Das Alter ist eine Entschuldigung, kein Grund. Das Bonmot gilt umso mehr bei Bewerbungen. Gerade ältere Arbeitnehmer auf Jobsuche fühlen sich aufgrund ihres Alters latent im Nachteil, wenig geschätzt und unattraktiv für den Arbeitsmarkt. Tatsächlich gibt es in einigen Unternehmen so etwas wie Altersdiskriminierung. Die Konzentration darauf, zumal bei einer Bewerbung, ist aber wenig hilfreich. Und die demografische Entwicklung sowie der steigende Fachkräftemangel sprechen eher für die älteren Arbeitnehmer – nur blenden das einige aus. Stattdessen entwickeln sie eine Grundhaltung, die in der Situation alles noch viel schlimmer macht: die des Opfers.
Fatal! Wie Sie mit reiferem Alter und im Vorstellungsgespräch dennoch überzeugen, lesen Sie in den folgenden Bewerbungstipps:
- Die erste Regel ist zugleich die wichtigste und gilt für alle Bewerber – unabhängig von deren Alter: Seien Sie kein Bittsteller! Sie möchten zwar den Job, haben dafür aber auch einiges zu bieten. Ziel Ihrer Bewerbung muss sein, dem Personaler klar zu machen, dass er vor sich die Idealbesetzung sieht, kein Notstopfen. Verbannen Sie daher alle pessimistischen Gedanken aus Ihrem Kopf – auch wenn das die 100. Bewerbung ist. Denken Sie positiv: Die Leute lehnen nicht sie ab – der Job hat nicht zu Ihnen gepasst.
- Dazu gehört auch, dass Sie ein scharfes Profil für die anvisierte Stelle entwickeln. Verkaufen Sie sich nie als Allrounder oder Experte für alles. Das kauft Ihnen keiner ab. Eingestellt werden fast immer nur Spezialisten – mit fortgeschrittenem Alter sowieso. Zeigen Sie also, warum Sie exakt der Richtige für den Job sind, wie gut Ihre Stärken und welche Kompetenzen passen.
- Sprechen Sie – wenn möglich – Ihr Alter niemals an. Und schon gar nicht verteidigen! Mit Ihrer Leistungsfähigkeit, Kreativität und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem hat das schließlich nichts zu tun. Falls Sie dennoch vom Personaler darauf angesprochen werden, wirken Sie entschlossen sämtlichen Klischees entgegen: Sie sind kerngesund, lernwillig, kommen mit jungen Leuten und anderen Kulturen wunderbar zurecht und müssen noch nicht einmal mehr früh nachhause, weil da ein kleines Kind auf Sie wartet.
- Spielen Sie lieber Ihre Trümpfe voll aus: Jemand in Ihrem Alter hat sicher einige Erfahrungen gemacht – auch Fehler. Aber aus denen haben Sie viel gelernt und begehen sie nicht zweimal. Sie sind ebenso erfahren im Umgang mit schwierigen Mitarbeitern wie mit Kunden. Ihre Sozialkompetenz und Teamfähigkeit wird nur noch von Ihrer kristallinen Intelligenz übertroffen. Heißt: Aufgrund Ihrer Erfahrungen können Sie besser kombinieren und assoziieren und finden so schnelle Lösungs-Abkürzungen zu den Problemen Ihres Arbeitgebers in spe, Motto: Neue Besen kehren gut, aber die alten kennen die Ecken.
- Bei aller Dynamik – übertreiben Sie es aber auch nicht. Ihre Kleidung sollte dem Alter angemessen sein, Ihre Sprache gewählt, Ihre Bewegungen ruhig und souverän. Wenn Sie zu sehr aus der Rolle fallen, wird man Ihrer Geschichte nicht glauben, und Sie sind raus aus dem Rennen.
- Apropos: Wenn Sie schon länger aus dem Bewerbungsprocedere raus und deshalb unsicher sind, suchen Sie sich ruhig einen Coach. Die Kosten sind moderat, der Gewinn – vorausgesetzt der Trainer ist seriös – enorm. Für den Anfang reicht manchmal aber auch schon, sich vor einem guten Freund zu präsentieren. Auch der merkt sofort, was ankommt und was nicht.
Passend auch dazu ein informativer Artikel über das Web 2.0 für die Silversurfer.



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Jennifer Burkert
Sehr guter, und vor allem sehr richtiger Beitrag! Statistische Werte sagen 54% der Betriebe stellen Fachkräfte auch ab 40 Jahren mit Freude ein. Das nützt jemanden natürlich persönlich nicht viel, wenn man gerade aktiv auf der Suche ist und bereits viele Absagen bekommen hat. Auf der Job40Plus Messe die regelmäßig statt findet, sieht man jedes mal wie interessiert Firmen an Fachkräften sind. Allerdings sieht man auch wie lau manchmal das Angebot an Bewerbern ist, die die Fachkraft die Sie haben auch ausstrahlen oder “Verkaufen” . Es gibt einen Vortrag auf dieser Messe von Gaby S. Graupner der heißt “Was Bewerber von Verkäufern lernen können” die Essenz ist: “Sie sind ein Produkt das Arbeitskraft besitzt, aber nicht irgendein Produkt, sondern das beste Produkt was von Ihnen im Moment auf dem Markt ist”, also treten Sie so auch auf. Präsentieren Sie sich so, dass die Käufer also Personaler Sie unbedingt haben wollen. Das fängt bei der “Verpackung” an und hört mit der richtigen Präsentation während des Bewerbungsgespräches noch nicht auf.