Fehler-Bewerbung-vermeiden-Facepalm
Sie haben schon mehr als 100 Bewerbungen geschrieben und verschickt - und erhalten trotzdem nur Absagen (wenn überhaupt)? Das kann daran liegen, dass Sie sich für die falschen Jobs bewerben (für die Sie nicht ausreichend qualifiziert sind) oder dass Ihre Mitbewerber jedes Mal besser waren. Wahrscheinlicher aber ist, dass Sie ohne es zu merken ein paar typische Bewerbungsfehler machen, die Sie regelmäßig ins Aus katapultieren und dafür sorgen, dass die Zusage an einen anderen Kandidaten geht. Die gute Nachricht: Auch aus Bewerbungsfehlern lässt sich lernen, damit Sie es in Zukunft besser machen. Wir verraten wie...

Dieser Fehler ruiniert jede Bewerbung

Bevor wir auf die klassischen Bewerbungsfehler eingehen: Der schlimmste Fehler in der Bewerbung entsteht schon, bevor die Tinte das Papier erreicht – er beginnt im Kopf des Bewerbers.

Jeremy Schifeling ist Experte auf dem Gebiet des Recruitings. Seit Jahren wählt er für globale Konzerne wie Apple, Amazon, Microsoft und LinkedIn Nachwuchstalente und Experten im Technologiebereich aus. Er beurteilte schon Tausende Bewerbungsunterlagen und stellte bald fest: Ein gravierender Fehler tauchte dort regelmäßig auf und kostete schon so manchen Kandidaten den Job.

Nicht Tippfehler oder falsche Namen kickten die Bewerber ins Aus - es war ihre Perspektive.

Die Betroffenen schrieben ihre Bewerbung nicht für den Personaler oder einen Headhunter, sondern für sich selbst. Oder mit anderen Worten: Sie fokussierten sich auf Erfahrungen, die ihnen wichtig waren, dem Personaler bei der Beurteilung und Auswahl aber nur wenig halfen – geschweige denn ihn überzeugten.

Es fehlt das Umdenken und Adaptieren an die Erwartungen und Anforderungen aus Sicht des Personalers oder eben des Unternehmens, für das gearbeitet werden soll. Genau dieser gedankliche Schritt ist aber nötig, um überzeugend zu argumentieren und dem Leser der Bewerbung klar zu machen, warum er es hier mit dem besten Bewerber zu tun hat.

Warum machen Bewerber diesen Fehler überhaupt?

Kurz gesagt: Weil es ihnen nicht bewusst ist. Wer sich bewirbt, sieht meist nur sich und sein Problem: Ich brauche dringend einen Job! Entsprechend finden sich in zahlreichen Anschreiben vor allem Ego-Formulierungen und Ich-Sätze:

  • Ich bin teamfähig.
  • Ich bin belastbar.
  • Ich bin ein Macher.
  • Ich bin engagiert, motiviert.
  • Ich habe schon Verantwortung übernommen.

Inhaltlich mag das alles richtig sein. Doch in dieser Häufung wirkt das nicht nur eintönig, sondern auch latent egozentrisch. Behaupten kann so etwas ohnehin jeder – beweisen dagegen nur wenige (Tipps und Beispiele, wie Sie die Ich-Formulierungen umgehen, finden Sie am Ende des Artikels).

Clevere Verkäufer wissen es besser: Sie versetzen sich in die Perspektive des Kunden und lösen dessen Problem. Das überzeugt - und führt zum Abschluss. Und in der Bewerbung, die nichts anderes ist als ein Verkaufsgespräch, gilt das genauso.

Bewerbungsfehler: Das Problem mit der Rechtschreibung

1871 wurde die Uneinheitlichkeit in der deutschen Schreibweise als ernsthafte Behinderung in der Kommunikation wahrgenommen. Konrad Duden nahm sich dieser Sache an und schuf 1880 das Vollständige Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache, den sogenannten Urduden.

Darin legte er die Grundlage zur Vereinheitlichung der Schreibweise. Auch wenn viele die Rechtschreibung heute als Ärgernis betrachten, war sie ursprünglich dazu gedacht, den Menschen zu helfen und ihnen Orientierung zu bieten. 2005 gab es allerdings die Rechtschreibreform, die viele erneut verunsicherte: Was darf man zusammenschreiben? Was wird getrennt geschrieben? Was groß und was klein?

