Falscher Beruf: Anzeichen, Ursachen und Wege aus dem falschen Beruf

Die Karriere verläuft oft über Umwege und Sackgassen. Sie suchen den Traumjob, stellen aber fest: Falscher Beruf, die Aufgaben und der tägliche Ablauf entsprechen nicht Ihren Vorstellungen und Sie wünschen sich, Sie hätten einen anderen Job gewählt. Trotz Frust, den ein falscher Beruf mitbringen kann, sollten Sie nicht aufgeben oder verzweifeln. Vielmehr besteht Handlungsbedarf, um den falschen Beruf hinter sich zu lassen und den Neustart zu schaffen. Wie Sie erkennen, dass Sie im falschen Beruf stecken und was Sie tun können…

Falscher Beruf: Anzeichen, Ursachen und Wege aus dem falschen Beruf

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Falscher Beruf: So erkennen Sie die falsche Wahl

Es ist erstaunlich und erschreckend zu gleich: Ein großer Teil der Arbeitnehmer in Deutschland ist nicht zufrieden mit dem eigenen Beruf. Teilweise geht es dabei um zu geringes Gehalt oder Ärger mit den Kollegen – häufig sind es aber auch grundlegende Bereiche wie die Aufgaben, das Arbeitsumfeld oder die gesamte Branche, die Arbeitnehmer unglücklich machen.

Die gute Nachricht: Die Erkenntnis, dass ein falscher Beruf gewählt wurde, ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Doch nicht jeder kann ein Störgefühl im Job richtig zuordnen. Diese Anzeichen können für einen falschen Beruf stehen, an dem Sie etwas ändern sollten:

  • Unerfüllte Erwartungen
    Voller Hoffnungen und Erwartungen beginnen Sie die Karriere, müssen dann aber feststellen: Die Praxis hat wenig bis gar nichts mit Ihren Vorstellungen zu tun.
  • Fehlende Motivation
    Schon morgens haben Sie keine Lust, Sie schauen alle 15 Minuten auf die Uhr und hoffen, dass der Tag einfach schnell endet und das Wochenende näher rückt? Niemand ist jeden Tag zu 100 Prozent motiviert, doch leiden Sie langfristig unter fehlender Motivation und Lustlosigkeit, spricht es für einen falschen Beruf, der Sie nicht erfüllt.
  • Anhaltende Über- oder Unterforderung
    Jeder Beruf hat Herausforderungen und auch Phasen, in denen Ihnen Aufgaben leichter fallen. Ein falscher Beruf kann sich hingegen in anhaltender Über- oder Unterforderung zeigen. Beide Fälle können im Extrem sogar krank machen und zu eine Burnout beziehungsweise Boreout führen.
  • Häufige Krankheiten
    Je unglücklicher Mitarbeiter mit dem eigenen Job sind, desto häufiger sind sie krank. Die Unzufriedenheit schadet der Gesundheit, die geringe Begeisterung für den eigenen Job senkt zudem die Hürde vor einer Krankmeldung. Wenn Sie häufig krank sind und nicht zur Arbeit gehen, sollten Sie sich fragen, ob dahinter ein falscher Job steckt.
  • Dauerhafter Veränderungswunsch
    Sie beneiden Freunde und Familie um deren Jobs, träumen von einer Karriere in einem anderen Bereich und malen sich ständig aus, wie schön es in einem neuen Beruf sein könnte. Ein solch dauerhafter Wunsch nach beruflicher Veränderung ist ein starkes Signal, dass Ihr gewählter Beruf nicht zu Ihnen passt und Sie woanders besser aufgehoben sind.

Gründe: Warum landet man im falschen Job?

Die Berufswahl sollte gut durchdacht sein, legt sie doch den Grundstein für die Karriere – im besten Fall über Jahre und Jahrzehnte. Wie kommt es dann, dass Arbeitnehmer einen falschen Beruf wählen? Tatsächlich gibt es gleich mehrere Gründe:

  • Keine Klarheit über eigene Wünsche
    Gerade Berufseinsteiger wissen oft noch gar nicht, was sie sich vom Berufsleben erhoffen. Die eigenen Wünsche und Erwartungen an den Beruf und die Karriere sind nicht klar definiert.
  • Schlechte Information über Berufe
    Leider ist ein falscher Job zum Teil auf mangelnde Informationen im Vorfeld zurückzuführen. Es werden nur wenige Berufe in die Wahl mit einbezogen, die Recherche bleibt oberflächlich und Entscheidungen werden vorschnell getroffen. Das kann zu Enttäuschung führen, wenn man im Joballtag ankommt.
  • Falsche Auswahlkriterien für den Job
    Es winkt ein hoher Verdienst oder die Ausbildung ist ganz in der Nähe zum aktuellen Wohnort? Das sind sicherlich große Pluspunkte, sollten aber nicht alleiniges Auswahlkriterium sein.
  • Zeitlicher oder sozialer Druck bei der Wahl
    Nach der Schule soll es möglichst schnell in den ersten Job gehen, das Umfeld gibt eine klare Richtung vor oder Eltern und Freunde raten zu einem Beruf, der ganz sicher zur eigenen Persönlichkeit passt. Solch ein Druck begünstigt eine Jobwahl, die in den falschen Beruf führen kann.
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Möglichkeiten: Was tun bei falschem Job?

Ist ein falscher Job erst einmal angefangen, fühlen Betroffene sich darin gefangen. Die finanzielle Situation hängt vom Einkommen ab, eine Kündigung ist deshalb nicht ohne Weiteres möglich. Hinzu kommt die Angst, wie sich ein früher Jobwechsel im Lebenslauf und die Chancen der weiteren Karriere auswirken könnte. Am Ende haben Sie jedoch nur drei Optionen: Love it, leave it or change it!

