig aus, falls Sie Chips und Cracker reichen.

Rechtzeitiges Fragen verhindert peinliche Pannen

Da trifft es sich natürlich gut, dass Sie Ihren Einstand nicht gleich am ersten Arbeitstag geben müssen – im Gegenteil: Üblich ist es, nach zwei bis vier Wochen zum Umtrunk einzuladen – in manchen Unternehmen sogar erst am Ende der Probezeit.

So bleibt Ihnen also genügend Zeit, in aller Ruhe im Kollegenkreis nachzufragen, was bei Ihrem neuen Arbeitgeber Usus ist. Selbstverständlich sollte auch Ihr Boss sein ok geben, denn der Einstand findet ja in der Regel während der Arbeitszeit statt – zumeist kurz vor Feierabend.

Bei der Vorbereitung der Feier sollten Sie vor allem auf diese Punkte achten:

  • Rahmen: Arbeiten Sie in einem kleinen Unternehmen mit vielleicht zehn bis 20 Kollegen, müssen Sie selbstverständlich alle einladen. In einem Konzern mit mehreren tausend Angehörigen reicht es, wenn Sie die Einladung auf die Abteilung oder sogar auf Ihre Bürogemeinschaft beschränken.
  • Gegebenheiten: Gibt es einen Konferenz- oder Pausenraum, in dem Sie ein Büffet aufbauen können und wo idealerweise ausreichend Geschirr zur Verfügung steht? Falls nicht, müssen Sie sich auf einen Stehempfang im Büro beschränken. Fragen Sie nach, ob Sie den Gruppenraum benutzen dürfen – und reservieren ihn frühzeitig.
  • Zeitpunkt: An Ihrem Einstand sollten so viele Kollegen wie möglich teilhaben können, damit der Aufwand nicht verpufft oder sogar ins Gegenteil umschlägt, weil sich manche Kollegen ausgeschlossen fühlen. Also ist der späte Freitagnachmittag ebenso tabu wie Termine kurz vor oder nach der Mittagspause, denn da müssen alle entweder noch arbeiten oder wollen nach Hause.
  • Vorlieben: Bei der Essensplanung sollten Sie die kulinarischen Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Kollegen berücksichtigen, um keinen Unmut zu erregen: Falls ein Großteil von ihnen kein Fleisch isst, machen Sie sich mit Mettbrötchen sicherlich keine Freunde. Auch die Kollegin mit der Laktose-Unverträglichkeit freut sich, wenn Sie keine Sahnetorte servieren. Ganz besonders punkten können Sie, wenn Sie jedermanns Vorlieben explizit berücksichtigen.

Mindestens sieben Tage vorher laden Sie über den Mail-Verteiler der Firma sämtliche Kollegen ein, die Sie zur Feier bitten wollen. Da Sie bis dahin mindestens eine Woche im Unternehmen sind, sollte Ihr Firmen-Account ja bereits funktionieren.

Diese Snacks passen zum gelungenen Einstand

Die Speisen für den Einstand sollten indes einfach zuzubereiten, leicht zu essen und natürlich auch ohne größeren Aufwand servierfertig zu halten sein. Von großem Vorteil ist außerdem, wenn Ihre Feier keine größeren Geschirrberge hinterlässt. Deswegen setzen Sie am besten auf bewährte Kleinigkeiten wie beispielsweise:

