Absage-Bewerbungsaus-abgelehnt
Sie haben Stunden in das Anschreiben investiert, Ihre Bewerbung bestmöglich vorbereitet und im Vorfeld telefonisch Kontakt aufgenommen. Alles sah gut aus, das Vorstellungsgespräch verlief positiv - und doch erhalten Sie nach wenigen Tagen die Absage. Frustration, Wut und Enttäuschung sind jetzt nur allzu menschlich und verständlich. Zum Teil erhalten Bewerber nicht mal eine persönliche, sondern standardisierte Rückantwort. Das tut besonders weh, weil sich die Wertschätzung zusammen mit den Jobträumen in Luft auflösen. Doch Situation lässt sich auch produktiv, ja sogar positiv nutzen und in eine Chance verwandeln...

Bewerbungsabsage: Machen Sie das Beste draus!

Der erste Schritt bei der Aufarbeitung einer Ablehnung ist die Suche nach möglichen eigenen Fehlern. Schließlich scheitern daran nach wie vor die meisten Bewerber. Sie sind gleichzeitig aber auch die Gründe, die sich am leichtesten beheben lassen:

  • Gerade jüngere, unerfahrene Bewerber überschätzen sich oft und bewerben sich auf Positionen, für die ihnen die Qualifikation oder Erfahrung fehlt. Oder sie wollen unbedingt bei einem renommierten Arbeitgeber landen und übersehen dabei, dass sie die Anforderungen des Stellenprofils nicht erfüllen.
  • Ältere dagegen neigen dazu, ihr Können zu unterschätzen oder ihr Licht unter den Scheffel zu stellen und bewerben sich auf Positionen, für die sie überqualifiziert sind. Oder sie haben sich so eine Aufgabenfülle angeeignet, dass sich nur schwer ein adäquater Job findet.

Grob gesagt gibt es zwei Arten, mit einer solchen Niederlage umzugehen:

  1. Das Stehaufmännchen:

    Diese Menschen kann nichts erschüttern. Obwohl sie unter einer Absage leiden, lassen sie sich nicht entmutigen. Sie bleiben optimistisch und haben genug Selbstbewusstsein, auch weiterhin ihre Ziele in Angriff zu nehmen. Wenn man dem Stehaufmännchen Steine in den Weg legt, baut es ein Haus daraus.

  2. Der Schwarzseher:

    Diese Menschen nehmen diese Absagen oft persönlich. Bereits eine Abfuhr genügt, damit der Schwarzseher seine komplette berufliche Zukunft infrage stellt. Er zerfließt in Selbstmitleid und grübelt Wochen und Monate über die Gründe. Fatal!

Falls Sie der zweite Typ sind (oder irgendwo zwischen den beiden Polen), sollten Sie unbedingt weiterlesen...

Absage? Warum Sie unbedingt um Feedback bitten sollten

Scheuen Sie sich bitte nie, nach einer Bewerbungsabsage um Feedback zu bitten - auch wenn das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) viele Personaler davon zurückschrecken lässt. Wenn Sie nicht fragen, stehen die Chancen, nützliche Hinweise zu bekommen bei 100:1 gegen Sie. Fragen Sie nach, stehen die Chancen immerhin schon bei Fifty-Fifty!

Und so ein Feedback kann aus drei Gründen hilfreich sein:

  • Sie erfahren womöglich, welche Passagen in Ihrer Bewerbung nicht überzeugen konnten oder gar negativ wirken.
  • Sie können daraus lernen, Ihre Bewerbungsunterlagen weiter zu optimieren - und so Ihre künftigen Chancen steigern.
  • Sie können die Absage als Gesprächseinstieg nutzen und so den Job vielleicht doch noch bekommen.

Punkt 3 erscheint Ihnen zu abwegig? Keinesfalls! Genauso ist es einer unserer Karrierebibel-Leserinnen ergangen - prompt hat sie damit eine Punktlandung hingelegt. Folgende Geschichte erzählte sie uns per Mail:

Ihr Blog ist wirklich großartig. In einem der zahlreichen Artikel schreiben Sie, dass man bei einer Bewerbungsabsage die Gründe dafür erfragen soll.

Dies habe ich gemacht und so einen Rückruf der Personalerin erhalten. Sie meinte, mein Profil passe nicht so gut wie das anderer auf die ausgeschriebene Stelle. Das empfand ich anders und meinte sinngemäß, dass ich meine Fähigkeiten und Erfahrungen dann wohl leider falsch und unzureichend rüber gebracht habe.

