Ollyy/shutterstock.comEgal ob Sie Ihren Job wechseln oder frisch in das Berufsleben einsteigen, nach Bewerbung und Auswahlverfahren gibt es immer noch eine Hürde zu nehmen: den ersten Arbeitstag im neuen Unternehmen. Gleich vorneweg: Eine gewisse Nervosität ist völlig normal. Klar, Sie haben Ihren neuen Chef von Ihren Qualitäten überzeugt und sich im Bewerbungsverfahren gegen andere Bewerber durchgesetzt, doch Ihre neuen Kollegen haben Sie vielleicht noch nie gesehen. Und das ist sicherlich nicht das einzig Neue, was Sie an diesem Tag erwartet. Die Tipps zum ersten Arbeitstag zeigen, worauf es beim Arbeitsstart ankommt und wie Ihnen Ihr Einstand gelingt...

Arbeitsstart: Die größten Erwartungen

Neben den neuen Kollegen erwarten Sie am ersten Tag im neuen Unternehmen sicherlich noch weitere Neuheiten: Arbeitsabläufe, Strukturen, Organisation. Selbst lange Jahre der Berufserfahrung schützen in der Regel nicht vor einer gewissen Unsicherheit, die sich an jedem ersten Tag einschleicht.

Doch noch etwas gehört zu jedem Arbeitsstart dazu: hohe Erwartungen. Sie wollen von Anfang an alles richtig machen und zeigen, dass Sie die richtige Wahl für die Position sind, aber auch von Ihrem neuen Arbeitgeber erwarten Sie einiges. Die drei größten Erwartungen für einen neuen Arbeitnehmer sind dabei:

  • Neue Kontakte. Viele wünschen sich bereits am ersten Tag als Teil des Teams gesehen zu werden und viele neue Leute am Arbeitsplatz kennenzulernen. Dabei spielt die soziale Akzeptanz eine große Rolle, denn niemand möchte sich ausgeschlossen fühlen.
  • Perfekte Aufgaben. Eine Horrorvorstellung: Bereits am ersten Arbeitstag einen Fehler machen, der den Kollegen oder dem Vorgesetzten negativ auffallen könnte. Besonders am Anfang sind die Erwartungen an die eigenen Leistungen oft sehr hoch, um das neue Umfeld von sich zu überzeugen.
  • Gute Einarbeitung. Um die Abläufe und die neuen Aufgaben kennenzulernen, ist eine gute Einarbeitung für neue Mitarbeiter unerlässlich. Ein beliebter Weg sind Mentoren Programme, bei denen der neue Mitarbeiter sich bei Fragen oder Problemen an seinen Mentor wenden kann.

Trotz aller Erwartungen und der Aufregung: Denken Sie daran, dass es beim ersten Tag hauptsächlich um das kennenlernen der Kollegen, des Arbeitsplatzes und der Abläufe geht. Seien Sie engagiert und nehmen Sie alle Informationen auf, doch versuchen Sie nicht, zwei Stunden nach Arbeitsbeginn das gesamte Unternehmen umzukrempeln.

Ein typischer erster Arbeitstag

Ollyy/shutterstock.comDoch wie läuft ein typischer erster Tag im neuen Job eigentlich ab? Selbstverständlich gibt es in jedem Job, in jedem Unternehmen und jeder Branche Unterschiede. Doch es gibt auch einige Gemeinsamkeiten, sodass Sie nicht völlig ins kalte Wasser springen müssen. Bereiten Sie sich auf die wichtigsten Punkte vor, die Sie auf jeden Fall erwarten werden. Etwa Ihre kurze Vorstellung in wenigen Sätzen, die Sie am ersten Tag sicherlich mehrfach brauchen werden. Damit Sie ein Gefühl davon bekommen, was sonst noch bei Ihrem Arbeitsstart auf Sie zukommen wird, haben wir einen beispielhaften Tagesablauf für Sie zusammengestellt, der Ihnen die wichtigsten Stationen aufzeigt, die Sie an Ihrem ersten Tag erwarten werden.