Auch bei den Bewerbungsfehlern gehören Rechtschreibungspatzer zu den absoluten Klassikern - und führen leider schnell dazu, dass Unterlagen aussortiert werden. Rechtschreibfehler gelten nicht nur als Zeichen von mangelndem Wissen und wenig Kompetenz, sondern zeugen auch von wenig Sorgfalt und fehlender Gewissenhaftigkeit.

Eigenschaften, die Unternehmen nicht in den eigenen Reihen sehen wollen.

Damit Ihnen dieser Bewerbungsfehler in Zukunft nicht mehr unterläuft, haben wir zur Wiederholung noch einmal die wichtigsten Regeln zur Rechtschreibung in der Bewerbung zusammengefasst:

Getrennt- und Zusammenschreibung

  • Verben können mit Präpositionen eine Verbindung eingehen. Dann wird die Kombination aus Verb und Präposition in der Grundform, im Partizip (das Partizip von kommen ist gekommen) sowie bei der Endstellung im Nebensatz zusammengeschrieben.

    Beispiel: auffallen, aufgefallen
  • Kombinationen aus Verb und Adjektiv werden zusammengeschrieben.

    Beispiel: schwarzfahren, schwarzarbeiten
  • Verben mit "sein" werden getrennt geschrieben.

    Beispiel: da sein, aus sein
  • Verben werden auch zusammengeschrieben, wenn der erste Teil nicht sinnvoll allein stehen kann.

    Beispiel: abhandenkommen, einhergehen
  • Ist der erste Bestandteil eines Verbs ein Substantiv, schreibt man es getrennt.

    Beispiel: Rad fahren, Klavier spielen. Achtung: Wird das Verb als Substantiv verwendet, schreibt man es wieder zusammen. Beispielsweise das Radfahren.
  • Wird ein Adjektiv durch ein weiteres Wort näher beschrieben, schreibt man die Kombination zusammen.

    Beispiel: bitterkalt, dunkelgrün

Groß- und Kleinschreibung

  • Substantive und Namen werden groß geschrieben. Viele Substantive erkennt man an ihrer Endung auf -ung, -keit, -heit, -nis.

    Beispiel: Verantwortung, Geständnis
  • Tagesbezeichnungen nach den Adverbien gestern, heute, morgen werden groß geschrieben.

    Beispiel: heute Morgen, gestern Nacht
  • Wörter, die aus Substantiven entstanden sind, werden klein geschrieben. Das können Adverbien oder Verhältniswörter sein.

    Beispiel: abends (Adverb), anfangs (Adverb), trotz (Verhältniswort), angesichts (Verhältniswort). Achtung: Am -s lässt sich zwar gut erkennen, ob das Wort klein geschrieben werden soll, doch ist es nicht zu verwechseln mit dem Genitiv-S. Beispielsweise heißt es: Ich bin abends müde. Aber nicht zu verwechseln mit: Eines Abends besuchte mich eine Freundin.
  • Wird ein Adjektiv oder Verb als Substantiv gebraucht, schreibt man es groß.

    Beispiel: das Gute, nichts Wichtiges, die Suchende. Achtung: Vorausgehende Wörter wie die Artikel der, die, das oder die Wörter vieles, nichts, alles, zeigen an, dass aus dem nachfolgenden Wort ein Substantiv geworden ist.

Wie Sie diesen Bewerbungsfehler vermeiden

Rechtschreib- oder Tippfehler können und werden jedem passieren - nur sollten diese in der endgültigen Version Ihrer Bewerbung, die Sie per Mail oder auch per Post verschicken, nicht mehr vorhanden sein. Damit Ihnen dieser Bewerbungsfehler in Zukunft nicht mehr unterläuft, haben wir einige Tipps:

  • Gewinnen Sie Abstand

    Lassen Sie Ihre Unterlagen ein bis zwei Stunden ruhen und schauen Sie sich diese erst danach genau an. Dann ist der Inhalt nicht mehr frisch im Gedächtnis und Sie ergänzen die Sätze nicht automatisch, sondern lesen wirklich, was Sie geschrieben haben.


