Die meisten Studenten sind nach ihrem Abschluss unsicher, was sie in ihrem ersten Job verlangen können. Doch zwischen dem, was Hochschulabsolventen beim ersten Gehalt erwarten und dem, was sie tatsächlich beim Berufseinstieg bekommen, klafft häufig eine große Lücke. Am meisten verschätzen sich Architekten und Juristen: Während die die Gehälter von Architekten im Schnitt 6400 Euro unter dem erhofften Salär liegen, rangieren die tatsächlichen Gehälter von Juristen oft 6000 Euro über dem Wunschgehalt. Die Kluft zwischen dem tatsächlich und dem erwarteten Gehalt ist bei Fachhochschulabsolventen sogar noch größer als bei Hochschulabsolventen. Den eigenen Marktwert am besten taxieren können indes die Wirtschaftsinformatiker (siehe Grafik unten). Zu diesem Ergebnis kommt eine Gehalt.de-Umfrage unter 13.000 (Ex-)Studenten zwischen 25 und 28 Jahren.
Die gute Nachricht für Juristen, Naturwissenschaftler und Wirtschaftsingenieure: Sie dürfen künftig ruhig etwas mehr verlangen. Denn sie unterschätzen ihren Marktwert regelmäßig. Die schlechte Nachricht trifft hingegen die schon genannten Architekten aber auch Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Sprach- und Kulturwissenschaftler: Sie verdienen später im Job in der Regel weniger, als sie sich in der Uni vielleicht noch ausgerechnet haben.
Die Topverdiener bei den Berufseinsteigern
Laut einer aktuellen Erhebung der Gehaltsexperten von Personalmarkt.de werden sich die Gehälter 2012 insgesamt positiv entwickeln. Führungskräfte dürfen demnach ein Plus 7,6 Prozent erwarten, Sach- und Facharbeiter ohne Studium mit immerhin noch 2,5 Prozent mehr und für Akademiker ohne Führungsverantwortung sei noch eine Gehaltssteigerung von 1,8 Prozent möglich.
Das trifft dann auch die Berufseinsteiger. Zu den Spitzenverdienern unter ihnen zählen vor allem die Mediziner. Sie erzielen bei Berufseintritt im Schnitt ein Jahresbrutto von 47.514 Euro. In dem Bereich liegen auch die Naturwissenschaftler (47.019 Euro), Juristen (46.740 Euro) und Ingenieure (45.297 Euro). Die Informatiker (44.185 Euro) und Wirtschaftswissenschaftler (41.914 Euro) bewegen sich dagegen eher im Mittelfeld, während die Gesellschaftswissenschaftler (33.909 Euro), Sprachwissenschaftler (32.671 Euro) und Grafikdesigner (31.742 Euro) am unteren Ende der Skala rangieren.

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Spörer Michael
Ein sehr interessanter Artikel. Allerdings wird es auch immer extremere Situatinen für Uni- oder FH-Absolventen geben: Die einen, die es geschafft haben, in Top-Unternehmen zu Jahres-Einstiegsgehältern von über 60.000 Euro angestellt zu werden. Und das andere Extrem wird wohl der Berliner Taxifahrer mit zwei Doktortiteln sein, der so gerade über die Runden kommt. Über die arbeitslosen Akademiker kann ich noch nicht viel sagen, außer, dass es sie gibt.
Jochen Mai
Klar, letztlich sind Gehälter Verhandlungssache und individuell von mehreren Faktoren abhängig: Firmensitz, Unternehmensgröße, Einstiegsposition, vorhandene Erfahrungen, Spezialisierung, usw. Die genannten Einstiegsgehälter können daher nur ein Richtwert sein. Aber sie sind eben auch einer. Und viele Absolventen können überhaupt nicht abschätzen, wo sie diesen Wert ansetzen sollen. Dazu ist das hoffentlich eine Hilfe.
Tobias Mwg
Das Problem ist unter anderem , dass durch die Bachelor/Masterumstellung keiner mehr genau weiß wie er sich einzuordnen hat. Durch Fachwechsel (bspw. Soziologie im Bachelor, Wirtschaft im Master) oder selbst in einem konsekutiven Studium (bspw. Bachelor und Master in Wirtschaft) ist eine Einordnung sehr schwierig. Die Differenzierung in FH und Uni bringt da viele inzwischen nicht mehr wirklich weiter.
Josef
Hallo,
es ist halt wirklich nicht so leicht. Wer sich die Gehaltsdurchschnitte auf den verschiedenen Plattformen ansieht, bekommt nichts exaktes.
freundliche Grüße
Josef
Jochen Mai
@Josef: Exakt muss ja auch nicht. Alles Verhandlungsbasis.
Robin
Hallo,
ich hab doch etwas verdutzt geschaut als ich bei Zahnmedizin FH gelesen habe. Seit wann kann man Zahnmedizin an einer FH studieren?
Jochen Mai
Frag nicht mich, sondern die Studienautoren…
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Sandra
Ich finde den Artikel auch sehr interessant. Allerdings habe ich mich gefragt auf welche Quelle der Artikel beruht bzw. auf welchem Datenmaterial/Studie. Zumindest finde ich keine Angaben diesbezüglich. Können Sie mir dazu mehr Informationen geben?
Sandra
Ok. Hab die Quelle gerade gefunden ^^.
Jochen Mai
Hallo Sandra, manche Dinge erledigen sich eben einfach von selbst… ;)