  • 07:50 Uhr: Arbeitsbeginn

  • Am ersten Tag sollten Sie lieber überpünktlich sein. Übertreiben Sie dabei aber bitte nicht, fünf bis zehn Minuten sind völlig ausreichend. Ob Sie in Zukunft wirklich Schlag acht Uhr anfangen oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, am ersten Tag macht es jedoch Sinn.

  • 08:00 Uhr: Vorstellung

  • Wenn im Bewerbungsgespräch besprochen wurde, wo Sie am ersten Tag abgeholt werden, sollten Sie dort natürlich warten. Ansonsten halten Sie sich an die Personen, die Sie aus dem Bewerbungsgespräch kennen. Zu Beginn werden Sie mit einer Flut von neuen Namen konfrontiert. Notieren Sie sich die Namen Ihrer neuen Kollegen und Vorgesetzten und lernen Sie diese so schnell wie möglich.

  • 08:35 Uhr: Arbeitsplatz

  • Nachdem Sie Ihre neuen Kollegen kennen gelernt haben, geht es an Ihren neuen Arbeitsplatz. Wenn Sie dann an Ihrem Schreibtisch sitzen, sollten Sie sich möglichst direkt an die Einrichtung desselben machen. Natürlich kann es sein, dass Ihnen noch einige Arbeitsmaterialien fehlen. Das ist jedoch kein Problem, notieren Sie sich einfach was fehlt und fragen Sie den zuständigen Mitarbeiter. Vermeiden Sie es jedoch, wegen jeder Kleinigkeit zu fragen. Das nervt nicht nur Sie und den Mitarbeiter, es kostet auch wertvolle Arbeitszeit.

  • 09:00 Uhr: Einarbeitung

  • Ihr Schreibtisch ist eingerichtet, es kann los gehen. Wahrscheinlich haben Sie zu Beginn einiges an Lesematerial vor sich. Projektbeschreibungen und -berichte, Zielvorgaben, Protokolle von Teambesprechungen und andere Unterlagen sind für den Einstieg wichtig und sinnvoll. Diese sollten Sie natürlich lesen, klären Sie davor jedoch bitte ab, an wen Sie sich mit Ihren Fragen wenden können. Dabei gilt: Dringende Fragen sollten Sie sofort stellen, während Sie sich andere einfach notieren. Viele Fragen beantworten sich auch durch die Unterlagen oder Gespräche mit Ihren neuen Kollegen.

  • 09:30 Uhr: Kaffeepause

  • Nutzen Sie die erste Pause um mit Ihren Kollegen ins Gespräch zu kommen. Dabei gilt: Sie stellen sich vor und beantworten Fragen, doch in der Hauptsache sollten Sie - wenn Ihre Kollegen von sich aus reden - zuhören. Natürlich sollen Sie sich gut darstellen, doch wenn Sie es damit gleich am ersten Tag übertreiben, wirkt das nicht selbstbewusst sondern arrogant. Kein guter Ersteindruck.

  • 09:45 Uhr: Engagement

  • Nach der Kaffeepause geht die Lektüre der Unterlagen weiter. Dabei sollten Sie sich jedoch nicht abkapseln, sondern für Ihre Kollegen weiterhin ansprechbar sein. Wenn einer Ihrer Kollegen mit einer Frage oder Bitte zu Ihnen kommen, sollten Sie sich die Zeit nehmen und - wenn Sie können - die Frage beantworten oder dem Kollegen helfen. Grundsätzlich gilt: Sie sollten von sich aus Aktivität zeigen und nicht darauf warten, dass Ihnen jemand Aufgaben vorgibt.

  • 11:10 Uhr: Planung

  • Wenn sich die Gelegenheit bietet, können Sie mit Ihrem neuen Chef kurz darüber sprechen, was im Lauf des Tages noch anliegt. Vielleicht lernen Sie nachmittags noch andere Kollegen kennen oder nehmen an Ihrer ersten Teambesprechung teil? Sprechen Sie Ihren Chef jedoch nur dann darauf an, wenn er gerade Zeit hat, aufdrängen sollten Sie sich auf keinen Fall.