  • Drucken Sie Ihren Text aus und verändern Sie das Layout

    Auch dieser Trick hilft Ihnen dabei, den Text mit neuen Augen zu betrachten und Fehler schneller zu sehen. Bei langen Texten ist das Lesen auf Papier weniger anstrengend für die Augen als am Bildschirm.


  • Lesen Sie Ihren Text rückwärts

    Das ist zwar anstrengend, und es nimmt einige Zeit in Anspruch, doch Sie konzentrieren sich dadurch mehr auf die Wörter. Diese Technik verhindert, dass Sie sich zu sehr auf den Sinn des Geschriebenen konzentrieren. Betrachten Sie nur die Wörter, fallen Ihnen Tippfehler schneller auf.


  • Lesen Sie Ihren Text laut vor

    Durch das laute Vorlesen verlangsamen Sie Ihr Lesetempo. Zusätzlich gewinnen Sie einen weiteren Sinneseindruck. Ist beispielsweise der Satzbau komisch, werden Sie das leichter raushören als rauslesen können.


  • Machen Sie mehrere Korrekturdurchgänge

    Lesen Sie Ihren Text immer wieder unter einem anderen Aspekt. Achten Sie beispielsweise beim ersten Mal nur auf den Satzbau, beim zweiten Mal konzentrieren Sie sich auf die richtige Verwendung von "Sie" und "sie" und so weiter. Damit konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf einen konkreten Aspekt und Ihnen rutscht nichts durch.


  • Achten Sie auf typische Fehler

    Sie kennen sich und Ihren Schreibstil am besten. Nachdem Sie ein paar Bewerbungen geschrieben haben, wird Ihnen auffallen, dass Sie immer einen bestimmten Fehler machen. Beispielsweise vergisst mancher bei dem Wort "Wochenende" fast immer das zweite -en, dann wird daraus "Wochende". Achten Sie gezielt auf Ihre Schwächen.

Bewerbungsfehler: Typische Pannen vermeiden

file404 by shutterstock.comNeben der Rechtschreibung gibt es noch eine ganze Reihe weiterer typischer Bewerbungsfehler, die leider immer noch viel zu häufig vorkommen.

Es beginnt schon bei der schriftlichen Bewerbung. Sie bildet Ihre erste Arbeitsprobe. Wer hier also schlampig ist - Tippfehler, Eselsohren, Preisschilder auf Bewerbungsmappen, falsch geschriebene Namen -, vermurkst bereits den ersten Eindruck und damit meist die ganze Bewerbung.

Gerade Personaler, die auf eine Stellenanzeige viele Bewerbungsschreiben erhalten, zeigen meist eine Null-Fehlertoleranz gegenüber Schlampereien.

Eine perfekte Bewerbung zu schreiben, ist allerdings keine Raketenwissenschaft (siehe Kasten mit unseren zahlreichen Dossiers ganz unten). Sie können die folgenden Punkte daher wie eine Checkliste behandeln, mit deren Hilfe Sie Ihre Bewerbungsunterlagen zum Schluss noch einmal durchgehen und auf eben diese Fehler hin prüfen. So haben Sie sich selber hinterher auch nichts vorzuwerfen.

Bewerbungsfehler: Checkliste für bekannte Klassiker

    Fehler im Anschreiben

  • Falscher Firmenname, falsche Adresse, falsche Anrede
  • Unseriöse E-Mail-Adresse (Scharfesuzy66@mail.de)
  • Anrede mit "Sehr geehrte Damen und Herren", obwohl Empfänger in Anzeige benannt ist
  • Kein individueller Bezug zur Stelle
  • Überzogene Grußformel ("Hochachtungsvoll")
  • Fehlende Unterschrift, fehlendes Datum
  • Fehler im Lebenslauf

  • Unseriöses Bewerbungsfoto (Urlaubsbild, Ganzkörperaufnahme, Automatenfoto)
  • Uneinheitliche Systematik (Werdegang chronologisch; Ausbildung amerikanisch)
  • Lückenhafte Angaben
  • Fehlende Unterschrift, fehlendes Datum
  • Fehler im Vorstellungsgespräch

  • Unpünktlichkeit
  • Übermäßige Nervosität
  • Falscher Dresscode
  • Fehlender Blickkontakt
  • Schlechte Vorbereitung
  • Kein Wissen über den Arbeitgeber
  • Einsilbige Antworten
  • Erfundene Erfolgsgeschichten
  • Keine Rückfragen
  • Allgemeine Bewerbungsfehler

