One-Click-Bewerbung: Das müssen Sie beachten

Der Dino unter den Bewerbungsverfahren, die Papierbewerbung, stirbt langsam aus. Im vergangenen Jahr gingen in diesem Format nur 13,6 Prozent der Bewerbungen bei Unternehmen ein. Das ergab eine Erhebung der Universität Frankfurt. Deutlich beliebter: die Formular- und E-Mail-Bewerbung. Aber auch diese Formate könnten schnell überholt sein. Möglicherweise sorgt die One-Click-Bewerbung bald für Furore…

One-Click-Bewerbung: Das müssen Sie beachten

Unternehmen müssen es Bewerbern einfacher machen

Fachkräftemangel, E-Mail-Bewerbung und der rasante technische Fortschritt haben einen Prozess in Gang gesetzt, der nicht mehr aufzuhalten ist. Für Sie als Bewerber soll es in Zukunft so einfach wie möglich werden, sich zu bewerben. Personalabteilungen hinterfragen aktuell die klassischen Bestandteile der Bewerbung. Gerade im Social Media-Zeitalter sollte sie schlanker sein als ihre Vorgänger und vor allem nicht so viele Megabytes haben.

Bewerben mit wenigen Klicks

Denn nur so können Sie Ihre Daten mit einem oder wenigen Klicks an den potenziellen Arbeitgeber bringen – auch per Smartphone oder Tablet, zur Not aus der U-Bahn heraus. Erste Unternehmen testen die One-Click-Bewerbung bereits auf ihren Karriereseiten. Andere bieten spezielle Apps an.

  • Mit einem Fingertipp übertragen Sie die von Ihnen freigegebenen Daten beispielsweise aus Ihrem Profil in einem Business-Netzwerk in das Bewerberformular des Unternehmens.
  • Dort können diese von Ihnen nochmals bearbeitet werden. Üblicherweise sind das Name, Adress- und Kontaktdaten sowie die Karrierestufen des hinterlegten Profils.
  • Das heißt aber nicht, dass Sie nur diese Details im Business-Netzwerk ausfüllen und den Rest leer lassen sollten, schließlich hat der Personaler jederzeit Zugriff auf Ihr volles Profil.
  • Alternativ funktioniert das System auch mit einem Lebenslauf im PDF-Format aus der eigenen Dropbox: hochladen, eine kurze Interessenbekundung, fertig.
  • Lassen Sie sich aber nicht von der Schnelligkeit der neuen Form der Bewerbung blenden: Vor dem Absenden alles nochmal auf Rechtschreibfehler oder krude Formulierungen überprüfen! Erst dann heißt es: ab die Post.

Gegenüber der Formular- oder E-Mail-Bewerbungen hat die One-Click-Bewerbung für Sie entscheidende Vorteile:

  • Die Bewerbung kann jederzeit und an jedem Ort ausgefüllt und verschickt werden.
  • Laptop und PC sind nicht nötigt.
  • Es gibt keine langwierig auszufüllenden Eingabemasken.

One-Click-Bewerbung: Nur wenn Sie gefordert wird

Insbesondere falls Sie zu den Bewerbern zählen, die mehrere Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel haben, dürften Sie sich über die Entwicklungen im Bewerbungssektor freuen: Meistens sehen die standardisierten Eingabemasken der gängigen Bewerber Management Systeme nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung vor.

Wer mehr vorweisen kann, muss aktuell in den Online-Formularen tricksen oder einige Karrierestationen auslassen. Bei der One-Click-Bewerbung haben Sie es einfacher. Schließlich lassen die Profile in Karrierenetzwerken einen vergleichsweise hohen Grad der Individualisierung zu.

Noch ist die One-Click-Bewerbung jedoch die Ausnahme von der Regel. Verschicken Sie sie also nur, wenn sie vom Unternehmen ausdrücklich gewünscht wird. In aller Regel geben Arbeitgeber in Stellenanzeigen genau an, wie die Bewerbung gestaltet sein soll. Daran sollten Sie sich halten. Eine kurze Nachricht mit Link auf Ihr Online-Profil wird Ihnen sonst negativ ausgelegt, Motto: Liefert nicht, was gefordert war.