Schlussendlich hat sie mir noch einmal die Chance gegeben, mein Profil zusammenzufassen und entsprechend auf die Stellenanforderungen zu reflektieren, was einige Tage später mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch erwidert wurde.

Aus einer standardisierten Absage eine persönliche Gesprächseinladung zu machen, habe ich damit auch Ihren Ratschlägen zu verdanken. Dafür ein großes Dankeschön und eine Bitte: Machen Sie weiter so!

In dem Fall hat sich das Nachhaken also mehr als gelohnt. In jedem anderen Fall aber auch: Was können Sie schon verlieren? Die Absage haben Sie sowieso schon kassiert - und mehr als Nein sagen, kann der Personaler auch nicht mehr. Solange Sie höflich und freundlich nachfragen, können Sie letztlich also nur gewinnen...

Absage der Bewerbung: Wie Sie den Korb richtig deuten

Die erste Frage ist natürlich: Wie schnell kommt die Absage? Geht das zügig, haben Sie tatsächlich nicht gepasst oder sich ein paar grobe Schnitzer zu viel erlaubt. Hier hilft nur die selbstkritische Prüfung der Unterlagen.

Wenn die Bewerbungsabsage länger auf sich warten lässt, beispielsweise eine oder mehrere Wochen, dann sieht die Sache schon besser aus. Klar, bleibt eine Absage, aber man hat sich intensiver mit Ihrer Bewerbung beschäftigt und sich vielleicht Gedanken gemacht, ob man Sie einladen soll oder nicht. Dicke Patzer enthält die Bewerbung dann eher nicht, könnte aber eine Optimierung vertragen.

Auch nach dem Vorstellungsgespräch kann es noch eine Absage geben. Auch hier ist der Termin entscheidend: Folgt die Absage dem Gespräch auf dem Fuße, ist es dem Unternehmen augenscheinlich leicht gefallen, sich gegen Sie zu entscheiden. Möglicherweise sollten Sie dann Ihre Selbstpräsentation verbessern.

Im zweiten Schritt sollten Sie prüfen, wie die Absage formuliert ist. Aus einem Standardtext lässt sich nicht viel herauslesen. Ein individuell formulierter Text aber drückt schon Wertschätzung aus und ist ein Indiz dafür, dass Ihre Bewerbung gelesen und ernst genommen wurde. Zum Beispiel so:

Bitte entschuldigen Sie, dass wir erst heute antworten, aber zum damaligen Zeitpunkt zeichnete sich eine offene Vakanz ab, die für Sie möglicherweise interessant gewesen wäre.

Wenn Sie solche oder ähnliche formulierte Absagen erhalten, können Sie sicher sein, dass Ihre Bewerbungsunterlagen positive Aufmerksamkeit gefunden haben. Noch besser ist es, wenn die Absage sogar lobende Worte enthält. Zum Beispiel:

Ihre Bewerbung hat uns gut gefallen und wir haben sorgfältig überlegt, ob wir eine Einsatzmöglichkeit für Sie haben.

Oder:

Leider haben wir momentan keinen Bedarf an weiteren Verwaltungsmitarbeiterinnen, obwohl uns Ihre eindrucksvolle und zielbewusste Bewerbung sehr beeindruckt hat.

Die Dass Ihre Bewerbung trotz Absage wirklich gut angekommen ist, erkennen Sie auch daran, dass das Unternehmen Ihre Unterlagen für den Fall einer künftigen Vakanz behalten möchte. Das liest sich dann zum Beispiel so:

Ihre eingereichten Bewerbungsunterlagen haben uns so gut gefallen, dass wir mit Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt über eine mögliche Anstellung sprechen wollen. Ihr Einverständnis voraussetzend, werden wir Ihre Unterlagen zu diesem Zweck hier aufbewahren.

Wenn also das Unternehmen signalisiert, dass man dort in Zukunft gern wieder von Ihnen hören möchte, dürfen Sie das - trotz aktueller Bewerbungsabsage - als positive Botschaft deuten. Was uns zum nächsten Abschnitt bringt...

