Jobwechsel-Fragen-Zeit-gehen
Jobwechsel sind heute Teil fast jeder Erwerbsbiografie und haben sich von einem einschneidenden Ereignis hin zu einem völlig normalen Schritt im Lebenslauf von Arbeitnehmern entwickelt. Trotz dieser Normalität stellt ein Jobwechsel für den einzelnen Arbeitnehmer einen großen Schritt dar und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Natürlich kann ein Jobwechsel Ihnen Chancen und Perspektiven bieten – wenn er aus den richtigen Gründen erfolgt und Sie ihn wohl überlegt angehen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich beruflich zu verändern, steht vor der Frage: Bleiben oder gehen? Wie Sie erkennen, ob es Zeit für einen Jobwechsel ist...

Selbstreflexion: Habe ich den richtigen Job?

Sobald die ersten Zweifel an Ihrem aktuellen Job aufkommen, sollten Sie sich die Zeit für eine Selbstreflexion nehmen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich Frust und Enttäuschung aufstauen.

Folgende Fragen können Ihnen dabei als Anregung dienen:

  1. Warum haben Sie sich für diesen Job entschieden?

    Sind Sie beispielsweise zufällig in ein Arbeitsfeld geraten und wollten ursprünglich etwas ganz anderes machen, kann Sie das irgendwann einholen. Ebenso ist es, wenn wirtschaftliche Zwänge Sie dazu bewogen haben, eine Stelle anzunehmen. Dann kam die Motivation für den Job von Anfang an nicht von innen heraus. Irgendwann holt Sie die Frage "Was wäre wenn?" ein und Sie grübeln darüber, ob Sie in einem anderen Job glücklicher wären.

  2. Wie viel Spaß macht Ihnen die Tätigkeit?

    Menschen, die Spaß bei der Arbeit haben, merken oft gar nicht wie die Zeit vergeht. Sie sind so vertieft in ihre Arbeit, dass alles andere in den Hintergrund tritt.

  3. Wie geht es Ihnen, wenn Sie abends nach Feierabend nach Hause kommen?

    Kommen Sie zufrieden nach Hause und haben das Gefühl, etwas geleistet zu haben? Gehen Sie mit einem guten Gefühl ins Bett und freuen sich bereits auf den nächsten Arbeitstag?

  4. Tun Sie das, was Sie am besten können?

    Häufig ist das, was man am besten kann, auch das, was einem am meisten Spaß bereitet. Erzielen Sie gute Ergebnisse und sind Sie selbst mit Ihrer Arbeit zufrieden? Teilt Ihr Chef diese Meinung?

  5. Haben Sie das Gefühl, einen echten Mehrwert zu schaffen?

    Die meisten Arbeitnehmer suchen auch nach einer sinnstiftenden Tätigkeit. Sie wollen das Unternehmen voranbringen und etwas zum Erfolg beitragen. Einigen geht es auch darum, in der Gesellschaft etwas zu verändern: Probleme zu lösen, Mitmenschen zu helfen, die Umwelt zu schützen... Wer sich nutzlos und überflüssig im Job fühlt, wird auf Dauer unglücklich.

  6. Wie geht es Ihnen Morgens nach dem Aufstehen?

    Wer unzufrieden mit dem Job ist, dem fällt es bereits schwer aufzustehen. Alles fällt einem unglaublich schwer und man hat das Gefühl, sich regelrecht ins Büro schleppen zu müssen. Unzufriedenen Menschen graut es am Sonntag bereits vor Montag, denn ihnen fehlt die Motivation.

  7. Identifizieren Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber?

    Es spielt nicht nur eine Rolle, was wir tun, sondern auch für wen wir es tun. Nur ein Arbeitnehmer, der sich mit dem Unternehmen, für das er arbeitet, identifiziert, ist auch bereit, sich zu engagieren und Top-Leistungen zu erzielen. Denn dann werden die Unternehmensziele zu den eigenen Zielen.

  8. Wie gut ist das Arbeitsklima?

    Kommen Sie gerne ins Büro? Verstehen Sie sich gut mit den Kollegen und dem Chef? Unter den drei Faktoren, die die Jobzufriedenheit maßgeblich beeinflussen, nämlich Arbeitszeit, Gehalt und Arbeitsklima, steht für viele das Arbeitsklima an erster Stelle. Wer ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen hat, sich wertgeschätzt und respektiert fühlt, ist auch eher bereit Überstunden zu machen.