  • 12:00 Uhr: Mittagspause

  • Am besten schließen Sie sich den Kollegen an, mit denen Sie unmittelbar zusammenarbeiten. Gehen Sie gemeinsam in die Kantine oder in das bevorzugte Lokal und nutzen Sie die Mittagspause dazu, um Kontakte zu knüpfen. Auch hier gilt: Sie stellen sich vor und beantworten Fragen, ansonsten hören Sie Ihren Kollegen aufmerksam zu.

  • 13:00 Uhr: Arbeitsphase

  • Nach der Mittagspause vertiefen Sie sich wieder in Ihr Material oder erledigen kleine Aufgaben, die Ihnen zugeteilt wurden. Vielleicht können Sie einige Fragen bereits klären oder Sie merken, dass Sie noch weitere Unterlagen benötigen. Wenn Sie diese zeitnah brauchen, fragen Sie einfach Ihre Kollegen.

  • 14:00 Uhr: Teambesprechung

  • Je nach dem an welchem Tag Sie mit Ihrer Arbeit beginnen, steht vielleicht gleich die erste Teambesprechung an. Sie können davon ausgehen, dass Sie sich in diesem Rahmen kurz vorstellen dürfen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld, was Sie sagen und wie Sie sich präsentieren wollen. Ansonsten sollten Sie der Besprechung aufmerksam folgen und genau zuhören. Sie werden damit auch einen ersten Eindruck des sozialen Netzwerks im Team bekommen.

  • 14:50 Uhr: Dokumentieren

  • Im Anschluss an die Besprechung sollten Sie Ihre Eindrücke für sich dokumentieren. Zehn Minuten reichen völlig, wichtig ist, dass Sie sich diese Notizen möglichst zeitnah machen. Danach geht es dann mit Ihrer Einarbeitung weiter, der Stapel dürfte nach wie vor groß genug sein.

  • 16:30 Uhr: Kommunikation

  • Nutzen Sie die letzte Pause des Tages für ein wenig Smalltalk mit Ihren Kollegen. Nein, Sie sollten nicht gleich am ersten Tag mit dem Flirten beginnen, doch gegen ein unverbindliches Gespräch ist nichts einzuwenden.

  • 17:16 Uhr: Feedback

  • Gegen Ende des Arbeitstages wird Ihr Chef wahrscheinlich bei Ihnen nachfragen, wie Ihr erster Arbeitstag verlaufen ist. Vermeiden Sie dabei Kritik und konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte. Stellen Sie dar, wo Sie Ihre Erfahrung nutzen konnten, um sich schnell einzuarbeiten und wo Sie noch Einarbeitungsbedarf sehen. Niemand erwartet hier eine umfangreiche Analyse von Ihnen, aber etwas mehr als "Lief gut" darf es schon sein.

  • 18:00 Uhr: Feierabend

  • Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Ihren ersten Arbeitstag erfolgreich absolviert. Verabschieden Sie sich höflich von Ihrem Chef und Ihren Kollegen und bedanken Sie sich für die Hilfe und Einarbeitung. Jetzt können Sie erst mal die neuen Eindrücke und Reize in Ruhe einordnen und verarbeiten.

Arbeitsstart Checkliste: Worauf es am ersten Tag ankommt

Hier noch einmal in Kurzform die wichtigsten Punkte für Ihren Arbeitsstart.

Pünktlichkeit. Kommen Sie nicht auf den letzten Drücker.
Kennenlernen. Stellen Sie sich vor und notieren Sie neue Namen.
Arbeitsplatz. Richten Sie Ihren Schreibtisch ein.
Einarbeitung. Arbeiten Sie mit dem vorhandenen Material.
Kontakte. Nutzen Sie die Pausen, um ins Gespräch zu kommen.
Engagement. Werden Sie von sich aus aktiv.
Feierabend. Bedanken Sie sich bei den Kollegen.

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