Bewerbung Absage: Wie Sie diese professionell nutzen

Die folgenden 9,5 Tipps können Ihnen helfen, den Kopf frei zu kriegen und Ihre Bewerbungschancen künftig zu verbessern:

  1. Erlauben Sie sich zu trauern.

    Nehmen sie sich ruhig die Zeit, Trübsal zu blasen. Wenn es hilft, können Sie schreien, heulen oder fluchen - aber nicht länger als 24 Stunden. Und nehmen Sie die Absage bloß nicht persönlich. Nie! Kein Personalchef versucht Ihnen persönlich zu schaden. Wenn Sie eine Absage erhalten, passen Sie einfach nicht in das Auswahlraster des Unternehmens.

  2. Bitten Sie um Feedback.

    Der Versuch ist nicht verboten. Finden Sie selbst keinen Grund für die Absage, ist es durchaus legitim, beim Unternehmen nachzuhaken (siehe Kasten oben). Fragen Sie aber am besten telefonisch nach, so steigen die Chancen, wenigstens etwas zu erfahren. Denn der Personaler muss Ihnen dazu nichts schriftliches dokumentieren. Dafür brauchen Sie allerdings Mut - und müssen damit rechnen, keine ehrliche Antwort zu bekommen. Trotzdem lassen sich manchmal zwischen den Zeilen eine Antwort oder ein paar Hinweise finden.

  3. Prüfen Sie, wo Ihre Fehler lagen.

    Ihr Ziel ist es, aus dieser Erfahrung zu lernen. Auch wenn es kein Feedback gibt: Gehen Sie noch einmal Ihre Bewerbungsunterlagen durch und überlegen Sie, was Sie hätten besser machen können. Gibt Ihr Anschreiben Ihre Motivation überzeugend wieder? Ist Ihr Lebenslauf lückenlos, und entspricht er den formalen Kriterien? Sehen Sie die Absage als Möglichkeit, Ihre Schwächen zu erkennen und Ihre Selbstwahrnehmung zu reflektieren.

  4. Suchen Sie Inspirationsquellen.

    Viele Menschen waren bereits an dem Punkt, an dem Sie jetzt stehen. Schöpfen Sie aus den Erfahrungen und Lebensläufen erfolgreicher Menschen Inspiration. Wie sind diese mit Rückschlägen umgegangen? Was waren ihre nächsten Schritte?

  5. Schließen Sie damit ab.

    Wenn Sie sich konstruktiv mit der Absage auseinandergesetzt haben, sollten Sie diese auf sich beruhen lassen. Es wird Ihnen nicht helfen und auch nicht zu neuen Erkenntnissen führen, wenn Sie wochenlang über die Gründe nachdenken.

  6. Verfeinern Sie die Arbeitgebersuche.

    Vielleicht haben Sie sich beim letzten Mal zu sehr auf einen (Traum-)Arbeitgeber fokussiert. Es gibt aber weitaus mehr Unternehmen mit ebenfalls interessanten Stellenprofilen. Nutzen Sie die Gelegenheit, den Suchradius zu erweitern. Womöglich entdecken Sie so einen noch viel besseren Job.

  7. Arbeiten Sie der latenten Prägung entgegen.

    Oft sind wir bei der Berufswahl festgelegt, ohne es zu ahnen. Fachleute sprechen dabei von der latenten Prägung. Hinterfragen Sie also Ihre Suchtechnik und Suchbegriffe für Jobbörsen. Probieren Sie neue und synonyme Begriffe aus, um so Jobs zu finden, die ebenfalls passen, an die Sie aber nie gedacht hätten.

  8. Suchen Sie nach alternativen Einstiegen.

    Gerade wenn Sie noch am Anfang Ihrer Karriere stehen, kann es schwierig sein, den Einstieg sofort über eine feste Stelle zu finden, weil Ihnen noch die Berufserfahrungen fehlen. Ein Teufelskreis: Ohne Erfahrungen kein Job; ohne Job keine Erfahrungen... Überlegen Sie sich in dem Fall Alternativeinstiege: ein Praktikum zum Beispiel.

  9. Ziehen Sie Profis zu Rate.

    Wenn Sie mit Ihrer Bewerbung partout nicht weiterkommen und auch nicht weiter wissen, sollten Sie sich einen Profi zur Unterstützung suchen, der Ihnen dabei hilft, die Bewerbung zu optimieren. Zugegeben, die Auswahl ist schwer, weil es auf dem Markt auch viele Quacksalber gibt. Entscheidend ist hier die Erfahrung und Reputation. Standardpreise liegen bei rund 150 Euro pro Stunde. Sparen Sie nicht am falschen Ende: Es geht um Ihren Job und Ihr künftiges Einkommen.