  9. Möchten Sie sich im Job weiterentwickeln?

    Haben Sie das Bedürfnis besser zu werden, in dem was Sie tun? Suchen Sie nach Weiterbildungsmöglichkeiten und Gelegenheiten dazuzulernen? - dann ist das ein Zeichen dafür, dass Sie sich intensiver mit Ihrer Tätigkeit auseinandersetzen möchten und bereit sind Zeit und Mühe in den Ausbau Ihrer Fähigkeiten zu stecken.

  10. Fragen Sie sich, ob da noch mehr ist?

    Unzufriedenheit kann sich auch darin äußern, dass Sie von einem anderen Job träumen. Erfüllt es Sie beispielsweise mit Neid, wenn Sie Freunde oder Bekannte von ihrem Job sprechen hören, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihnen etwas im Job fehlt.

Wie groß ist die Wechselbereitschaft?

Check-Icon-TransparentAlle vier Jahre – so oft wechseln Fachkräfte im Durchschnitt ihren Job und Arbeitgeber. Das gilt für Fachkräfte aus betriebswirtschaftlichen Berufen, der IT, dem Ingenieur- und Gesundheitswesen sowie der Forschung und Entwicklung – und es sind mehr Jobwechsel als der Bundesdurchschnitt aller Arbeitnehmer: In Deutschland wechselt jeder zweite Arbeitnehmer frühestens nach zehn Jahren den Arbeitgeber. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Die Betriebszugehörigkeit spielt bei der Wechselbereitschaft erwartungsgemäß die größte Rolle. Überraschend aber ist: Das zweite Jahr ist offenbar das kritischste. Innerhalb der ersten beiden Jahre verlässt knapp jede dritte Fachkraft (30 Prozent) das Unternehmen wieder. Der Höchstwert.

Knapp jeder Vierte plant, den Job nach zwei bis fünf Jahren zu wechseln, auf Platz drei rangieren Fachkräfte, die mehr als zehn Jahren beschäftigt sind (17 Prozent).

Allerdings: Rund 15 Prozent springen schon nach weniger als einem Jahr wieder von Bord.

Gründe für den Jobwechsel

In jedem Job gibt es gute Tage und schlechte Tage. Das gehört zum Arbeitsleben dazu. Das heißt aber nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss – erst recht, wenn man ein Leistungsträger ist. Irgendwann reicht es einfach – und der Wunsch nach einem Jobwechsel wächst, wächst, wächst.

Den Arbeitsvertrag kündigen – das geht ganz einfach. So ein Kündigungsschreiben ist schnell formuliert, unterschrieben und abgegeben. Die Konsequenzen können aber weitreichender sein als manche Laune.

Daher haben wir eine kompakte Übersicht mit Pro- und Contra-Argumenten zum Jobwechsel gegenübergestellt, die Ihnen als Entscheidungshilfe dienen kann:

Gute Gründe für einen Jobwechsel

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  • Gesundheit.

    Es gibt Jobs, die machen krank: Es herrscht Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Das Geld mag wichtig sein - die Gesundheit ist wichtiger.

  • Langeweile.

    Gemeint ist weniger das angebliche Phänomen Boreout. Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wenn aber der Job keinerlei Herausforderungen bietet und Sie dort auch nichts mehr lernen oder erreichen können, wird es Zeit, den Job zu wechseln - intern oder extern.

  • Stillstand.

    Und zwar in jeder Hinsicht: Es fehlen sowohl Karriereperspektiven als auch finanzielle. Und der Laden entwickelt sich auch nicht weiter. Gut, Sie haben einen Job. Aber wie lange noch? Und wo bleibt da der Anreiz und Spaß?

  • Unsicherheit.

    Zugegeben, kein Job ist heute noch sicher. Dafür verändern sich Märkte und Branchen zu schnell. Aber wenn Sie in Dauerangst um Ihre berufliche Existenz oder Zukunft leben, ist das nur noch kräftezehrend - und macht auf Dauer krank (siehe oben.)

  • Vetternwirtschaft.

    Sie rackern sich jeden Tag und hören nicht mal ein "Danke". Geringschätzung wäre schon so ein Grund zu gehen. Aber wenn das dann noch mit Günstlingswirtschaft zusammenfällt, ist das Maß voll.