Falscher Beruf Test Wechsel Love it leave it change it

Viele dieser Sorgen sind ohnehin unbegründet. Es ist zwar nicht einfach, doch haben Sie verschiedene Optionen, wie Sie vorgehen können, um aus einem falschen Job zu entkommen:

  • Mit dem Chef Lösungen erarbeiten

    Nicht immer muss es gleich ein kompletter Umbruch und Neuanfang sein. Ein falscher Job kann durch Veränderungen zu einer spannenden Position werden – dies gilt natürlich nur, wenn es nicht die Hauptaufgabe ist, die Ihnen nicht gefällt. Sind es hingegen Arbeitsumfeld oder Abläufe im Job, die zu Problemen führen, kann ein klärendes Gespräch mit dem Chef helfen. Gemeinsam lassen sich Lösungen erarbeiten, damit die Arbeit Ihnen Spaß macht.

  • Weiterbildung machen

    Wenn der aktuelle Job nicht passt, kann durch Fort- und Weiterbildung oder eine Spezialisierung etwas daran geändert werden. Informieren Sie sich, welche Möglichkeiten es gibt, die auf Ihrer Ausbildung aufbauen und welche davon für Sie interessant sind. So können Sie bereits erworbenes Wissen nutzen, den falschen Job hinter sich lassen und eine andere Stelle antreten – vielleicht sogar innerhalb des eigenen Unternehmens, das sich an der Fortbildung beteiligt.

  • Neuen Beruf suchen

    Sehen Sie keine anderen Weg, bleibt immer die Option eines komplett neuen Berufs. Das ist ein großer Einschnitt, da Sie möglicherweise umschulen und eine neue Ausbildung machen. Doch ist dies immer noch besser, als die nächsten 40 Jahre zu arbeiten und zu wissen, dass es ein falscher Beruf ist, der Sie unglücklich macht. Wer sich dennoch zwingt, erst einmal weiter zu machen, steht vermutlich spätestens in ein paar Jahren wieder am selben Punkt.

Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen

In unserer Übersicht der wichtigsten Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen. Beispiele:

Krankenschwester
Sozialpädagogen
Kommissionierer
Ingenieure
Schauspieler
Heilpraktiker
Lokführer
Architekten
Zimmermann
Informatiker



Zu den Berufsbildern


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Tipps, um den richtigen Job zu finden

Mit dem Mut zu einem Berufswechsel stehen Sie vor der Herausforderung, aus dem falschen Beruf in den richtigen Job zu wechseln. Eine Tätigkeit, die besser zu Ihnen passt und langfristig glücklich macht. Genau hier herrscht Unsicherheit – schließlich hat die Berufswahl schon einmal nicht wie erhofft funktioniert.

Was also tun, um den richtigen Job zu finden? Wir haben fünf Tipps zusammengestellt:

  • Selbstreflexion
    Analyse und Selbstreflexion sollten der erste Schritt sein. Ein falscher Job hat Ihnen gezeigt, was Sie nicht wollen – nun müssen Sie für sich selbst definieren, was Sie beim richtigen Job suchen. Was macht Ihnen Spaß? Welche Aufgaben wollen Sie übernehmen? Wie soll Ihr Arbeitstag aussehen? Erst wenn Sie sich diese Fragen ehrlich beantwortet haben, können Sie einen Beruf finden, der Sie über Jahrzehnte glücklich macht.
  • Berufswahltest
    Ihnen fehlt jegliche Orientierung, sind stark verunsichert oder haben gar keine Idee, welcher Beruf zu Ihnen passt? Dann kann ein Berufswahltest erste Inspiration sein. Sie beantworten dabei verschiedene Fragen zu Ihrer Persönlichkeit und schätzen eigene Vorlieben und Stärken ein. Als Ergebnis erhalten Sie eine Übersicht mit Berufen, die zu Ihrem Profil passen könnten. Auf dieser Grundlage können Sie sich weiter und genauer über einzelne Jobs informieren. Lesetipp: Berufswahl: Tests und Hilfe
  • Kompetenztest
    Ähnlich dem Berufswahltest können Sie einen Kompetenztest machen, der Ihre individuellen Stärken offenlegt und Vorschläge für Berufsfelder macht, für die Sie besonders gut geeignet sind. Positiver Nebeneffekt: Ein falscher Job kann dem Selbstbewusstsein schaden, das Verdeutlichen der eigenen Stärken und Kompetenzen stärkt das Selbstwertgefühl und die gibt Sicherheit, auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen zu haben.

  • Beratung
    Vieles können Sie alleine meistern. Haben Sie aber das Gefühl, Hilfe zu benötigen, gibt es verschiedene Beratungsangebote. Sie können sich an das Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit wenden, um gemeinsam passende Berufe zu identifizieren. Ebenso bieten zahlreiche Coaches ihre (kostenpflichten) Dienste an, um Ihnen aus einem falschen Beruf in eine neue Karriere zu verhelfen.
  • Praktikum
    Ein Praktikum ist und bleibt ein probates Mittel, um sich einen guten und detaillierten Eindruck von einem Beruf zu machen. Sie können selbst erfahren, welche Aufgaben auf Sie zukommen und wie die Praxis aussieht. Gerade bei Unsicherheit nach einem falschen Job kann ein Praktikum den Übergang erleichtern, indem Sie Ihre Entscheidung festigen.

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[Bildnachweis: Jiw Ingka by Shutterstock.com]
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14. April 2021 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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