Extra-Tipp

Läuft das Feedbackgespräch mit dem Arbeitgeber gut und der Personalchef ist nicht generell abgeneigt, Sie (irgendwann mal) einzustellen, sollten Sie den Kontakt zum Unternehmen aufrecht erhalten. Signalisieren Sie, ohne aufdringlich zu sein, dass Sie immer noch Interesse an einer Beschäftigung haben. Verfolgen Sie kontinuierlich die Social-Media-Kanäle, damit zeigen Sie, dass Sie sich auch weiterhin mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Bieten Sie dem Personalchef an, die Unterlagen zu behalten. Handelt es sich um ein Traineeprogramm, könnten sie erfragen, ob eine Bewerbung im nächsten Jahr Chancen hat.

Für Arbeitgeber: Absageschreiben formulieren

Schlechte Nachrichten überbringt keiner gerne. Trotzdem geht es im Auswahlprozess nicht ohne.

Die schlechteste Reaktion wäre, sich bei einem Bewerber gar nicht mehr zu melden. Das ist nicht nur grob unhöflich und schlechter Stil - in Zeiten von Social Media und Arbeitgeberbewertungsportalen schädigt es auch dem Arbeitgeberimage (vulgo Employer Branding) nachhaltig.

Allerdings ist so eine Absage auch nicht ungefährlich. Mit Blick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) kann eine unglücklich formulierte Begründung bezüglich Alter oder Geschlecht bereits zu einer Diskriminierungs-Klage und Schadenersatzforderungen führen. Aus Angst davor und auf Rat mancher Juristen formulieren die meisten Arbeitgeber daher seelenlose und nichtssagende Standardschreiben. Kann man machen - in Erinnerung oder gar für positive Aufmerksamkeit sorgt man so aber nicht. Es bleibt die zweitschlechteste Lösung.

Tipp: Formulieren Sie nicht negativ, sondern positiv. Oder legen Sie dem Absageschreiben eine kleine Dreingabe und Aufmunterung bei. Joviale Späße sind dabei aber tabu - wer versteht schon Humor, wenn er einen Korb bekommt.

Aber auch manche herkömmliche Floskeln, wie "Bitte sehen Sie in der Absage keine negative Bewertung Ihrer fachlichen Qualifikation" sind brandgefährlich. Denn genau das ist nach dem AGG der einzig sichere Weg abzusagen: aufgrund der Diskrepanz zwischen dem Anforderungsprofil einerseits und der fachlichen Eignung des Bewerbers andererseits.

MUSTERBEISPIEL für ein Absageschreiben

Sehr geehrter Herr Mustermann,

wahrscheinlich haben Sie schon geahnt, was kommt, als Sie diesen großen Umschlag gesehen haben. Es ist auch leider so: Wir müssen Ihnen absagen. Ihre Bewerbung ist nicht in die engere Wahl gekommen - vor allem weil uns andere Bewerber hinsichtlich ihrer Passgenauigkeit zwischen Anforderungsprofil und fachlicher Eignung mehr überzeugt haben.

Wir haben Ihre Unterlagen dann auch noch sorgfältig auf mögliche alternative Einsatzgebiete für Sie geprüft. Leider könnten wir aber auch dazu keine passenden Vakanzen finden, die wir Ihnen anbieten können.

Dennoch möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse an unserem Unternehmen bedanken. Wir wissen die Mühe, die Sie sich gemacht haben, durchaus zu schätzen und glauben auch, dass Ihre Unterlagen anderswo überzeugen können. Dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg.

Zu unserer Entlastung senden wir Ihnen Ihre Bewerbungsunterlagen wieder zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Personaler
Recruiting Specialist

PDF-DownloadPS: Das Absageschreiben-Muster können Sie übrigens HIER als PDF herunterladen.

BEISPIEL für ein Absageschreiben (das so verschickt wurde)

Guten Tag Herr XXX,

vielen Dank für Ihr Interesse, unser Team durch eine Junior Projektleitung zu verstärken.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir uns dazu entschlossen haben, den weiteren Weg mit einem anderen Kandidaten zu gehen, der fachlich ein wenig tiefergehende Erfahrungen in unserer Branche aufweist. Manchmal entscheiden Kleinigkeiten - bitte sehen Sie dies nicht als Abwertung Ihrer persönlichen oder fachlichen Stärken. Ihre Vita hat uns ebenfalls sehr gut gefallen, was auch der Grund für das ungewöhnlich späte Feedback unsererseits ist.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich bezüglich aktueller Vakanzen weiterhin über unsere Homepage auf dem Laufenden halten. Gerne nehmen wir Ihre Bewerbungsunterlagen bei Interesse erneut in Empfang.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne wie gewohnt an meine Kollegin XXX unter >>>.