Schlechte Gründe für einen Jobwechsel

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  • Frust.

    Wir haben alle mal einen schlechten Tag im Job. Manchmal hält der Unmut auch ein paar Tage an. Aber das ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Frusttage gibt es auch in anderen Jobs und Unternehmen. Das Gesamtbild im Jahresverlauf ist entscheidend.

  • Kritik.

    Okay, der Chef war mit Ihrer Leistung so gar nicht zufrieden und hat sie ordentlich gefaltet. Nicht die beste Art, sicher. Aber eher ein Grund zur Selbstreflexion, wo Sie sich verbessern können. Erst wenn die Kritik haltlos und chronisch wird, spricht das für einen Wechsel.

  • Fehler.

    Und zwar ein richtig schwerwiegender. Sie haben es so richtig vermasselt, das kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Die Scham ist groß, und es kann sein, dass man Sie dafür feuert. Klüger aber wäre die Haltung von IBM-Gründer Tom Watson: "Die Firma hat gerade mehrere Hunderttausend Euro in Ihre Ausbildung investiert. Warum sollte jemand anderes diese Erfahrung gratis bekommen?" Also übernehmen Sie Verantwortung und lernen Sie daraus.

  • Chef.

    Man sagt, Mitarbeiter kommen für Jobs und gehen wegen Chefs. Das stimmt - zum Teil. Denn mal ehrlich: Die wenigsten Chefs sind perfekt, wie wir auch. Aber auch Manager lassen sich managen - nur subtiler.

Wann es Zeit wird zu gehen: Das denken unsere Leser...

Vor einiger Zeit haben wir unsere Leser gefragt, wann es Zeit wird, zu gehen. Hier einige Meinungen aus der Umfrage:

Wenn die Aufgaben oder die Kollegen oder der Chef nicht mehr auszuhalten sind. Sind zwei von drei in Ordnung, steigt die Verweildauer.

Wenn der Chef einfach nicht mehr zu ertragen ist!

Wenn einem die Arbeit keinen Spaß macht. Chefs kann man zur Not auch aussitzen, manchmal erledigt sich das "Problem" von allein.

Wenn die Arbeit zum Job wird. Zumindest ist das der Zeitpunkt wo man über Veränderungen nachdenken sollte. Dies können auch Veränderungen beim aktuellen Arbeitgeber sein.

Wenn man Morgens keine Lust mehr zum aufstehen hat und hofft, dass der Tag schnell rumgeht...

1. Wenn man sich gerne in eine andere Richtung entwickeln möchte.
2. Wenn man feststellt, dass der eigene Tag nur noch aus Routinen besteht (in diesem Fall, kann man aber vielleicht auch selber etwas tun und muss nicht gleich die Stelle wechseln).
3. Wenn sich die Firma in eine Richtung entwickelt, die man nicht mit sich selbst vereinbaren kann.

1. Wenn man hofft, dass der Tag schnell umgeht, es aber nach drei gefühlten Ewigkeiten doch erst zwanzig Minuten (wenn überhaupt) später ist.
2. Wenn keine Feeback-Kultur existiert.Wenn Leistung nicht anerkannt wird.
3. Und wenn sich all dies in/mit der Firma nicht ändern lässt. Dann sollte es heißen: Abschiedszeit! (Oder man findet's doch nicht schlimm genug)

Entscheidungshilfe für den Jobwechsel: Bleiben oder gehen?

Grundsätzlich sind Sie unzufrieden in Ihrer aktuellen Position, doch Sie sind sich unsicher, ob ein Jobwechsel der richtige Weg ist. Die folgenden Fragen, bieten Ihnen Anregungen, die die Entscheidung erleichtern könnten:

  • Ist das Problem möglicherweise nur temporär vorhanden?
  • Können Sie mit einem Kollegen oder einem Ihnen nahestehenden Menschen über die Situation sprechen und sich so Feedback einholen?
  • Sind Kollegen ebenfalls von dem Problem betroffen? Wenn ja, wie gehen diese damit um?
  • Kann ein Gespräch mit einem bestimmten Kollegen oder Ihrem Chef möglicherweise Besserung bringen?
  • Welche Risiken und Nachteile könnte eine Versetzung mit sich bringen?
  • Wie sehen Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus?
  • Ist Ihr Netzwerk für eine Jobsuche gut genug ausgebaut?
  • Steht Ihr Partner, Ihre Familie und Ihr Umfeld hinter Ihrer Entscheidung?
  • Haben Sie wirklich alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft?
  • Können Sie sich einen Wechsel finanziell leisten?