  • Nicht ausreichende Frankierung Unterlagen
  • Verwendung von minderwertigem Papier
  • Doppelseitiges Bedrucken von Anschreiben und Lebenslauf
  • Rechtschreibfehler, Grammatikfehler
  • Eselsohren, Fettflecken auf dem Papier
  • Zeugnisse im Original mitgeschickt (statt Kopie)
  • Widersprüchliche Angaben in Anschreiben und Lebenslauf
  • Fehlende Anlagen (obwohl angekündigt oder gefordert)

Bewerbungsfehler: Diese 8 sind besonders heimtückisch

Neben den genannten Klassikern, die eigentlich bekannt und daher vermeidbar sind, kommen noch ein paar besonders gemeine Bewerbungskiller dazu. Auch sie sind im Grunde einfach herzuleiten, werden aber gerne ignoriert. Leider - wie uns einige Personaler immer wieder berichten:

  1. Bewerbungsfehler: Kopierte Anschreiben

    Auch wir bieten Ihnen auf der Karrierebibel mehr als 40 Bewerbungsmuster und Gratis-Vorlagen an. Diese sollten Bewerber aber stets als Anregung und Hilfestellung betrachten und nie 1:1 kopieren. Spätestens wenn Ihr Mitbewerber auf dieselbe Idee kam, fliegt das Plagiat auf und Sie sind beide raus.

    Zudem können solche Vorlagen immer nur allgemein gehalten sein, sie passen also nie zu 100 Prozent auf die Stelle - doch genau darauf kommt es an. Kein Personaler schätzt unpersönliche Massenschreiben.


  2. Bewerbungsfehler: Zu langer Lebenslauf

    Solange Sie sich nicht auf einen Vorstands- oder Geschäftsführerposten bewerben und keine 20 Jahre Berufserfahrung besitzen, sollte der Lebenslauf 2 Seiten nicht übersteigen. Nicht nur, weil kein Personaler Romane lesen mag, sondern weil Sie damit bereits in der ersten Arbeitsprobe scheitern: die Konzentration auf das Wesentliche (auch bekannt als Postkorbübung).

    Seien Sie beim Editieren des Lebenslaufs so prägnant und so präzise wie möglich, aber auch so kurz wie möglich. Das gilt zum Beispiel auch für die Auswahl der genannten Hobbys.


  3. Bewerbungsfehler: Schlechte Fotos

    Das Bewerbungsfoto zieht am Anfang sofort den Blick des Lesers auf sich und prägt dementsprechend den ersten Eindruck. Eine Wirkung derer man sich bewusst sein sollte - aber dennoch werden hier immer wieder große Fehler gemacht.

    Professionelle Bewerbungsfotos sind für seriöse Bewerbungen ein absolutes Muss und sollten sowohl vom Format als auch von der Qualität keine Wünsche übrig lassen.

  4. Bewerbungsfehler: Zu schwer zu lesen

    Für alle Ihre Bewerbungsunterlagen gilt: Denken Sie zuerst an den Adressaten und Leser. Je leichter Sie es diesem machen, desto wohlwollender wird er. Dazu gehöret - neben Rechschreibfehlerfreiheit - vor allem ein übersichtliches Schriftbild.

    Kurze Sätze und kurze Absätze, einheitliche Schriftarten, markante Überschriften und Betreffzeilen sowie sinnvolle Paragraphen und Bulletpoints. Diese machen nicht nur Online-Artikel lesbarer... Beachten Sie hierbei bitte auch die Regeln der DIN 5008:

    DIN5008-Normschreiben-Beispielgrafik


  5. Bewerbungsfehler: Muss-Qualifikationen fehlen

    Stellenanzeigen unterscheiden meist zwischen sogenannten Muss-Qualifikationen und Kann-Qualifikation. Zu erkennen sind erstere beispielsweise an Formulierungen wie: "Bewerber müssen/sollten..." oder "Wir erwarten von Ihnen, dass...". Kann-Qualifikationen wiederum sind oft im Konjunktiv formuliert und werden meist durch Formulierungen angekündigt, wie: "Mehrjährige Berufserfahrung ist wünschenswert" oder "Darüber hinaus würden wir uns freuen, wennn...".