Wichtig ist, dass Sie trotz schlechter Nachricht, nicht allzu viele Worte machen.

  • Erstens, glaubt und will die sowieso kein Bewerber lesen.
  • Zweitens, wirkt es immer wie ein schlechtes Gewissen.

Sie haben sich entschieden, es hat nicht gepasst, trotzdem ist das kein persönliches Urteil. Punkt.

Weiterführende Artikel und Beispiele hierzu:

Absage zur Absage: Hiermit muss ich Ihnen leider mitteilen...

Vor kurzem brachte der Blogger Ronny Kraak vom Kraftfuttermischwerk eine fiktive Absage zur Bewerberabsage in Umlauf, die sich seitdem veritabler Verbreitung erfreut. Die Kommentare dazu reichen von "genial!" über "Wäre einen Versuch wert!" bis hin zu: "Den würde ich sofort als Lehrling nehmen".

Im Wortlaut klang die Absage der Bewerberabsage dann so:

Sehr geehrte Frau ...,

Vielen Dank für Ihren Brief vom 25. März. Nachdem ich sorgfältig über Ihre Absage auf meine Bewerbung nachgedacht habe, bin ich leider zu dem Entschluss gekommen, Ihre Absage nicht akzeptieren zu können.

Ich habe dieses Jahr eine hohe Anzahl Absagen erhalten und sehe mich leider nicht in der Lage, weitere Absagen entgegennehmen zu können.

Trotz Ihrer freundlichen, vorgeschriebenen Absage, entspricht sie momentan nicht meinen Bedürfnissen - daher bedauere ich Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich die Lehrstelle als Kaufmann bei Ihnen am 18. August antreten werde.

Ich freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft viel Glück dabei, Kandidaten abzulehnen - hoffentlich klappt es das nächste Mal.

Freundliche Grüße

Natürlich sind solche Schreiben nicht ernst gemeint. Aber sie inspirieren und die Reaktionen der Leser beweisen zugleich: Einige reagieren darauf überraschend positiv. Womöglich ist es ja doch eine Chance - abgesagt hat das Unternehmen ja schon. Was also gibt es noch zu verlieren (vorausgesetzt, das Augenzwinkern zwischen den Zeilen bleibt erkennbar)?

Auch der Satiriker Jürgen Sprenzinger nahm sich vor einiger Zeit des Themas an und drehte den Spieß einfach um, indem er Unternehmen auf ihre Stellenanzeigen Absagen schickte. Am Ende entstand daraus ein recht amüsantes Buch, das den bezeichnenden Titel trägt:

"Sehr geehrter Herr Hornbach, um ein Haar hätte ich mich bei Ihnen beworben"

Oder erinnern Sie sich noch an dieses Beispiel:

Sehr geehrter Herr XXX,

mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige im Hamburger Tagblatt gelesen. Obgleich die von Ihnen beschriebenen Aufgaben durchaus reizvoll klingen, muss ich Ihnen hiermit leider absagen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle auch die wichtigsten Gründe kurz mitteilen:

  1. Meine Recherchen auf Bewertungsplattformen im Internet und in verschiedenen Sozialen Netzwerken haben ergeben, dass Ihre Unternehmenskultur ausbaufähig ist. Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist schlecht. Es soll ein rauer Ton herrschen und wenig Handlungsfreiraum sowie Entwicklungsmöglichkeiten geben.
  2. Ich weiß, dass Sie keine flexiblen Arbeitszeitmodelle anbieten. Auf diese wäre ich aber angewiesen, da ich zwei Kinder habe.
  3. Sie inserieren immer noch in Tageszeitungen. Weder eine Facebook-Seite noch einen Twitter-Kanal hat Ihr Unternehmen. Die Social Media scheinen Ihnen fremd zu sein. Auch auf Ihrer Homepage finde ich kaum Informationen.



Sollten Sie Ihre Defizite in der Zukunft abstellen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Peter M. Schmitt

Auch wenn das Satire ist: Mit Humor geht vieles leichter...

[Bildnachweis: R.Iegosyn by Shutterstock.com]

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