Diese 4 Motive sind entscheidend

Check-Icon-TransparentDie Motive zu gehen, mögen hier und da variieren. Aber am Ende läuft es aber immer auf vier wesentliche Fragen hinaus. Fragen, die jeder nur für sich beantworten kann, die aber eine deutliche Tendenz aufzeigen können, ob es Zeit ist, den Job zu wechseln:

  • Erwarte ich innerhalb der nächsten zwölf Monate eine wichtige Rolle im Unternehmen und in der Organisation zu spielen?
  • Habe ich einen Chef, der mein Engagement wertschätzt und würdigt, der mich fördert und fordert, um mich weiterentwickeln zu können?
  • Werde ich nicht nur meine Leistung, sondern auch meinen Marktwert durch meine Arbeit hier steigern können?
  • Bin ich sicher, meine Fähigkeiten und Talente optimal einsetzen zu können, um nicht zuletzt den Wandel signifikant und aktiv zu begleiten, zu gestalten und den Herausforderungen begegnen zu können?

Selbsttest zum Jobwechsel

Sie sind noch immer unsicher? Zwar sind Sie unzufrieden und spielen mit dem Gedanken, den Job zu wechseln, aber genau wissen Sie es nicht? Dann machen Sie unseren kurzen Selbsttest. Die Fragen darin können Ihnen ebenfalls dabei helfen, klarer zu sehen und regen dazu an, sich intensiver mit der eigenen Situation auseinander zu setzen.

HIER geht’s zum Test.

Wenn Sie sich FÜR einen Jobwechsel entschieden haben...

Jobwechsel FragenSie haben sich Gedanken gemacht und festgestellt, dass Sie beruflich eine Veränderung brauchen. Dringend sogar. Nun gilt es, die nächsten Schritte vorzubereiten und alles dafür Notwendige in die Wege zu leiten.

Nicht wenige stehen dabei zunächst vor einen riesigen Berg und fragen sich: Wo fange ich bloß an? Diese Liste hilft Ihnen dabei, Ihren Jobwechsel systematisch anzugehen:

  1. Ziele setzen.

    Unabhängig von der Reihenfolge der folgenden Schritte sollten Sie doch mit diesem hier starten. Nutzen Sie Ihre Motivation, Energie und möglicherweise vorhanden Frustration um sich klare Ziele für Ihre weitere berufliche Entwicklung zu setzen. Was wollen Sie mit Ihrem Jobwechsel erreichen? Wo sehen Sie sich in einigen Jahren? Welche Perspektiven und Chancen spielen für Sie in Ihrer weiteren Entwicklung die größte und wichtigste Rolle? Beantworten Sie diese Fragen für sich und finden Sie positive Ziele, auf diese Sie gerne und motiviert hinarbeiten können. Nur so werden Sie auch dauerhaft dran bleiben.

  2. Kriterien definieren.

    Nach Ihren Zielen sollten Sie auch Kriterien für potenzielle Arbeitgeber definieren. Der Einfachheit halber können Sie damit beginnen, Ausschlusskriterien aufzustellen, die Sie - sollten Sie aus Frustration kündigen - vermutlich an Ihrem aktuellen Arbeitgeber ausrichten können. Es ist jedoch entscheidend, dass Sie auch positive Erwartungen und Kriterien für Ihre künftige Stelle definieren und diese für sich der Priorität nach ordnen. Nur so können Sie sinnvolle Kompromisse eingehen und Stellen wirklich beurteilen und einschätzen.

  3. Rückhalt sichern.

    Diesen Schritt vergessen leider viele Arbeitnehmer und bekommen die negativen Konsequenzen dieser Entscheidung dann im Verlauf ihrer Jobsuche zu spüren. Klären Sie vor Ihrer Kündigung und vor dem Bekanntwerden Ihres Jobwechsels mit den Ihnen nahestehenden Menschen, ob diese den Schritt und die damit verbundenen Konsequenzen mittragen und hinter Ihnen stehen. Im Idealfall werden Sie den moralischen und organisatorischen Rückhalt nie brauchen, in der Praxis vermutlich schon. Ohne die Unterstützung Ihres Umfelds wird ein Jobwechsel unnötig schwer.