    Wer die geforderten Muss-Qualifikation nicht mitbringt, braucht sich gar nicht erst zu bewerben. Danach wird zuerst ausgesiebt. Die Kann-Qualifikationen sollten Sie aber ebenfalls besitzen. Ihre Chancen steigen mit jedem Haken auf dieser Liste - oder umgekehrt.


  6. Bewerbungsfehler: Keine Zahlen oder Prozente

    Unterschätzen Sie niemals die psychologische Wirkung von Zahlen. Sie geben jeder Aussage sofort mehr Gewicht und Glaubwürdigkeit. Das gilt insbesondere für Ihre Erfolge im Lebenslauf. Konnten Sie durch Ihre Arbeit Kosten sparen, Umsätze steigern, Kunden zufriedener machen?

    Dann beziffern Sie das quantitativ in Zahlen und Prozenten. Behaupten, dass Ihre Arbeit einen Mehrwert geschaffen hat, lässt sich leicht. Ist der Erfolg aber messbar, wird er zum Fakt.


  7. Bewerbungsfehler: Übertriebene Anbiederei

    In Ihrer Bewerbung wollen Sie hervorheben, wie gerne Sie für genau diesen Arbeitgeber tätig sein wollen? Grundsätzlich eine gute Idee, doch sollten Sie dabei nicht zu dick auftragen. Der Grat zwischen Motivation und Anbiederei ist schmal. Das Ganze kann auch schnell wie Bedürftigkeit aussehen.

    Dann wirken Sie nicht mehr wie ein Talent, das dem Unternehmen seine Vorteile anbietet, sondern wie jemand, der dringend einen Job braucht. Das senkt Ihre Verhandlungsposition deutlich - und meist auch die Bewerbungschancen.


  8. Bewerbungsfehler: Fehlende Aussagekraft

    Es gibt Formulierungen, die sich in vielen Bewerbungen wiederfinden. Das bedeutet aber nicht, dass sie gut wären: Ich bin kreativ, teamfähig, belastbar, ... sind typische Phrasen, die kein Personaler noch ernst nimmt - eben weil sie so inflationär verwendet werden. Überdies handelt es sich hierbei um Selbstverständlichkeiten: Das Gegenteil wäre die Nachricht ("Ich bin nicht teamfähig.") - aber so jemand wird auch nicht eingestellt.

    Wer aber Selbstverständlichkeiten betont, nährt den Verdacht, dass da sonst nichts mehr ist. Arbeiten Sie daher lieber das Besondere, die Alleinstellungsmerkmale an sich heraus.


  9. Bewerbungsfehler: Keine Positionierung

    Der Fehler wird vor allem bei Initiativbewerbungen gemacht: Sie präsentieren sich als Generalist mit dem gesamten Portfolio, Motto: Den Job könnte ich machen, den aber auch... Riesenfehler! Dahinter steckt zwar die Idee, seine Chancen zu verbreitern und zu steigern. Eingestellt werden aber nie Allrounder, sondern stets Spezialisten.

    Fokussieren Sie sich daher im Anschreiben stets auf eine klare Zielposition oder ein bestimmtes Aufgabengebiet. Eine klare Positionierung erhöht nicht nur die Bewerbungschancen - sie steigert auch Ihren Marktwert.

Bewerbungsfehler: Finden Sie alle Fehler in diesem Anschreiben?

Sie glauben, dass Ihnen in Sachen Bewerbung niemand mehr etwas vormachen kann? Dann beweisen Sie es: Wir haben für Sie ein beispielhaftes Bewerbungsschreiben für eine Ausbildung verfasst. Sowohl der Bewerber, als auch seine Qualifikationen und das Unternehmen sind frei erfunden, aber dennoch zeigt es anschaulich, welche Fehler und Probleme dabei auftauchen können.

Wie auch andere Kandidaten hat unser beispielhafter Bewerber beim Abschicken seines Bewerbungsschreibens ein gutes Gefühl. Immerhin hat es ihn eine Menge Zeit gekostet, doch leider hat er trotzdem einige Fehler gemacht, die seine Chancen möglicherweise verschlechtern. Einige davon sind offensichtlich, andere nur klein. Und jetzt kommen Sie ins Spiel: Wissen Sie es besser und können mindestens 10 Fehler benennen? Viel Erfolg!

Testanschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bewerbe ich mich auf die Ausbildungsstelle zum Einzelhandelskaufmann, die ich auf einem Online-Stellenportal gesehen habe.

Meinen professionellen Umgang mit Kunden, meine freundliche und offene Art sowie meine schnelle Auffassungsgabe möchte ich nutzen, um ihr Team vor Ort zu unterstützen. Gleichzeitig möchte ich meine Motivation nutzen, um den Beruf in Ihrem Unternehmen zu erlernen.

Zur Zeit stehe ich kurz vor meinem Abschluss der Realschule und möchte mich rechtzeitig um meine berufliche Zukunft kümmern. Dass mir die Arbeit im Einzelhandel liegt und Spaß macht, konnte ich bereits während eines Praktikums feststellen, in dem mir klar wurde, dass mir der tägliche und abwechslungsreiche Kontakt mit den Kunden liegt und ich auch mehr über die anderen Tätigkeitsfelder erfahren möchte.

An Ihrem Unternehmen reizt mich besonders die hohe Qualität der Produkte in Kombination mit dem hohen Stellenwert der Kundenzufriedenheit. Gerne würde ich diese Vorstellungen des Unternehmens unterstützen und mit meinen Fähigkeiten voranbringen.

Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.

Max Mustermann

Wie viele Fehler sind Ihnen aufgefallen? Testen Sie sich zunächst selbst, bevor Sie die LÖSUNG ansehen.

Bewerbungsfehler entdeckt: Was tun?

Es ist eine Situation, in die wohl kein Bewerber kommen möchte: Die Bewerbung wurde zusammengestellt und weggeschickt - doch beim Schließen der Dateien auf dem Computer kommt plötzlich die schmerzhafte Erkenntnis, dass Ihnen ein Fehler unterlaufen ist. Vielleicht fällt Ihr Blick plötzlich auf einen Tippfehler oder Sie merken, dass Sie das Datum nicht geändert haben.

Egal, worum es sich handelt: Fehler ist Fehler. Und nun? Grundsätzlich stehen Ihnen drei Möglichkeiten offen.

  1. Erst einmal nichts tun

    Die sicherlich schlechteste Alternative: Wenn Ihnen der Fehler schon aufgefallen ist, können Sie sicher sein, dass auch das geschulte und wachsame Auge des Personalers Ihren Fehltritt bemerkt. Einfach nur zu warten und zu hoffen, dass ein Fehler unentdeckt bleibt, zeigt vielmehr, dass Sie an der Kompetenz des Personalers zweifeln - und der Job ist sicherlich weg.


  2. Sich für den gemachten Fehler entschuldigen

    Fehler sind menschlich und passieren nun einmal. Wer einen macht, sollte dazu stehen. So können Sie auch bei Bewerbungsfehlern vorgehen und sich entsprechend dafür entschuldigen. Rufen Sie beim Personaler an und erklären Sie Ihre Situation. Damit demonstrieren Sie Verantwortungsbewusstsein, kommen vielleicht sogar ins Gespräch und können erklären, dass so etwas eigentlich nicht Ihrer Arbeitsweise entspricht.


  3. Die Bewerbung nochmal schicken

    Gerade in Kombination mit einer Entschuldigung bietet es sich an, dass Sie Ihre - korrigierte und nun fehlerfreie - Bewerbung noch einmal verschicken. So sieht der Personaler, dass Sie es eigentlich doch können und im besten Fall haben Sie das Malheur damit aus der Welt geschafft.

Bewerbungsfehler: Finden Sie die 10 versteckten Mängel im Lebenslauf?

Nachdem Sie oben bereits die Möglichkeit hatten, Ihr Wissen zum Thema Fehler im Anschreiben zu testen, wollen wir Ihnen natürlich einen ähnlichen Test zum Thema Bewerbungsfehler im Lebenslauf nicht vorenthalten.

Werfen Sie doch mal einen Blick auf den abgebildeten Lebenslauf unten (zum Vergrößern bitte anklicken): Auf den ersten Blick sieht der ganz gut aus, oder? Tatsächlich steckt er aber voller Fehler. Mindestens zehn davon gelten als klassische Fauxpas und haben schon so manche Bewerbung sabotiert.

