Vorstellungsgespräch Teilnehmer: Die Runde macht's
So mancher hat es schon erlebt: Sie haben sich auf ein Vorstellungsgespräch unter vier Augen vorbereitet, und auf einmal sitzen Ihnen mehrere Gesprächspartner gegenüber. Sie fragen sich, wer die anderen Personen sind, warum sie dabei sind und wie Sie sich jetzt verhalten sollen. Dieser Beitrag verrät Ihnen, wie Sie solche Überraschungen vermeiden und was Sie bei einer Vorstellungsrunde mit mehreren Interviewern beachten müssen.

Wissen, was auf Sie zukommt

In vielen Unternehmen ist es üblich, dass Bewerber von zwei oder mehr Personen interviewt werden. So können mehrere Eindrücke verglichen und subjektive Wahrnehmungen relativiert werden. Während einer redet, können die anderen zudem den Bewerber in aller Ruhe beobachten.

Im öffentlichen Dienst oder in vergleichbaren Institutionen kann es sogar vorkommen, dass Sie sich vor einer großen Runde von zehn oder fünfzehn Personen präsentieren müssen. Darunter sind beispielsweise Gremienvertreter und Mitglieder des Personalrats, weil diese alle ein Mitspracherecht bei Personalentscheidungen besitzen.

Vorstellungsgespräch Teilnehmer: Gesprächspartner mit Namen anreden

Wenn Sie den Namen Ihres Interviewers bei der persönlichen Begrüßung zum ersten Mal hören und wenn derjenige bei der Vorstellung womöglich noch undeutlich spricht, können Sie leicht in eine peinliche Situation geraten. Sie müssen dann eventuell während der gesamten Gesprächsdauer darauf achten, eine direkte Ansprache Ihres Gegenübers zu vermeiden.

Haben Sie sich hingegen vorher nach allen Namen erkundigt, können Sie jeden Gesprächspartner schon direkt bei der Begrüßung mit seinem Namen anreden. So schaffen Sie von vornherein eine positive Gesprächsatmosphäre.

Damit Sie nicht kalt erwischt werden, sollten Sie sich immer vorher erkundigen, wer Ihre Gesprächspartner sein werden. Erfragen Sie die Namen aller Teilnehmer und auch deren Funktion im Unternehmen. Ganz elegant lässt sich das bei der Terminbestätigung erledigen.

Vorstellungsgespräch intensiv vorbereiten

Gerade in einem Gespräch mit mehreren Interviewern ist Ihre Vorbereitung das A und O. Überlegen Sie vorher, was an Ihrem Werdegang die Firma besonders interessieren könnte, ob es kritische Punkte gibt, nach denen Sie gefragt werden - wie etwa Brüche im Lebenslauf -, und auf welche Ihrer Fähigkeiten es bei der ausgeschriebenen Stelle im Wesentlichen ankommt. Auch Ihre eigenen Fragen, die Sie an die Firma stellen wollen, sollten Sie parat haben.

Auf der Grundlage einer solchen Vorbereitung sind Sie weniger nervös, und es wird Ihnen leichter fallen, die Konfrontation mit mehreren Gesprächspartnern zu meistern.

Teilnehmer ansprechen: Aufmerksamkeit angemessen verteilen

Auch wenn in der Vorstellungsrunde mit mehreren Gesprächspartnern nur einer der Firmenvertreter das Wort an Sie richtet, sollten Sie den stillen Beisitzern ebenfalls einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit widmen. Schenken Sie ihnen bei passender Gelegenheit ein Lächeln; ein herzliches Lächeln kommt immer gut an. Beachten Sie die Körperhaltung und Mimik der Beisitzer und fragen Sie nach, wenn Sie ein Nicken oder ein Kopfschütteln, einen zweifelnden Gesichtsausdruck oder ähnliches bemerken.

Oder richten Sie von sich aus das Wort an die Stillen, wenn es sich ergibt - etwa "Herr X, Sie als Ingenieur werden das sicher kennen ..." Dabei können Sie immer geschickt den Namen des Angesprochenen einflechten.

Die wichtigste Interview-Regel: Natürlich bleiben

Selbstverständlich verlangt niemand von Ihnen, dass Sie sich in der Vorstellungsrunde wie ein professioneller Entertainer geben, der gekonnt das Publikum einbezieht. Konzentrieren Sie sich vielmehr auf die Person, die mit Ihnen spricht.

Hören Sie gut zu und geben Sie durchdachte Antworten. Erst wenn Sie sich warmgeredet haben, wenn das Gespräch gut läuft und Sie freie Kapazitäten haben, kommunizieren Sie mit den stillen Teilnehmern. Verhalten Sie sich dabei möglichst natürlich.

Nach dem Vorstellungsgespräch: Dankschreiben an alle

Wer letztendlich die Entscheidung darüber trifft, ob Sie eine Runde weiter kommen oder eingestellt werden, wissen Sie als Bewerber meist nicht. Der Wortführer ist nicht zwingend die Person mit dem größten Einfluss. Ein wunderbares Mittel, um positiv im Gedächtnis aller Gesprächspartner zu bleiben, ist das Dankschreiben nach dem Interview. Wenn es sich um zwei oder drei Interviewer gehandelt hat, bedenken Sie jeden einzelnen mit einem individuellen Schreiben.

Bedanken Sie sich per E-Mail oder Brief mit ein paar netten Sätzen für das Vorstellungsgespräch – egal ob es mit einer Zu- oder Absage endet.

Da nur sehr wenige Bewerber von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, haben Sie so die Chance, langfristig einen angenehmen Eindruck zu hinterlassen. Wählen Sie für Ihr Schreiben individuelle Formulierungen. Wurden Sie zusätzlich zum Gespräch auch zu einer Betriebsbesichtigung oder zum Essen eingeladen? Hat einer der Gesprächspartner für das Gespräch mit Ihnen einen anderen Termin sausen lassen? Dann sollten Sie dies speziell würdigen und sich nicht nur für den Zeitaufwand der Gegenseite bedanken.

Auch wenn ein Gespräch mit mehreren Interviewern für den Bewerber in der Regel erhöhten Stress bedeutet, lässt es sich mit Hilfe der obigen Tipps doch gut bewältigen.

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