  4. Konsequenzen klären.

    Machen Sie sich bewusst, welche Konsequenzen mit Ihrem geplanten Jobwechsel verbunden sein werden. Konzentrieren Sie sich dabei bitte nicht nur auf die positiven Aspekte, sondern befassen Sie sich auch mit den Nachteilen, möglichen Problemen und Hindernissen. Es geht dabei nicht darum, Ihre Motivation zu bremsen oder sich den Jobwechsel selbst auszureden. Doch Sie sollten Sie sich bewusst für den Schritt entscheiden und die möglichen Probleme von vornherein mit berücksichtigen. So vermeiden Sie ein späteres böses Erwachen.

  5. Netzwerk aktivieren.

    Haben Sie Ihre eigene mentale Vorbereitung und die Gespräche mit Ihrem engsten Umfeld abgeschlossen, sollten Sie Ihr Netzwerk aktivieren. Da Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekündigt haben - und Ihr Arbeitgeber vermutlich noch nichts von Ihren Jobwechselplänen weiß - sollten Sie hier zunächst selektiv vorgehen und im ersten Schritt nur Ihre engsten und verlässlichsten Netzwerkpartner ansprechen und über Ihren bevorstehenden Jobwechsel informieren. Die umfassende Kontaktaufnahme sollte dann erst nach erfolgter Kündigung und dem offiziellen Beginn Ihrer Jobsuche stattfinden.

  6. Bewerbungsunterlagen aktualisieren.

    Parallel oder anschließend dazu sollten Sie sich die Zeit nehmen und Ihre Bewerbungsunterlagen auf den aktuellen Stand bringen. Der dafür nötige Zeitaufwand ist völlig unterschiedlich und hängt nicht nur vom Zustand Ihrer Unterlagen, sondern auch vom Umfang Ihres geplanten Jobwechsels ab. Prüfen Sie bitte, ob Ihr bestehender Bewerbungsstil überhaupt noch zu Ihnen passt oder ob Sie sich seit der letzten Jobsuche deutlich verändert haben. Ist das der Fall, sollte sich diese Entwicklung natürlich auch in Ihren Bewerbungsunterlagen - und Bewerbungsfotos (!) - widerspiegeln.

  7. Arbeitgeber recherchieren.

    Die Recherche potenzieller Arbeitgeber haben wir ganz bewusst nach die Aktualisierung Ihrer Bewerbungsunterlagen und die erste Netzwerkarbeit gestellt. Viele Arbeitnehmer und Bewerber sabotieren ihre Suche nach passenden Arbeitgebern unbewusst selbst oder lassen sich zumindest nicht ganz darauf ein, solange die Voraussetzungen in Form passender Bewerbungsunterlagen nicht vorhanden sind. Aus Ihrem Netzwerk können zudem Vorschläge für Unternehmen kommen, die zu Ihren Kriterien passen und Ihnen damit viel Zeit sparen können. Eine eigene Recherche werden diese zwar nur selten ersetzen, dennoch bilden sie eine gute Grundlage für Ihre Suche.

  8. Kommunikationskanäle klären.

    Haben Sie potenzielle Arbeitgeber identifiziert, sollten Sie sich natürlich daran machen, diesen in den jeweils sinnvollen und aktiv genutzten Netzwerken zu folgen. Nehmen Sie sich für die Analyse des Kommunikationsverhaltens bitte ausreichend viel Zeit und gehen Sie diese gründlich an. Die Wahl der für jedes Unternehmen richtige Kommunikationskanäle ist nicht nur für den Erfolg Ihres Jobwechsels entscheiden, sondern kann Ihnen auch dabei helfen, viel Arbeit und Energie zu sparen und Ihre Kräfte und Zeit gezielt einzusetzen.