  • Butterbrezeln: Frisch aus dem Ofen ist dieser Snack-Klassiker eine willkommene Zwischenmahlzeit. Außerdem benötigen Sie dafür keinerlei Geschirr. Sie sollten sie aber direkt vom Bäcker holen, damit die Butter nicht verläuft und die Brezel unappetitlich wird.
  • Canapés: Das sind Brotscheiben mit verschiedenen Aufstrichen, Wurst- oder Käsesorten plus ein bisschen Dekoration. Wenn Sie unterschiedliche Beläge – und Brotsorten – kaufen, ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Auch Canapés können aus der Hand gegessen werden, was das Geschirr-Problem drastisch reduziert.
  • Kalte Spieße: Sie spießen verschiedene Obst-, Wurst und Käsesorten auf Zahnstocher und drapieren diese Spieße auf einer großen Platte, dazu reichen Sie Brot. Auch das ist eine einfache und geschirrsparende Art, viele Leute zu verköstigen. Leider ist die Idee inzwischen aber etwas altbacken und taugt deswegen eher für Retro-Veranstaltungen.
  • Sushi: Die Sushi-Platte ist der Renner, wenn’s nobel zugehen soll. Da es aber viel Zeit und Erfahrung braucht, den Nippon-Snack selbst zuzubereiten, dürfen Sie ihn gern beim Asiaten Ihres Vertrauens einkaufen. Fragen Sie Ihre Kollegen aber bitte vorher, ob sie Sushi mögen, denn manche Menschen finden rohen Fisch einfach nur eklig.
  • Muffins: Muffins sind einfach zu essen, und dank der Vielzahl der Muffin-, Brownie- oder Cupcake-Rezepte ist sicher für jeden Geschmack das passende Gebäck dabei. Weiterer Vorteil: Sie müssen nur einmal in die Backformen investieren und können künftig zu jedem Anlass etwas Süßes mitbringen.
  • Kuchen: Der selbst gebackene Kuchen (nicht die Sahnetorte aus dem Kühlregal) ist noch immer ein Klassiker – und so gut wie nie verkehrt, denn in ihm steckt etwas sehr persönliches: Lebenszeit. Und wer die aufwendet, zeigt damit automatisch Wertschätzung.

Alkohol – oder lieber nicht?

Es schön und irgendwie ja auch dem Anlass angemessen, mit einem Glas Sekt oder Prosecco auf den Einstand anzustoßen. Allerdings ist Alkohol in vielen Firmen tabu oder allenfalls zu ganz speziellen Zeiten erlaubt. Deswegen sollten Sie sich dafür unbedingt das explizite Einverständnis Ihres Vorgesetzten einholen.

Falls Alkohol im Unternehmen untersagt ist, Sie aber keinesfalls darauf verzichten möchten, können Sie zu einem kleinen Umtrunk nach Feierabend in einer nahe gelegenen Bar einladen. Achten Sie aber bitte unbedingt darauf, auch hier nicht aus der Rolle zu fallen – und legen Sie vorher fest, wofür Sie aufkommen und wofür nicht, um anschließend nicht auf einer Riesen-Rechnung sitzen zu bleiben.

Wenn Alkohol in Ihrem Unternehmen dagegen zum guten Ton gehört, können Sie bedenkenlos ausschenken – sollten aber auch für den passenden Rahmen sorgen. Das bedeutet, dass Sie wenigstens Sektkelche aus klarem Plastik besorgen sollten, falls es keine firmeneigenen Sektgläser gibt. Schaumwein aus Kaffeetassen oder Pappbechern Sekt zu trinken ist nämlich ein grober Stil-Fauxpas – und Sie wollen ja das Gegenteil beweisen.

Dazu gehört natürlich auch, dass Sie unbedingt Soft Drinks wie Mineralwasser, Säfte oder Limonaden anbieten sollten, schließlich trinken nicht alle Menschen Alkohol. Außerdem machen Sie mit nichtalkoholischen Getränken auch garantiert nichts falsch, wenn Sie zum Thema Alkohol keine belastbaren Informationen erhalten oder sein Konsum nicht so gern gesehen wird.

Kaffee zum Kuchen geht ebenfalls immer. Allerdings bitte nicht die Instant-Brühe aus dem Automaten! Falls in Ihrem Unternehmen keine ordentliche Kaffeemaschine steht, sollten Sie Ihre eigene von zu Hause mitbringen – und vielleicht noch den Wasserkocher für die Teetrinker. Obendrein natürlich die Tassen, wenn das Unternehmen ganz spartanisch ausgestattet ist – sowie natürlich Milch und Zucker.

Sie sehen: Guter Geschmack muss ja nicht teuer sein. Aber wer ihn beweist, hat sofort ein paar Pluspunkte auf dem Teamkonto.