One-Click-Bewerbung: Tipps für das Profil

Allerdings können Sie schon mal beginnen, Ihr Profil ins rechte Licht zu rücken. Denn auch wenn Unternehmen in Bälde einen großen Schritt auf Bewerber zugehen, heißt das nicht, dass Kandidaten bei der Bewerbung lax vorgehen dürfen. Es gelten die gleichen Sorgfaltsregeln wie bei allen anderen Bewerbungsformen auch. Haben Sie aber erstmal alles optimiert, lassen sich Bewerbungen deutlich leichter auf den Weg bringen als bisher.

Das sollten Sie dabei beachten:

  • Das Profilfoto sollte Seriosität und Kompetenz ausstrahlen. Es tritt anstelle des Bewerbungsfotos und verschafft dem Recruiter einen ersten Eindruck. Ein gepflegtes Äußeres, angemessene Kleidung und ein sympathisches Lächeln sind ein Muss. Die Aufnahme sollte professionell sein. Der Ausschnitt eines netten Fotos aus dem letzten Familienurlaub tut’s keinesfalls.
  • Bisherige Karrierestationen: Neben der jeweiligen Positionsbezeichnung, den dazugehörigen Jahreszahlen und einem Webauftritt des Arbeitgebers sollte auch die ausführliche Beschreibung des jeweiligen Tätigkeitsgebietes nicht fehlen. Dazu gehören auch besondere Erfahrungen, Verantwortungsgebiete und Projekte. Auch absolvierte Praktika sollten nicht unter den Tisch fallen.
  • Ausbildung: Zu diesem Punkt gehört ein eventueller universitärer Abschluss, der Schulabschluss, eine betriebliche Ausbildung oder eine langfristige Weiterbildung mit zertifiziertem Abschluss. Auch besondere Ausbildungs-Schwerpunkte sollten nicht zu kurz kommen.
  • Qualifikationen: Fortbildungen, Workshops, Zertifikatslehrgänge etc. sollten in einem aufgeräumten Profil nicht fehlen. Auch lassen sich EDV-Kenntnisse oder anderweitige Zusatzqualifikationen hier abbilden.
  • Auszeichnungen / Organisationen: Jobbezogene Preise oder Auszeichnungen haben einen wichtigen Stellenwert. Auch die Mitgliedschaft bei berufsbezogenen Organisationen. Beides zeugt von überdurchschnittlichem Engagement.

Der Lebenslauf: Mit der Kreativität haushalten

All diese Punkte gelten auch für den Lebenslauf, den Sie wie beschrieben Ihrer One-Click-Bewerbung anhängen können. Diesen bitte unbedingt umgekehrt chronologisch gestalten. Und: Zusätzliche graphische Gestaltungsspielräume sollten nicht über Gebühr ausgeschöpft werden. Personalern geht es um Person, Leistungen und Inhalte. Überstylte Bewerbungen lenken davon nur ab.

Natürlich vermittelt die schnelle Bewerbung per Mausklick nur einen ersten Eindruck vom Bewerber. Besteht aber auf beiden Seiten Interesse, bittet Sie der Arbeitgeber im nächsten Schritt um weitere Informationen, die Sie dann entweder per Mail zur Verfügung stellen oder zum Vorstellungsgespräch mitbringen. Es schadet also nicht, Zeugnisse, Arbeitsproben etc. einzuscannen. Umso schneller können Sie im nächsten Schritt reagieren.

Die One-Click-Bewerbung setzt sich durch

Dass sich die One-Click-Bewerbung durchsetzen wird, ist wahrscheinlich. Zumal immer mehr Bewerber kritisch hinterfragen, warum sie ihr Profil manuell in ein Online-Formular eingeben müssen, wenn längst alle relevanten Informationen im Business-Netzwerk zur Verfügung stehen. Umgekehrt stehen die Arbeitgeber unter Zugzwang: Wer Bewerbern nicht entgegenkommt, könnte langfristig bald ohne ausreichend Nachwuchskräfte dastehen.

[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

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4. April 2015 Autor: Sonja Dietz

Sonja Dietz arbeitet als freiberufliche Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich HR-Management. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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