Finden Sie diese?

Natürlich handelt es sich bei dem folgenden Curriculum Vitae um einen Phantasielebenslauf. Der Übersichtlichkeit halber ist er auf eine Seite komprimiert und daher nicht so ausführlich wie sonst. Auch sind die einzelnen Berufsstationen frei erfunden - halten Sie sich also daran bitte nicht auf. Für unser Quiz ist das Nebensache. Dennoch sollten Ihnen sofort einige generelle Mängel ins Auge springen...

Muster-Lebenslauf-mit-Fehlern_s

Hier KLICKEN, um die Lösung zu lesen!

Beispiele, wie Sie die Bewerbung ruinieren - oder positiv auffallen

Ihr Bewerbungsanschreiben bietet eine wunderbare Chance, sich von der Masse (positiv) abzusetzen: Sagen Sie also nicht wie alle anderen einfach nur, dass Sie teamfähig, motiviert oder verantwortungsvoll sind, sondern umschreiben Sie kurz (!) ein Projekt, das Sie vorbildlich mit Ihrem Team abgeschlossen haben.

Vor allem aber wählen und formulieren Sie das Beispiel so, dass erkennbar wird, wo und wie Sie dem Unternehmen einen Mehrwert bieten oder vorhandene Probleme lösen können.

Abschließend noch ein paar Beispiele, wie es nicht beziehungsweise wie es besser geht...

Die richtige Perspektive beim Einstieg

Daumenrunter_tSo nicht:

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle als _______ in Ihrem Unternehmen...

Daumenhoch_tBesser so (wenn Sie schon Kontakt haben):

Sehr geehrte Frau Mustermann,
von Herrn Beispiel habe ich erfahren, dass Sie nach einem neuen _______ suchen...

Daumenhoch_tOder so:

Sehr geehrte Frau Mustermann,
wie ich aus den Medien erfahren habe, wollen Sie mit Ihrem Unternehmen den Bereich _______ ausbauen. Das dazu nötige Fachwissen sowie langjährige Erfahrungen bringe ich mit und würde dies gerne mit Gewinn für Sie einsetzen...

Die richtige Perspektive bei den Qualifikationen

Daumenrunter_tSo nicht:

Nach dem Abitur am Heinrich von Kleist Gymnasium in Berlin habe ich an der Freien Universität Geschichte studiert. Dann absolvierte ich ein Volontariat bei _______ und wurde übernommen.

Daumenhoch_tBesser so:

Durch mein Studium an der Freien Universität Berlin und das Volontariat bei _______ konnte ich vor allem meine Kenntnisse im Bereich _______ ausbauen und vertiefen - genau das, was Sie derzeit brauchen, um...

Die richtige Perspektive bei den Soft Skills

Daumenrunter_tSo nicht:

Ich bin teamfähig, belastbar und engagiert...

Daumenhoch_tBesser so:

Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie in der derzeitigen Restrukturierungsphase Mitarbeiter suchen, die belastbar und stressresistent sind, selbst wenn es im Team hoch hergeht. Ganz ehrlich: Mir machen solche Phasen und gelegentliche Überstunden nichts aus, vor allem wenn die Aufgaben so herausfordernd sind, wie gerade bei Ihnen...

Die richtige Perspektive im Schlusssatz

Daumenrunter_tSo nicht:

Über eine Einladung zum persönlichen Gespräch würde ich mich freuen.

Daumenhoch_tBesser so:

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über eine Einladung zum persönlichen Gespräch.

Das sind natürlich nur Beispiele und Anregungen. In Ihrem Anschreiben sollten Sie natürlich Ihre ganz persönliche Formulierung finden. Aber es lässt sich anhand der Mustertexte schon gut erkennen, welche Wirkung der Perspektivwechsel auf den Leser und damit auf den Personaler hat.

Oder anders formuliert: Der Bewerber klingt dadurch weniger wie ein Bittsteller, dafür umso mehr nach einem Dienstleister und Problemlöser. Und wer möchte so jemanden nicht beschäftigen?

Gratis Bewerbungsfehler Checklisten zum Herunterladen

PDF-DokumentNoch mehr Tipps zu typischen Bewerbungsfehlern können Sie hier jeweils als PDF kostenlos herunterladen:

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: HomeArt, file404 by Shutterstock.com]

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