Bedeutung: Sich vorstellen – wie geht das?
Sich richtig vorzustellen bedeutet, einen positiven und bleibenden Eindruck bei seinem Gegenüber zu hinterlassen. Das gelingt am besten, indem Sie freundlich, authentisch und selbstbewusst auftreten.
Wichtig für eine sympathische und überzeugende Selbstvorstellung ist zudem, dass Sie klar und deutlich sprechen. Fachjargon ist tabu. Dafür dürfen Sie ruhig Persönlichkeit, Begeisterung und Leidenschaft zeigen.
Was gehört in eine gute Selbstvorstellung?
Eine gute Vorstellung hat immer eine klare Struktur und einen systematischen Aufbau aus Einleitung, Hauptteil und Schluss:
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Name & Hintergrund
Beginnen Sie mit Ihrem vollen Namen und nennen Sie kurz den persönlichen Hintergrund – im Business-Kontext ist das meist der Beruf, die Position und Funktion.
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Motivation
Im Hauptteil können Sie kurz (!) den Anlass erklären, warum Sie hier sind – z.B. Ihr Verhältnis zum Gastgeber oder das Interesse an der Veranstaltung.
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Interaktion
Die Kür einer guten Vorstellung ist der Schluss, mit dem Sie den Raum für einen Dialog eröffnen. Das gelingt mit inspirierenden oder interessierten Fragen: „Und was hat Sie hierher geführt?“
Idealerweise dauert Ihre Selbstvorstellung nicht länger als 1-2 Minuten. Ziel und Zweck ist, Interesse zu wecken und Vertrauen zu gewinnen. Alles Weitere ergibt sich dann im Gespräch…
Beispiele: 7 charmante Wege sich vorzustellen
Natürlich kommt es immer auf die Situation an: In einem formalen Meeting werden Sie sich anders vorstellen als im Urlaub am Strand.
Die folgenden Beispiele sind in erster Linie als Anregungen und Inspiration gedacht – wann und wo Sie diese etwa zur Begrüßung einsetzen, bleibt Ihnen und dem Anlass überlassen:
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Namen buchstabieren
Sie haben einen besonders komplizierten oder originellen Nachnamen? Dann buchstabieren Sie diesen einfach bei der nächsten Vorstellung oder ziehen Sie einen Vergleich. Lautet Ihr Nachname beispielsweise „Mai“, können Sie auch direkt mit einem kleinen Scherz darauf hinweisen, wie er geschrieben wird: „…Mai – wie April.“ Das wirkt wie ein Eisbrecher und liefert einen hübschen Gesprächseinstieg: „Ach, wie der Wonnemonat?“
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Hintergrund erklären
Der Einstieg bietet sich vor allem bei seltenen Namen an oder jenen, die schwer auszusprechen sind: „Guten Tag, mein Name ist… Das ist übrigens ein ungarischer Name. Richtig ausgesprochen bedeutet er…“ Diese Vorstellung eignet sich insbesondere im Ausland an, wo Ihr Name praktisch nie korrekt ausgesprochen wird: So haben die Angelsachsen beispielsweise große Probleme mit dem deutschen „ch“, wie in „Jochen“. Warum also nicht so einsteigen: „Hello, my name is Jochen. But feel free to call me Jo. I know, nobody can pronounce that ch!“ Natürlich probieren es die meisten dann erst recht, den Namen richtig auszusprechen. Voilà, schon haben Sie einen lehrreichen Dialog und finden leicht ins Gespräch.
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Herkunft thematisieren
Erzählen Sie Ihrem Gegenüber bei der Vorstellung gleich ein bisschen mehr über sich, zum Beispiel wo Sie herkommen: „Ich bin zwar durch und durch Kölner, aber – allmächd na – geboren wurde ich in Franken…“ Was für eine Brücke! Erst recht, wenn Sie wissen (oder hören), dass Ihr Gegenüber ebenfalls aus Franken oder Köln stammt! Der Trick ist, sofort Gemeinsamkeiten zu finden, denn diese verbinden und machen sofort sympathisch.
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Popkultur referenzieren
Je nach Anlass lassen sich passende Gemeinsamkeiten auch im Lifestyle oder in der Popkultur finden. Auch hier können Sie Ihren Namen für einen Vergleich nutzen: „Mein Name ist Lilly – so wie Lillet, übrigens mein Lieblingsgetränk im Sommer…“ In dem Fall sollte man natürlich für den anschließenden Smalltalk etwas über erfrischende Cocktails oder den Sommer allgemein plaudern können.
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Spitznamen gestehen
Auch Ihr Spitzname bietet einen originellen Gesprächseinstieg und damit einen frischen Weg, sich vorzustellen. Das beweist mindestens Selbstironie und senkt Barrieren. Vielleicht hat Ihr Gesprächspartner ja auch einen skurrilen Spitznamen.