  9. Kündigung planen.

    Bei der Vorbereitung Ihrer Jobsuche sollten Sie die anstehende Kündigung nicht ganz aus den Augen verlieren. Auch diese sollten Sie aktiv vorbereiten und sich Gedanken über die optimale Gestaltung machen. Das beginnt bei der Formulierung des Kündigungsschreibens und reicht bis hin zum Inhalt des unvermeidlichen Kündigungsgesprächs mit dem Chef. Auch den Abschluss Ihrer Projekte und die Übergabe Ihrer Aufgaben an Kollegen und Nachfolger sollten Sie bei diesem Schritt mit bedenken und zumindest grob vorbereiten und planen. Nur mit einem sauberen Abschluss können Sie sich ganz auf Ihren Jobwechsel konzentrieren.

  10. Timing optimieren.

    Bleibt noch die Frage nach dem richtigen Timing für Ihre Kündigung. Dieses können Sie naturgemäß nicht nur an der Laune des Chefs und dem für ihn optimalen Zeitpunkt ausrichten, denn hier spielen natürlich auch Ihre Kündigungsfristen und eine möglicherweise bereits in Aussicht stehende Stelle eine Rolle. Aufhebungsverträge sind zwar möglich, doch um sicher planen zu können, sollten Sie von Ihren offiziellen Kündigungsfristen ausgehen und sich nicht auf das Entgegenkommen Ihres Chefs oder Arbeitgebers verlassen. So gut Ihr Verhältnis zu ihm auch sein mag, Sie können im Vorfeld nicht realistisch einschätzen, wie er auf Ihre Kündigung reagieren wird. Gehen Sie daher lieber auf Nummer sicher.

Jobsuche: Bewerbungstipps für Jobwechsler


Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Haben Sie sich GEGEN einen Jobwechsel entschieden...

Jobwechsel - was jetzt?Nach reiflicher Überlegung sind Sie zu dem Schluss gekommen, dass es keine kluge Entscheidung wäre, in Ihrer aktuellen Situation den Job zu wechseln. Sich das einzugestehen, ist nicht unbedingt angenehm, denn der Frust im Job bleibt. Sie würden sich trotzdem gerne verändern, wissen aber nicht wie...

Diese Alternativen Sie haben:

  • Machen Sie eine Weiterbildung.

    Investieren Sie in Ihre Zukunft. Zu Beginn können Sie mit Online- oder Volkshochschulkursen einsteigen, wenn Sie dann mehr Interesse entwickeln, können Sie sich immer noch nach Fern- und Abendstudiengängen oder Wochenendkursen umschauen. Sie erweitern Ihren Wissenshintergrund und eignen sich zusätzliche Qualifikationen an. Letztlich wird sich das auch auf Ihren Job auswirken. Es kann Ihnen neue Türen öffnen. Hier können Sie - kostenlos - diverse Weiterbildungsangebote durchsuchen und vergleichen:


  • Suchen Sie sich einen Zweitjob.

    Wer sich beispielsweise in einer anderen Branche umschauen will oder mit der Selbstständigkeit liebäugelt, kann mit der Nebenbeschäftigung einen ersten Test wagen. Damit nehmen Sie sich den Druck sofort von Ihrer neuen Tätigkeit leben zu müssen. Sie können in Ruhe ausprobieren, ob Ihre Pläne auch der Realität stand halten. Vergessen Sie jedoch nicht, nachzuschauen, ob in Ihrem Arbeitsvertrag Regelungen bezüglich Zweitjobs enthalten sind.

  • Üben Sie ein Ehrenamt aus.

    Fehlt Ihnen im Job der Sinn? Würden Sie gerne etwas Gutes tun? Dann sollten Sie aktiv werden uns sich sozial engagieren. Sprechen Sie mit Ihren Arbeitskollegen und Ihrem Chef. Vielleicht haben diese auch das Bedürfnis und Sie können gemeinsam aktiv werden. Oder Sie suchen sich privat eine Möglichkeit sich zu engagieren, beispielsweise bei der Jugendarbeit im Sport, der Organisation einer Veranstaltung, der grafische Gestaltung der Gemeindezeitung oder ähnlichen Aufgaben.

  • Widmen Sie sich einem Hobby.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine lange vernachlässigte Aktivität wieder aufnehmen oder etwas völlig Neues lernen. Wichtig ist nur, dass Ihr Hobby die Lücke schließt, die Sie in Ihrem Job wahrnehmen. Das kann eine neue Sportart, ein neues Instrument, ein bestimmtes Wissensgebiet, die Arbeit im Garten oder ähnliches sein. Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

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