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T-Shirt nutzen
Das ist nichts für formelle Anlässe, ja. Dafür sieht man Motto- oder Profil-T-Shirts immer häufiger auf Barcamps oder lockeren Treffen. Vor allem Gründer nutzen das günstige Kleidungsstück, um darauf ihren Profilnamen zu drucken, ihre URL samt Logo oder einen lustigen Spruch. Der selbstbewusste Einstieg kann z.B. sein: „Ich bin… und ich mache das… (aufs T-Shirt zeigen).“ Charmanter ist natürlich, wenn die Neugier Ihres Gegenübers durch einen QR-Code geweckt wird, den man erstmal einscannen muss.
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Frage stellen
Damit ist nicht gemeint, dass Sie Ihr Gegenüber fragen, wie er oder sie heißt. Das wäre zwar legitim, wenn sich die Person nicht selbst vorstellt. Der charmante Trick aber ist, direkt ein Gespräch zu initiieren, indem Sie die andere Person zum Plaudern bringen. Eine gute Frage zum Kennenlernen ist zum Beispiel: „Ich bin… Nett, Sie kennenzulernen! Ist Ihnen auch aufgefallen, dass…?“ Sie nehmen sich dabei selbst zurück, wirken dadurch sympathisch und geben Ihrem Gesprächspartner den Raum, um sich vorzustellen.
Das Wichtigste: Lächeln Sie stets dazu! Ein Lächeln verbindet sofort. Studien um Arnaud D’Argembeau zeigen, dass lächelnde Menschen besser in Erinnerung bleiben.
Vorsicht, wenn Sie zwei Kontakte einander vorstellen!
Nicht immer stellt man nur sich selbst vor. Gerade auf Netzwerk-Veranstaltungen kommt es vor, dass Sie zwei Menschen miteinander bekannt machen und sich gegenseitig vorstellen wollen. Grundsätzlich eine gute Idee zum Netzwerken. Hier lauert allerdings eine Gefahr: die Reihenfolge! Achten Sie darauf, dass im Business stets die Hierarchie die Reihenfolge bei der Begrüßung bestimmt – nicht das Geschlecht. Also immer zuerst die Ranghöchste Person begrüßen bzw. vorstellen! Das gilt übrigens auch für E-Mails.
Vorstellen Fehler: So bitte nicht!
Neben den charmanten Wegen der Selbstvorstellung gibt es leider auch deren Gegenteil. Auf diese Fehler und Fauxpas‘ sollten Sie bei der Vorstellung unbedingt verzichten:
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Endlose Monologe
Sie sollen zwar sagen, wer Sie sind und was Sie machen. Aber für den Anfang reichen dazu 2-3 Sätze. Danach geben Sie das Wort weiter – eben, indem Sie Fragen stellen. Nur so entsteht aus der Vorstellung ein Gespräch. Wer dagegen einen Monolog hält, degradiert seine Gesprächspartner zu Zuhörern.
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Übertriebene Selbstbeweihräucherung
Stolz auf Leistungen und Erfolge ist in Ordnung. Wer sich bei der Vorstellung aber gleich mit Eigenlob überhäuft, wirkt schnell eingebildet und unsympathisch.
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Geheucheltes Interesse
Wer sich vorstellt, will anschließend ins Gespräch kommen. Ehrliches Interesse an Ihrem Gegenüber ist dafür zwingende Voraussetzung. Also stellen Sie nicht nur eine Frage, sondern „interessieren“ Sie sich wirklich! Vorgespieltes Interesse wird schnell als Heuchelei erkannt – und der Kontakt ist verbrannt.
Wie stelle ich mich im neuen Team vor?
Wer eine neue Stelle antritt, wird am ersten Arbeitstag viele neue Kollegen kennenlernen. Oft ist es üblich, im Rahmen einer Vorstellungsrunde etwas über sich zu erzählen. Folgende Informationen gehören in die kurze Vorstellungsrunde:
- Name
- (Alter)
- (Familienstand)
- Bisherige Tätigkeit
- Stellenbezeichnung
- Abteilung
Die Altersangabe und der Familienstand sind recht persönlich und daher freiwillig. Generell sollten Sie anfangs mit privaten Informationen noch zurückhaltend sein.
Wie sich als neuer Chef vorstellen?
Etwas anders mag eine Selbstvorstellung aussehen, wenn Sie als Neuzugang in einem Unternehmen eine Führungsposition einnehmen. Natürlich ist Ihr Team neugierig auf Sie und will etwas über Sie und Ihren Background erfahren. Umgekehrt ist es eine Frage der Höflichkeit, dass sich auch die Teammitglieder richtig vorstellen, sodass auch Sie sich ein Bild über Ihre neuen Mitarbeiter machen können.
Wichtig: Als Chef ist es Ihre Aufgabe, die Vorstellungsrunde zu moderieren. Daher bietet sich eine Zeitvorgabe an. Besonders freundlich und zugewandt wirkt es, wenn Sie nicht auf knappe Zeit verweisen („Jeder nicht mehr als 3 Minuten!“), sondern positiv formulieren: „Wie wäre es, wenn sich jeder einmal in 90 Sekunden vorstellt?“
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